Das schöne Tangermünde liegt im Herzen der Altmark, eingebettet zwischen sanften Elbhängen und weiten Auen. Dieser Ort gehört zu den besterhaltenen mittelalterlichen Städten Deutschlands. Backsteinkathedralen und eine imposante Burganlage erzählen von einer Zeit, als sie Residenz der brandenburgischen Kurfürsten war.
Überblick
Tangermünde ist eine altmärkische Perle des Bundeslandes Sachsen-Anhalt. Diese Stadt an der Elbe überrascht mit einem außergewöhnlich kompakten historischen Zentrum gefüllt mit geschichtlichen Schätzen. Sie ist von einer Flusskulisse umgeben, die Radfahrer, Wanderer und Naturliebhaber gleichermaßen entzückt. Ihr taucht hier in die Zeit Kaiser Karls IV. ein, entdeckt Befestigungsanlagen, bewundert prächtige Fachwerkhäuser sowie gotische Tore und lasst euch zwischendurch regionale Spezialitäten in urigen Gasthäusern schmecken.

Sehenswürdigkeiten
Wie aus dem Geschichtsbuch wirkt die Kulisse: Eng aneinandergereiht entdeckt ihr mittelalterliche Bauwerke, die unter anderem aus der Renaissance und dem Barock stammen. Tangermünde ist für sein sehr gut erhaltenes historisches Stadtbild bekannt.
Neustädter Tor
Es ist das besterhaltene der ursprünglich vier Stadttore und eines der markantesten Wahrzeichen der gesamten Altmark. Eines der Bauwerke, das Tangermünde zu etwas Besonderem macht! Der rund 30 Meter hohe Backsteinturm aus dem 14. Jahrhundert wurde im Laufe der Zeit mehrfach umgebaut und verfügt heute über einen charakteristischen achteckigen Aufsatz.
Besucht ihr in Tangermünde das Neustädter Tor, bestaunt ihr mehr als die äußere Fassade. Im Inneren ist nämlich eine kleine Ausstellung zur Stadtgeschichte untergebracht. Mithilfe von Karten, Fundstücken und Schautafeln verfolgt ihr die Entwicklung vom frühmittelalterlichen Handelsplatz zur kurfürstlichen Residenz.
Burg Tangermünde
Die weiträumige Burg Tangermünde thront majestätisch über dem Elbtal und gilt als eines der bedeutendsten Residenzdenkmäler der Altmark. Kaiser Karl IV. wählte diesen strategisch günstigen Ort im 14. Jahrhundert als zweiten Sitz des Heiligen Römischen Reiches. Vom erhaltenen Kanzleigebäude, dem mächtigen Bergfried und den imposanten Mauerresten erwartet euch ein atemberaubender Panoramablick über die Auen des Flusses.
Heute dient der Burghof als stimmungsvolle Bühne für Veranstaltungen, darunter das bekannte Mittelalterspektakel, das jährlich Tausende Besucher aus ganz Europa anzieht. Führungen beleuchten die wechselvolle Geschichte des Gemäuers. Besonders spannend ist die Legende um die „Große Glocke“, die angeblich in der Elbe versunken sein soll.

Stadtmauer
Tangermünde gehört zu den wenigen deutschen Kleinstädten, die noch eine nahezu vollständig erhaltene Mauer besitzen. Auf einer Länge von über zwei Kilometern umschließt das mächtige Backsteinbauwerk aus dem Mittelalter den historischen Kern und ist an mehreren Stellen mit Wehrtürmen versehen.
Eindrucksvoll ist vor allem der Abschnitt nahe dem Elbhang, wo die Mauer unmittelbar am steilen Ufer verläuft und der Blick über die Stromlandschaft schweift. Historisch interessierte Gäste können das Werk auf einem ausgeschilderten Rundweg vollständig erkunden und dabei die Bauphasen der Jahrhunderte entdecken.
Rathaus
Am Marktplatz entdeckt ihr das historische Rathaus, welches zu den schönsten Profanbauten der Backsteingotik Norddeutschlands zählt. Es spiegelt den einstigen Wohlstand der aufstrebenden Handelsstadt wider und gehört in Tangermünde zu den Top Sehenswürdigkeiten. Die reich verzierte Schaufront mit Treppengiebeln, Blendarkaden und einem Renaissance-Erker stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
Im Inneren beherbergt das Gebäude heute unter anderem ein Stadtarchiv. Besonders sehenswert ist der historische Ratsaal mit seinem gotischen Gewölbe und den farbigen Wappendarstellungen. Geführte Touren ermöglichen Einblicke hinter die Kulissen eines Denkmals, das trotz Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg und aufwendiger Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat.

Stephanskirche
Vor allem in der Altstadt von Tangermünde liegen tolle Sehenswürdigkeiten. Die mächtige Stephanskirche erhebt sich als gotisches Meisterwerk aus rotem Backstein über die Dächer und ist weithin sichtbar. Im 14. Jahrhundert wurde der imposante dreischiffige Hallenbau errichtet und beeindruckt Kunstliebhaber wie auch Architekturinteressierte gleichermaßen.
Bemerkenswert ist die außerordentliche Höhe des Innenraums, die euch schon beim Eintreten staunen lässt. Zu den wertvollsten Kunstschätzen dieser Kirche in Tangermünde zählen ein spätgotischer Schnitzaltar, mittelalterliche Epitaphe sowie beeindruckende Glasmalereien aus verschiedenen Epochen.
Aktivitäten
Die Stadt ist noch weitaus mehr als ein Open-Air-Museum. In Tangermünde gibt es für aktive Urlauber richtig viel zu tun. Die Region bietet allen, die gerne neue Eindrücke sammeln, ein abwechslungsreiches Programm.
Radfahren auf dem Elberadweg
Er zählt zu den beliebtesten und schönsten Fernradwegen Deutschlands – und Tangermünde liegt mittendrin. Auf weitgehend flachen, gut asphaltierten Strecken führt die Route an Deichen entlang, durch Auwälder und vorbei an malerischen Dörfern mit charakteristischen Fachwerkhöfen.
Ihr findet schöne Ausflugsziele rund um Tangermünde, die ihr auf eurem Bike ansteuern könnt, etwa die Altmarkstadt Arneburg. Sportlich ambitionierte Radler schaffen es bis in das historische Magdeburg, das etwa 60 Kilometer entfernt liegt. Rastplätze, Fähren über die Elbe und zahlreiche Einkehrmöglichkeiten machen sämtliche Strecken zum Vergnügen.

Mittelalterliches Stadtfest
Einmal im Jahr bietet das schöne Tangermünde eine lebendige Bühne des Mittelalters. Das alljährliche Stadtfest, eines der größten Spektakel seiner Art in ganz Deutschland, zieht über 40.000 Besucher an. Ritter in originalgetreuer Rüstung, Händler mit historischen Waren, Gaukler, Minnesänger und Feuerspucker lassen euch in die Vergangenheit reisen.
Vor allem Familien haben Spaß: Kinder können an Workshops teilnehmen, bei denen altes Handwerk wie Bogenschießen, Töpfern oder Münzprägen ausprobiert wird. Kulinarisch bietet das Fest regionaltypische Gerichte, Bier aus dem Holzfass und süße Leckereien nach überlieferten Rezepten. Wer zu diesem Wochenende anreist, sollte frühzeitig ein Hotel in Sachsen-Anhalt buchen, da die Unterkünfte in der Umgebung schnell weg sind.
Kanutour auf der Elbe
Die Elbe, die durch Tangermünde fließt, bietet Paddlern ein tolles Erlebnis. Weit geschwungene Bögen, einsame Sandbänke und ein malerisches Panorama aus Auwald und Steilhang begleiten die Tour. Kanuverleih-Stationen in und um die Stadt rüsten Gäste mit dem nötigen Equipment aus und beraten bei der Routenplanung.
Viele Ausflüge starten am Hafen von Tangermünde. Die Elbe ist in diesem Bereich auch für Anfänger gut befahrbar und stellt keine besonderen Herausforderungen. Erfahrene Paddler hingegen freuen sich über Mehrtagestouren bis nach Magdeburg oder zu den Havelberger Gewässern. Campen auf Flussbänken ist unter bestimmten Bedingungen erlaubt – eine romantische Option für alle, die eine Nacht unter dem Sternenzelt genießen möchten.

Wandern in der Altmark
Das sanft hügelige Hinterland der Altmark lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Markierte Wege führen euch durch strukturreiche Kulissen aus Feldern, Mischwäldern und kleinen Dörfern, in denen Alleen aus Eichen und Linden das Tempo des ländlichen Lebens spürbar machen.
Familien, die in der Altmark mit Kindern wandern gehen, kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Die flachen Deichpfade entlang der Elbe sind bestens für kleine Beine geeignet und bieten unterwegs immer wieder spannende Entdeckungen – vom Storchenhorst auf einem Schornstein bis zur Biberburg im Schilf.
Reise-Infos
Zum Schluss haben wir noch einige nützliche Tipps und praktische Hinweise für euren Besuch in dieser außergewöhnlichen Stadt zusammengefasst. Mit diesen im Gepäck wird euer Deutschland-Urlaub in Sachsen-Anhalt zum Genuss.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Ein Besuch in Tangermünde lohnt sich vor allem zwischen Mai und September, wenn mildes Klima und üppige Vegetation das Beste aus der Altmark herausholen. Im Frühling locken blühende Elbwiesen, im Sommer lädt der Fluss zu Aktivitäten am kühlen Nass ein und der Herbst begeistert mit golden leuchtenden Auwäldern.
Auch den Winter können wir empfehlen, denn in Tangermünde wartet ein Weihnachtsmarkt am Rathaus, der zu den schönsten der Altmark zählt. Zwei bis drei Tage sind ideal, um die Sehenswürdigkeiten der Stadt in Ruhe zu erkunden und einen Ausflug in die Umgebung zu unternehmen. Wollt ihr möglichst viel von der Region entdecken, dann plant ruhig eine ganze Woche ein.

Anreise und Fortbewegung vor Ort
Tangermünde liegt verkehrsgünstig und ist mit dem eigenen Fahrzeug vor allem über die Bundesstraße B188 gut erreichbar. Der nächste größere Bahnhof befindet sich in Stendal, von wo aus regelmäßige Busverbindungen in die Altmarkstadt führen. Ein schöner Wochenendtrip lässt sich so ganz einfach organisieren.
Vor Ort könnt ihr den kompakten historischen Kern und Sehenswürdigkeiten wie das Stadttor von Tangermünde oder den Marktplatz problemlos zu Fuß erkunden. Parkmöglichkeiten existieren an den Rändern dieser Viertel. Für ausgedehnte Erkundungen der Umgebung empfiehlt sich ein Fahrrad der zahlreichen Verleihstationen.
Essen und Spezialitäten
Hausgemachte Wildgerichte wie Rehrücken mit Preiselbeersauce und Rotkohl, Altmärkische Hochzeitssuppe mit Markklößchen sowie gebratener Flussfisch mit Dillkartoffeln zählen zu den regionalen Klassikern. Ein Glas lokales Dunkelbier, ein edler Tropfen aus den Weinanbaugebieten der Umgebung oder Apfelsaft aus einer der kleinen Streuobstwiesenpressen rundet euer Mahl ab.
Einer unserer Geheimtipps für Tangermünde: Der Elbstint. Diese regionale Delikatesse könnt ihr nur zur Saison probieren, die meistens ab Februar beginnt, wenn diese Fische flussaufwärts schwimmen. Naschkatzen dürfen sich auf den Altmärkischen Pflaumenkuchen freuen, ein saftiges Backwerk, das in heimischen Cafés der Innenstadt in verschiedenen Varianten angeboten wird.
Hotels und Unterkünfte
In der Umgebung und in Tangermünde selbst gibt es eine charmante Auswahl an Unterkünften, die den Charakter der Region widerspiegeln. Kleine Boutique-Hotels in historischen Fachwerkgebäuden verbinden mittelalterliches Ambiente mit modernem Komfort und ermöglichen Gästen Übernachtungen inmitten des von Weltkulturerbe geprägten Flairs.
Familiengeführte Pensionen und Gasthöfe mit großzügigen Zimmern und regionaler Hausmannskost am Frühstückstisch gelten als beliebte Wahl für Besucher, die persönliche Atmosphäre und lokale Wurzeln schätzen. Wer die Natur der Elbauenlandschaft noch intensiver erleben möchte, findet in den umliegenden Orten Unterkünfte für jeden Geschmack.









