Auf Krankheiten kann man im Urlaub gut verzichten. Für den Fall der Fälle gehört deshalb eine Reiseapotheke ins Gepäck. Sie sorgt dafür, dass ihr sowohl bei kleineren Wehwehchen als auch bei ernsteren Fällen schnell reagieren könnt. Unsere praktische Checkliste bringt Ordnung ins gut gemeinte Chaos.
Überblick zur Reiseapotheke
Endlich Urlaub! Ob entspanntes Strandwochenende, aufregende Städtereise oder das große Abenteuer in der Ferne. Die schönsten Wochen des Jahres sollen vor allem eines sein: unbeschwert. Und genau dabei hilft eine gut durchdachte Reiseapotheke. Sie ist kein Anlass zur Sorge, sondern ein kleines Stück Gelassenheit im Gepäck. Denn wer für die typischen Kleinigkeiten des Reisealltags gewappnet ist, kann sich ganz auf das konzentrieren, was wirklich zählt: die schönen Momente.
Eine sinnvolle Urlaubsapotheke zusammenzustellen, ist einfacher, als viele denken. In unserem Ratgeber zeigen wir euch Schritt für Schritt, was in die Reiseapotheke gehört, worauf es je nach Ziel und Mitreisenden ankommt und wie ihr mit einer übersichtlichen Checkliste auch wirklich nichts Wichtiges vergesst.

Maßnahmen vor dem Urlaub
Je nach Land, in das ihr reist, sind bestimmte Impfungen bzw. Prophylaxen ratsam. Das gilt vor allem bei exotischen Fernreisezielen wie Südostasien. So solltet ihr euch beispielsweise vor dem Aufenthalt in Thailand rechtzeitig gegen Hepatitis A impfen lassen. Haltet ihr euch dort jenseits der Großstädte und Touristenzentren auf, kann die vorherige Einnahme von Medikamenten gegen Malaria sinnvoll sein. Sprecht mit eurem Arzt darüber, welche Maßnahmen für das Urlaubsziel angemessen sind. Kümmert euch zu diesem Zweck rechtzeitig um einen Termin. Je nachdem, wogegen ihr euch schützen wollt, müssen die Impfungen gegen Gelbfieber, Tollwut oder Hepatitis B zehn Tage bis drei Wochen vor der Abreise erfolgen, damit sie wirksam werden. Kontrolliert im Impfpass, ob die Standardimpfungen wie gegen Tetanus noch Schutz bieten oder aufgefrischt werden müssen.
Lasst euch Bescheinigungen ausstellen (auch in englischer Sprache), in denen festgehalten wird, dass ihr auf bestimmte Medikamente angewiesen seid. Leidet ihr beispielsweise an Diabetes, kommt ihr auf diese Weise mit der Insulinspritze problemlos durch die Sicherheitsschleuse am Flughafen und könnt die für die Behandlung wichtigen Dinge mit an Bord nehmen. Wichtige Medikamente kommen ins Handgepäck. So vermeidet ihr deren Verlust, falls der Koffer abhandenkommt. Und auch bei einer Flugverzögerung gelangt ihr so an eure Medikamente, falls ihr sie in bestimmten Zeitintervallen einnehmen müsst. Vergewissert euch außerdem, ob ein Medikament, das ihr zu Hause einnehmt, im Urlaubsland erlaubt ist.

Was gehört in die Reiseapotheke?
In die Reiseapotheke gehören nur die notwendigsten Dinge, andernfalls wird sie zu schwer oder nimmt zu viel Platz weg. Besonders Rucksacktouristen sollten den Stauraum ökonomisch nutzen. Denkt außerdem daran: Bei wirklich ernsthaften Erkrankungen müsst ihr ohnehin zum Arzt. Idealerweise ist der Inhalt der Reiseapotheke vor Nässe, Kälte und Hitze geschützt. Reist ihr mit Kindern, bewahrt ihr die Reiseapotheke am Urlaubsort sicher vor deren Zugriff auf. Müsst ihr bestimmte Tabletten einnehmen, nehmt nicht die ganze Packung mit, sondern eine abgezählte Menge plus Reserve.

Hier könnt ihr unsere Checkliste für die Reiseapotheke als PDF herunterladen.
Basis einer Reiseapotheke
Alles, was ihr in der Reiseapotheke mitnehmen möchtet, sollte noch verwendbar für den Zeitraum eurer Reise sein, das Verfallsdatum also nicht überschritten haben. Das gilt vor allem für die Medikamente, die ihr einpackt. Achtet aber auch bei Pflastern, Mullbinden etc. darauf, dass sie nicht zu alt sind, ansonsten kann unter anderem die Sterilität darunter leiden.
Notiert euch die Internationalen Freinamen (INN) eurer Medikamente auf einem Zettel, damit ihr im Ausland bei Bedarf an Mittel mit denselben Wirkstoffen herankommt. In anderen Ländern werden Medikamente nämlich häufig unter einem anderen Markennamen vertrieben. Speichert die an eurem Reiseziel geltenden Notrufnummern ab und habt auch die Telefonnummer eurer Auslandskrankenversicherung dabei.

Reiseapotheke für verschiedene Ziele
So einzigartig wie Ihr Urlaub ist auch das, was Ihre Reiseapotheke können sollte. Ein Wanderurlaub in den Alpen stellt andere Anforderungen als eine Fernreise durch die Tropen oder eine entspannte Kreuzfahrt übers Mittelmeer. Die gute Nachricht: Sobald ihr wisst, wohin die Reise geht, ergibt sich fast von selbst, was ins Gepäck gehört. Hier die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
- Strand und Meer: Hier stehen Hautschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, After-Sun-Pflege und etwas gegen Sonnenbrand im Vordergrund. Auch ein Mittel gegen Quallen- oder Insektenstiche sowie kühlende Gele leisten gute Dienste.
- Fernreisen in die Tropen: Bei einer Reiseapotheke für Fernreisen wird es umfangreicher. Denkt an Mittel gegen Durchfall und zur Elektrolytzufuhr, an einen wirksamen Insektenschutz (gegen Malaria-Mücken), Desinfektionsmittel und an die empfohlenen Reiseimpfungen und Prophylaxe.
- Kreuzfahrt: Auf hoher See ist die Reiseapotheke für die Kreuzfahrt vor allem eins: vorausschauend. Ersthelfer für Reisekrankheit gehören ganz nach oben auf die Liste, ebenso persönliche Dauermedikamente in ausreichender Menge, da unterwegs nicht immer eine Apotheke erreichbar ist.
- Berge und Aktivurlaub: Wer viel unterwegs ist, freut sich über Blasenpflaster, elastische Bandagen, Sportgel und ein kleines Set zur Wundversorgung. Auch Sonnenschutz ist in der Höhe wichtiger, als viele denken.
- Städtereise: Hier reicht meist eine kompakte, kleine Reiseapotheke: Schmerzmittel, Pflaster, etwas gegen Blasen von langen Sightseeing-Touren und eure persönlichen Medikamente.
- Winter- und Skiurlaub: Neben Sonnenschutz für Gesicht und Lippen sind hier kühlende und wärmende Salben, verschiedene Pflaster und Mittel gegen kleinere Erkältungen gut aufgehoben.
Schwangere und Kinder
Schwangeren wird allgemein davon abgeraten, wegen der körperlichen Belastung in Länder mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu reisen. Das gilt insbesondere für Gebiete, in denen ein hohes Risiko besteht, an Malaria zu erkranken. Langstreckenflüge machen zudem Thrombose wahrscheinlicher. Werdende Mütter, die auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Reiseziele in gemäßigten Breiten.

Kommen kleine Kinder und Säuglinge mit auf die Reise, ist es immer praktisch, fiebersenkende Zäpfchen oder Säfte dabei zu haben. Ob diese überhaupt zum Einsatz kommen müssen, darüber gibt die Anzeige des Fieberthermometers Aufschluss. Des Weiteren solltet ihr Mittel gegen Durchfall, Übelkeit, Schmerzen und Erkältungen mitnehmen, die der Nachwuchs verträgt. Gegen Probleme beim Druckausgleich im Flieger helfen Nasenspray, trinken oder lutschen am Lolli. Pflaster mit lustigen Motiven werden nach Verletzungen von den Kleinen gerne getragen. Stellt vor Reiseantritt sicher, dass der Impfschutz der Kinder noch wirksam ist und erkundet euch rechtzeitig nach Impfungen, die für das Reiseziel zusätzlich empfohlen werden.
Vorbeugen ist besser als reagieren
Die Reiseapotheke ist eine wunderbare Rückversicherung. Am schönsten ist es aber natürlich, wenn sie im Handgepäck bleiben darf. Und tatsächlich habt ihr es oft selbst in der Hand, das Risiko für bestimmte Erkrankungen von vornherein zu senken. Mit ein paar einfachen Gewohnheiten kommen viele Beschwerden gar nicht erst auf. Hier unsere Empfehlung:
- Vorsicht beim Wasser: Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob das Leitungswasser trinkbar ist, lasst es lieber und greift zu Wasser aus Flaschen. Das erspart so manchen unangenehmen Magen-Darm-Zwischenfall.
- Clever gegen die Sonne: Tragt lange, luftige Kleidung und sucht zwischendurch immer wieder den Schatten auf, statt einen Sonnenbrand zu riskieren.
- Auf langen Flügen an die Beine denken: Wenn ihr schwanger seid oder zu Thrombose neigt und ein längerer Flug vor euch liegt, sind Stützstrümpfe eine gute Idee, um den Beinen etwas Gutes zu tun.
- Die Kleinsten schützen: Ein Moskitonetz bewahrt eure Minis zuverlässig vor lästigen Mücken. Gerade nachts eine einfache und wirkungsvolle Maßnahme.

FAQ zur Reiseapotheke
Zum Thema Reiseapotheke tauchen vor dem Urlaub immer wieder ähnliche Fragen auf. Ganz gleich, ob es die erste Fernreise oder der jährliche Sommerurlaub ist. Wir haben die wichtigsten davon für euch gesammelt. So findet ihr schnell und unkompliziert die Antworten, die euch beim Packen wirklich weiterhelfen.
Darf die Reiseapotheke ins Handgepäck?
Für die wichtigsten Medikamente ist das sogar ausdrücklich zu empfehlen. So habt ihr alles griffbereit, falls euer aufgegebener Koffer sich verspätet oder verloren geht. Beachten solltet ihr allerdings die geltenden Bestimmungen für Flüssigkeiten: Im Handgepäck sind diese meist nur in Behältern bis 100 ml erlaubt, zusammen in einem durchsichtigen, wiederverschließbaren Beutel. Flüssige Medikamente, die ihr zwingend benötigt, dürft ihr in der Regel auch in größeren Mengen mitnehmen. Führt dafür am besten ein Rezept oder eine ärztliche Bescheinigung mit, um am Sicherheitscheck alles unkompliziert nachweisen zu können. Bei verschreibungspflichtigen Präparaten und Spritzen (etwa für Diabetiker) gilt das natürlich ganz besonders.
Was bei kleinen Kindern beachten?
Wenn ihr mit den Minis verreist, darf die Reiseapotheke ein wenig umfangreicher ausfallen, denn Babys und Kinder reagieren empfindlicher und brauchen oft spezielle, altersgerechte Mittel. Wichtig ist vor allem: Greift zu Präparaten und Dosierungen, die ausdrücklich für das Alter eures Kindes geeignet sind, und lasst euch im Zweifel vorab in der Apotheke oder beim Kinderarzt beraten. Ein Tipp zum Schluss: Packt vertraute Mittel von zu Hause ein, denn im Ausland sind gewohnte Kinderpräparate nicht immer erhältlich.
Was tun im Krankheitsfall?
Trotz bester Vorbereitung kann es passieren, dass es euch im Urlaub einmal erwischt. Wichtig ist dann vor allem: Ruhe bewahren. Bei kleineren Beschwerden wie einer Erkältung, leichtem Durchfall oder Kopfschmerzen hilft euch eure Reiseapotheke meist schnell und unkompliziert weiter. Gönnt eurem Körper etwas Ruhe, trinkt ausreichend und gebt euch ein wenig Erholung. Wenn die Beschwerden allerdings stärker sind, länger anhalten oder ihr euch unsicher seid, solltet ihr nicht zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sicherheit geht vor allem auch im Urlaub immer vor.
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… MAN WURDE SEHR GUT FÜR DIE REISE VORBEREITET!! P. KELLER