Verona: die Stadt in Italien aufsuchen


Das norditalienische Verona ist vor allem für zwei Dinge bekannt. Zum einen steht dort ein rund 2.000 Jahre altes Amphitheater, welches noch immer für Konzerte genutzt wird, zum anderen war die Stadt Schauplatz der Tragödie um Romeo und Julia.

Überblick

Nur etwa 30 Kilometer vom wunderbaren Gardasee entfernt befindet sich das schöne Verona in der Region Venetien. Schon vor dem Beginn unserer Zeitrechnung war die Stadt eine bedeutende römische Siedlung. Heute gilt Verona als architektonisches Highlight der Region und ist seit dem Jahr 2000 ist die es UNESCO-Weltkulturerbe. Der antike und mittelalterliche Stadtkern von Verona ist bestens erhalten und ermöglicht einen Einblick in die reichhaltige Geschichte. Vor allem die alte römische Arena, aber auch die vielen Kirchen, Kathedralen und Burgen sind lohnende Sehenswürdigkeiten. Tolle Museen und hochklassige Opernaufführungen runden das kulturelle Angebot ab.

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Blick über Verona

Geschichte

Die Gegend, in der Verona liegt, war schon vor dem Aufstieg des Römischen Reiches besiedelt. Doch erst mit den Römern wurde Verona zu einer wichtigen Stadt, die an der bedeutenden Via Postumia von Genua nach Aquilea lag. Etwa im Jahre 30 n. Chr. entstand die bis heute erhaltene Arena.

Im Mittelalter war Verona größtenteils ein unabhängiger Stadtstaat und gehörte unter anderem zum Lombardischen Städtebund, der sich gegen Eroberungsversuche des Deutschen Reiches wehrte. Ab 1405 war Verona fast vier Jahrhunderte lang Teil der Republik Venedig, ehe es 1797 an die Österreicher fiel. 1866 kam Verona zum Königreich Italien. Teile der Stadt wurden im Zweiten Weltkrieg durch Bombardierungen und Brückensprengungen in Mitleidenschaft gezogen, jedoch größtenteils aufwändig restauriert. Heute ist Verona ein wahres Schmuckstück und zieht regelmäßig Besucher aus der ganzen Welt an.

Sehenswürdigkeiten

Verona ist voller bewundernswerter architektonischer und historischer Highlights. Viele Gebäude der Innenstadt stammen aus dem Mittelalter oder sogar aus der römischen Antike. Allein bei einem kleinen Spaziergang durch die Altstadt entdeckt ihr dutzende Sehenswürdigkeiten. Wir zeigen euch unsere ausgewählten kulturellen Highlights.

Arena di Verona

Das mit Abstand bekannteste und berühmteste Bauwerk Veronas ist die alte römische Arena, die heute noch als Veranstaltungsort genutzt wird. Das ovale Amphitheater ist 138 Meter lang und 109 Meter breit und wurde unter Kaiser Tiberius etwa 30 n. Chr. erbaut. Es ist damit rund 50 Jahre älter als das weltberühmte Kolosseum in Rom. Die Arena di Verona fasst heute etwa 22.000 Zuschauer und ist unter anderem als Spielort der Veroneser Opernfestspiele im Sommer bekannt. Doch auch internationale Rock- und Popgrößen wie Bruce Springsteen, Bryan Adams oder Bon Jovi haben schon in der Arena gespielt.

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Die Arena von Verona im Stadtzentrum

Castelvecchio

Ein kleines Stück westlich der Arena findet ihr die mittelalterliche Burg Castelvecchio. Sie wurde 1354 bis 1356 vom Geschlecht der Scaliger errichtet, die mehr als hundert Jahre lang in Verona herrschten. Anschließend diente die Burg den Venezianern, Franzosen und Österreichern als Festung. Seit 1923 ist in dem Bau ein Museum. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Renaissancekunstwerken aus Verona und Venedig. Ihr seht hier aber auch Skulpturen, Statuen sowie mittelalterliche Waffen und viele weitere Gegenstände.

Castelvecchio
Castelvecchio: heute ein Museum

Ponte Scaligero

Direkt hinter der alten Burg befindet sich die Scaligerbrücke über die Etsch. Sie wurde einst als Fluchtweg aus dem Castelvecchio erbaut und durfte nur von den Burginsassen genutzt werden. Der Bergfried der Burg war dabei zugleich der Brückenturm. Die Brücke trotzte den Jahrhunderten und einer großen Flut, wurde aber letztlich durch die Wehrmacht auf ihrem Rückzug1945 zerstört. Unmittelbar nach dem Krieg wurde die Ponte Scaligero aufwändig und originalgetreu restauriert. Heute ist die Ponte Scaligero mit ihren drei Segmentbögen und einer Länge von 120 Metern eine der größten mittelalterlichen Bogenbrücken Europas.

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Die Ponte Scaligero über der Etsch

Mittelalterliches Stadtzentrum

Das mittelalterliche Zentrum der weitgehend autofreien Altstadt ist so voller sehenswerter Gebäude, dass wir sie an dieser Stelle gar nicht alle aufzählen können. Orientiert euch bei eurem Spaziergang durch die Innenstadt am besten anhand der beiden zentralen Plätze und lasst euch treiben. Die Piazza delle Erbe war der mittelalterliche Marktplatz der Stadtrepublik Verona und ist geprägt von römischen Barockbauten und dem Uhrturm Torre del Gardello. Dahinter schließt sich die Piazza dei Signori an, auf der unter anderem eine Statue des berühmten Dichters Dante Alighieri steht.

Dom Santa Maria Matricolare

In Verona gibt es zahlreiche Kirchen und Kathedralen, die einen Besuch wert sind. Stellvertretend sei hier zunächst der Domkomplex erwähnt. Dieser befindet sich etwas nördlich der Piazza dei Signori. Das Prunkstück des Domkomplexes ist die Kathedrale Santa Maria Matricolare. Der Bau der Domkirche in seiner heutigen Form erfolgte im 12. Jahrhundert, nachdem ein schweres Erdbeben die vorherigen Kirchen zerstört hatte. Ihre finale spätgotische Form erhielt die Kathedrale aber erst um 1500. Besonders sehenswert sind die Fresken im Innenraum, darunter das Altargemälde „Mariae Himmelfahrt“ von Tizian.

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Die Domkirche Santa Maria Matricolare

San Zeno Maggiore

Eine weitere äußerst sehenswerte Kirche findet ihr westlich der Altstadt im Stadtteil San Zeno. Die romanische Basilika San Zeno Maggiore aus dem 11. und 12. Jahrhundert ist schon von Weitem dank ihrem auffälligen freistehenden Glockenturm zu erkennen. Charakteristisch ist das große Radfenster in der Fassade über dem Eingang. Wie bei den meisten italienischen Kirchen des Mittelalters ist auch bei San Zeno die Detailverliebtheit beeindruckend. Steinplatten sind mit Reliefs verziert, auf den Bronzetüren befinden sich ganze Erzählungen in Bildern und das Triptychon des Altars gilt als Meisterleistung der Renaissance.

Aktivitäten

Die Stadt Verona steht ganz im Zeichen der Kultur. Insbesondere die klassische Musik hat hier einen besonderen Stellenwert. Falls möglich, solltet ihr mindestens eine Oper oder ein Konzert besuchen. Ansonsten locken Museen, eine attraktive Einkaufsmeile und natürlich der nahe Gardasee.

Das Haus der Julia besuchen

Selbst Literaturmuffel kennen die weltberühmte Geschichte vom tragischen Liebespaar Romeo und Julia. Die Tragödie des englischen Dramatikers William Shakespeare spielt in Verona und schildert den Versuch zweier Liebender trotz der Feindschaft ihrer Familien, zueinander zu finden.

Obwohl es im ursprünglichen Manuskript gar keine Balkonszene gibt, hat sich gerade diese ins kollektive Gedächtnis eingebrannt: die leidende Julia, nach Romeo flehend. Wer möchte, kann in Verona das Haus der Julia besuchen und diesen Balkon sehen. Dieser wurde zwar erst nachträglich angebaut, aber das tut der Romantik und Fantasie ja keinen Abbruch.

Im Innenhof der Casa di Giuletta stand außerdem bis 2014 die berühmte Bronzestatue der Julia. Heute findet ihr dort nur noch eine Kopie vor, denn das Original wurde ins Museum verlegt, um es vor zunehmenden Schäden zu schützen. Einer Legende zufolge beschert es Glück in der Liebe, die rechte Brust der Statue zu berühren. Alternativ könnt ihr auch einen Liebesbrief an Julia schreiben oder eure Botschaft, wie schon unzählige Besucher vor euch, als Notiz auf der Liebesmauer vor dem Haus hinterlassen.

Einkaufen auf der Via Mazzini

Von der Piazza delle Erbe aus geht die Via Mazzini ab, die wohl bekannteste Einkaufsmeile von Verona. Neben den üblichen Geschäften und Restaurants findet ihr hier vor allem eine Vielzahl an Läden italienischer Nobelmarken – ganz so, wie man es sich bei einem Einkaufsbummel in Norditalien vorstellt.

Ins Museum gehen

Wer von Kultur noch immer nicht genug hat, der findet in Verona einige sehenswerte Museen zusätzlich zu den Kunstschätzen, die in den Kirchen und Kathedralen warten. Zu nennen sei hier erneut das Museum im Castelvecchio als eines der bedeutendsten Kunstmuseen Venetiens. Interessante archäologische Fundstücke befinden sich zum einen im Museo Archeologico sowie im Museo Lapidario Maffeiano, einem der ältesten archäologischen Museen Europas. Wem der Sinn nach Naturgeschichte steht, der besucht das Museo civico di Storia Naturale.

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Das Castelvecchio von innen

Besuch der Oper

Wenn ihr Freunde der Oper seid, dann solltet ihr auf jeden Fall euren Besuch in Verona mit den jährlichen Opernfestspielen dort abgleichen. Jedes Jahr finden in der Arena di Verona zahlreiche Opern von Weltrang statt, etwa Carmen, Aida, Nabucco oder auch La Traviata oder die Carmina Burana. Außerhalb der Sommersaison könnt ihr das Teatro Filarmonico besuchen, das sich ganz in der Nähe der Arena befindet. Dieses Opernhaus wird ganzjährig bespielt und blickt auf eine rund 500-jährige Tradition zurück. Vivaldi und Rossini feierten hier bereits die Uraufführung ihrer Opern.

Ausflug zum Gardasee

Obwohl Verona allein schon sehr viel Sehenswürdigkeiten bietet, soll der nahegelegene Gardasee nicht unerwähnt bleiben. Er liegt nur rund dreißig Kilometer von Verona entfernt und ist ein ideales Ausflugsziel, wenn ihr mal einen Tag außerhalb der Stadt verbringen möchtet. Die Anfahrt mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn ist kurz und unproblematisch. Am südöstlichen Ufer des Sees, also der Verona zugewandten Seite, findet ihr einige schöne Strände, etwa den Braccobaldo Beach, sowie den Caneva Aquapark und das Gardaland. In diesem familienfreundlichen Freizeitpark kommen Kinder und Fans von Achterbahnen und anderen Fahrgeschäften voll auf ihre Kosten.

Reise-Infos

Konnten wir euch für eine Reise ins wunderschöne Verona begeistern? Dann haben wir gute Nachrichten, denn ein Trip dorthin ist ohne lange Anreise auch kurzfristig oder für ein verlängertes Wochenende möglich. Hier unsere Reise-Infos für einen stressfreien Aufenthalt in Verona.

Reisezeit & Reisedauer

Das Klima in der Po-Ebene ist in etwa mit dem in Mittel- und Süddeutschland vergleichbar. Das heißt, es gibt recht kalte Winter und oft sehr warme Sommer. Wer also im Juli oder August nach Verona fliegt, sollte nicht allzu hitzeempfindlich sein. Milder sind der Frühling oder der Frühherbst, wenn es wenige Regentage und viele Sonnenstunden gibt.

Verona gilt zwar als Großstadt, ist jedoch problemlos an einem langen Wochenende zu erkunden. Da sich die meisten Sehenswürdigkeiten sowieso in der Altstadt befinden, eignet sich Verona ideal für einen kleinen Trip zwischendurch. Alternativ bereist ihr Norditalien und schaut euch gleich noch Venedig, Mailand oder Bologna an.

Reisevorbereitung & Anreise

Italien gehört zur Europäischen Union, zur Euro-Zone und zum Schengen-Raum. Das bedeutet, ihr könnt euch einfach so mit eurem Personalausweis auf den Weg machen und braucht nicht einmal Geld umzutauschen. Euer Ausweis darf theoretisch sogar bis zu einem Jahr abgelaufen sein, aber das solltet ihr lieber vermeiden.

Wenn ihr mit dem Flugzeug anreisen möchtet, könnt ihr auf dem stadteigenen Flughafen Valerio Catullo landen, der etwas außerhalb von Verona liegt. Dorthin gibt es zahlreiche Direktflüge, unter anderem von Berlin, München, Düsseldorf oder Frankfurt am Main aus.

Grundsätzlich erreicht ihr Verona auch mit dem Zug, zum Beispiel mit dem Eurocity ab München oder dem Urlaubsexpress ab Hamburg. Wer mit dem Auto fahren will, durchquert via Österreich die Alpen und folgt der E45. Von München aus sind das etwa 400 Kilometer, wofür ihr rund fünf Stunden einplanen solltet.

Fortbewegung vor Ort

Wer sich auf die Innenstadt beschränkt, benötigt in Verona nicht unbedingt einen Mietwagen. Die meisten Sehenswürdigkeiten sind fußläufig erreichbar. Alternativ gibt es ein dichtes Busnetz. Zudem existieren Stationen, an denen man sich Fahrräder leihen kann.

In Verona wird selbstverständlich Italienisch gesprochen. In Hotels und größeren Restaurants sowie den klassischen Sehenswürdigkeiten könnt ihr euch auch auf Englisch verständigen. Trotzdem freuen sich die Einheimischen natürlich, wenn ihr euch vorab ein wenig Italienisch aneignet.

Essen & Spezialitäten

Es gibt einige sehr empfehlenswerte Spezialitäten der Veroneser Küche, deren Tradition teils sehr weit zurückreicht. Außerdem findet ihr zu fast jedem Gericht den passenden Wein. Auf ihre Weine sind die Veroneser nämlich ebenso stolz wie auf folgende Gerichte:

  • Risotto al Tastasal – ein Reisgericht mit gesalzenem Hackfleisch
  • Pastissada de Caval – Ein Schmorgericht aus Pferdefleisch, das angeblich 1.500 Jahre alt ist
  • Gnocchi di patate – Kartoffelgnocchi, ein Traditionsgericht zum Veroneser Karneval
  • Fritole – die einstige nationale Süßspeise Venetiens, ein Gebäck mit Äpfeln und Rosinen

Hotels & Unterkünfte

Im gesamten Stadtgebiet Veronas gibt es unzählige Hotels und Unterkünfte für die vielen Besucher, die jedes Jahr in die Stadt strömen. Die Hotels direkt in der Altstadt sind wunderschön, aber auch ein wenig kostspieliger als ihre Pendants in den Außenbezirken. Andererseits, wann nächtigt man schon einmal in einem alten Gemäuer in direkter Nähe zum legendären Balkon von Romeos Julia? Etwas außerhalb gibt es weniger pompöse, dafür umso erschwinglichere Optionen, sodass für jedes Budget und jeden Anspruch etwas dabei ist.

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