Das sind die zauberhaftesten Burgen und Schlösser


Sie erzählen von alten Sagen und Legenden, berichten von Burgfräuleins sowie edlen Rittern und bezeugen Höhepunkte mittelalterlicher Baukunst: Deutschland ist für seine eindrucksvollen Burgen und Schlösser weltweit bekannt. Selbst kennt man oft nur ein paar wenige in der näheren Umgebung. Um das zu ändern, zeigen wir euch welche Burgen und Schlösser auf jeden Fall einen Besuch wert sind.

Das Schloss Neuschwanstein bei Füssen in Bayern besitzt mit seinem 65 Metern den höchsten Turm, und ist ein Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Die Burg Falkenstein bei Pfronten auf 1.277 Metern die höchste Lage und die Reichsburg Kyffhausen nahe Bad Frankenhausen den tiefsten Burgbrunnen (176 Meter). Die  Burg Eltz zwischen Maifeld und Eifel war sogar mal auf dem 500 Mark-Schein zu sehen. Doch es kennt sie nahezu jeder! – In unseren Tipps findet ihr vor allem eins: viel unentdecktes Ambiente. Kommt mit und begleitet uns  auf eine Reise zu zehn märchenhaften Kleinoden.

Nr. 10) Festung Königstein

Sächsisch gigantisch lässt sich die Festung Königstein umschreiben. Sie zählt zu den größten Bergfestungen Europas und verbindet die Herrlichkeit des sächsischen Elbsandsteingebirges mit den gigantischen Bauküsten des deutschen Mittelalters. 9,5 Hektar misst das Felsplateau, auf welchem die Festung Königstein errichtet ist. Besiedelt war der Tafelberg schon 1.100 Jahre vor Christus. Die Festung 240 Meter über der Elbe entstand vermutlich 1233. Das älteste noch erhaltene Gebäude ist die Burgkapelle, die auf Ende 12./Anfang 13. Jahrhundert datiert wird.

Der Ausbau zur stärksten Festung Sachsens erfolgte ab 1589 unter Kurfürst Christian I. Von Sachsen. Ende des 19. Jahrhunderts folgte zudem der Bau starker Batteriewälle zur Verteidigung eines noch nie erfolgten Angriffs.
Die Festung Königstein zeugt eindrucksvoll von den enormen Anstrengungen, die unternommen worden, um Macht und Reichtum zu verteidigen. Seit 1955 ist die Festungsanlage in diesem Sinne als großes militärhistorisches Freilichtmuseum zugänglich.

Elbsandsteingebirge in Sachsen

Inmitten des Elbsandsteingebirges befindet sich die Festung Königsstein

Weitere Informationen: www.festung-koenigstein.de

Nr. 9) Burg zu Burghausen

Rüstiger Rekordhalter: Die Burg zu Burghausen im oberbayerischen Landkreis Altötting ist mit 1.051 Metern Länge die längste Burg Europas. Seit einem Eintrag in das Guiness-Buch gilt sie sogar als „längste Burg der Welt.“ Somit hat die Burg zu Burghausen sechs Burghöfe zu bieten. Diese erstrecken sich über den vermutlich schon seit der Bronzezeit besiedelten Kammrücken des Burgbergs. An der Südspitze ließen sich die Grafen von Burghausen nieder und errichteten eine erste Anlage mit Ringmauer und Kirche. Daraus wurde über die Jahrhunderte der heutige Koloss.
Der erste Burghof bildet den ältesten Teil der Burg mit Schlosskapelle, Palas, Dürnitz und Kemenate sowie Kerker und Schatzkammer. Der zweite Burghof diente als erste Erweiterung und beherbergte im 15. Jahrhundert über 100 Pferde im Marstall. Weiter geht es über den dritten und vierten Burghof, bestimmt von dreigeschossigen Tuffquaderbauten. Das Highlight auf dem fünften Burghof ist die alte Burgkapelle, während auf dem sechsten Burghof der Uhrturm dazu einlädt, sich in seinem Schatten auszuruhen.
Das gewaltige Bollwerk um die Burg zu Burghausen bot Schutz genug, die komplette Anlage bis heute zu erhalten. Die historische Bedeutung und der architektonische Rang der riesigen Festung sowie die Funktion als Sitz der bayerischen Wittelsbacher Landesherren, machen die Burg zu Burghausen aus.

Burg zu Burghausen bei Nacht

Eine herrliche Kulisse bei Nacht bietet die Burg Burghausen

Weitere Informationen: www.burg-burghausen.de

Nr. 8) Schloss Berleburg

Lebendig und familiär: Das Schloss Berleburg im nordrhein-westfälischen Kreis Siegen-Wittgenstein wurde im 13. Jahrhundert als Höhenburg angelegt. Es ist der Familienstammsitz des Geschlechts Sayn-Wittgenstein-Berleburg, der das Schloss seit mehr als 750 Jahren bewohnt. Damit ist Schloss Berleburg eine der wenigen Adelsresidenzen, die sich einer lebendigen Atmosphäre erfreuen. Bei einer Besichtigung des mehrfach erweiterten Schlosses kann man dennoch die vielen Festsäle, Gästezimmer, die Große Halle und die Kapelle besichtigen.
Die fürstliche Familie Sayn-Wittgenstein-Berleburg vermittelt auf ihrem Schloss auch die enge Verbundenheit zur Heimat. Im Schlossmuseum beispielsweise, werden alte Jagdgeräte, Uniformen, Waffen, Gläser und Porzellan ausgestellt. Auch die fürstliche Kunstsammlung kann sich sehen lassen. So erhält man einen Einblick in das dreigeschossige, noch immer lebendige Schloss. Höhepunkt ist die jährliche Musikfestwoche im Juli unter Schirmherrschaft Ihrer Königlichen Hoheit Prinzessin Benedikte von Dänemark, der Gattin von S.D. Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg, dem heutigen Besitzer.

Schloss Berleburg

Schloss Berleburg im Kreis Siegen-Wittgenstein

Weitere Informationen: www.wittgenstein-berleburg.net

Nr. 7) Schloss Homburg

Niedlich und kulturbeflissen: Schloss Homburg im nordrhein-westfälischen Nümbrecht begrüßt seine Besucher in fröhlich-gelblicher Farbgebung und vermittelt vor allem zur warmen Jahreszeit romantische Sommergefühle. 1276 erstmals urkundlich erwähnt, war die Anlage Wohnsitz der Grafen Homburg, bis 1806 Napoleon dem europäischen Adel das Fürchten lehrte. Das heutige Erscheinungsbild von Schloss Homburg geht auf das Jahr 1635 und den Umbau unter Graf Ernst von Sayn-Wittgenstein zurück. Ein Jahrhundert später drohte das Schloss zu verfallen. 1904 dann wurde Schloss Homburg wieder wachgeküsst und strahlt seither sprichwörtlich heller denn je.
Reizvoll ist Schloss Homburg wegen seiner kompakten, niedlichen Form und dem Naturerlebnispfad Schloss Homburg, der die Wälder rund um das Kleinod erschließt und auf welchem man an so interessanten Stätten wie einer alten Säge- und Getreidemühle vorbei kommt. Schloss Homburg und seine Umgebung bilden somit einen kulturellen Schatz, der sich auch durch das Schlossmuseum mit seinen vielen Ausstellungen begründet. Es vereinen sich damit Tradition und Moderne in einer landschaftlich reizvollen Umgebung. Was will man mehr?

Schloss Homburg im Winter

Das Schloss Homburg ist auch im Winter einen Besuch wert

Weitere Informationen: www.schloss-homburg.de

Nr. 6) Schloss Fasanerie

Barocker Traum in Weiß: Auch Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda (Hessen) ist ein Kleinod für sich. Hier entdeckt man ein stattliches Landschloss aus dem 18. Jahrhundert, das als „Hessens schönstes Barockschloss“ bezeichnet wird. Seit 2009 wird das Schloss umfangreich saniert. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch die ursprüngliche Farbgebung wieder hergestellt, nachdem das historische Weiß in den 1970er-Jahren einem Ockergelb weichen musste.
Das Schloss Fasanerie besteht aus mehreren Flügeln, die das von Türmen flankierte „Schlösschen“ umgeben. Der Schlosspark vereinigt auf rund 30 Hektar wild wachsende und gestaltete Natur. Noch heute zeugen Pavillonbauten von der glanzvollen Pracht des einstigen Barockgartens. Und im Inneren der weißen Perle lassen sich großzügige Residenzräume, kostbares Mobiliar und eine bedeutende Antiken- und Porzellan-Sammlung bewundern.

Schloss Fasanerie

Schloss Fasanerie bei Fulda

Weitere Informationen: www.schloss-fasanerie.de

Nr. 5) Schloss Waldeck

Stolz und stark: Das Schloss Waldeck ist eine schlossartige Burganlage aus dem 12. Jahrhundert bei Waldeck in Hessen. Da das Schloss aus Anfang des 12. Jahrhunderts vollständig erhalten und in seiner Charakteristik recht eigen ist, darf es hier nicht fehlen. Die Höhenburg wurde in ihrer Geschichte mehrfach um- und ausgebaut, wobei sie immer mehr einem Schloss ähnelte. Zwischenzeitlich diente das Schloss dann wieder als Festung und Kaserne. Heute zeigt sich Schloss Waldeck immer noch sehr wehrhaft, aber doch wohnlich. Das Schloss liegt auf einer Anhöhe über dem Edersee und bietet somit nicht nur einen Blick in die Geschichte, sondern auch einen schönen Blick über Waldeck-Frankenberg.
Auf dem Rundgang durch das Schloss entdeckt man alte Wappen der Linie Waldeck-Pyrmont und erkennt ehemalige Schießscharten. Im Innenhof liegt hingegen das stark umgestaltete Hotel. Der Bergfried mit seinen mehr als drei Metern dicken Mauern gehört wiederum zu den ältesten Teilen der Anlage. Und so kann man im Schloss Waldeck eine interessante Spurensuche betreiben und die historischen Umgestaltungen der starken Festung leibhaftig nachvollziehen.

Schloss Waldeck in Hessen

Herrlich gelegen: Schloss Waldeck

Weitere Informationen: www.schloss-hotel-waldeck.de

Nr. 4) Schloss Marienburg

Märchenhaft und malerisch: Auf einer Anhöhe des Marienbergs bei Nordstemmen im Süden Niedersachsens liegt auf 135 Metern Höhe ein „Denkmal der Liebe“. Die Rede ist vom Schloss Marienburg, das zwischen 1858 und 1869 erbaut, von König Georg V. von Hannover seiner Frau Königin Marie zum 39. Geburtstag geschenkt wurde. Der neugotische Traum, den König Georg V. nach Vorstellung seiner Frau als Höhenburg umsetzen ließ, ist noch heute bezaubernd: Schloss Marienburg steht in einem romantischen Schlosspark auf 135 Metern auf dem Marienberg und bildet zusammen mit dem königlichen Bahnhof von Nordstemmen ein architektonisches Ensemble, das schon bei der Anreise das Herz erfreut.
Im Schloss gibt es 130 Räume, die Königin Marie nur für kurze Zeit genießen konnte. Schon 1867 folgte sie ihrem König ins österreichische Exil, nachdem Preußen das Königreich Hannover annektiert hatte. Nach einem Dornröschenschlaf ist das Schloss heute wieder im Besitz des Urururenkels von Königin Marie: Ernst August Erbprinz von Hannover.

Schloss Marienberg

Eingebettet in Wald liegt das Schloss Marienberg

Weitere Informationen: www.schloss-marienburg.com

Nr. 3) Schloss Moritzburg

Das Schloss Moritzburg ist in der gleichnamigen Gemeinde in der Nähe von Dresden gelegen. Seine heutige Gestalt erhielt das ehemalige Jagdhaus bereits im 18. Jahrhundert nach den Vorstellungen von August dem Starken. Seit dieser Zeit ist es Jagdschloss und erhebt sich auf einer künstlich angelegten Insel inmitten des Schlossteichs. Markant sind die vier Türme die alle mit dem Hauptbau verbunden sind. Rings um das Schloss herum sind noch die acht Wachhäusschen sichtbar (siehe Bild). Wichtig war August dem Starken die harmonische Integration des Schulungsgebäudes in die Landschaft. Eine in nördlicher Richtung angrenzende Gartenanlage  und das circa zwei Kilometer entfernte Fasanenschlösschen, welches aus der Entfernung sichtbar ist, runden das Bild ab. Das Schloss war ursprünglich in zwölf Wohnquartiere unterteilt und bestand aus  etwa 200 Räumen. Hier wurde die kurfürstlich-königliche Familie, deren Gäste und auch die gesamte Dienerschaft beherbergt. Heute gibt es neben der Dauerausstellung „Schloss Moritzburg“ viele wechselnde Veranstaltungen. Im Schloss fanden auch schon zahlreiche Dreharbeiten statt, beispielsweise „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Jährlich nutzen auch viele Paare diese wunderbare Kulisse für ihre Hochzeit.

Schloss Moritzburg bei Dresden

In traumhafter Lage befindet sich das Schloss Moritzburg

Weitere Informationen: www.schloss-moritzburg.de

Nr. 2) Schloss Heidelberg

Berüchtigt rot und romantisch: Das Heidelberger Schloss in Baden-Württemberg war bis zum Pfälzischen Erbfolgekrieg die stolze Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. Das Schloss liegt 80 Meter seicht über der Altstadt Heidelbergs und strahlt vor rotem Neckertäler Sandstein. Die ersten Erwähnungen des Schloss Heidelberg reichen bis in das 12. Jahrhundert zurück. Allerdings ist die Residenz der Pfälzer Wittelsbacher anfangs eher mit einer Festung zu vergleichen. Erst später bestimmt der Wunsch nach mehr Repräsentation den Wandel der Burg zum Schloss. Am späteren Verfall zur Ruine änderte das jedoch nichts.
Der Englische Bau ist die erste Errichtung des Heidelberger Schloss, mit dem man sich über den Wehrzweck hinweg setzte und Zwinger und Burggraben überbrückte. Zugleich ist die heutige Ruine das letzte Großgebäude des Schlosses. Ludwigsbau, Friedrichsbau und Apothekerturm sind weitere Bestandteile des Schlosses. Mit dem Ottheinrichsbau, einer der vielen Paläste im Schloss, kann man eines der bedeutendsten deutschen Bauwerke der Renaissance bewundern. Es ist das erste Renaissance-Gebäude nördlich der Alpen. Wer das Heidelberger Schloss besichtigt, wird gerade von diesem besonderen Ambiente aus Verfall und Glanz beeindruckt sein. Das Heidelberger Schloss bekommt so etwas Geheimnisvolles.

Schloss Heidelberg

Heidelberger Schloss im Abendlicht

Weitere Informationen: www.schloss-heidelberg.de

Nr. 1) Burg Hohenzollern

Wohl gediegen und erhaben: Die Burg Hohenzollern ist eine malerisch gelegene Höhenburg auf 855 Metern und prächtige Stammburg des preußischen Königshauses und der Fürsten Hohenzollern. Sie liegt in Baden-Württemberg zwischen Hechingen und Bisingen. Die Geschichte der Burg Hohenzollern reicht mindestens auf das Jahr 1267 zurück, wobei ihre heutige Erscheinung vor allem dem späteren König Friedrich Wilhelm IV. zu verdanken ist, der nach verschiedenen Wirrungen einen Wiederaufbau veranlasste. Beauftragt wurde der renommierte Berliner Architekt Friedrich August Stüler.
Die ausgesprochen schöne Burg, die wie einem Märchen entsprungen scheint, besteht seither aus vier Elementen: Die äußeren Befestigungsanlagen werden durch das Adlertor betreten, vor welchem eine Zugbrücke überquert werden muss. Anschließend geht es durch die Windungen bis zum Schlossgebäude. Das dreistöckige Bauwerk ist mit vielen Türmchen verziert und bildet einen Bogen, dessen Enden die evangelische und katholische Kapellen bilden. Die bunten Glasfenster der Kapellen sind ebenso beeindruckend, wie die reich geschmückten Gemächer im Inneren der Burg Hohenzollern. Große Familiengemälde, Teppiche und Leuchter prangen in den Hallen und wer durch die Waffenkammer den Weg in die Schatzkammer einschlägt, kann dort sogar die Krone Wilhelms II. bewundern. Sie ist mit 18 Brillanten 142 zu Rosen geschliffenen Diamanten verziert.

Burg Hohenzollern, Baden Würtemberg

Das Schloss Hohenzollern inmitten des Herbstwaldes

Weitere Informationen: www.burg-hohenzollern.com

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