Top 10 Nationalparks in Australien


Zwischen Regenwäldern im Norden und schroffen Küstenklippen am südlichen Ozean erstreckt sich ein Kontinent, der Gegensätze vereint wie kein zweiter. Australiens Nationalparks bewahren ihre Vielfalt dabei auf eindrucksvolle Weise – von leuchtend roten Wüsten über Unterwasserwelten bis hin zu Berglandschaften und Felsmalereien. Viele Schutzgebiete liegen so weit voneinander entfernt, dass allein der Weg dorthin ein Abenteuer ist.

Überblick

Über 500 geschützte Gebiete bewahren auf diesem Kontinent knapp 28 Millionen Hektar faszinierender Ökosysteme – von uralten Regenwäldern in Queensland bis zu dramatischen Sandsteinschluchten im trockenen Westen. 14 davon tragen den Titel UNESCO-Welterbe. Der flächenmäßig größte Nationalpark in Australien liegt im Northern Territory und umfasst allein fast 20.000 Quadratkilometer, während der älteste bereits seit 1879 an einem Ufer südlich von Sydney existiert. Ob entlang der Ostküste oder tief im Landesinneren: Jeder Einzelne erzählt seine ganz eigene Geschichte aus Geologie, Artenvielfalt und jahrtausendealter Kultur.

Wer die Top 10 der schönsten australischen Nationalparks durchstreift, erlebt etwas, das kein Bildschirm vermitteln kann. Es ist der Salzgeruch über einem endlosen Korallenriff, die absolute Stille zwischen haushohen Felsdomen aus rotem Sandstein oder das tiefe Brummen eines Didgeridoos bei einer Zeremonie der Aboriginal Communities – deren Vorfahren seit über 40.000 Jahren eine spirituelle Verbindung zu genau diesem Land pflegen. Rau, kraftvoll und von einer Ursprünglichkeit, wie sie nirgendwo sonst auf dem Planeten existiert.

1. Great Barrier Reef Marine Park

Vor der Küste Queenslands erstreckt sich das größte Riff unseres Planeten über mehr als 2.300 Kilometer – ein Naturwunder, das selbst aus dem All sichtbar ist. Der Great Barrier Reef Marine Park bewahrt dieses fragile Ökosystem seit 1975 und zählt als einer der bekanntesten in Australien völlig zurecht zum UNESCO-Welterbe. Hier taucht ihr ein in ein Unterwasserparadies mit über 1.500 Fischarten, sechs verschiedenen Meeresschildkrötenspezies und rund 400 Korallentypen. Bereits der erste Blick unter die Oberfläche offenbart eine Farbenpracht, die kein Aquarium dieser Erde auch nur annähernd nachbilden könnte. Die schiere Größe des geschützten Bereichs macht zusätzlich sprachlos. Denn das Gebiet umfasst eine Fläche, die fast so groß ist wie Deutschland selbst.

Nationalparks Australien Great Barrier Reef Marine Park
Das Great Barrier Reef in all seiner Pracht

Schnorcheln und Tauchen gehören natürlich zu den absoluten Highlights, doch dieser Nationalpark an Australiens Ostküste bietet weit mehr als klassische Riffexkursionen. Von Cairns oder Airlie Beach starten täglich Bootsausflüge zu vorgelagerten Korallenformationen, wo Sichtweiten oft dreißig Meter übersteigen. Die Whitsunday Islands gelten mit dem legendären Whitehaven Beach als perfekter Ausgangspunkt für ausgedehnte Inseltouren, während Hubschrauberflüge eine atemberaubende Vogelperspektive auf das herzförmige Heart Reef ermöglichen. Zwischen Juni und November ziehen außerdem Buckelwale durch diese Gewässer, deren Sprünge ihr aus nächster Nähe beobachten könnt. Nach Sonnenuntergang eröffnet sich dann eine völlig andere Welt: Fluoreszierende Korallen leuchten in surrealen Farben und verwandeln die Tiefe in ein unwirkliches Schauspiel.

Abseits des offenen Ozeans lohnt sich ein Besuch der tropischen Inseln innerhalb des Naturparks. Auf Lady Elliot lassen sich Mantarochen aus nächster Nähe beobachten, Green Island verbindet dichten Regenwald mit kristallklarem Wasser und Lizard gilt als Geheimtipp für Ruhe fernab jeglichen Trubels. Wer ökologisch bewusst reisen möchte, findet zertifizierte Touranbieter, deren Programme aktiv zur Erhaltung beitragen – achtet dabei einfach auf das „Eco Certified“-Siegel. Doch so beeindruckend das gesamte Areal auch ist, steigende Meerestemperaturen und die damit verbundene Korallenbleiche bedrohen diesen Lebensraum zunehmend.

2. Uluru-Kata Tjuta Nationalpark

Mitten im Herzen des australischen Outbacks, rund 450 Kilometer südwestlich von Alice Springs liegt einer der spirituellsten Orte unserer Erde – ein gewaltiges Naturschutzgebiet, das seit 1987 zum UNESCO-Welterbe gehört und gemeinsam mit den traditionellen Eigentümern, dem Volk der Anangu, verwaltet wird. Für sie ist der gesamte Nationalpark weit mehr als eine geologische Formation. Es bildet das kulturelle Herzstück einer über 30.000 Jahre alten Verbindung zwischen Mensch und Land. Im Zentrum erhebt sich der hohe Uluru, ein gewaltiger Sandsteinfelsen, dessen Farben je nach Tageszeit von leuchtendem Orange über tiefes Rot bis hin zu zartem Violett wandeln. Bereits bei Sonnenaufgang, wenn das erste Licht den Monolithen erfasst, spürt ihr diese besondere Atmosphäre auf eine Weise, die tief unter die Haut geht.

Nationalparks Australien Uluru Kata Tjuta National Park
Australiens Nationalparks im Outback

Neben dem berühmten Felsen verdienen die rund 30 Fahrminuten entfernten Kata Tjuta mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Diese Gruppe aus 36 gewaltigen Domen erreicht Höhen von bis zu 546 Metern und wirkt besonders im Abendlicht fast unwirklich. Der Valley of the Winds Walk führt euch durch enge Schluchten zwischen den Formationen hindurch und zählt zu den eindrucksvollsten Wanderungen, die ein Nationalpark in Australien bieten kann. Rund um Uluru selbst bietet der lange Basispfad faszinierende Einblicke in heilige Stätten, Malereien und verborgene Wasserlöcher. Geführte Touren mit Anangu-Guides ermöglichen dabei einen respektvollen Zugang zur jahrtausendealten Bedeutung dieses Ortes.

Wer diesen Nationalpark besucht, sollte unbedingt auch den Nachthimmel erleben. Fernab jeglicher Lichtverschmutzung entfaltet sich hier eines der klarsten Sternenpanoramen weltweit. Organisierte Astro-Touren verbinden Teleskopbeobachtungen mit den Schöpfungsgeschichten der Aboriginal Communities. Tagsüber lohnt sich zudem ein Besuch des Kulturzentrums am Eingang, wo traditionelle Kunst, Dot Paintings und persönliche Erzählungen das Verständnis für diese einzigartige Outback-Region vertiefen. Authentische Werke lokaler Künstler gelten dabei als besonders bedeutungsvolle Souvenirs aus Australien, die weit mehr als bloße Erinnerungsstücke darstellen. Klimatisch solltet ihr euch auf extreme Gegensätze einstellen: Sommertage bringen oft über 40 Grad, während Winternächte bis knapp unter den Gefrierpunkt fallen können.

3. Daintree Nationalpark

Nördlich von Cairns beginnt eine Region, die seit über 180 Millionen Jahren nahezu unverändert existiert – der älteste tropische Regenwald unserer Erde. Dieser Nationalpark an Australiens Ostküste gehört ebenfalls zum UNESCO-Welterbe und beherbergt eine Artenvielfalt, die selbst den Amazonas in manchen Bereichen übertrifft. Auf einer Fläche von rund 1.200 Quadratkilometern gedeihen hier uralte Farnbäume, seltene Orchideen und Pflanzen, deren Vorfahren bereits zur Zeit der Dinosaurier verwurzelt waren. Nirgendwo sonst auf dem Planeten treffen dichter Dschungel und ein Korallenriff so unmittelbar aufeinander, wie an diesem einzigartigen Abschnitt Queenslands.

Nationalparks Australien Daintree National Park
So ursprünglich sind Australiens Nationalparks

Eine Fahrt über den Daintree River per Kabelfähre markiert den Übergang in diese ursprüngliche Wildnis. Am Cape Tribulation verschmelzen sattgrüner Regenwald und türkisfarbener Ozean zu einem Panorama von fast surrealer Schönheit. Geführte Wanderungen durch das dichte Blätterdach offenbaren scheue Kasuare, farbenfrohe Eisvögel und mit etwas Glück das seltene Baumkänguru. Nachts verwandelt sich der australische Nationalpark dann in eine völlig andere Kulisse. Bei organisierten Touren entdeckt ihr Reptilien, leuchtende Pilze und Insekten von erstaunlicher Größe. Der Mossman Gorge Abschnitt bietet zudem kristallklare Flussbecken, umrahmt von moosbewachsenen Granitfelsen – perfekt für eine Pause zwischen den Erkundungen.

Wer diesen Nationalpark wirklich verstehen möchte, sollte an einer Führung mit den Eastern Kuku Yalanji teilnehmen. Als traditionelle Hüter des Landes vermitteln sie jahrtausendealtes Wissen über Heilpflanzen, Buschnahrung und die spirituelle Bedeutung einzelner Orte innerhalb des Regenwaldes. Bei sogenannten Bush Tucker Erlebnissen lernt ihr zudem einheimische Zutaten wie Fingerlimetten, Macadamia oder Zitronenmyrte kennen – australisches Essen in seiner ursprünglichsten Form. Entlang der Küste laden außerdem Schnorchelausflüge zum vorgelagerten Riff ein, wo Meeresschildkröten zwischen bunten Korallengärten gleiten. Ökologisch engagierte Unterkünfte, sogenannte Eco Lodges, fügen sich dabei harmonisch in die Umgebung ein und ermöglichen es, mitten im Dschungel aufzuwachen, ohne dem empfindlichen Ökosystem zu schaden.

4. Karijini Nationalpark

Tief im Landesinneren der Pilbara-Region offenbart sich eine Landschaft von geradezu archaischer Wucht – dramatische Schluchten, deren rot geschichtete Felswände über zwei Milliarden Jahre Erdgeschichte freilegen. Dieser Nationalpark in Westaustralien gehört zu den geologisch ältesten Gebieten unseres Planeten und beeindruckt mit einer Szenerie, die vielen Reisenden völlig unbekannt ist. Anders als die berühmten Küsten an der Ostseite des Kontinents zeigt sich hier eine raue, ungezähmte Seite in ihrer reinsten Form. Rostfarbene Erde erstreckt sich bis zum Horizont, durchbrochen von tiefen Einschnitten, in denen smaragdgrüne Wasserbecken zwischen polierten Steinwänden schimmern.

Nationalparks Australien Karijini National Park
Rote Felskunst der Natur im Karijini Nationalpark

Die spektakulärsten Erlebnisse warten in den Schluchten selbst. Hancock Gorge fordert euch mit schmalen Passagen heraus, durch die ihr teilweise kletternd und watend zum natürlichen Amphitheater Kermits Pool gelangt. Die benachbarte Weano-Schlucht führt über steile Abstiege hinab zu verborgenen Badestellen, während die mächtige Joffre-Kaskade in ein kreisrundes Becken stürzt. Kaum ein anderer Nationalpark in Australien vereint Abenteuer und Geologie auf so eindrucksvolle Weise. Für weniger abenteuerliche Besucher bieten die Aussichtspunkte am Rand der Canyons atemberaubende Panoramen – besonders bei Sonnenuntergang, wenn das Gestein in allen erdenklichen Rottönen glüht. Der Fortescue Falls Trail eignet sich dabei perfekt als Einstieg, da er ohne anspruchsvolle Passagen direkt zu einem ganzjährig fließenden Wasserfall führt.

Ausgangspunkt für Erkundungen dieses australischen Nationalparks ist die kleine Bergbaustadt Tom Price, etwa 80 Kilometer westlich gelegen. Von Perth aus erreicht ihr die Region entweder per Inlandsflug nach Paraburdoo oder über einen mehrtägigen Roadtrip durch das Outback – eine Reise, die allein schon wegen der endlosen Weite ein unvergessliches Erlebnis darstellt. Plant unbedingt mindestens drei Tage ein, denn die Entfernungen zwischen den einzelnen Gorges sind beträchtlich und jede verdient ausreichend Zeit zum Staunen.

5. Freycinet Nationalpark

An der Ostküste Tasmaniens ragt eine zerklüftete Halbinsel aus rosafarbenem Granit in den Südpazifik – Heimat eines der schönsten Strände weltweit. Dieses Naturschutzgebiet besticht durch eine Kombination aus wildromantischer Landschaft, kristallklaren Buchten und einer erstaunlich vielfältigen Fauna. Die berühmte Wineglass Bay, deren perfekt geschwungener, weißer Sandabschnitt von dicht bewaldeten Hügeln eingerahmt wird, zählt zu den absoluten Höhepunkten unter den Nationalparks Australiens. Bereits vom Aussichtspunkt nach einem kurzen, steilen Aufstieg eröffnet sich ein Panorama, das ihr so schnell nicht wieder vergessen werdet.

Nationalparks Australien Freycinet National Park
Einer der schönsten Nationalparks in Australien

Neben dem legendären Strand erwartet euch ein überraschend dichtes Netz an Wanderwegen für unterschiedliche Ansprüche. Die mehrtägige Freycinet Peninsula Circuit führt ambitionierte aktive Urlauber entlang einsamer Buchten und durch lichte Eukalyptuswälder, während kürzere Routen wie der Cape Tourville Lighthouse Walk atemberaubende Ausblicke auf die zerklüftete Granitküste ermöglichen. Kajaktouren entlang der geschützten Westseite offenbaren verborgene Meereshöhlen und Felsbogen, die vom Land aus unsichtbar bleiben. Diese Vielfalt an Erlebnissen macht den Nationalpark in Australien zu einem einzigartigen Ziel. Mit etwas Geduld und Glück könnt ihr sogar Delfine, Seebären und zwischen Mai und November sogar vorbeiziehende Wale beobachten. Abends tauchen dann Wombats und Wallabys auf den Campingplätzen auf – hier teilt ihr euch das Terrain mit der einheimischen Fauna.

Das charmante Küstenstädtchen Coles Bay direkt am Eingang dieses australischen Nationalparks dient als idealer Ausgangspunkt für sämtliche Erkundungen. Gemütliche Boutique-Unterkünfte und hervorragende Fischrestaurants machen den Ort zu einem lohnenden Ziel über die Wanderungen hinaus. Von Hobart aus erreicht ihr die Region in etwa zweieinhalb Autostunden über den malerischen Great Eastern Drive, der bereits unterwegs mit Stopps an hübschen Weingütern und Austernfarmen lockt. Tasmaniens milde Sommer und die vergleichsweise geringe Besucherzahl sorgen dafür, dass sich dieser abgelegene Flecken auch in der Hauptsaison niemals wirklich überlaufen anfühlt.

6. Grampians Nationalpark

Etwa drei Autostunden westlich von Melbourne erheben sich mächtige Sandsteinformationen aus einer sanft gewellten Ebene – ein Gebirgszug, der zu den kulturell bedeutsamsten Landschaften des gesamten Kontinents zählt. Dieser Nationalpark in Victoria beherbergt rund 80 Prozent aller Aboriginal-Felskunststätten im Bundesstaat, darunter Malereien, die bis zu 22.000 Jahre alt sind. Die Jardwadjali und Djab Wurrung pflegen als traditionelle Hüter eine tiefe spirituelle Verbindung zu diesem Gebiet, das in ihrer Sprache Gariwerd heißt. Schroffe Gipfel, dichte Eukalyptuswälder und eine erstaunliche Wildblumenpracht im Frühling machen die Region gleichzeitig zu einem Paradies für Naturliebhaber.

Nationalparks Australien Grampians National Park
Spektakulärer Wasserfall im Grampians Nationalpark

Zahlreiche Wege erschließen die beeindruckende Vielfalt auf unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen. Der Pinnacle Walk belohnt euch nach einem moderaten Aufstieg mit einem der ikonischsten Aussichtspunkte Südaustraliens, während die Mackenzie Falls als mächtigster Wasserfall der Gegend ganzjährig tosende Kaskaden über glatt geschliffene Felsstufen stürzen. Ambitionierte Wanderer finden im mehrtägigen Grampians Peaks Trail eine anspruchsvolle Route durch alpine Gebirgslandschaften und verborgene Täler. Wer diesen Nationalpark sportlich erleben möchte, kommt an den steilen Sandsteinwänden des Mount Arapiles auf seine Kosten. Er gilt international als erstklassiges Bouldergebiet. Zwischen September und November verwandelt sich das Terrain in ein farbenfrohes Blütenmeer mit über tausend heimischen Pflanzenarten.

Ausgangspunkt für Erkundungen dieses australischen Nationalparks ist das Städtchen Halls Gap, das malerisch im Tal zwischen den Bergketten liegt. Hier finden sich gemütliche Unterkünfte, lokale Cafés und ein Besucherzentrum mit umfassenden Informationen zu Routen sowie kulturellen Führungen. Zudem streifen Kängurus und Emus völlig unbeeindruckt durch den Ort. Wer von Melbourne aus anreist, kann unterwegs einen Abstecher in die renommierte Weinregion Ararat einplanen – eine perfekte Ergänzung zu den kraftvollen Natureindrücken, die in Gariwerd auf euch warten.

7. Litchfield Nationalpark

Nur knapp zwei Autostunden von Darwin erstreckt sich ein tropisches Paradies, das bei vielen Reisenden noch immer im Schatten des bekannteren Kakadu steht. Dabei verdient dieses Naturschutzgebiet im Northern Territory mindestens genauso viel Aufmerksamkeit. Üppiger Monsunregenwald, kaskadenförmige Wasserfälle und natürliche Schwimmlöcher von postkartentauglicher Schönheit machen den Park zu einem der beliebtesten Ausflugsziele der gesamten Region. Bereits auf dem Weg dorthin fallen die berühmten Termitenhügel ins Auge. Manche dieser gewaltigen Bauten ragen bis zu sechs Meter in die Höhe und sind in perfekter Nord-Süd-Ausrichtung errichtet, um die extreme Hitze zu regulieren.

Nationalparks Australien Litchfield National Park
Tropische Oasen im Northern Territory

Absolute Höhepunkte des Nationalparks sind die zahlreichen Badestellen inmitten unberührter Wildnis. Florence Falls stürzt über eine doppelte Kaskade in ein von Palmen umrahmtes Becken, das nach einer schwülen Wanderung durch den Dschungel pure Erfrischung bietet. Der mächtige Wangi-Wasserfall beeindruckt mit einer breiten Felswand, über die während der Regenzeit gewaltige Mengen hinabdonnern, während Buley Rockhole euch über mehrere natürliche Steinterrassen gleiten lässt. Der Tabletop Track verbindet als mehrtägige Route sämtliche Highlights miteinander und führt durch abgelegene Abschnitte, in denen ihr stundenlang keiner Menschenseele begegnet. Zwischen Mai und Oktober herrschen dabei ideale Bedingungen, da trockenes Klima angenehme Temperaturen garantiert.

Wer eine Reise durch Australien entlang der nördlichen Route plant, findet in Darwin einen lebhaften Ausgangspunkt voller kultureller Vielfalt. Die Mindil Beach Sunset Markets bieten asiatische Küche unter freiem Himmel direkt am Meer, während das Museum and Art Gallery spannende Einblicke in die Geschichte der Region vermittelt. Nur wenige Kilometer vom Parkeingang entfernt lohnt zudem ein Abstecher zu den Adelaide River Wetlands, wo riesige Salzwasserkrokodile in ihrem natürlichen Lebensraum beobachtet werden können. Diese Kombination aus tropischer Wildnis, tierreichen Feuchtgebieten und urbanem Flair macht das Top End zu einer der vielseitigsten Ecken des Kontinents.

8. Purnululu Nationalpark

Im abgelegenen Osten der Kimberley-Region erhebt sich eine Felslandschaft, die so unwirklich anmutet, als gehöre sie auf einen anderen Planeten. Die gestreiften Bungle Bungle Range mit ihren bienenkorbförmigen Sandsteintürmen in orange-schwarzem Muster zählt seit 2003 zum UNESCO-Welterbe und gilt als eines der faszinierendsten geologischen Phänomene des gesamten Kontinents. Erstaunlicherweise blieb der Purnululu Nationalpark in Westaustralien der breiten Öffentlichkeit bis 1983 völlig unbekannt – erst eine Fernsehreportage machte die Formation weltweit berühmt. Die Djaru und Kija, traditionelle Hüter dieses Landes, kennen die Schluchten und gewölbten Dome hingegen seit Zehntausenden von Jahren als heilige Zeremonienorte.

Naturwunder im Purnululu Nationalpark

Zwei Hauptbereiche erschließen die spektakuläre Szenerie auf unterschiedliche Weise. Im Süden führt ein Wanderweg zur Cathedral Gorge, deren natürliche Akustik zwischen den hoch aufragenden Felswänden für Gänsehaut sorgt. Schmale Pfade schlängeln sich vorbei an Livistona-Palmen durch enge Spalten tief ins Innere des Gebirges. Der nördliche Abschnitt überrascht dagegen mit Echidna Chasm, einer kaum schulterbreiten Schlucht, in die zur Mittagszeit ein einzelner Sonnenstrahl bis zum Boden vordringt und das Gestein in flammendes Rot taucht. Kein anderer Nationalpark in Australien bietet eine derart surreale Kulisse. Aus der Luft entfalten die Formationen ihre volle Wirkung. Helikopterflüge offenbaren das gesamte Ausmaß dieser über 350 Millionen Jahre alten Landschaft auf atemberaubende Art.

Aufgrund seiner isolierten Lage erfordert ein Besuch dieses australischen Nationalparks etwas Planung. Die unbefestigte Zugangsstraße ist ausschließlich mit geländetauglichen Allradwagen erreichbar und nur zwischen April und November geöffnet, da Regenfälle der Wet Season den Pfad unpassierbar machen. Kununurra, etwa 300 Kilometer nördlich gelegen, dient als nächstgelegene Versorgungsstadt mit Unterkünften sowie organisierten Touren in die Bungles. Wer den Anfahrtsweg auf sich nimmt, wird mit einer Ruhe belohnt, die heutzutage immer seltener wird. Hier draußen teilt ihr euch die Wildnis höchstens mit Wallabys und kreisenden Keilschwanzadlern.

9. Royal Nationalpark

Nur eine knappe Autostunde südlich von Sydney erstreckt sich entlang des Ufers ein Schutzgebiet mit bemerkenswerter Geschichte. Gegründet im Jahr 1879, gilt es als zweitältester Nationalpark weltweit und zugleich als erster auf dem gesamten australischen Kontinent. Trotz der unmittelbaren Nähe zur größten Metropole des Landes bewahrt dieses Areal eine erstaunliche Ursprünglichkeit aus dramatischen Sandsteinklippen, versteckten Buchten und dicht bewachsenen Flusstälern. Auf über 15.000 Hektar treffen hier subtropischer Regenwald, offene Heidelandschaften und schroffe Küstenabschnitte aufeinander. Eine Vielfalt, die niemand so nah an einer Millionenstadt vermuten würde.

Nationalparks Australien Royal National Park
Hier könnt ihr absolute Ruhe genießen

Der berühmte Coast Track zählt zu den spektakulärsten Küstenwanderungen in ganz New South Wales und führt über 26 Kilometer von Bundeena bis nach Otford. Unterwegs passiert ihr einsame Strände wie Wattamolla Beach, natürliche Felspools und Aussichtspunkte hoch über dem tosenden Pazifik. Wer kürzere Routen bevorzugt, findet im Hinterland Pfade durch den Hacking River Abschnitt, wo Wasserdrachen auf sonnenbeschienenen Steinen ruhen und Kakadus durch die Baumkronen gleiten. Zwischen Juni und Oktober lassen sich von den Klippen aus vorbeiziehende Buckelwale beobachten, während im Frühling wilde Orchideen und Banksien die Heidelandschaft in ein Blütenmeer verwandeln. Die Wedding Cake Rock Formation bietet zudem eines der meistfotografierten Motive der Region.

Als Ausgangspunkt für Erkundungen dieses Naturschutzgebiets eignet sich das Küstendorf Bundeena perfekt, das per Fähre von Cronulla aus erreichbar ist. Allein die Überfahrt durch den Port Hacking bietet bereits malerische Ausblicke. Entlang des südlichen Rands liegt das charmante Städtchen Stanwell Park, bekannt für seinen Hang-Gliding-Startplatz hoch über dem Meer. Wer während eines Urlaubs in Australien ohnehin in Sydney Station macht, sollte diesen Abstecher unbedingt einplanen: Morgens frühstückt ihr noch im urbanen Trubel der Metropole, nachmittags steht ihr völlig allein auf einer windumtosten Klippe über dem Ozean.

10. Flinders Ranges Nationalpark

Etwa fünf Autostunden nördlich von Adelaide erhebt sich eine Gebirgslandschaft, deren geologische Ursprünge über 800 Millionen Jahre zurückreichen. Das Herzstück dieses Nationalparks in South Australia bildet Wilpena Pound – ein gewaltiges natürliches Amphitheater von rund 80 Quadratkilometern Fläche, umgeben von steil aufragenden Bergkämmen, die aus der Ferne wie eine undurchdringliche Festung wirken. Innerhalb dieser Formation erstrecken sich weite Grasebenen, durchzogen von trockenen Flussbetten und uralten Eukalyptushainen. Die Adnyamathanha, traditionelle Hüter des Landes, erzählen in ihren Schöpfungsgeschichten von zwei gigantischen Schlangen, deren Körper sich zu genau diesem Felsenring zusammenfügten – eine Erzählung, die beim Anblick der geschwungenen Kämme erstaunlich greifbar wird.

Nationalparks Australien Flinders Ranges National Park
Wilde Natur im Flinders Ranges Nationalpark

Zahlreiche Wanderwege erschließen die kontrastreiche Szenerie auf unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen. Der Aufstieg zum St. Mary Peak, mit 1.171 Metern höchster Punkt des gesamten Gebirgszugs, belohnt euch nach einer anspruchsvollen Tour mit einem atemberaubenden Rundblick über den Kessel und die endlosen Ebenen dahinter. Kürzere Routen führen durch die Brachina Gorge, wo freiliegende Gesteinsschichten den sogenannten Trail of Time bilden – einen geologischen Pfad durch Hunderte Millionen Jahre Erdgeschichte. In den Morgenstunden lassen sich entlang der Wasserläufe Gelbfußkängurus und seltene Felswallabys beobachten, während Keilschwanzadler hoch über den Schluchten ihre Kreise ziehen.

Als Ausgangspunkt für Erkundungen dieses australischen Nationalparks dient das kleine Outback-Städtchen Hawker, das mit seinem historischen Charme und rustikalen Unterkünften einen authentischen Einblick in das ländliche Leben bietet. Von Adelaide aus lohnt sich bereits der Weg hin, da die Strecke durch das malerische Clare Valley mit seinen renommierten Weingütern verläuft. Direkt am Kraterrand stehen Übernachtungsmöglichkeiten mit spektakulärer Aussicht zur Verfügung. Rundflüge von dort offenbaren die perfekte Symmetrie der Formation aus einer Perspektive, die vom Boden aus schlicht unmöglich wäre.

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