Vancouver Island in British Columbia


Naturliebhaber aufgepasst: Kanadas Vancouver Island im Nordpazifik ist für atemberaubende Landschaft bekannt. Wilde Küsten, gemäßigter Regenwald und Strände entführen euch auf einen faszinierenden Streifzug durch British Columbias facettenreicher Flora und Fauna. Zwischen den traumhaften Naturparadiesen erwarten euch auf Vancouver Island ebenso quirlige Küstenstädchen und urige Fischerdörfer mit dem Charme britischer Vergangenheit. Macht euch gefasst auf eine Reise voller Abenteuer.

Überblick

Vancouver Island ist eine Insel, die sich vor der Metropole Vancouver befindet und trotzdem eine ganz eigene Welt darstellt. So kann Vancouver Island als riesiges Naturreservat betrachtet werden, welches mit einigen Orten verzückt, die hier und da an das alte England erinnern.

Die größte Stadt der Insel und gleichzeitig dir Hauptstadt der Provinz British Columbia ist Victoria. Diese ist nach einer früheren britischen Königin benannt und bei einem Bummel werdet ihr schnell merken, dass auch der Rest der Stadt britisches Flair versprüht. Ob gepflegte Gartenanlagen, rote Doppeldeckerbusse oder viktorianische Bauwerke – hier werdet ihr bei einem Tagesausflug sicher ganz schnell vergessen, dass ihr euch gerade im Westen von Kanada befindet.

Die meisten anderen größeren Orte der Insel befinden sich im Osten von Vancouver Island, dem Comox Valley. An der Westküste regiert dagegen der Stille Ozean, welcher zerklüftete Landschaften gebildet hat, die an Fjorde erinnern. An dieser wildromantischen Küste werden die Aktivurlauber unter euch voll auf ihre Kosten kommen – ob bei einer Kajaktour, einem Surfausflug oder einem Tauchgang. Dabei ist es keine Seltenheit, dass in eurer Nähe einmal ein Wal, ein Orca oder ein Delfin auftaucht. So ist Vancouver Island definitiv auch ein Paradies für Tierfreunde, denn hier sind eine Menge seltener Tierarten beheimatet – beispielsweise Grizzlybären, Wölfe, Elche, Seelöwen, Wapitis oder Pumas. Außerdem bevölkern mehr als 400 Vogelarten die Insel, worunter sich beispielsweise der seltene Goldadler befindet. Vergesst also euer Fernglas nicht, wenn ihr nach Vancouver Island reist.

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Vancouver Island: Spiegelung in einem See

Mit einer Länge von 450 Kilometern und einer Breite von 100 Kilometern handelt es sich bei Vancouver Island um die größte Insel der amerikanischen Westküste und ihre Fläche ist vergleichbar mit der von Belgien. Dabei treffen hier unterschiedliche Kulturen aufeinander: Fast nirgendwo sonst im Land vereinen sich so viele Lebensweisen und Menschen wie auf Vancouver Island. Einerseits leben hier zahlreiche Angehörige indigener Stämme, die ihre traditionelle Kultur am Leben erhalten, andererseits herrscht in den größeren Städten ein westlicher Lebensstil.

Die Insel ist allgemein für ihren entspannten Lebensstil und das milde Klima bekannt. So ist Vancouver Island ein perfektes Reiseziel für euch, wenn ihr inmitten fantastischer Landschaften ausgiebige Entdeckungstouren unternehmen wollt. Diese führen euch sowohl in Nationalparks mit Wasserfällen, Sandstränden, Berggipfeln und seltenen Tierarten als auch in Städte mit einzigartiger Kulturgeschichte. Damit ist Vanocouver Island ein Paradies für Aktivurlauber, Naturliebhaber und Kulturinteressierte.

Ausflugsziele

Auf Vancouver Island erwarten euch zahlreiche Highlights, welche ihr im Rahmen einer mehrtägigen Rundreise erkunden solltet.

Victoria

Victoria, die Provinzhauptstadt, entführt euch in die Vergangenheit, denn bei der Stadt handelt es sich um die älteste Siedlung britischer Pioniere. Sie liegt im Süden von Vancouver Island und hat eine Menge Sehenswürdigkeiten für ihre Besucher zu bieten – zum Beispiel das Parlamentsgebäude, die Butchart Gardens oder das Empress Hotel. Neben den historischen Gebäuden und den englischen Gärten gibt es in Victoria ein Chinatown, welche das zweitälteste von Nordamerika darstellt. Schlendert außerdem, wenn ihr mögt, am Inner Harbour, entlang.

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Das Empress Hotel im Inneren Hafen von Victoria

In den Sommermonaten ist in der Stadt besonders viel los, denn dann finden hier an zahlreichen Ecken der Stadt bunte Festivals mit Musik, Street Food und Veranstaltungen statt. Zudem ist Victoria zu dieser Zeit mit bunten Blumen geschmückt und wird am Abend atmosphärisch beleuchtet. Victoria bietet euch jedoch noch etwas anderes, denn die Stadt ist der ideale Ausgangspunkt zur Walbeobachtung. Am Hafen starten dazu motorisierte Schlauchboote oder überdachte Ausflugsboote, die euch an die Stellen bringen, an denen die Wale sich von April bis Oktober gern tummeln. Bucht eure Karten dafür jedoch am besten schon vor der Anreise, denn diese sind sehr beliebt unter Urlaubern.

Tofino

Tofino ist ein beschauliches Fischerdorf an der etwas einsameren Westküste von Vancouver Island. Der Ort besticht mit atemberaubenden Naturlandschaften, die ihn umgeben, denn Tofino liegt direkt am Pacific Rim Nationalpark und am Clayoquot Sound. Diese Umgebung besticht mit reicher Artenvielfalt, denn hier leben unter anderem Wale, Weißkopfseeadler, Braunbären und Walrosse. Der kleine Hafenort gilt außerdem als Paradies für Surfer, denn neben dem perfekten Wellengang findet ihr hier zahlreiche Surfschulen, Ausleihstationen und Geschäfte für Surfausrüstung. Auch Anfänger sind hier herzlich willkommen und so könnt ihr euch in Tofino erstmalig oder erneut auf das Brett wagen. Dazu eignen sich beispielsweise die beliebten Surfspots Cox Bay, Long Beach oder Chesterman Beach ideal.

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Tofino im Pacific Rim Nationalpark

Neben dem Surfen könnt ihr hier jedoch auch entspannte Kajaktouren, ausgiebige Strandspaziergänge oder lange Wanderungen durch den gemäßigten Regenwald im Umland unternehmen. Bucht am besten zusätzlich eine Bootstour oder einen Flug mit dem Wasserflugzeug zu den Hotsprings Cove. Dabei handelt es sich um heiße Quellen, die zum Baden einladen, während ihr einen phänomenalen Blick auf die wilden Wellen des Pazifiks genießt.

Ucluelet

Nur 30 Autominuten von Tofino entfernt, befindet sich der kleine Küstenort Ucluelet. Der ungewöhnliche Name stammt noch vom Indianerstamm Yu-cluth-aht und heißt übersetzt „sicherer Hafen“. Dieser ist besonders für seinen Wild Pacific Trail bekannt. Dabei handelt es sich um einen insgesamt vier Kilometer langen Wanderweg, der euch entlang der Küste des Stillen Ozeans und durch dichte Regenwälder mit alten Zedern führt. Mit etwas Glück seht ihr dabei Schwarzbären beim Lachsfang oder vereinzelt Wale am Horizont auftauchen.

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Den Wild Pacific Trail entlang wandern

Den Wild Pacific Trail könnt ihr selbstverständlich auch nur etappenweise entlang gehen, denn der Wanderweg gliedert sich in zwei Abschnitte, die beide familien- und anfängerfreundlich sind. Dabei erreicht ihr unterwegs zahlreiche Aussichtspunkte zum Rasten, welche ein tolles Panorama über den wilden Pazifik bieten – beispielsweise den Leuchtturm an der südlichen Spitze von Ucluelet. Das Örtchen wird jedoch auch oft mit stürmischen Winden in Zusammenhang gebracht, denn in den Wintermonaten von Dezember bis Februar peitscht der Wind hier besonders stark. Außerdem könnt ihr im Ort ein Aquarium besuchen oder ihn als Ausgangspunkt für Tierbeobachtungen, Surf- oder Kajakausflüge nutzen.

MacMillan Provincial Park

Der 300 Hektar große MacMillan Provincial Park ist für seine riesigen Douglasien bekannt, die über 800 Jahre alt sein sollen. Nicht ohne Grund wird dieser dicht bewachsene Teil des Nationalparks daher auch „Cathedral Grove“ genannt. Die größten Urwaldgiganten haben dabei einen Umfang von bis zu neun Metern und sind bis zu 75 Meter hoch. Diese Ausmaße solltet ihr im Rahmen einer kleinen oder großen Wanderung auf euch wirken lassen. Der Living Forest Trail sowie der Big Trees Trail sind besonders empfehlenswert.

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Holzsteg im MacMillan Provincial Park

Pacific Rim Nationalpark

Der Pacific Rim Nationalpark gliedert sich in drei Teile, welche für jeden Geschmack etwas zu bieten haben: Long Beach, Broken Group Islands und West Coast Trail. So begeistert die Region Long Beach mit einem endlosen Sandstrand, an dem ihr Baden, Wassersport treiben oder lange Spaziergänge unternehmen könnt. Mit etwas Glück seht ihr dabei Delfine, Wale oder Robben, die sich im Pazifischen Ozean tummeln.

Die Broken Group Islands ladten dagegen eher dazu ein, mit dem Ausflugsboot, dem Kajak oder dem Kanadier die Wasserlabyrinthe zwischen den etwa 100 Inseln des nahegelegenen Barkley Sounds zu erkunden. Diese starten von Ucluelet und führen euch vorbei an einsamen Stränden und unberührter Natur.

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Am Kennedy River im Pacific Rim Nationalpark

Der West Coast Trail befindet sich dagegen im Hinterland des Pacific Rim Nationalparks und besticht mit urwüchsigen Regenwäldern, die von Farnen, Moosen und Wasserfällen durchzogen sind. Hier kommen die Wanderer unter euch auf ihre Kosten, denn zahlreiche Abschnitte des 75 Kilometer langen West Coast Trails führen euch durch die unberührten Naturlandschaften. Der Weg erstreckt sich auf einer Telegrafenlinie von einem Leuchtturm zu einem anderen. Unterwegs müsst ihr einige Abschnitte mit der Seilbahn oder dem Boot zurücklegen. Dabei ist der Wanderpfad recht anspruchsvoll und sollte daher nur von fortgeschrittenen Wanderern ins Visier genommen werden. Außerdem ist der Trail nur von Anfang Mai bis Ende September geöffnet und für eine bestimmte Anzahl an Wanderern limitiert. Vergesst daher nicht, euch ausreichend auf die Wanderung vorzubereiten und euch rechtzeitig anzumelden.

Strathcona Provincial Park

Der größte Nationalpark auf Vancouver Island ist der Strathcona Provincial Park im Herzen der Insel. Mit seinen rund 2.500 Quadratkilometern Fläche hat der Park so einige Aktivitäten für euch zu bieten. Zahlreiche Wanderwege führen euch über saftig grüne Bergwiesen und vorbei an glasklaren Seen, wobei ihr stets die schneebedeckten, imposanten Gipfel des Nationalparks im Blick habt.

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Landschaft im Strathcona Provincial Park

Das Forbidden Plateau sowie der Buttle Lake sind dabei recht einfach zu erreichen. Die restlichen Teile des Parks könnt ihr nur im Rahmen einer anspruchsvollen Wanderung erkunden – beispielsweise der Della-Wasserfall, welcher mit 440 Metern gleichzeitig der höchster Wasserfall Kanadas ist. Im Park leben außerdem Schwarzwedelhirsche, Wapitis, Murmeltiere und Wölfe.

Reise-Infos

Vancouver Island ist ein beliebtes Reiseziel bei Naturliebhabern, doch leider liegt die Pazifikinsel einige Tausend Kilometer von Deutschland entfernt. Aus diesem Grund solltet ihr eure Reise sorgfältig vorbereiten und planen, damit euer Urlaub in Britisch-Kolumbien unvergesslich wird. Nehmt dazu gern unsere hilfreichen Reise-Infos mit auf den Weg.

Anreise

Ein Trip nach Vancouver Island startet in der Regel von Kanadas Metropole Vancouver aus, die ihr recht unkompliziert mit dem Flugzeug erreicht. Von dort aus könnt ihr mit der Autofähre zur Insel übersetzen. Es gibt regelmäßige Fährverbindungen zwischen dem kanadischen Festland und Vancouver Island, hier findet ihr einige Beispiele:

  • Tsawwassen nach Nanaimo in rund 120 Minuten
  • Tsawwassen nach Swartz Bay in rund 90 Minuten
  • Horsehoe Bay nach Nanaimo in rund 100 Minuten

Doch auch vom US-Bundesstaat Washington startet eine Fähre hinüber zur Insel. Alternativ könnt ihr ein Wasserflugzeug nutzen – beispielsweise von Harbour Air in Vancouver zum Hafen in Victoria. Beachtet dabei, dass ihr nur ein bestimmtes Maß an Freigepäck mitnehmen dürft. Der Flug dauer 20 Minuten.

Aufgrund einer maximalen Hin-und Rückreisezeit von vier Stunden ab Vancouver ist es eine Überlegung wert, von der Stadt aus einen Tagesausflug zu unternehmen, sollte euch das reichen. Plant ihr einen Aufenthalt ohne Zwischenstopp in Vancouver, könnt ihr natürlich auch von Deutschland zum internationalen Flughafen in Victoria fliegen. Ein Visum benötigt ihr für den Urlaub nicht.

Ideale Reisezeit

Vancouver Island ist für sein mildes Klima bekannt, welches – im Vergleich zum Festland – durch warme Temperaturen und wenig Niederschlag besticht. Von Juni bis August herrscht Hochsaison auf Vancouver Island. Hier klettern die Temperaturen über 20 Grad Celsius und die Sonne scheint oft – vor allem im Süden. Allerdings tummeln sich zu dieser Zeit zahlreiche Besucher auf der Insel und die Preise für Unterkünfte steigen an.

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Vancouver Island: Seelöwen gönnen sich ein Päuschen

Wollt ihr die Natur am liebsten für euch allein haben, so solltet ihr von April bis Mai oder von September bis Oktober anreisen. Dabei müsst ihr zwar hin und wieder mit Regenschauern rechnen, doch habt hohe Chancen, Wale, Orcas und Bären zu beobachten. Bedenkt dabei, dass es an der Westküste häufiger und heftiger regnet als auf dem restlichen Teil der Insel. Die Winter auf Vancouver Island bleiben mild und die Temperaturen klettern selten unter den Gefrierpunkt, sodass ihr mit der richtigen Ausrüstung und Kleidung auch in der kalten Jahreszeit großartige Stunden auf Vanouver Island verbringen könnt.

Kulinarische Spezialitäten

Auf Vancouver Island könnt ihr euch auf eine kulinarische Reise begeben. Während ihr in den Küstenregionen vor allem fangfrischen Lachs oder Meeresfrüchte verspeisen könnt, lockt die Hauptstadt Victoria mit britischen Köstlichkeiten. Im Umland habt ihr dagegen die Chance, lokale Spezialitäten direkt vom Erzeuger zu probieren – zum Beispiel Wein, Obst und verschiedene Gemüsesorten. Fleischliebhaber sollten örtliches Wild probieren, z. B. Waipiti.

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Wapitifleisch vor der Zubereitung

Hotels & Unterkünfte

Ob gemütliches Mittelklassehotel oder komfortable Hotelanlage: Auf Vancouver Island findet ihr garantiert die passende Unterkunft, die eurem Geschmack und Geldbeutel entspricht. Kümmert euch jedoch rechtzeitig, denn in den Sommermonaten sind die Hotels auf Vancouver Island schnell ausgebucht.

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