Albanien: Das vielleicht schönste Land im Balkan

Albanien ist bisher noch ein Geheimtipp, auch unter Kennern des Balkans. Doch Strände und Sehenswürdigkeiten werden auch jene bezaubern, die mit Albanien bisher nichts anfangen konnten.

Bild Urlaubsland Albanien

Ein malerisches Tal in Albanien

Wer erzählt, er würde seinen Urlaub in Albanien verbringen, wird sehr wahrscheinlich Staunen ernten. Das zum Westbalkan gehörende Land mit der Hauptstadt Tirana ist nicht grade als Reiseziel bekannt und Werbung zu diesem Thema haben bisher wohl nur die wenigsten zu Gesicht bekommen. Urlauber, die sich für eine Reise nach Albanien entscheiden, soll das nicht stören.

Das Urlaubsland Albanien entdecken

So erleben sie ein Land, dass noch nicht auf Tourismus eingestellt ist, wie andere Länder und dementsprechend ursprünglich ist. Lässt man sich von Vorurteilen gegenüber Albanien nicht verunsichern, kann man sich auf wilde Gebirge, weite Täler und eine traumhafte Küste freuen. Erkunden Touristen Albanien auf einer Reise, werden ihnen außerdem die vielen schönen Kirchen, Klöster und Moscheen auffallen. Ein Albanienaufenthalt ist für all diejenigen geeignet, die ein Abenteuer in Europa suchen, beispielsweise als Individualtourist oder mit dem Wohnmobil. Wer Wert auf Komfort legt, findet aber auch in immer mehr Hotels in Albanien den entsprechenden Standard. Zeit, den Blick auf das Balkanland zu richten!

Gerade für den Badeurlaub eignet sich Albanien ideal, sind die Strände im Land doch teils noch herrlich unberührt. Die Albanische Riviera liegt im Südwesten und zieht sich von Saranda bis Vlora. Hier wird das Ionische Meer zur Adria. An der Albanischen Riviera gibt es viele schöne Hotels, besonders beliebt ist der Ort Ksamil, zu dem auch einige kleine Inseln gehören, die wie ins blaue Meer getupft, vor der Küste liegen. Bei gutem Wetter kann man von hier aus bis nach Korfu sehen, das auf der anderen Seite des Ionischen Meeres liegt. Im Gegensatz zur griechischen Insel wirst du in Albanien jedoch keine großen Hotelketten finden. Kleine Hotels und Gästehäuser sind hier vorrangig. Über Komfort brauchst du dir dennoch keine Gedanken machen. Weil der Tourismus in Albanien erst Ende der 1990er Jahre Fahrt aufgenommen hat, sind viele Hotels und andere Unterkünfte moderner als so mancher Hotelklotz auf Mallorca.

Bild Baden am Ionischen Meer

Traumhafte Strände am Ionischen Meer

Zum Baden in Albanien sind Badeschuhe empfehlenswert, besonders, wenn ihr mit Kindern Urlaub macht. Nur Unempfindliche gehen barfuß über die Kies- und Steinstrände, so auch am Ksamil Beach. Hier könnt ihr euch auch für kleines Geld Liegen und Schirme ausliehen, denn der Urlaub in Albanien ist nicht nur schön, sondern auch günstig. Da ist auch ein Restaurantbesuch am Strandtag ohne Weiteres drin. Probiere doch mal die Beach Bar Korali, wo es frischen Fisch und Meerestiere direkt auf den Teller gibt. Die Küche in Albanien ist mediterran und vor allem italienisch angehaucht. Vielerorts gibt es gute Pizza und leckeres Eis. Wer ganz traditionell albanisch essen will, sollte sich auf deftige Fleischgerichte einstellen.

Unweit von Ksamil liegt die Hafenstadt Saranda, die besonders am Abend sehr schön anzuziehen ist. Kleine Marktstände bieten hier ihre Waren feil, viele Restaurants und Bars bieten den besten Blick aufs Meer, dazu einen wohlschmeckenden Sundowner. Ebenfalls in der Nähe und besser für einen Tagesausflug geeignet ist der Nationalpark Butrint, wo sich die gleichnamige antike Stätte befindet. Die Ruinenstadt liegt inmitten hoher Bäume und kann wahrlich Geschichte erzählen. Die Griechen und die Römer wirkten hier, seit 1990 ist Butrint Weltkulturerbe der UNESCO. Am besten besuchen diesen Ort der Kultur erst am Nachmittag, wenn das Gros der Touristen wieder abgereist ist.

Bild Saranda in Albanien

Die malerische Bucht von Saranda

Das Paris Albaniens kennenlernen

Eine gute Gelegenheit, Albanien kennenzulernen, ist auch ein Aufenthalt im Osten Albaniens. Bis zur Grenze von Griechenland und Mazedonien ist es von dem auf einer Hochebene gelegenen Korça nicht weit. Südöstlich der 51.000 Einwohner Stadt können Ausflüge in den Drenova-Nationalpark unternommen werden. Beim Gang durch Korça fallen die osmanischen und französischen Einflüsse auf das Stadtbild auf, nicht umsonst spricht man von der Stadt als das Paris Albaniens. Zweifellos zählt Korça zu den sehenswertesten Städten des Landes. Ein Bummel über den Bulevardi Republika mit seinen Lindenbäumen darf bei einem Urlaub in Korça nicht fehlen. An einem seiner Enden steht ein futuristischer Aussichtsturm. Architektonisch dürfen Häuser und Gebäude im Gründer- und Jugendstil sowie Klassizismus bewundert werden. Daneben gibt es noch viele Überbleibsel aus der Zeit der Herrschaft der Türken. Während in der Stadt der christlich-orthodoxe Glaube dominiert, ist im Umland der Islam tonangebend. Ende des 19. Jahrhunderts war die Stadt ein wichtiges Zentrum der albanischen Nationalbewegung und sie wird auch als Wiege der albanischen Kultur bezeichnet. Zu den sehenswerten Museen zählen das Nationalmuseum für Mittelalterliche Kunst und das Oriental-Museum „Bratko“. Wer sich frühzeitig um ein Zimmer in einem der zahlreichen Hotels kümmert, hat die größere Auswahl. Von daher sollte das Buchen nicht unnötig aufgeschoben werden.

Wandern bei Benjë-Novoselë

Südwestlich von Korça befindet sich in 129 km Entfernung im Parku Kombëtar Bredhi i Hotovës das Örtchen Benjë-Novoselë mit einer Steinbogenbrücke; im Hintergrund türmen sich die Berge des Nemërçkës Gebirges. Ein hübscher Anblick. Vor Ort bietet sich ein Gang entlang des Lengarica Flusses an, der durch eine Schlucht fließt. Hin und wieder wechselt der Weg das Ufer, sodass man durchs Wasser waten muss. In den Felswänden befinden sich Grotten und Höhlen. Wer das Panorama aus einer anderen Perspektive bestaunen möchte, wählt den Weg oberhalb der Felsen.

Am Ausgang der Schlucht kann in schwefelhaltigen Quellen gebadet werden, deren Wasser sich in Bassins staut. Kommen Wanderer nach Benjë, können sie schon aus weiter Entfernung die Kirche mit den nebenstehenden Zypressen sehen. Der kleine Ort hat sich seine Ursprünglichkeit bewahrt, was die alten Steinhäuser und die sie umgebenden Gärten zeigen.

Bild Bistrice in Albanien

Ein Fluss in Bistrice

Schippern auf dem Koman-Stausee

In Nordalbanien wartet der Koman-Stausee mit seinen Auto- und Personenfähren. Er ist 34 km lang, zwischen 50 und 400 m breit und 96 m tief. Während der zweieinhalbstündigen Fahrt passiert man am Ufer Dörfer, die nur per Schiff versorgt werden können. Ist das Wetter schön, ist das Wasser türkisgrün und die Berge schimmern silbrig-grau. Manchmal hat man den Eindruck, man würde durch einen norwegischen Fjord fahren. Urlauber mit einem Wohnmobil können einen der Campingplätze der Region nutzen.

Nach Albanien reisen

Die Anreise nach Albanien gestaltet sich von Deutschland aus mit dem Flugzeug am einfachsten. Zwar ist auch ein Roadtrip durch den Balkan denkbar, doch nicht jeder hat so viel Zeit, um ins Land zu kommen. Gut zwei Stunden etwa dauert der Flug von Deutschland aus in die Hauptstadt Tirana. Von Stuttgart, München, Köln und Frankfurt am Main aus geht es direkt nach Tirana. Mit einem Zwischenstopp in Wien oder Athen kommst du jedoch auch von anderen Flughäfen aus in die albanische Hauptstadt. Die Reisezeit verlängert sich dann um etwa zwei Stunden.

Mit einem Reisepass könnt ihr ohne Visum und bis zu 30 Tagen Urlaub in ganz Albanien machen. Die albanische Währung ist der LEK, aber auch der Euro wird gerne genommen. Zahlt ihr in der einheimischen Währung, könnt ihr euch sicher sein, den niedrigeren Preis zu erhalten. Ein Euro entspricht derzeit etwa 128 LEK. Die albanische Sprache müsst ihr nicht beherrschen, wenn ihr über Tirana an die Küste des Landes reist. Viele Albaner sprechen gut Englisch, einige sogar die deutsche Sprache.