Gute Nachricht vorweg: Ihr müsst euch zwischen Fernweh und Verantwortung nicht entscheiden. Wer versteht, wie viel CO₂ eine Reise verursacht und was man damit anfangen kann, reist bewusster und oft auch entspannter. Wir erklären ehrlich, transparent und vor allem ohne erhobenen Zeigefinger.
Wie viel CO2 verursacht deine Reise?
Die ehrliche Antwort: Es kommt darauf an. Ob ihr mit dem Zug an die Ostsee fahrt, mit dem Auto in die Toskana rollt oder in den Flieger nach Teneriffa steigt, macht einen großen Unterschied. Bei den meisten Urlaubsreisen ist die An- und Abreise der mit Abstand größte Posten. Unterkunft, Verpflegung und Ausflüge vor Ort spielen ebenfalls eine Rolle, fallen aber überwiegend deutlich kleiner aus.
Beim Fliegen gilt die Faustregel: Je weiter das Ziel, desto mehr CO₂ entsteht. Gleichzeitig verursachen Start und Landung besonders viel Ausstoß. Kurzstrecken schneiden deshalb pro Kilometer oft schlechter ab als Mittelstrecken. Auch die Buchungsklasse zählt: Wer in der Business Class mehr Platz bekommt, bekommt rechnerisch auch einen größeren Anteil an den Emissionen des Flugzeugs.

Zur Einordnung: Der durchschnittliche CO₂‑Fußabdruck pro Person liegt in Deutschland bei rund zehn Tonnen im Jahr. Ein Hin- und Rückflug auf die Kanaren kann davon schnell einen spürbaren Teil ausmachen, eine Fernreise noch deutlich mehr. Das soll euch nicht die Vorfreude nehmen, sondern einen Maßstab geben.
Wie viel CO₂ eure ganz persönliche Reise verursacht, müsst ihr übrigens nicht selbst ausrechnen. Unser CO₂‑Rechner für eure Reise schätzt den Fußabdruck eurer Buchung anhand von Strecke, Verkehrsmittel und weiteren Faktoren. So seht ihr auf einen Blick, wo ihr steht, und könnt entscheiden, ob ihr einen freiwilligen Klimabeitrag leisten möchtet. Ihr wollt darüber hinaus wissen, wie ihr unterwegs ressourcenschonender reist? Dann lest gern unseren Artikel Nachhaltig Reisen – geht das?.
Kompensation, Ausgleich oder Klimabeitrag
Die drei Begriffe tauchen oft im selben Atemzug auf, meinen aber nicht dasselbe. Hier die kurze Übersicht:
| Begriff | Was gemeint ist | Was es verspricht |
|---|---|---|
| CO2-Kompensation | Geld fließt in Klimaschutzprojekte, die rechnerisch so viel CO2 einsparen oder binden sollen, wie die Reise verursacht hat. | Oft die Idee, die Emissionen seien damit „ausgeglichen“. |
| CO2-Ausgleich | Im Alltag meist ein Synonym für Kompensation. | Dieselbe Rechnung: Emission minus Einsparung gleich null. |
| Klimabeitrag | Ein freiwilliger finanzieller Beitrag zu geprüften Klimaschutzprojekten. | Eine Unterstützung für Klimaschutz – ohne die Behauptung, die Reise sei danach ohne Wirkung aufs Klima. |
Der entscheidende Unterschied liegt also nicht im Geldfluss, sondern im Versprechen. Bei der klassischen Kompensation steht die Idee im Raum, man könne die Emissionen einer Reise einfach „wegrechnen“. Das ist aus mehreren Gründen schwierig: Das CO₂ eures Fluges ist bereits in der Atmosphäre, während viele Projekte ihre Wirkung erst über Jahre entfalten. Außerdem lässt sich nie hundertprozentig sicher sagen, was ohne ein Projekt passiert wäre.
Ein Klimabeitrag ist ehrlicher. Er sagt: „Meine Reise hat einen Fußabdruck und ich unterstütze bewusst Projekte, die dem Klima helfen. Kein Freikaufen, sondern ein echter Beitrag, der wirkt.“

Klimabeitrag ist nicht „klimaneutral“
Vielleicht habt ihr euch gefragt, warum ihr bei ab in den urlaub keinen „klimaneutralen Urlaub“ buchen könnt. Die Antwort ist einfach: Weil wir euch nichts versprechen wollen, das so nicht stimmt. Eine Reise, bei der Flugzeug, Auto oder Schiff unterwegs sind, verursacht Emissionen. Daran ändert auch eine Zahlung an ein Klimaprojekt nichts. Das Wort „klimaneutral“ erweckt aber genau diesen Eindruck: als hätte der Urlaub keinerlei Auswirkung mehr aufs Klima. Wir finden, ihr habt eine ehrlichere Darstellung verdient.
Diese Haltung ist inzwischen auch rechtlich untermauert. Seit dem 27. September 2026 gelten in der EU strengere Regeln für Umweltaussagen in der Werbung (die sogenannte EmpCo-Richtlinie). Pauschale Behauptungen, ein Produkt sei dank Kompensation klimaneutral, sind damit nicht mehr zulässig. Wir begrüßen das: Es schafft Klarheit für alle, die bewusst buchen möchten. Unser Weg ist deshalb der Klimabeitrag. Ihr erfahrt transparent, welchen CO₂‑Wert eure Reise ungefähr verursacht. Und ihr entscheidet selbst, ob ihr mit einem freiwilligen Beitrag geprüfte Klimaschutzprojekte unterstützen wollt. Ohne Druck, ohne Schönfärberei.

Was passiert mit eurem Beitrag?
Euer Klimabeitrag fließt in vier zertifizierte Klimaschutzprojekte. Jedes davon ist nach einem anerkannten Standard geprüft, damit ihr sicher sein könnt, dass eure Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Und das Schöne: Die Projekte liegen oft genau in den Regionen der Welt, die wir auf Reisen so lieben.
Vermeidung: Torfgebiete
Schutz tropischer Torfsumpfwälder, Zentralkalimantan (Indonesien)
Verified Carbon Standard (Verra)
Torfgebiete binden riesige Mengen an Kohlenstoff, setzen diesen jedoch als CO₂ frei, sobald sie entwässert werden. Dieses Projekt schützt fast 150.000 Hektar Torfsumpfwald auf Borneo davor, entwässert und in Plantagen umgewandelt zu werden, sodass der Kohlenstoff im Boden verbleibt.
Naturbasiert: Wiederaufforstung
Lokaler Waldumbau, Brandenburg
ISO 14064 · TÜV-verifiziert
Seit 2018 sind in Deutschland mehr als 500.000 Hektar Wald abgestorben. Dieses Projekt baut langfristige Kohlenstoffspeicher wieder auf – durch die Pflanzung stabiler Mischwälder und naturnahe Bewirtschaftung im Bundesland Brandenburg. Unser Beitrag finanziert die Entnahme von 86 t CO₂e, zugeordnet zu Scope 3.7.

Alternative Kraftstoffe: SAF
Sustainable Aviation Fuel, getankt in der EU
ISCC-zertifiziert
Nachhaltiger Flugkraftstoff, hergestellt aus erneuerbaren oder abfallbasierten Rohstoffen statt aus fossilem Kerosin, wird am Flughafen Amsterdam Schiphol in die bestehende Versorgung eingespeist. Unser Beitrag finanziert die Emissionsminderung von 27 t CO₂e, zugeordnet zu Scope 3.6.
So wird der CO2-Wert berechnet
Transparenz ist uns wichtig. Deshalb zeigen wir euch offen, wie unser CO₂-Rechner zu seinem Ergebnis kommt. Vorab: Der Wert ist immer eine Schätzung. Kein Rechner der Welt kann die exakten Emissionen eines einzelnen Fluges für einen einzelnen Sitzplatz bestimmen. Eine gute Schätzung hilft euch aber, eure Reise realistisch einzuordnen. In die Berechnung fließen diese Faktoren ein:
- Strecke: die Entfernung zwischen Abflug- und Zielflughafen, inklusive eines Zuschlags für Umwege und Warteschleifen.
- Verkehrsmittel und Flugzeugtyp: durchschnittlicher Treibstoffverbrauch pro Passagier und Kilometer.
- Auslastung: wie viele Plätze im Schnitt belegt sind.
- Buchungsklasse: Economy, Premium Economy oder Business.
- Nicht-CO₂‑Effekte: Kondensstreifen, Stickoxide und vor allem auch Wasserdampf in großer Höhe.
- Unterkunft: Emissionsfaktor pro Übernachtung ergänzen.
Das Ergebnis wird in CO₂-Äquivalenten angegeben. Damit sind neben CO₂ auch andere Effekte zusammengefasst.

FAQ
Rund um CO2, Fliegen und Klimabeitrag tauchen immer wieder dieselben Fragen auf – und das ist gut so. Wer neugierig nachfragt, reist am Ende bewusster und mit einem besseren Gefühl. Deshalb haben wir hier die häufigsten Fragen für euch gesammelt und kurz, verständlich und ehrlich beantwortet. Lest euch durch, was euch interessiert, und dann ab an die Urlaubsplanung!
Wie viel CO₂ verursacht ein Flug?
Das hängt vor allem von der Strecke, dem Flugzeugtyp, der Auslastung und der Buchungsklasse ab. Ein Mittelstreckenflug in den Süden verursacht deutlich weniger als eine Fernreise, Kurzstrecken sind pro Kilometer besonders emissionsintensiv.
Wie sieht das am Beispiel aus?
- Ein Hin- und Rückflug von Berlin nach Mallorca verursacht etwa so viel CO₂ wie zwei bis drei Monate normales Autofahren, während ein Hin- und Rückflug von Berlin nach Bangkok eher einem ganzen Jahr entspricht.
- Ein Hin- und Rückflug von Berlin nach Mallorca verursacht ungefähr so viel CO₂ wie 2 bis 3 Wochen Alltag in Deutschland, während ein Hin- und Rückflug von Berlin nach Bangkok eher einem ganzen Jahr entspricht.
- Ein Hin- und Rückflug von Berlin nach Mallorca verursacht ungefähr so viel CO₂ wie der Verzehr von 130 Rindfleisch-Burgern, während ein Hin- und Rückflug von Berlin nach Bangkok eher 600 entspricht.
Warum zählt beim Fliegen mehr als nur das CO₂?
In Reiseflughöhe wirken zusätzlich Kondensstreifen, Stickoxide und Wasserdampf aufs Klima. Je nach Studie ist die gesamte Klimawirkung eines Fluges dadurch etwa zwei- bis dreimal so hoch wie die des reinen CO₂. Seriöse Rechner berücksichtigen diese Nicht-CO₂‑Effekte deshalb mit einem Faktor.
Unterschied zwischen CO₂-Kompensation und Klimabeitrag?
Bei der Kompensation steht das Versprechen im Raum, die Emissionen einer Reise würden rechnerisch vollständig ausgeglichen. Ein Klimabeitrag unterstützt geprüfte Klimaschutzprojekte, ohne zu behaupten, die Reise habe danach keine Klimawirkung mehr.
Was ist ein freiwilliger Klimabeitrag?
Ein freiwilliger Klimabeitrag ist ein Betrag, den ihr zusätzlich zu eurer Buchung leisten könnt. Er fließt in zertifizierte Klimaschutzprojekte. Ihr entscheidet selbst, ob und in welcher Höhe ihr euch beteiligt.
Was kostet es, die Emissionen eines Flugs auszugleichen?
Die Preise variieren je nach Anbieter und Projekt, meist liegen sie zwischen etwa 15 und 30 Euro pro Tonne CO₂, teils auch darüber. Für einen Mittelstreckenflug kommen so oft nur wenige Euro bis niedrige zweistellige Beträge zusammen.
Ist CO₂-Kompensation sinnvoll?
Klimaschutzprojekte können viel Gutes bewirken. Vorausgesetzt, sie sind nach anerkannten Standards zertifiziert. Am meisten bringt es, Emissionen zuerst zu vermeiden oder zu verringern und den verbleibenden Fußabdruck mit einem Beitrag zu begleiten. Ein Freifahrtschein ist Kompensation aber nicht.
Kann man klimaneutral fliegen?
Offen gesagt: Nein, nicht im wörtlichen Sinne. Jeder Flug verursacht heute Emissionen, und auch eine Zahlung an ein Klimaprojekt macht sie nicht ungeschehen. Ihr könnt aber bewusst fliegen, euren Fußabdruck kennen und mit einem Beitrag Klimaschutz aktiv unterstützen. Und jetzt: Sucht euch euer nächstes Lieblingsziel aus, werft einen Blick auf euren CO₂-Wert und freut euch auf eine Reise, bei der ihr genau wisst, was ihr tut. Die Welt wartet auf euch.









