Dieses Reiseziel verlangt von eurem Koffer mehr als fast jedes andere Land. Das liegt schlicht daran, dass ihr in wenigen Wochen durch drei komplett verschiedene Welten reist. Unsere ausführliche Packliste für Peru hilft beim Vermeiden von unschönem Planungschaos.
Überblick
Das könnte alles auf dem Plan stehen: Sonnenaufgang über Machu Picchu, wenn der Nebel wie in Zeitlupe aus dem Urubamba-Tal steigt. Ein Bootsdeck auf dem tiefblauen Titicacasee, schwimmende Schilfinseln, Frauen in leuchtenden Röcken. Kondore, die im Colca-Canyon lautlos an euch vorbeisegeln. Sandboarding in den Dünen von Huacachina, die geheimnisvollen Nazca-Linien aus der Cessna, Brüllaffen im Morgengrauen über dem Amazonas. Und zwischendurch das vielleicht beste Essen Südamerikas, von Ceviche bis Lomo Saltado.
Genau diese Vielfalt macht das Packen knifflig. Ihr reist nicht zu einem Ort, sondern zwischen Wüste, Hochgebirge und Regenwald hin und her, oft mit Inlandsflügen, deren Freigepäck bei 23 Kilo endet, und mit Nachtbussen, in denen ihr eure Taschen über euch behalten wollt. Setzt deshalb auf ein Hauptgepäckstück plus einen guten Tagesrucksack, packt nach dem Zwiebelprinzip statt nach Zielort und lasst bewusst Luft für Alpakadecken und Keramik vom Markt.
Packliste auf einen Blick
Drei Dinge braucht ihr in Peru ganz explizit: einen kompromisslosen Sonnenschutz mit LSF 50+, weil der UV-Index auf 3.500 Metern regelmäßig über 11 klettert. Eine wirklich warme Schicht plus Regenjacke, selbst wenn ihr im Hochsommer reist. Und eine wiederbefüllbare Trinkflasche, denn Leitungswasser ist nicht trinkbar und in Machu Picchu sind Einwegflaschen inzwischen verboten.

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Kleidung und Hygiene
Die ehrlichste Antwort auf die Frage, welche Kleidung ihr für eure Peru-Reise braucht: dieselbe wie für einen Frühlingstag in den Alpen. Nur alles etwas leichter. Das Zwiebelprinzip ist hier kein Reiseblogger-Klischee, sondern überlebenswichtig für euer Wohlbefinden. In Cusco oder Puno steigt die Temperatur zwischen sechs Uhr morgens und Mittag locker um 20 Grad und fällt abends genauso schnell wieder. Wer mit einem dicken Pullover startet, schwitzt um zehn Uhr und friert um sieben, weil das Kleidungsstück nichts reguliert. Drei dünne Schichten leisten deutlich mehr. Merinowolle ist unter den Reisetipps zur Peru-Kleidung der heimliche Star. Sie wärmt auch feucht, riecht selbst nach drei Tagen Trekking nicht und spart euch damit Gewicht und Waschtage.
Denkt außerdem an eingelaufene Wanderschuhe mit Profil. Die Inkasteine sind glatt, oft nass und teilweise steil, und Blasen ruinieren zuverlässig jeden Machu-Picchu-Tag. Ein zweites Paar leichte Schuhe für Städte und Strand reicht völlig. Beim Thema Hygiene stellt euch darauf ein, dass viele öffentliche Toiletten weder Papier noch Seife haben und das Papier grundsätzlich in den danebenstehenden Eimer wandert – die Rohre sind zu eng. Feste Seifen und Shampoo-Bars sind praktisch, weil sie nicht auslaufen, im Handgepäck erlaubt sind und weniger Plastik im Land lassen.
- Leichte Daunen- oder Primaloftjacke
- Wasserdichte Rucksackhülle
- 2–3 Merino-Shirts, kurz- und langärmelig
- Lange, luftige Hose in hell
- Thermounterwäsche für Nächte
- Warme Wandersocken
- Sonnenhut mit breiter Krempe
- Badesachen für heiße Quellen
- Shampoo und ein Mikrofaserhandtuch
- Feuchttücher und Händedesinfektion
Reiseapotheke
Was gehört in die Reiseapotheke für Peru? Vor allem alles, was gegen die zwei häufigsten Reisebeschwerden hilft: Höhe und Magen. Die Höhenkrankheit, in Peru Soroche genannt, trifft völlig unabhängig von Fitness und Alter. Ab etwa 2.500 Metern können Kopfschmerzen, Übelkeit, Schlaflosigkeit und Kurzatmigkeit auftreten. Und Cusco liegt gleich 900 Meter darüber. Der beste Schutz kostet nichts: Plant zwei ruhige Akklimatisierungstage ein, bevor ihr wandert, trinkt viel Wasser, verzichtet die ersten Tage auf Alkohol und esst leicht. Coca-Tee bekommt ihr in jedem Hotel, viele Reisende schwören darauf. Wer empfindlich ist oder schnell aufsteigt, sollte vor der Reise mit dem Hausarzt sprechen.
Das zweite Thema ist der Magen. Trinkt ausschließlich abgefülltes oder gefiltertes Wasser, auch beim Zähneputzen, und seid bei Eiswürfeln und rohem Salat vorsichtig. Trotzdem erwischt es viele einmal. Eine Elektrolytmischung ist dann wichtiger als jedes Stopfmittel, weil der Flüssigkeitsverlust in der Höhe besonders schnell auf den Kreislauf schlägt. Klärt außerdem spätestens sechs Wochen vor Abflug eure Impfungen reisemedizinisch ab. Für Aufenthalte im Amazonasgebiet wird die Gelbfieberimpfung empfohlen. Malariaprophylaxe ist je nach Region und Saison ein Thema. Bringt zusätzlich eure Dauermedikamente in ausreichender Menge und in der Originalverpackung mit, ergänzt um eine Kopie des Rezepts. Abschließend der wichtigste Punkt: eine Auslandskrankenversicherung mit Rücktransport. Peruanische Privatkliniken behandeln gut, verlangen aber Vorkasse, und ein Rückflug aus medizinischen Gründen ist ohne Versicherung rasant fünfstellig.
- Elektrolytpulver gegen Flüssigkeitsverlust
- Kohletabletten gegen Reisedurchfall
- Schmerz- und Fiebermittel
- Tabletten gegen Übelkeit
- Mückenschutz mit DEET oder Icaridin
- Sonnencreme LSF 50+ und Lippenpflege
- Blasenpflaster und Wundschnellverband
- Halstabletten und abschwellendes Nasenspray
- Fieberthermometer, Pinzette und kleine Schere
- Persönliche Medikamente mit Rezeptkopie

Dokumente
Bei den Papieren ist Peru unkompliziert. Solange ihr eine Regel kennt: Der Reisepass ist das einzige Dokument, das wirklich zählt. Ein Personalausweis reicht nicht aus, und der Pass muss bei der Einreise noch mindestens sechs Monate gültig sein. Fehlt diese Gültigkeit, werdet ihr bereits am Flughafen zurückgewiesen, selbst bei einem Kurzaufenthalt. Deutsche Staatsangehörige brauchen für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen pro Halbjahr kein Visum, sollten aber ein Rückflugticket vorweisen können. Kinder benötigen ein eigenes Reisedokument, ein Eintrag im Elternpass genügt nicht.
Rechnet damit, den Pass unterwegs ständig zu brauchen. Beim Check-in in jedem Hotel, weil Ausländer von der Umsatzsteuer auf Übernachtungen befreit sind. Bei Inlandsflügen. Und ganz besonders in Machu Picchu: Die Tickets sind personengebunden, werden mit Passnummer ausgestellt und am Eingang zusammen mit dem Pass kontrolliert. Da die Besucherzahl gedeckelt ist und es keine Kasse vor Ort gibt, solltet ihr online und mindestens sechs bis acht Wochen im Voraus buchen. Bei einer Wanderung auf dem Inka-Trail eher ein halbes Jahr. Praktisch ist ein doppeltes Sicherheitsnetz: Alle wichtigen Papiere einmal als Papierkopie im Koffer, einmal als Scan in einem Cloud-Ordner, auf den ihr auch ohne Handy zugreifen könnt. Für unterwegs reicht meist eine Kopie des Passes in der Tasche, das Original bleibt im Hotelsafe – außer an Flug- und Machu-Picchu-Tagen. Beim Geld im Ausland gilt: Der Sol ist die Landeswährung, Kreditkarten funktionieren in Städten gut, auf Märkten und in kleinen Orten braucht ihr Bargeld in kleinen Scheinen.
- Reisepass (sechs Monate Restgültigkeit)
- Ausgedruckte Machu-Picchu-Tickets mit Passnummer
- Nachweis über Weiter- oder Rückflug
- Police der Auslandskrankenversicherung
- Internationaler Impfpass (bei Amazonas mit Gelbfieber)
- Zwei Kreditkarten unterschiedlicher Anbieter
- Internationaler Führerschein
- Papierkopien aller Dokumente
- Buchungsbestätigungen offline gespeichert
- Notfallkontakte und Adressen

Packliste für den Strand
Perus Küste ist über 2.000 Kilometer lang. Damit gibt es für viele Reisende nicht den einen Strandtag, sondern mindestens zwei sehr verschiedene. Im Norden, rund um Máncora, Vichayito und Punta Sal, ist das Wasser ganzjährig angenehm warm. Es gibt Palmen, Hängematten und Sonnenuntergänge wie im Katalog. Weiter südlich, bei Paracas, Huanchaco oder der Hauptstadt Lima, sorgt der kalte Humboldtstrom für Wassertemperaturen um 16 bis 19 Grad. Wer dort länger als zehn Minuten surfen möchte, braucht einen Neoprenanzug. Die meisten ansässigen Schulen verleihen ihn. Mitbringen müsst ihr nichts.
Die Besonderheit an einem peruanischen Strandtag ist weniger das Wasser als die Umgebung: Ihr seid an einer Wüstenküste. Es gibt kaum natürlichen Schatten, der Wind bläst fast immer, und weil er kühlt, merkt ihr die Sonne zu spät. Sonnenbrand holt sich hier vor allem, wer sich vom frischen Lüftchen täuschen lässt. Ein langärmeliges Rashguard-Shirt ist deshalb sinnvoller als ständiges Nachcremen, und auch in der Nationalreserve Paracas oder auf der Bootstour zu den Islas Ballestas ist Wind- und Spritzwasserschutz Gold wert. Wenn ihr eure Packliste Peru für September zusammenstellt, gilt für die Küste: Es ist noch Frühling, kühl und oft grau. Der Strandabschnitt der Reise darf dann schlanker ausfallen. Den Norden könnt ihr trotzdem genießen.
- Rashguard oder UV-Shirt mit langen Ärmeln
- Schnelltrocknendes Strandtuch oder Sarong
- Riffschonende Sonnencreme
- Flipflops sowie ein Paar Badeschuhe
- Wasserdichte Handytasche für Bootstouren
- Windjacke für den Nachmittag
- Sonnenbrille mit Band
- Trockenbeutel für Nasses
- Snacks und Wasser
- Kleines Fernglas für Seelöwen und Pelikane

Mit Kindern nach Peru
Peru mit Nachwuchs ist wunderbar. Die Einheimischen lieben Kinder, und ihr werdet in Bussen, Restaurants und auf Märkten herzlich empfangen. Überraschend: Die größte Anpassung betrifft nicht die Ausrüstung, sondern das Tempo. Die Höhe trifft Kinder genauso wie Erwachsene, sie können ihre Symptome aber schlechter benennen. Statt Cusco als ersten Stopp zu wählen, ist es klüger, im Heiligen Tal auf rund 2.800 Metern zu starten und erst später höher zu gehen. Plant großzügige Pausen ein und beobachtet vor allem am ersten Abend, ob euer Kind auffällig müde, quengelig oder appetitlos ist.
Die zweite Herausforderung sind die Distanzen. Zwischen den Highlights liegen lange Busfahrten auf kurvigen Straßen und Inlandsflüge in aller Frühe. Was hier hilft, sind Beschäftigung ohne Bildschirm, Snacks von zu Hause und eine gute Schlafmöglichkeit unterwegs. Eine leichte Kindertrage nimmt euch auf unebenen Pfaden und Kopfsteinpflastergassen viel ab, wo ein Buggy schlicht nicht weiterkommt. Beim peruanischen Essen macht ihr euch das Leben leicht, wenn ihr auf Gekochtes und Geschältes setzt. Die regionale Küche ist wenig scharf. Reis, Hühnchen, Kartoffeln und Suppen kommen bei den meisten Kindern gut an. Abgefülltes Wasser ist bei Kleinkindern Pflicht, auch für Zähne und Fläschchen.
- Leichte Kindertrage statt Buggy
- Sonnenhut mit Nackenschutz
- Kindgerechtes Mückenspray und ein Moskitonetz
- Fiebersaft und ein digitales Thermometer
- Vertraute Snacks, Müsliriegel und eine Trinkflasche pro Kind
- Nackenkissen, Schlafmaske und Ohrstöpsel
- Lieblingskuscheltier und ein Reisespiel
- Wechselkleidung im Handgepäck
- Feuchttücher, Windeln und Wickelunterlage
- Warmer Schlafanzug und dicke Socken
Langzeiturlaub in Peru
Wer eine Packliste für Peru für 3 Wochen oder länger zusammenstellt, macht meist einen Denkfehler: Mehr Zeit heißt nicht mehr Gepäck. Ab etwa zwei Wochen kippt die Logik komplett. Ihr wascht ohnehin unterwegs, denn in jeder größeren Stadt gibt es Lavanderías, die euch die Wäsche nach Kilo waschen, trocknen und gefaltet zurückgeben. Oft für den schmalen Taler und innerhalb eines Tages. Mit sieben Garnituren kommt ihr durch drei Wochen genauso gut wie durch drei Monate.
Wichtiger ist die Frage nach dem Gepäckstück selbst. Auf langen Routen wechselt ihr ständig zwischen Flughäfen, Bussen, Kopfsteinpflaster und Hostelfluren ohne Aufzug. Ein Rucksack mit 50 bis 65 Litern oder eine robuste Reisetasche mit Tragegurten sind fast immer praktischer als ein Hartschalenkoffer. Dazu einen Tagesrucksack mit gutem Rückenteil, weil er euer ständiger Begleiter wird. Denkt auch an Verwaltung. Prüft, wie lange eure Reisekrankenversicherung gilt. Viele Policen decken nur 42 oder 56 Tage am Stück. Klärt außerdem vorab, ob eure Bankkarte kostenlos im Ausland abhebt.
- Rucksack oder Duffelbag mit Hüftgurt
- Packwürfel zum Sortieren
- Powerbank und Mehrfachladekabel
- Steckdosenadapter für Typ A
- Waschmittel, Wäscheleine und Universalstöpsel
- Vorhängeschloss und Diebstahlsicherung
- Wasserfilterflasche
- Nähset, Gaffa-Tape und ein paar Kabelbinder
- Ersatzbrille, Kontaktlinsen und Pflegemittel
- Bücher, Magazine und Podcasts

FAQ
Rund um die Peru-Packliste tauchen immer wieder dieselben Fragen auf. Vor allem, wenn die Reise die erste in ein Hochgebirgsland ist. Hier sind die Bedenken, die uns am häufigsten erreichen.
Was muss man bei einer Reise nach Peru beachten?
Drei Dinge stehen ganz oben. Erstens die Höhe: Steigt langsam auf, plant nach der Ankunft in Cusco oder Puno zwei ruhige Tage ein und legt die anstrengendste Wanderung ans Ende, nicht an den Anfang. Zweitens das Wasser: Trinkt nur abgefülltes oder gefiltertes Wasser, auch beim Zähneputzen, und meidet Eiswürfel unklarer Herkunft. Drittens die Planung: Machu-Picchu-Tickets sind kontingentiert, personengebunden und nur online erhältlich – ohne Vorbuchung steht ihr vor verschlossenen Toren.
Dazu kommt der ganz normale Städtereise-Verstand: Wertsachen nicht offen tragen, nachts registrierte Taxis oder Apps nutzen und Menschenansammlungen meiden. Schaut vor Abflug in die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
Kleidung für eine Peru-Reise im September?
September ist einer der besten Monate überhaupt. Im Hochland endet die Trockenzeit, ihr habt viel Sonne, klare Sicht auf die Berge und weniger Andrang als im Juli und August. Rechnet in Cusco mit rund 20 Grad am Tag und wenigen Graden über null in der Nacht. Die warme Jacke bleibt also Pflicht, und eine Regenjacke gehört trotzdem ins Gepäck, weil die ersten Schauer möglich sind.
An der Küste ist es gleichzeitig noch Frühling: Lima ist häufig grau und kühl, Badewetter findet ihr eher im Norden. Der Amazonas bleibt ganzjährig warm und feucht, dort ändert sich an eurer Packliste nichts. Kurz gesagt: Packt für September genauso in Schichten wie für Juli, aber mit etwas mehr Regenschutz und etwas weniger Strandausrüstung.
Wie viel Gepäck brauche ich für drei Wochen Peru?
Weniger, als ihr denkt. Ein Hauptgepäckstück mit 50 bis 65 Litern und ein Tagesrucksack mit rund 20 Litern reichen für drei Wochen völlig aus, wenn ihr auf Schichten statt auf Einzelstücke setzt und unterwegs Wäsche wascht. Achtet auf das Freigepäck der Inlandsflüge, das je nach Tarif bei 23 Kilo oder darunter liegt, und lasst Platz für Souvenirs aus Peru.
Zwei Dinge solltet ihr aber großzügig kalkulieren: Medikamente, die ihr regelmäßig braucht, und Ersatz für alles, was ohne euch nicht funktioniert. Brille, Ladekabel, Kreditkarte. Alles andere bekommt ihr in Lima, Cusco oder im wunderschönen Arequipa problemlos nachgekauft.









