Kiffen in Amsterdam: Was ist legal?

Seien wir ehrlich: Die Motivation nach Amsterdam zu fahren, besteht für viele Urlauber nicht nur darin, entlang der Grachten zu spazieren, in weltberühmte Kunstmuseen umherzuwandeln oder abends zu feiern, sondern auch darin die Möglichkeit zu haben, straffrei an einer Tüte zu ziehen. Alles zum Thema Kiffen in Amsterdam jetzt im Ab-in-den-Urlaub.de Magazin.

Drogen sind auch in den Niederlanden verboten

Keine Panik, wenn Sie beim Urlaub in Amsterdam einen Joint rauchen möchten, können Sie dies ungestraft tun. Um sich als Konsument nicht auf dem Schwarzmarkt mit Marihuana oder Haschisch versorgen zu müssen, was strafbar ist, hat man die Möglichkeit, in einen Coffeeshop zu gehen. Diesen ist es erlaubt, bis zu 500 g Cannabis zu bevorraten. Möchten Sie Gras erstehen, werden Ihnen dort maximal 5 g pro Tag verkauft. Tipp: Wer keine Joints selber bauen kann, kauft sich einfach eine fertig gedrehte Tüte. Dieses Angebot besteht in vielen Coffeeshops.

Coffeeshop in Amsterdam

Coffeeshop in Amsterdam

Staat duldet Coffeeshops inoffiziell

Theoretisch ist der Verkauf von Cannabis in Coffeeshops nicht möglich, denn eigentlich ist die Einfuhr und der Anbau von Drogen in den Niederlanden laut Gesetz illegal. Praktisch jedoch duldet der Staat die Belieferung der Coffeeshops mit Ware. Kiffer werden nicht belangt.. Hierbei spricht man auch von der Hintertürproblematik. Die Niederlande hätte Weed in den 1970er Jahren gerne vollständig aus der Kriminalität gezogen, jedoch war dies aufgrund internationaler Verträge nicht möglich. Übrigens: Um einen Coffeeshop betreten zu dürfen, müssen Gäste mindestens 18 Jahre alt sein.

Kiffen in Amsterdam, aber nicht rauchen

Kurios ist, dass das Rauchen regulärer Tabakserzeugnisse in Coffeeshops verboten ist. Grund ist das Nichtraucherschutzgesetz der Niederlande. Ebenso ist der Alkoholverkauf nicht gestattet. Doch keine Regel ohne Ausnahme! Ist ein abgetrennter Raucherraum im Coffeeshop vorhanden, darf dort an der Zigarette, dem Zigarillo etc. genuckelt werden. Coffeeshops können jedoch Lizenzen für den Alkoholausschank erwerben. Stellt sich nur noch die Frage, wie und wo Sie in Amsterdam einen Coffeeshop finden.

Amsterdam, Städtetrip, Getaway

Anstand beim Kiffen in Amsterdam

Eben weil der Konsum und Besitz von Gras unter bestimmten Bedingungen toleriert wird, also ein Entgegenkommen ist, wird um die Existenz der Coffeeshops nicht viel Aufhebens gemacht. Coffeeshops dürfen keine Werbung machen, auch nicht an der Außenfront ihres Cafés. Nur ein schlichter Namenszug und ein Blick von außen in den Laden verraten die Existenz eines Coffeeshops. Wer sich in einen solchen begibt, sollte außerdem wissen, dass hier der Besitz oder Konsum harter Drogen nicht geduldet ist. Ebenso sind Coffeeshopbetreiber dazu angehalten, darauf zu achten, dass von den Gästen keine Ruhestörungen und Belästigungen ausgehen. Das Wohl von Anwohnern und Passanten darf nicht negativ beeinträchtigt werden.

Ein typischer Joint mit Pollen

Fertig zum Rauchen!

Welcher Coffeeshop darf´s denn sein?

In Amsterdam ist der Weg zum nächstgelegenen Coffeeshop nie weit, besonders dicht ist die Konzentration in der Innenstadt und im Grachtengürtel. Wir stellen Ihnen zehn beliebte Coffeeshops vor:

  • The Bulldog The First: Bulldog baute die erste und bis jetzt erfolgreichste Kette von Coffeeshops auf. Wird gerne von Touristen aufgesucht und es gibt einen Souvenirshop. Immer gut besucht.
  • Barney’s Coffeeshop: Wurde wegen seines guten Weeds schon mehrfach vom Fachmagazin High Times ausgezeichnet.
  • Blue Bird: Coffeeshop mit Raucherbereich. Freundliches Personal und faire Preise. Zentral gelegen und doch abseits der Touristenmassen.
  • De Dampkring: Die hübsche Außenverkleidung aus Holz und das schicke und saubere Innere sind wohl die Gründe, warum der Coffeeshop gerne bei Stadtführungen angesteuert wird.
  • Central Coffeeshop Amsterdam: Geniale Lage am Hauptbahnhof. Urlauber, die es kaum erwarten können, sich mit Ganja zu versorgen, haben hier eine erste Anlaufstelle.
  • Voyagers: Praktischerweise ist gehört zum Coffeeshop ein Hotel im gleichen Haus. Klein und gemütlich.
  • The Stud: Ein im Szenebezirk Amsterdam-Oost gelegener Coffeeshop. Trotz der Lage in der auch bei Touristen beliebten Gegend herrscht im Laden eine entspannte Atmosphäre.
  • Happy Feeling: Stylischer Coffeeshop mit Cocktailbar-Atmosphäre.
  • Katsu: Befindet sich im Multikultiviertel De Pijp und wird als Geheimtipp gehandelt. Hier trifft man nicht nur auf Touristen, sondern auch auf Einwohner.
  • Coffeeshop Amsterdam: Nahe des Hauptbahnhofs bietet der Coffeeshop Platz auf drei Etagen und eine gute Auswahl an Produkten.

Das Urlauber in Amsterdam kiffen dürfen, sollten sie nicht als selbstverständlich hinnehmen. Jede niederländische Stadt bzw. Gemeinde kann selber darüber befinden, ob sie Coffeeshops zulässt oder nicht. In Amsterdam gibt es darüber hinaus gekennzeichnete Bereiche im öffentlichen Raum, in denen das Kiffen verboten ist. Wie sehr die Niederländer der Umgang mit weichen Drogen beschäftigt, zeigte die Diskussion um den Weedpass.

Was ist eigentlich der Weedpass?

Bei dem Weedpass (Wiedpas) handelte es sich um eine Überlegung, die Coffeeshops zu geschlossenen Clubs zu erklären. Eine der Bedingungen für die Registrierung in einem solchen Club wäre gewesen, eine gültige niederländische Meldebescheinigung vorweisen zu können. So wollte man den Drogentourismus eindämmen. Des Weiteren wäre nur eine bestimmte Anzahl an Mitgliedern pro Club zugelassen worden.

In den grenznahen Provinzen Limburg, Noord-Brabant und Zeeland sollte der Wiedpas am 1. Januar 2012, in den restlichen Provinzen am 1. Januar 2013 eingeführt werden. Tatsächlich wurde der Wiedpas dann erst am 1. Mai 2012 in den drei genannten Südprovinzen Pflicht, im selben Jahr aber wieder abgeschafft. Rechtliche und praktische Bedenken bezüglich der Umsetzung sowie Proteste führten dazu, dass es erst gar nicht zu einer Ausweitung des „Wietpases“ auf die übrigen Provinzen kam. Somit war der Weedpass Geschichte.

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Quelle:YouTube/MySpass

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1 Kommentar zum Thema
  1. Mofina Mofmann

    Kiffen ist gut und sollte, wie der Konsum von Leitungswasser, uneingeschränkt legalisiert werden.