Ankara – Hauptstadt der Türkei


Ankara, Hauptstadt der Türkei, ist die zweitgrößte Stadt des Landes. Als Stadt mit jahrtausendealter Geschichte hat Ankara für Besucher viel zu bieten. Sei es ein klassischer Städtetrip, eine Kulturreise oder ein Aktivurlaub in der Umgebung: Ankara ist ein vielfältiges Reiseziel für jeden Geschmack und eine Stadt der Gegensätze, die spannender nicht sein könnte.

Überblick

Viele Menschen suchen, wenn sie in die Türkei reisen, nach einem klassischen Strandurlaub oder lassen sich in die größte Stadt der Türkei, das sehenswerte Istanbul, locken. Ankara steht daher immer wieder im Schatten anderer Reiseziele des Landes, jedoch zu Unrecht. Denn obwohl die Hauptstadt im Landesinneren liegt und somit kein maritimes Flair versprüht, hat sie ihren eigenen Charme und eine einzigartige Geschichte. Die Stadtgeschichte begann vor etwa 3.500 Jahren als phrygische Siedlung, die durch ihre Lage an der persischen Königsstraße schon früh Wohlstand und  Wachstum verzeichnete. Als schließlich die Römer in die Region kamen, wurde Ankara im dritten Jahrhundert vor Christus zur Hauptstadt der römischen Provinz Galatien ernannt. Doch dabei sollte es nicht bleiben: Ancyra, wie Ankara damals hieß, wurde im Laufe der Geschichte noch Hauptstadt vieler Herrscher und Provinzen. Dementsprechend finden sich heutzutage Überreste aus zahlreichen verschiedenen Epochen sowie Kulturen. Genau das macht Ankara zu einem so interessanten Reiseziel.

Zitadelle-Ankara
Blick auf die Zitadelle und Ankara

Nach dem Türkischen Befreiungskrieg wurde Ankara im Jahr 1923 zur Hauptstadt der Türkei erklärt, vor allem aufgrund ihrer praktischen Lage in Zentralanatolien. Zuvor hatte Ankara im Krieg stark gelitten und war im Jahr 1917 fast vollständig niedergebrannt. Um aus Ankara eine repräsentative Hauptstadt zu machen, wurde in den folgenden Jahren viel in die Infrastruktur investiert. Die Stadt erreichte so bis zum Jahr 1928 eine Bevölkerungszahl von 100.000 Menschen. Mittlerweile nennen über fünf Millionen Einwohner Ankara ihr Zuhause – mit steigender Tendenz. Heute präsentiert sich die türkische Hauptstadt als spannender Mix aus geschichtsträchtiger Altstadt und moderner Metropole. Wenn ihr euch also für die Geschichte der Türkei interessiert oder das Land in all seinen Facetten erleben möchtet, darf Ankara auf eurer Reiseroute keinesfalls fehlen.

Sehenswürdigkeiten

Es ist eben diese Geschichte, die auch zahlreiche Sehenswürdigkeiten in Ankara hinterlassen hat. Hier könnt ihr einzigartige Relikte aus der Vergangenheit entdecken, aber auch allerhand moderne Attraktionen, wie ihr sie in einer Millionenstadt gewiss erwartet.

Akköprü

Die „weiße Brücke“, wie Akköprü übersetzt wird, ist eine der ältesten Brücken von Ankara. Sie wurde im 13. Jahrhundert erbaut und führt über einen breiten Fluss in den Nordosten der Stadt. Das Beeindruckende an dieser Brücke, die unter der Herrschaft des seldschukischen Sultans Kai Kobad I. erbaut wurde, ist, dass sie nach wie vor in Gebrauch ist. Weiß ist die Brücke allerdings nicht, sondern schimmert je nach Lichtverhältnissen mehr oder weniger rötlich-braun.

Alaaddin Moschee

Die Alaaddin Moschee gilt als eine der wichtigsten religiösen Sehenswürdigkeiten in der türkischen Hauptstadt. Sie stammt aus der Zeit der Seldschuken und ist zwar schlicht gebaut, durch ihre markante Bauweise aber dennoch beeindruckend. Hervorzuheben sind das Minarett mit 30 Metern Höhe und die historischen Grabstätten sowie Überreste antiker Bauten.

Altstadt von Ankara

Bevor ihr euch an die Besichtigung einzelner Sehenswürdigkeiten in Ankara macht, solltet ihr die Altstädte besuchen – denn diese sind bereits eine Attraktion für sich. In Mehrzahl zu sprechen ist deshalb notwendig, weil es zwei Stadtviertel in der türkischen Metropole gibt, die als Altstadt bezeichnet werden können: Einerseits handelt es sich dabei um den ältesten Bereich, der innerhalb der Stadtmauern von Angora zu finden ist. Andererseits befinden sich im Stadtviertel Ulus spannende Relikte aus der Vergangenheit, wie beispielsweise das erste Parlament der Türkei.

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Unterwegs im historischen Zentrum von Ankara

Anadolu Medeniyetleri Müzesi

Aufgrund der spannenden Geschichte der türkischen Hauptstadt mangelt es nicht an Museen, die allesamt mit interessanten Ausstellungen locken. Ein besonderes Highlight ist in jedem Fall das Museum für anatolische Zivilisationen, das aus Zeiten der ersten Siedler in der Region berichtet. Anschaulich wird dies anhand von Exponaten, die teilweise Jahrtausende überlebt haben. Das älteste Ausstellungsstück des Museums ist über 8.000 Jahre alt. Auch deshalb erhielt das Anadolu Medeniyetleri Müzesi im Jahr 1997 den europäischen Ehrentitel als „Museum des Jahres“.

Anitkabir

Anitkabir bezeichnet das Mausoleum von Mustafa Kemal Atatürk, dem Begründer der Republik Türkei, und damit die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Ankara. Sein Grabdenkmal ist sowohl architektonisch als auch historisch beeindruckend. Der Bau dauerte neun Jahre und das Mausoleum zählt vier verschiedene Bestandteile: die Ehrenhalle, den Festplatz, den Friedenspark und den Löwenweg. Diese wiederum beherbergen unterschiedliche Artefakte und Museen sowie die Grabstelle von Atatürk, die aufwendig mit Marmor und Mosaik geschmückt ist.

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Mausoleum von Staatsgründer Atatürk in Ankara

Atakule Turm

Der Atakule Turm gilt als das Wahrzeichen von Ankara, denn mit seinen 125 Metern Höhe ist er schon aus weiter Entfernung zu sehen. Erbaut wurde er 1989 und seitdem dient er als Aussichtsturm mit einem Drehrestaurant. Der Turm ist sozusagen der Inbegriff des modernen Ankaras als Kontrast zur Altstadt.

Caracalla Thermen

Angora, das damalige Ankara, war zu Zeiten der Römer eines der größten Bäder von ganz Anatolien. Deren Überbleibsel geben bis heute einen Eindruck von der imposanten Therme, die sich dort einst befand und bieten noch weitere spannende Sehenswürdigkeiten wie alte Grabsteine aus der Zeit der Osmanen sowie Ruinen eines römischen Theaters.

Dikmen Vadisi Park

Ankara ist eine grüne Stadt mit einer Vielzahl an Parks, die zum Spazieren und Entspannen einladen. Der wohl schönste Park ist der Dikmen Vadisi Park. Er besticht durch sorgfältig abgestimmte Landschaftsarchitektur sowie zahlreiche Cafés und Kinderspielplätze.

Genclik Park

Der Genclik Park steht dem Dikmen Vadisi Park in nichts nach, wenn es um seine Schönheit geht. Er ist zudem der älteste Park Ankaras und wurde 1943 erbaut. Der „Park der Jugend“, wie er übersetzt heißt, befindet sich mitten im Stadtgebiet und wartet mit zahlreichen Attraktionen auf. Hier findet ihr beispielsweise einen idyllischen See zum Rudern und einen bunten Jahrmarkt.

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See und Brücke im Genclik Park

Gordion

Die Ausgrabungsstätte Gordion ist ein Ausflugsziel, das ihr euch bei eurem Besuch in Ankara keinesfalls entgehen lassen solltet. Die Stadt hat eine im wahrsten Sinne des Wortes legendäre Vergangenheit, denn hier soll einst Alexander der Große den Gordischen Knoten mit seinem Schwert durchtrennt haben. Die Ausgrabungsstätte bietet Besuchern spannende Einblicke in die damalige Zeit. Zu den vielen Sehenswürdigkeiten gehört der 2.700 Jahre alte und 55 Meter hohe Midas Grabhügel, den ihr von innen besichtigen könnt.

Göreme Nationalpark

Nicht nur Ankara selbst, sondern auch ihre Umgebung macht die Stadt zu einem so abwechslungsreichen und lohnenswerten Reiseziel. Nur unweit entfernt befindet sich zum Beispiel der Göreme Nationalpark mit dem gleichnamigen Museumsbezirk. Hier sollen bereits 4.000 vor Christus Menschen in Höhlen gelebt haben. Diese Behausungen sind nicht natürlich entstanden, sondern wurden von Hand in den Felsen geschlagen. Später wurden darin sogar Klöster und Kapellen gemeißelt. Heute könnt ihr diese alten Höhlenwohnungen besichtigen und einen Blick auf die beeindruckenden Felspyramiden werfen. Der Göreme Nationalpark gehört mittlerweile zum UNESCO Weltkultur- sowie Naturerbe.

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Felsformationen im türkischen Göreme Nationalpark

Haci Bayram Moschee

In Ankara gibt es eine Vielzahl an Moscheen und jede für sich ist sehenswert. Die Haci Bayram Moschee ist die bekannteste und am meisten verehrte Moschee der Hauptstadt. Erbaut wurde diese zu Beginn des 15. Jahrhunderts zu Ehren von Haci Bayram Veli, Gründer des Bayramiyye-Ordens.

Hattusa

Rund 150 Kilometer müsst ihr von Ankara nach Hattusa fahren, doch der Ausflug lohnt sich. Hier stehen die Ruinen der einstigen Hauptstadt des Hethiterreichs, die mittlerweile zum UNESCO-Welterbe erklärt wurden. In Hattusa gibt es so viel zu entdecken, dass ihr ausreichend Zeit einplanen solltet: Alte Stadtmauern, hethitische Gebäuderuinen und Steinabarbeitungen sind dafür nur einige der vielen, verschiedenen Beispiele.

Kocatepe Moschee

Die größte Moschee ihrer Art in Ankara ist die Kocatepe Moschee. Sie ist eines der auffälligsten und damit auch prägendsten Gebäude der türkischen Hauptstadt. Sie wurde 1987 nach 20 Jahren Bauzeit fertiggestellt und bietet Platz für 24.000 Menschen. Damit ist sie eine der größten Moscheen der Welt und ein Musterbeispiel der islamischen Architektur.

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Kocatepe Moschee in Ankara

Tempel der Roma und des Augustus

Direkt neben der Haci Bayram Moschee befindet sich der Tempel der Roma und des Augustus. Dieser stammt aus dem zweiten Jahrhundert und ist erstaunlich gut erhalten. Er ist zudem berühmt für die besterhaltene Kopie der Rechenschaft des ersten römischen Kaisers Augustus. Im 6. Jahrhundert wurde der Tempel schließlich zu einer byzantinischen Kirche umfunktioniert und im Mittelalter wurde die angrenzende Moschee errichtet.

Yassihoyuk

Rund 100 Kilometer von Ankara entfernt befindet sich Yassihoyuk. Hier stand einst die Hauptstadt der Phryger, lange bevor es Ankara in der heutigen Form überhaupt gab. In Yassihoyuk könnt ihr den Grabhügel von Midas, dem sagenumwobenen König, besichtigen. Er soll alles in Gold verwandelt haben, was er berührte.

Zitadelle von Ankara

Die Zitadelle von Ankara wird auch als die Burg von Ankara bezeichnet und gilt als einer der besten Aussichtspunkte über die gesamte Stadt. Es handelt sich um eine alte Festung, die hoch über der Stadt thront und über ein altes Stadttor zu erreichen ist. Im Laufe der Geschichte wurden die Zitadelle und die Burg von verschiedenen Völkern geprägt, darunter die Römer, die Hethiter und die Galater.

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Beste Aussicht von der Burg Ankaras auf die Stadt

Reise-Infos

Sei es also im historischen oder modernen Ankara: In der türkischen Hauptstadt findet ihr zahlreiche Attraktionen und Möglichkeiten zum Zeitvertreib, sodass ihr problemlos mehrere Tage oder sogar Wochen in der Stadt verweilen könnt. Ihr könnt Sightseeing betreiben, shoppen, das Nachtleben austesten oder euch durch kulinarische Köstlichkeiten probieren. Viele Besucher wählen den Aufenthalt in Ankara als Teil eines größeren Türkei-Urlaubs. Im Vorfeld eurer Reise könnt ihr folgende Tipps berücksichtigen, damit sie zum vollen Erfolg wird.

Ideale Reisezeit

Da sich Ankara nicht am Meer befindet, ist die türkische Hauptstadt mit einem warmgemäßigten Kontinentalklima verwöhnt. Regen müsst ihr in der Region nur selten befürchten, allerdings sind die Winter kalt und reich an Schnee. Im Sommer kann es hingegen sehr heiß werden. Für einen Städtetrip nach Ankara, wenn ihr Sehenswürdigkeiten besichtigen wollt, sind daher die milderen Monate optimal – sprich April und Mai sowie September und der Oktober. Dann könnt ihr mit etwa 15 bis 25 Grad Celsius Durchschnittstemperatur, sieben bis zehn Sonnenstunden pro Tag und einer geringen Niederschlagswahrscheinlichkeit rechnen.

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Prunkvoller Innenraum der Kocatepe Moschee

Anreise

Um von Deutschland aus nach Ankara zu kommen, stehen euch verschiedene Wege offen: Am schnellsten seid ihr mit dem Flugzeug, denn Ankara verfügt über einen internationalen Flughafen, der beispielsweise von Lufthansa sowie Turkish Airlines angesteuert wird. Vom Flughafen braucht ihr rund 45 Minuten in die Stadt, entweder mit dem Bus oder mit dem Taxi. Kommt ihr hingegen aus anderen Teilen der Türkei, beispielsweise aus Istanbul, können die überregionalen Busverbindungen eine Alternative zum Flug sein.

Aufgrund ihrer hervorragenden Infrastruktur ist die Erreichbarkeit von Ankara auch mit dem Auto sehr gut – sei es mit dem eigenen oder einem Mietwagen. Zuletzt könnt ihr die Bahn wählen. Mehrere Hochgeschwindigkeitsstrecken verbinden Ankara in alle Himmelsrichtungen. Wenn ihr wollt, könnt ihr auch das Abenteuer im „Transasia Express“, eine internationale Zugverbindung zwischen der Türkei und Iran, wagen.

Fortbewegung vor Ort

In einer Metropole wie Ankara empfiehlt es sich, auf das eigene Auto beziehungsweise auf den Mietwagen zu verzichten. Denn vor Ort ist die Mobilität mit öffentlichen Verkehrsmitteln oftmals besser. Dafür könnt ihr zum Beispiel die Linienbusse oder die U-Bahn nutzen. Mit den Verbindungen kommt ihr zeitnah zu quasi allen Sehenswürdigkeiten oder – je nach Wunsch – zu den besten Spots zum Feiern und Einkaufen. Günstiger seid ihr jedoch mit den sogenannten Dolmuş-Verbindungen unterwegs. Dabei handelt es sich um kleine Busse, die zwischen fixen Anlaufpunkten pendeln. Auf dieser Strecke könnt ihr per Handzeichen jederzeit zu- oder aussteigen. Zudem gibt es in Ankara eine Vielzahl an Taxis, sodass stets ein Fahrzeug für euch verfügbar ist, wenn ihr es benötigt.

Kulinarische Spezialitäten

In Ankara haben die zahlreichen verschiedenen Kulturen nicht nur architektonisch ihre Spuren hinterlassen, sondern auch in der Küche. Überall in der Stadt findet ihr Restaurants, Bistros, Cafés oder Basare, an denen ihr heimische sowie internationale Köstlichkeiten probieren könnt. Zu den Spezialitäten, die ihr während eures Aufenthalts unbedingt kosten solltet, gehören:

  • Döner: geschichtete und gewürzte Fleischstücke, als Hauptgericht mit Reis und Salat oder als Snack in einem Fladenbrot
  • Kapama: Lammeintopf mit Gemüse
  • Tava: Pfannengerichte aus dem Ofen
  • Simit: Sesamkringel aus Hefeteig
Simit-Sesamkringel
Typisch türkische Sesamkringel, genannt Simit

Zudem ist der Wein aus der Kalecik Weinrebe international bekannt sowie beliebt, denn der Weinbau in der Region reicht ebenfalls 3.500 Jahre in die Vergangenheit zurück. Feinschmecker sollten einen Abstecher nach Beypazari machen. Diese Stadt ist die Heimat von mehr als 100 Nationalgerichten der Türkei, zum Beispiel der Tarhana Suppe, einer süßen Nachspeise aus Karotten und Kirschsaft.

Hotels & Unterkünfte

Ihr habt die Wahl, ob ihr direkt in der Stadt oder außerhalb nächtigen wollt. An Hotels mangelt es in der türkischen Hauptstadt jedenfalls nicht. Von günstig bis teuer findet ihr hier in jedem Stadtteil eine große Auswahl. Allerdings sollten sich vor allem alleinreisende Frauen vorab über die Sicherheit des jeweiligen Viertels informieren. In den Wohnvierteln kann es nachts ruhiger sein, als beispielsweise in den Straßen der Altstadt – denn diese sind auch in der Nacht belebt. Wenn ihr also überlegt, wo ihr euren Aufenthalt in Ankara verbringen möchtet und vorab ein bissen recherchiert, findet ihr garantiert ein passendes und schönes Hotel!

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