Guimarães: Die Wiege Portugals


Im Herzen des grünen Nordens von Portugal, etwa 50 Kilometer von Porto, liegt Guimarães, wo einst die Nation ihren Anfang nahm. Hier wurde im 12. Jahrhundert der erste König Afonso Henriques geboren. Wenn ihr durch die kopfsteingepflasterten Gassen schlendert und die monumentalen Paläste betrachtet, versteht ihr sofort, warum dieser Ort seine Vergangenheit so selbstbewusst feiert.

Überblick

Guimarães trägt den stolzen Beinamen „Berço da Nação“, die historische Wiege der Nation. Und das ist keine touristische Übertreibung: Im Jahr 1128 gewann Afonso Henriques bei São Mamede eine entscheidende Schlacht gegen seine eigene Mutter und deren galicische Verbündete. Dieser Sieg ebnete den Weg zur Unabhängigkeit Portugals von Kastilien und León. Die massive Burganlage, in deren Schutz der zukünftige Monarch aufwuchs, thront noch heute über dem Zentrum. Wenn ihr durch die Straßen und Gassen schlendert, begegnet euch die Gründungsgeschichte an allen Hauswänden und auf jedem Denkmal.

2001 verlieh die UNESCO dem außergewöhnlich gut erhaltenen Altstadtkern den Titel Weltkulturerbe. Über 300 denkmalgeschützte Gebäude aus dem 15. bis 18. Jahrhundert stehen hier dicht an dicht: herrschaftliche Paläste mit manuelinischen Verzierungen, romanische Kapellen, barocke Konvente. Doch Guimarães ist kein verstaubtes Freilichtmuseum. In den restaurierten Häusern betreiben junge Unternehmer innovative Cafés, während Handwerker in traditionellen Manufakturen Textilien und Schuhe fertigen. Diese Balance zwischen Vergangenheit und Gegenwart macht den Charme des Orts aus.

Guimaraes Portugal Altstadt
Willkommen in den bunten Gassen der UNESCO-Stätte

Sehenswürdigkeiten

Wenn ihr durch Guimarães schlendert, seht ihr überall die Zeugnisse aus einem Jahrtausend europäischer Baukunst. Romanische Festungsanlagen stehen neben gotischen Klöstern, Renaissance-Paläste neben neoklassizistischen Theatern. Nehmt euch ausreichend Zeit für ausgedehnte Spaziergänge, denn hinter jeder Biegung der kopfsteingepflasterten Straßen wartet eine neue Entdeckung.

Castelo de Guimarães

Schon von der Avenida de Londres aus seht ihr die sieben Türme der Burg, die sich mächtig über dem historischen Zentrum erhebt. Graf Heinrich von Burgund ließ die Bastion im zehnten Jahrhundert zum Schutz vor maurischen und normannischen Angriffen errichten. Später wurde sie zur Residenz seiner Familie und zur Geburtsstätte des legendären Königs. Wenn ihr durch das schwere Eingangstor in den Innenhof tretet, spürt ihr die Atmosphäre mittelalterlicher Kriegsführung in jedem Winkel. Die massiven Granitmauern, die Wehrgänge und die strategisch platzierten Schießscharten erzählen von einer Zeit, in der diese Festung über das Schicksal eines ganzen Landes wachte.

Vom höchsten Turm, den ihr über eine steile Steintreppe erreicht, habt ihr einen Panoramablick über die Dächer der Altstadt, die grünen Hügel des Minho und bei klarer Sicht sogar bis zur Serra da Peneda. Die abendliche Beleuchtung taucht die gesamte Burganlage in goldenes Licht. Kommt am besten kurz vor Sonnenuntergang, denn dann lohnt sich der Besuch besonders. Schaut auch in der kleinen Kapelle São Miguel auf dem Gelände der Festung vorbei. Der Legende nach soll Afonso Henriques hier getauft worden sein. Der schlichte romanische Bau mit seinem unverputzten Bruchsteinmauerwerk ist ein eindrucksvoller Kontrast zu den prunkvollen Barockkirchen, die ihr später im Zentrum seht.

Guimaraes Portugal Castelo
Architektur aus längst vergangenen Zeiten

Paço dos Duques de Bragança

Unmittelbar unterhalb der Burg steht ein monumentaler Palast aus dem 15. Jahrhundert, der stilistisch aus dem mittelalterlichen Ambiente heraussticht. Herzog Afonso von Bragança, unehelicher Sohn König Johanns I., ließ diesen herrschaftlichen Wohnsitz nach burgundischem Vorbild errichten. Die charakteristischen Ziegeltürme mit ihren konischen Dächern erinnern mehr an französische Schlösser als an portugiesische Architektur. Beim Gang durch die repräsentativen Säle mit ihren Kassettendecken und flämischen Wandteppichen taucht ihr ein in das Leben des Hochadels der Renaissance.

Im Waffensaal zeigt eine beeindruckende Sammlung mittelalterlicher Rüstungen und Schwerter, welche Dimensionen die damalige Kriegsführung hatte. In der Kapelle im Ostflügel bewundert ihr gotische Glasmalereien von außergewöhnlicher Farbintensität, die das Kirchenschiff an sonnigen Vormittagen in buntes Licht tauchen. Nach dem Niedergang der Bragança-Dynastie verfiel der Palast über Jahrhunderte, bis António Salazar ihn in den 1930ern restaurieren ließ. Heute könnt ihr ihn als Museum besichtigen. Außerdem nutzt ihn der Staatspräsident gelegentlich als Residenz bei seinen Besuchen im Norden.

Igreja de Nossa Senhora da Oliveira

Diese gotische Kirche steht an einem der schönsten Plätze der Altstadt und verdankt ihren Namen einer Legende. Ein verdorrter Olivenbaum soll im 14. Jahrhundert wieder zu blühen begonnen haben, nachdem ein Kaufmann hier ein Kreuz verehrte. Vor dem Eingang steht seit 1342 ein filigraner Baldachin, der die Wunderpflanze einst schützte und heute als Wahrzeichen gilt. Im Inneren der Igreja de Nossa Senhora da Oliveira erwartet euch eine Überraschung: Trotz der spitzbogigen Außenhülle dominieren barocke Altäre mit vergoldeten Schnitzereien und Azulejos den Raum.

Die angeschlossene Schatzkammer zeigt eine der bedeutendsten Sammlungen sakraler Kunst in Nordportugal. Besonders das silberne Reliquiar aus dem 16. Jahrhundert und die flämischen Altartücher locken Bewunderer aus ganz Europa an. Nach dem Besuch lohnt sich eine Pause auf dem Largo da Oliveira, wo ihr unter den Arkaden der Herrenhäuser in einem der vielen Cafés sitzt und das Treiben beobachten könnt. An lauen Sommerabenden wird dieser Platz zur Freiluftbühne, auf der Straßenmusiker und Entertainer auftreten.

Guimaraes Portugal Nossa Senhora da Oliveira
Bewundert die goldene Pracht des Hauptaltars

Rua de Santa Maria

Wer durch Guimarães flaniert, sollte sich diese Gasse nicht entgehen lassen, denn sie gilt als eine der schönsten der Stadt. Bereits im zwölften Jahrhundert angelegt, säumen heute spätmittelalterliche Bürgerhäuser mit schmiedeeisernen Balkonen und verwitterten Granitschwellen die kopfsteingepflasterte Straße. Wenn ihr morgens durch die Rua de Santa Maria schlendert, bevor die meisten Touristen eintreffen, erlebt ihr den Alltag der Bewohner: Frauen, die in den Torbögen plaudern, Handwerker, die ihre Betriebe öffnen, und den Duft von ofenfrischem Brot aus den kleinen Bäckereien.

In den Erdgeschossen haben sich Galerien, Buchhandlungen und Ateliers etabliert, die neben kunstvollen Unikaten auch zeitgenössische Designs anbieten. Besonders die Leinenwebereien und Schuhmanufakturen zeigen euch, warum Guimarães für seine Textilproduktion berühmt ist. Achtet auf die manuelinischen Türportale mit ihren gedrehten Säulen und maritimen Motiven, die vom goldenen Zeitalter der Entdeckungen zeugen. An mehreren Hauswänden findet ihr Verse des Dichters Gil Vicente, der der Legende nach im 16. Jahrhundert hier gelebt haben soll und später das portugiesische Theater begründete.

Convento de Santa Clara

Abseits der touristischen Hauptrouten liegt dieses ehemalige Klarissenkloster aus dem 17. Jahrhundert. Als Portugal 1834 unter liberaler Herrschaft sämtliche Ordensgemeinschaften auflöste, endete auch das Leben im Konvent. Heute nutzt die Stadtverwaltung zwar den Großteil der barocken Anlage, aber ihr könnt dennoch einige Teile besichtigen. Etwa den zweigeschossigen Kreuzgang mit seinen azulejo-geschmückten Wänden, der zu den schönsten Beispielen der Fliesenkunst im Norden des Landes zählt. Die blau-weißen Keramikkacheln zeigen biblische Szenen und Blumenmotive von unvergleichlicher handwerklicher Finesse.

Im angrenzenden Park, dem Jardim do Carmo, findet ihr schattige Alleen und romantische Brunnenanlagen. Besonders an heißen Sommertagen ist dieser grüne Rückzugsort eine willkommene Abkühlung fernab der belebten Plätze. Vom erhöhten Aussichtspunkt schweift euer Blick über die Dächer der Unterstadt bis zur Bergkette im Osten. An Wochenenden nutzen Einheimische die weitläufigen Rasenflächen für Picknicks und improvisierte Fußballspiele. Kommt einfach vorbei und genießt die gelassene Atmosphäre.

Guimaraes Portugal Convento de Santa Clara
Barocke Eleganz am Rathaus von Guimarães

Plataforma das Artes e da Criatividade

Am nördlichen Rand der Innenstadt findet ihr einen monumentalen Bau aus Beton und Glas, der bewusst mit dem mittelalterlichen Ambiente bricht. Der japanische Architekt Kengo Kuma verwandelte ein ehemaliges Marktgelände in ein modernes Kulturzentrum, das 2012 eröffnet wurde. Die horizontal geschichteten Betonlamellen der Fassade erinnern an gefaltetes Papier und schaffen ein faszinierendes Spiel von Licht und Schatten, das sich im Tagesverlauf ständig verändert. Im Inneren beherbergt die Plataforma das Artes e da Criatividade Wechselausstellungen zeitgenössischer Kunst, Design und Mode.

Als ehemalige Kulturhauptstadt Europas 2012 ging Guimarães mit diesem Bau bewusst einen mutigen Schritt in die Zukunft. Die Dauerausstellung zur Geschichte der Textilindustrie zeigt eindrucksvoll, wie sich das Gewerbe von der Handarbeit zur industriellen Fertigung entwickelte. An interaktiven Installationen könnt ihr durch die Zeit reisen und euch selbst an den mechanischen Webstühlen ausprobieren. Macht unbedingt auch einen Abstecher auf die Dachterrasse: Von dort habt ihr einen einzigartigen Ausblick auf die mittelalterliche Silhouette des Orts. Ein Besuch lohnt sich besonders am Abend, wenn sich die Burg gegen den Nachthimmel abzeichnet.

Aktivitäten

Neben historischen Bauwerken und kulturellen Schätzen bietet Guimarães eine Fülle von Erlebnissen, die euch den Alltag Nordportugals näherbringen. Von kulinarischen Entdeckungen über Wanderungen in der umliegenden Serra bis zu handwerklichen Traditionen findet ihr hier Beschäftigungen für jeden Geschmack.

Vinho Verde Verkostung im Umland

Die Region um Guimarães ist die Heimat jenes leicht perlenden, frischen Weißweins mit niedriger Alkoholkonzentration, der zur portugiesischen Sommerküche gehört wie die Sonne zum Strand. In den sanften Hügeln des Minho-Tals reihen sich Quintas aneinander, wo die Rebstöcke traditionell an Pergolen hochranken. Bei geführten Verkostungen erfahrt ihr alles über die Traubensorten Alvarinho und Loureiro, die dem Vinho Verde sein charakteristisches Aroma von Zitrusfrüchten und weißen Blüten verleihen.

Viele Betriebe kombinieren die Degustation mit einem mehrgängigen Mittagessen, bei dem regionale Spezialitäten wie Bacalhau à Braga oder Cabrito assado serviert werden. Die familiären Produzenten öffnen ihre Keller und gewähren euch Einblick in die Winzerkunst, vom Entrappen der Trauben bis zur temperaturkontrollierten Gärung in Edelstahltanks. Ohne eigenes Auto erreicht ihr die Quintas bequem mit organisierten Touren, die euch zu drei bis vier verschiedenen Gütern bringen und sicherstellen, dass ihr nach der Verkostung nicht selbst fahren müsst.

Guimaraes Portugal Vinho Verde
Vinho Verde: Ein spritziger Genuss aus Portugals Norden

Besuch einer Textilmanufaktur

Guimarães ist seit dem Mittelalter ein Zentrum der Leinenproduktion und Schuhfertigung. Während die großen Fabriken längst geschlossen haben oder ins Ausland verlagert wurden, bewahren kleine Betriebe das Erbe. In der Oficina do Tecido könnt ihr Handwerkern an antiken Holzwebstühlen zusehen, wie sie mit rhythmischen Bewegungen traditionelle Muster entstehen lassen. Jedes Stück wird nach historischen Entwürfen gefertigt, die zum Teil bis zu 300 Jahre zurückreichen.

Die Eigentümer erklären euch geduldig die Technik, zeigen verschiedene Garnstärken und lassen euch auch selbst Hand anlegen. Nach der Vorführung könnt ihr in der angeschlossenen Boutique hochwertige Tischtücher, Bettbezüge und Kleidungsstücke erwerben. Ähnliche Einblicke gewährt die Werkstätte Casa das Sapatilhas, wo handgenähte Schuhe nach Maß angefertigt werden. Solche Betriebe werden immer seltener. Umso wertvoller ist die Begegnung mit den Leuten, die ihr Können seit Generationen pflegen.

Seilbahnfahrt auf die Penha

Vom östlichen Ortsrand schwebt ihr in einer Gondel in wenigen Minuten auf den 617 Meter hohen Hausberg von Guimarães. Oben erwartet euch ein beliebtes Ausflugsziel der Einheimischen, die hier schon seit Generationen ihre Wochenenden verbringen. Die markante Wallfahrtskirche Santuário da Penha thront zwischen mächtigen Granitfelsen, die wie gigantische Skulpturen aus dem bewaldeten Plateau ragen. Von der Panoramaplattform seht ihr das gesamte Ave-Tal, die Stadt zu euren Füßen und bei guter Sicht die Atlantikküste im Westen.

Zahlreiche Wanderwege führen euch durch den Naturpark rund um den Gipfel: durch Eichenwälder, vorbei an Quellen und versteckten Grotten. Familien mit Kindern finden hier Spielplätze, Picknickzonen und sogar einen kleinen zoologischen Garten mit heimischen Wildtieren. Für Abenteuerlustige gibt es Kletterfelsen und Hochseilgärten. Plant mindestens einen halben Tag für den Aufenthalt ein, denn die frische Luft und das schattige Grün laden zum Verweilen ein, besonders wenn unten in der Stadt die Mittagshitze drückt.

Guimaraes Portugal Penha Kapelle
Die Wallfahrtskirche erwartet euch auf der Penha

Mercado Municipal und Markttag

Jeden Samstag verwandelt sich diese überdachte Halle in ein lebhaftes Zentrum lokaler Landwirtschaft und Gastronomie. Bauern aus dem Umland bieten Gemüse, Obst, Käse und Wurstwaren an, während Fischer aus Póvoa de Varzim und Vila do Conde ihre Fänge auf Eis präsentieren. Der Duft von gegrillten Chouriços mischt sich mit dem Aroma von frisch gepresstem Olivenöl und den süßen Noten reifer Pfirsiche. Nehmt euch Zeit, zwischen den Ständen zu schlendern und mit den Verkäufern zu plaudern, auch wenn ihr vielleicht nur wenig Portugiesisch sprecht.

Im oberen Stockwerk des Gebäudes haben sich kleine Tavernen etabliert, die einfache, aber hervorragende Gerichte aus den Zutaten des Marktes zubereiten. Probiert das Papas de Sarrabulho, einen deftigen Eintopf aus Blut, Reis und Fleisch, der zu den traditionellen Spezialitäten der Region gehört. An den Rändern der Halle verkaufen Floristinnen kunstvoll gebundene Sträuße, Töpfer ihre glasierten Keramiken und Korbflechter ihre Weidenarbeiten. Dieser authentische Einblick in den Alltag der Bewohner lohnt sich weit mehr als jedes Souvenirgeschäft in der Touristenzone.

Wanderung zur Citânia de Briteiros

Etwa 15 Kilometer südlich von Guimarães liegt diese keltische Siedlung, eine der wichtigen archäologischen Stätten der Iberischen Halbinsel. Bereits in der Eisenzeit bewohnt, zeigt sie eindrucksvoll, wie die Menschen vor über 2000 Jahren lebten. Zwischen rekonstruierten Rundhäusern mit Strohdächern und erhaltenen Mauerresten wandert ihr durch das terrassenförmig angelegte Gelände und taucht in die Vergangenheit ein.

Von der Anhöhe habt ihr einen weiten Panoramablick über das grüne Hügelland des Minho. Das kleine Museum am Eingang zeigt Fundstücke wie Keramikscherben, Bronzeschmuck und Werkzeuge, die bei Ausgrabungen zutage kamen. Die gesamte Besichtigung dauert etwa zwei Stunden. Mit dem Bus erreicht ihr die Anlage von eurem Hotel in Portugal in etwa 30 Minuten. Alternativ lohnt sich eine organisierte Tour mit Führung, die euch die historischen Zusammenhänge erklärt. Zieht feste Schuhe an, da die Wege zwischen den Ruinen uneben und bei Nässe rutschig sein können.

Guimaraes Portugal Keltische Siedlung
Spuren der Vorzeit in der Citânia de Briteiros

Kulinarische Stadtführung

Was wäre eine Reise nach Portugal ohne gastronomische Entdeckungen? Spezialisierte Anbieter organisieren mehrstündige Rundgänge, bei denen ihr an sechs bis acht Stationen traditionelle Gerichte und Getränke probiert. Der Weg führt euch vom Markt über versteckte Tavernen bis zu modernen Bistros, wo innovative Küchenchefs regionale Rezepte neu interpretieren. Zwischen den Verkostungen erhaltet ihr Einblicke in die Geschichte und die kulinarischen Traditionen von Guimarães.

Zu den Stationen gehören etwa eine Pastelaria mit Doces Conventuais, jenen süßen Eigelbspeisen aus Klosterrezepturen, eine Tasca mit gegrilltem Bacalhau, eine Churrascaria mit saftigem Vitela assada und natürlich eine Weinbar mit verschiedenen Vinho Verde. Die Guides erzählen dabei Anekdoten über die Entstehung der Gerichte und die Familien, die teilweise seit Generationen ihre Rezepte pflegen. Nach drei Stunden und etwa zehn verschiedenen Köstlichkeiten werdet ihr nicht nur satt, sondern auch um viele Geschichten reicher sein. Bucht diese Touren am besten für den späten Vormittag, wenn die Restaurants noch nicht im Hauptgeschäft sind.

Reise-Infos

Damit euer Besuch in Guimarães reibungslos verläuft, findet ihr hier alle wichtigen Informationen zu Planung und Aufenthalt. Von der optimalen Saison über Verkehrsverbindungen bis zu kulinarischen Empfehlungen und Übernachtungsmöglichkeiten decken wir alles ab, was ihr für einen entspannten Urlaub in Portugal benötigt.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Das Klima in Guimarães ist atlantisch geprägt mit milden, feuchten Wintern und warmen, aber nicht übermäßig heißen Sommern. Von Juni bis September klettert das Thermometer regelmäßig über 25 Grad Celsius, wobei die Nächte angenehm abkühlen. Der Herbst bringt häufigere Niederschläge, dafür aber auch jene satte Färbung der Landschaft, die dem Minho seinen Beinamen „grünes Portugal“ einbrachte. Von Dezember bis Februar sinken die Temperaturen selten unter den Gefrierpunkt, sodass Schnee selbst auf der Penha eine Seltenheit ist.

Wenn ihr die Hochsaison und die Besucherströme meiden wollt, solltet ihr im Mai und Juni oder im September und Oktober kommen. Im Sommer finden die großen Feste statt, allen voran die Gualterianas am ersten Augustwochenende mit mittelalterlichen Umzügen, Konzerten und Feuerwerk. Plant für euren Aufenthalt mindestens drei volle Tage ein, um Guimarães kennenzulernen und Ausflüge ins Umland zu unternehmen. Wer auch Abstecher nach Braga, Porto oder die Weingüter des Douro-Tals machen möchte, sollte fünf bis sieben Nächte bleiben.

Guimaraes Portugal Kirche
Entdeckt die barocke Pracht der Stadt

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Der internationale Flughafen Francisco Sá Carneiro in Porto liegt etwa 50 Kilometer westlich von Guimarães und ist als Direktverbindung von vielen europäischen Metropolen erreichbar. Von dort bringt euch ein Bus in etwa einer Stunde direkt ins Zentrum. Alternativ könnt ihr den Zug mit Umstieg in Nine nehmen. Die Fahrt durch das grüne Ave-Tal zählt zu den landschaftlich schönsten Strecken Nordportugals und dauert insgesamt rund 90 Minuten. Mit dem Mietwagen folgt ihr der A7 oder der szenisch reizvolleren N101, die durch Weinberge und Dörfer führt.

In der Altstadt selbst wird das Fahrzeug schnell zur Last, denn die meisten Gassen sind autofrei. Parkhäuser am Rand des historischen Zentrums bieten ausreichend Stellfläche zu moderaten Konditionen. Den übersichtlichen Ortskern von Guimarães erkundet ihr am besten zu Fuß: Alle Sehenswürdigkeiten liegen maximal 20 Gehminuten voneinander entfernt. Für Ausflüge ins Umland nutzt ihr entweder Mietwagen, organisierte Touren oder das regionale Busnetz, das allerdings am Wochenende eingeschränkt verkehrt. Taxis und Fahrdienste sind eine bequeme Alternative für individuelle Trips zu den Weingütern oder zur Citânia.

Essen und Spezialitäten

Die Küche von Guimarães steht exemplarisch für die rustikale, deftige Gastronomie des Minho. Cabrito assado, im Holzofen gerösteter Ziegenbraten, gehört zu den Festtagsgerichten und wird mit Kartoffeln und Grünkohl serviert. Eine weitere regionale Spezialität, die ihr in jeder Tasca findet, sind Rojões à Minhota, mariniertes und frittiertes Schweinefleisch mit Blutwurst und Kastanien. Zum Bacalhau greifen die Köche hier gerne auf die Zubereitung à Narcisa zurück, bei der der Stockfisch mit Zwiebeln, Erdäpfeln und viel Olivenöl im Ofen überbacken wird.

Schleckermäuler kommen in den Pastelarias auf ihre Kosten, wo Toucinho do Céu, Tortas de Guimarães und Fidalguinhos nach alten Klosterrezepten gebacken werden. Diese Eierspeisen mit Mandeln und Zucker sind intensiv süß und gehören zur Kaffeekultur wie die Azulejos zu den portugiesischen Hauswänden. Der bereits erwähnte Vinho Verde begleitet jede Mahlzeit, ob mittags in der Sonne oder abends in einer der vielen Weinbars. Auf dem Wochenmarkt deckt ihr euch mit Queijo Terrincho, einem würzigen Schafskäse, und hausgemachten Chouriços ein. Diese Produkte eignen sich auch hervorragend als Mitbringsel für daheim.

Guimaraes Portugal Restaurant
Lasst es euch in den Restaurants verwöhnen

Hotels und Unterkünfte

In Guimarães findet ihr Übernachtungsmöglichkeiten für jeden Geschmack: historische Pousadas in ehemaligen Klöstern, Boutique-Adressen in restaurierten Stadthäusern oder moderne Herbergen am Ortsrand. Die begehrtesten Hotels befinden sich innerhalb der historischen Mauern, wo ihr morgens direkt aus dem Fenster auf mittelalterliche Fassaden und Kirchtürme blickt. Diese zentrale Lage ermöglicht euch, alle Sehenswürdigkeiten fußläufig zu erreichen und abends spontan in eines der vielen Restaurants zu gehen, ohne euch um Parkplätze oder Rückfahrten kümmern zu müssen.

Ruhigere Unterkünfte mit Gärten und Pools findet ihr in den Außenbezirken und auf den Hügeln rund um die Stadt, allerdings seid ihr dort auf ein Auto angewiesen. Die Übernachtungspreise variieren je nach Saison erheblich, wobei die Sommermonate und Festivalwochenenden etwas teurer sein können. Im Frühjahr und Herbst profitiert ihr von deutlich günstigeren Konditionen und einem angenehmen Klima. Reserviert rechtzeitig, da beliebte Häuser, besonders die historischen Pousadas, schnell ausgebucht sind. Viele Hotels bieten Pakete mit Weinverkostungen oder Touren an. Das nimmt euch die Organisation ab und ist oft auch noch erschwinglicher als selbst geplante Aktivitäten.

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