Jede Reise endet irgendwann. Die Erinnerung daran muss es nicht. Genau dafür gibt es Souvenirs: kleine Dinge, die euch zu Hause noch Monate später den Duft, den Geschmack und das Licht Mallorcas zurückholen. Wir stellen euch einmal die schönsten Mitbringsel der Lieblingsinsel der Deutschen vor.
Überblick
Einkaufen auf Mallorca hat erstaunlich wenig mit Einkaufen zu tun und ganz viel mit Ankommen. Denn die schönsten Dinge findet ihr hier nicht in Schaufenstern, sondern in Gesprächen. In einer Werkstatt in einem Dorf der Serra de Tramuntana, in der seit vier Generationen dieselbe Familie am selben Tisch arbeitet. Auf einem Wochenmarkt, der um sieben Uhr morgens aufgebaut wird und mittags wieder verschwunden ist, als wäre er nie da gewesen. In einem winzigen Laden in Palmas Altstadt, an dem ihr fast vorbeigelaufen wärt.
Es riecht nach Kaffee, nach warmem Stein, nach Kräutern und Meer. Irgendwo klappert ein Rollladen, irgendwo lacht jemand zu laut. Und dann steht plötzlich eine Frau vor euch und erklärt euch in aller Ruhe, wie das entstanden ist, was ihr gerade in den Händen haltet, wie lange es dauert, woher es kommt, warum es genau so aussieht und nicht anders. Genau das ist der Unterschied. Ihr kauft hier keine Ware, ihr nehmt ein Stück Handwerk, Geduld und Inselgeschichte nach eurer Auszeit mit nach Hause.
Top 10 Souvenirs Mallorca
Genug geschwärmt. Hier kommen die zehn schönsten Souvenirs, die ihr von Mallorca mit nach Hause nehmen könnt. Etwas für den Gaumen, etwas fürs echte Leben, etwas für die Kinder und natürlich auch Kunsthandwerk.
1. Llata Körbe
Geflochten werden sie aus den Blättern der Zwergpalme, der einzigen Palmenart, die in Europa heimisch ist. Sie wächst in den Bergen rund um Capdepera und Artà, wird im Juli geerntet, in der Sonne getrocknet, gebleicht und dann von Hand zu langen Bändern geflochten, die zu Körben und Taschen vernäht werden.

Das Schönste daran sind die Frauen dahinter. Ses Madones de sa Llata haben das Handwerk von ihren Müttern gelernt, saßen als Mädchen an langen Winterabenden im Kreis und flochten. Heute, mit siebzig, achtzig Jahren, sitzen sie noch immer im selben Kreis.
Kauft eure Souvenirs dort, wo man euch den Namen der Flechterin nennen kann: in den kleinen Läden von Capdepera und Artà oder auf den Wochenmärkten. Achtet auf leichte Unregelmäßigkeiten im Geflecht und auf die sichtbare Naht zwischen den Runden. Das ist echte Kultur. Und seid misstrauisch: Was zehn Euro kostet, kam nie aus mallorquinischen Händen.
2. Tap de Cortí Paprika
Diese Sorte verdankt ihren Namen der Form (wie ein alter Flaschenkorken) und den Höfen, in denen man die Schoten früher trocknete. Zehn Tage in der Sonne, dann gemahlen: Fertig ist ein Pulver von leuchtendem Orangerot, das süß und samtig schmeckt, ohne jede Schärfe, ohne jede Bitterkeit. Wer geräucherten Pimentón kennt, wird überrascht sein. Tap de Cortí ist heller, fruchtiger und fast schon freundlicher.
Und das Erstaunliche: Selbst wenn man die Sorte auf dem Festland anbaut, wird das Ergebnis variieren. Die Sonne, die Wärme, die rote Erde rund um Felanitx und Manacor. All das steckt am Ende im Pulver. Seit 2020 trägt es deshalb eine geschützte Ursprungsbezeichnung.

Zu Hause reichen schon geröstetes Brot, ein Schuss Olivenöl, etwas Salz und ein Hauch Tap de Cortí. Dazu passt jeder Eintopf, jedes Reisgericht, jedes Spiegelei. Achtet beim Kauf auf das DOP-Siegel und nehmt die Dose, nicht den Beutel. Kein Problem im Koffer, kein Problem am Zoll. Aber packt sie gut ein: Dieses Rot färbt gnadenlos.
3. Mel de Mallorca
Honig schmeckt immer nach dem Ort, an dem er entstanden ist. Auf Mallorca schmeckt er nach Rosmarin an heißen Trockenmauern, nach Thymian, nach Heidekraut in der Tramuntana und nach Orangenblüten im Tal von Sóller. Genau deshalb lohnt sich hier der zweite Blick. Rosmarinhonig ist hell, mild und blumig-zart. Orangenblüte bringt feine Zitrusnoten mit. Thymian und Heide sind kräftiger, würziger, herber. Und dann gibt es den seltenen Johannisbrothonig: dunkel, mineralisch und süß mit salzigem Ton.

Woran ihr Qualität erkennt? Zuerst am Etikett. Steht dort „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“, stellt ihr das Glas zurück. Das ist Industrieware. Sucht stattdessen die Sortenangabe, den Namen des Imkers oder das mallorquinische Gütesiegel ESMEL. Und kauft dort, wo ihr nachfragen könnt: auf den Wochenmärkten oder direkt in den kleinen Imkereien der Insel. Wundert euch nicht, wenn euer Honig nach ein paar Wochen fest und cremig wird. Das trockene Inselklima sorgt für wenig Feuchtigkeit im Honig. Er kristallisiert schnell. Kein Makel, im Gegenteil: der Beweis, dass ihr etwas Echtes mit nach Hause genommen habt.
4. Ensaïmada
Die Spirale, die alle im Handgepäck haben. Am Flughafen von Palma erkennt man das Gebäck sofort: die flachen, achteckigen Kartons, die überall unter dem Arm getragen werden. Darin liegt Mallorcas süßeste Institution. Ihren Namen verdankt die Ensaïmada dem, was sie ausmacht: „Saïm“, mallorquinisch für Schweineschmalz. Der Teig wird so dünn ausgezogen, dass man fast hindurchsehen könnte, mit Schmalz bestrichen, zur Spirale gerollt und dann mindestens zwölf Stunden in Ruhe gelassen. Erst danach kommt er in den Ofen. Was herauskommt, ist federleicht, blättrig, ganz zart süß und zieht sich in feinen Schichten auseinander, statt zu krümeln.

5. Keramik
Es gibt ein Mitbringsel, das Urlauber beim Besuch der Insel im Wortsinn begreifen können: mallorquinische Keramik. Aus der roten Erde der Insel geformt, gebrannt, glasiert – und seit Jahrhunderten Teil des Alltags hier. Ihr findet sie überall: in kleinen Werkstätten in den Dörfern, auf Wochenmärkten, in Ateliers, in denen junge Keramikerinnen aus alten Formen Neues machen. Das historische Herz schlägt in Pòrtol vor den Toren Palmas, wo seit dem 17. Jahrhundert getöpfert wird. Aber die ganze Insel ist voll von Menschen an der Drehscheibe.

Achtet auf die Spuren der Hand: leichte Unregelmäßigkeiten, sichtbare Pinselstriche, eine Signatur auf dem Boden. Wollt ihr darin kochen, fragt nach lebensmittelechter Glasur. Und wer tiefer eintauchen mag, kommt Anfang März zur Fira del Fang oder folgt der Ruta del Fang durch die Werkstätten. Verpackt eure Schätze gut. In Kleidung gewickelt, in die Koffermitte, Hohlräume ausgestopft. Legt eine neue Greixonera vor dem ersten Gebrauch zehn bis zwölf Stunden in kaltes Wasser und erhitzt sie danach immer langsam.
6. Siurell
Wenn ein einziges Objekt Mallorcas Seele in die Hand passt, dann ist es der Siurell: eine kleine Tonfigur, weiß wie Kalk, mit ein paar kecken Strichen in Rot und Grün. Highlight: hinten ein Pfeifchen, das tatsächlich funktioniert. Meist stellt er einen Reiter auf dem Pferd dar, manchmal einen Hahn, einen Bauern, eine Bäuerin, einen Stier. Sieben bis zwanzig Zentimeter groß, von Hand geformt, gebrannt, in flüssigen Kalk getaucht und danach bemalt. Keine zwei sind gleich.

Woher er kommt? Das weiß niemand genau. Ähnliche Pfeiffiguren fand man auf Kreta, Zypern und Sardinien. Auf Mallorca reichen die Spuren bis ins zwölfte Jahrhundert zurück. Ein Rätsel, das seinen Charme nur wachsen lässt. Einer, der das sofort verstand, war Joan Miró. In den Fünfzigerjahren begegnete er den Siurells auf einer Wallfahrt in Palma wieder und war hingerissen davon, dass jede dieser Figuren ein eigenes Gesicht, einen eigenen Ausdruck hat. Er sammelte sie sein Leben lang.
Und das Schönste: In Sa Cabaneta formt heute die Enkelin von Mirós Lieblings-Siurellera dieselben Figuren weiter. Kauft euren dort, wo er entsteht, oder auf einem Dorffest – dort gehört er hin. Ein paar Euro, und ihr nehmt Jahrhunderte mit nach Hause.
7. Ikat Stoffe
Mallorcas Flammen im Stoff. Ihr habt ihn längst gesehen, auch wenn ihr seinen Namen nicht kanntet: dieses zackige Muster in Blau, Rot oder Ocker, das über Kissen, Vorhänge und Tischdecken der Insel läuft. Roba de llengües – Zungenstoff. Die Mallorquiner sahen darin lodernde Flammen.
Dahinter steckt Ikat, eine jahrtausendealte Technik, die über die Seidenstraße nach Europa kam. Das Besondere: Gefärbt wird nicht der fertige Stoff, sondern der Faden. Vor dem Färben bindet man einzelne Stellen ab, damit dort keine Farbe eindringt. Erst beim Weben entsteht das Muster. Mit diesen typisch verwischten, flackernden Rändern. Früher webte man ihn aus Seide, heute aus Baumwolle und Leinen.

8. Flor de sal d'Es Trenc
Im Süden Mallorcas, gleich neben dem wilden Strand von Es Trenc, liegen flache Becken, in die über ein langes Kanalsystem Meerwasser geleitet wird. Schon Phönizier und Römer holten hier ihr weißes Gold heraus. Und an ganz bestimmten Tagen – viel Sonne, ein wenig Wind, keine Wolke – passiert etwas Zauberhaftes: Auf der Wasseroberfläche bildet sich eine hauchdünne Schicht glitzernder Kristalle, fast wie eine Eisdecke. Das ist die Flor de Sal, die Salzblume. Von Hand abgeschöpft, ohne Zusätze, ohne alles. Und selten: Selbst in einem guten Jahr macht sie nur 0,2 % der gesamten Ernte aus.

Auf der Zunge ist sie zart und blumig, dann kraftvoll und knirscht ganz leise. Wichtig: Flor de Sal gehört nicht in den Kochtopf. Streut sie erst zum Schluss über Tomaten, gegrillten Fisch, ein Rührei, eine Scheibe Brot mit Olivenöl. Oder, wenn ihr mutig seid, über dunkle Schokolade. Neben dem puren Salz gibt es Döschen mit Hibiskusblüten, schwarzen Oliven, Zitrone-Thymian oder Curry. Perfekte kleine Geschenke. Kauft direkt an der Saline. Dort gibt es auch ein Café mit Blick über die Becken. Und im Koffer macht Salz keinerlei Ärger.
9. Olivenholz
Fahrt einmal durch die Serra de Tramuntana und schaut euch die Olivenbäume an: knorrig, gedreht, ausgehöhlt, manche seit Jahrhunderten auf denselben Terrassen. Diese Bäume sind das Rückgrat der Insel. Und wenn beim Schnitt ein Ast fällt oder ein Baum weichen muss, beginnt ein zweites Leben. Denn Olivenholz ist außergewöhnlich: hart, dicht, mit dunklen Adern, die sich durch das helle Holz ziehen wie Rauch. Kein Stück gleicht dem anderen.
Am schönsten kommt das in der Küche zur Geltung. Kochlöffel und Pfannenwender, die mit den Jahren dunkler werden. Salatbestecke, Schneidebretter, Schalen für Oliven und Nüsse, Mörser, Buttermesser, Pfeffermühlen. Olivenholz nimmt kaum Gerüche an und ist lebensmittelecht.

10. Gordiola Glas
An der Landstraße von Palma nach Manacor taucht plötzlich eine Burg auf. Zinnen, Türme, ein wenig zu viel des Guten und genau deshalb unvergesslich. Dahinter verbirgt sich die älteste Glasbläserei Mallorcas. Seit 1719 wird hier Glas gemacht, über acht Generationen hinweg. Im Erdgeschoss steht ihr direkt vor den Öfen: 1.500 Grad, ein Klumpen glühender Masse an einer langen Pfeife, ein Atemzug – und aus dem Nichts wächst eine Vase. Ihr kommt so schnell nicht wieder weg. Oben wartet ein Museum mit Glas aus aller Welt. Seit 2023 zählt die Kunst der handgemachten Glasherstellung übrigens zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO.

Mitnehmen könnt ihr Gläser, Karaffen, Schalen, Leuchter. In tiefem Blau, Grün und Bernstein, jedes mit den kleinen Unregelmäßigkeiten. Kein Stück ist wie das andere, denn kein Atemzug ist wie der andere. Besonders schön: Ein Teil der Ware entsteht heute aus alten Flaschen mallorquinischer Hotels, Bars und Restaurants. Aus Leergut wird Lüster.
Und ja, Glas ist zerbrechlich, aber nicht unmöglich. Lasst euch im Laden gut einpacken, wickelt alles zusätzlich in Kleidung, ab in die Koffermitte. Oder nehmt ein einzelnes Glas ins Handgepäck. Zu Hause fängt es dann jeden Morgen die Sonne ein.
Gesetze und Regeln: Was ist erlaubt?
Hat euch nun das Shopping-Fieber gepackt und ihr freut euch auf ganz persönliche Favoriten unter den Souvenirs aus Mallorca? Dann haben wir abschließend noch praktische Tipps für euch, wenn es um den Erwerb eurer liebsten Erinnerungsstücke geht. Eine abschließende Rechtsberatung zur Ein- und Ausfuhr bieten wir mit diesem Artikel aber nicht an.
Verbotene Gegenstände
Die eigentliche Falle hat nichts mit dem Zoll zu tun, sondern mit dem Naturschutz. Sand, Steine, Muscheln und Überreste geschützter Arten gehören nicht in euren Koffer. In Naturschutzgebieten ist die Entnahme ausnahmslos verboten, und wer mit Muscheln oder Federn geschützter Tiere erwischt wird, zahlt schnell zwischen 500 und 3.000 Euro. Auch das kleine Schraubglas Sand aus eurer Lieblingsbucht ist keine gute Idee. Der Rat aller Fachleute ist eindeutig: Lasst den Strand am Strand und nehmt lieber etwas mit, das Menschen auf der Insel gemacht haben. Streng reglementiert bleibt außerdem der Handel mit Korallen, Schildpatt und anderen Arten des Washingtoner Artenschutzabkommens (CITES). Das gilt auch innerhalb der EU. Bei entsprechendem Schmuck also besser die Finger davonlassen.
Zoll und Beschränkungen
Anders als etwa die Kanaren gehören die Balearen vollständig zum Zoll- und zum Mehrwertsteuergebiet der EU.
- Flüssigkeiten gehören in den aufgegebenen Koffer: Wein, Kräuterlikör und Olivenöl scheitern über 100 Milliliter an der Sicherheitskontrolle für Handgepäck am Gate.
- Duty-free gibt es für EU-Reisende am Flughafen Palma nicht – und eine Tax-Free-Rückerstattung ebenfalls nicht. Kauft also lieber im Dorfladen.
- Messer mit Olivenholzgriff dürfen nur ins aufgegebene Gepäck.
- Pulver wie Paprika oder Salz können im Handgepäck eine Nachkontrolle auslösen. Einfach einchecken.
- Und die schönste Eigenheit: Am Flughafen Palma tragen alle den flachen, achteckigen Ensaïmada-Karton unter dem Arm. Ob er zusätzlich zum Handgepäck mitdarf, entscheidet allerdings eure Airline – kurz vorher nachfragen lohnt sich.
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