Lesbos: Insel der Dichter


Lesbos zieht schon immer Besucher aus aller Welt an. Und das völlig zu Recht, denn die drittgrößte Insel Griechenlands hat viel zu bieten: tiefgrüne Olivenhaine, deren schimmernde Blätter leise im Ägäiswind rascheln, weite Buchten mit kristallklarem Wasser und mittelalterliche Ortschaften, versteckt zwischen den Hügeln.

Überblick

Die griechische Insel Lesbos ist vor allem als Heimat der antiken Dichterin Sappho bekannt, die im sechsten Jahrhundert vor Christus lebte. Ihre Verse gehören zu den Klassikern der Weltliteratur. Daneben stammen der Naturphilosoph und Schüler Aristoteles’ Theophrastos, der Nobelpreisträger Odysseas Elytis und der naive Maler Theophilos von dieser ägäischen Küste. Kein Wunder, dass noch heute Bücherfreunde aus aller Herren Länder herkommen, um den berühmten Persönlichkeiten in den verwinkelten Gassen von Mytilini nachzuspüren.

Neben ihrem kulturellen Erbe ist Lesbos vor allem für zwei kulinarische Köstlichkeiten berühmt: ihre Oliven und ihren Ouzo. Überall auf den Hängen im Landesinneren stehen prächtige Haine, die die Insel zu einem der wichtigsten Ölproduzenten Griechenlands machen. Das flüssige Gold aus den hiesigen Pressen genießt europaweit unter Feinschmeckern einen ausgezeichneten Ruf. In den Tavernen schenkt man stolz den legendären Anisschnaps aus, der in den Brennereien von Plomari destilliert und in die Welt verschickt wird. Gönnt euch eine Pause auf den Dorfplätzen und genießt das mediterrane Flair dieser ägäischen Perle.

Lesbos Griechenland Sappho in Agiasos
Sappho heißt euch im Bergdorf Agiasos willkommen

Städte

Das urbane Leben auf Lesbos verteilt sich auf verschiedene Orte mit ganz unterschiedlichem Charakter. Von farbenfrohen Städten über venezianische Häfen bis hin zu stillen Bergdörfern bietet die drittgrößte Insel Griechenlands viel Abwechslung für Entdecker, Geschichtsfreunde und Architekturfans.

Mytilini

Wenn ihr im Hauptort von Lesbos ankommt, empfangen euch mediterrane Geschäftigkeit und ein Hauch von Geschichte. Mytilini liegt im Osten und ist schon seit der Antike besiedelt. Von der Uferpromenade aus könnt ihr direkt auf die türkische Küste schauen, die an klaren Tagen zum Greifen nah scheint. Die osmanischen Großvillen in den Hügelvierteln, die neoklassizistischen Bürgerhäuser entlang der Hafenboulevards und die schlanken Minarette der Moschee aus dem 17. Jahrhundert erzählen von der bewegten Vergangenheit unter byzantinischer, genuesischer und osmanischer Herrschaft. Nirgendwo sonst auf der Insel erlebt ihr so viele unterschiedliche Epochen auf einmal wie in den verwinkelten Straßenzügen der Stadt.

Das byzantinische Kastell auf dem nördlichen Hügel liegt nur wenige Gehminuten vom alten Hafen entfernt. Von seinem Wehrgang aus habt ihr eine atemberaubende Aussicht über den Golf von Mytilini und die anatolische Gebirgskulisse dahinter. Im Stadtzentrum reihen sich Marktstände, Kafenios und Ouzerien aneinander, in denen das gesellschaftliche Leben nach einem ganz eigenen Rhythmus funktioniert. Kunstinteressierte und Archäologiefans finden in den Museen Zerstreuung. Am Abend gehört ein Bummel entlang der Kaimauer zu den schönsten Momenten, die euch die Insel schenken kann.

Lesbos Griechenland Mytilini Hafen
Glasklares Meer am historischen Hafen von Mytilini

Plomari

Im Süden Lesbos, wo grüne Hügel steil zum Meer abfallen und kleine Buchten das Ufer teilen, schmiegt sich Plomari an die Küste. Der Ort gilt als inoffizielle Ouzo-Hauptstadt Griechenlands. Und tatsächlich haben die Brennereien der Region zum Weltruhm des ägäischen Nationalgetränks beigetragen. Die Straßen und Plätze haben einen ursprünglichen Charme: breite Platanen spenden Schatten, Fischer reparieren ihre Netze an der Hafenpromenade und die Kafenios, traditionelle Kaffeehäuser, füllen sich schon am Nachmittag mit Leben.

Viele der Destillerien von Plomari könnt ihr besichtigen und dabei mehr über den Entstehungsprozess des Ouzo lernen: von der Auswahl der Anissorten über das Brennen in Kupferkesseln bis zur Abfüllung in die charakteristischen Flaschen mit dem langen Hals. Wenn ihr nach der Entdeckungstour etwas Abkühlung braucht, könnt ihr es euch an den nahegelegenen Kiesstränden gemütlich machen, wo das Meer besonders kristallklar strahlt. Auch das Nachbardorf Agios Isidoros mit seinem langen Sandstreifen ist nur wenige Fahrminuten entfernt und bietet eine angenehme Alternative zu den bekannteren Badeorten der Insel.

Molyvos

Eine der schönsten Siedlungen Lesbos findet ihr im Norden. Das Highlight von Molyvos, das seine Einwohner auch Mythymna nennen, ist das genuesische Kastell, das die Silhouette wie eine mittelalterliche Festung überragt. Der Ort steht unter strengem Denkmalschutz. Enge, kopfsteingepflasterte Gässchen schlängeln sich zwischen den Häusern aus grauem Stein den Berg hinauf. Die Fensterläden leuchten in kräftigem Blau und Rot. Von den Terrassen der Kafenios blickt ihr über ein Gewirr aus roten Ziegeldächern, vorbei an Bougainvillea und Feigenbäumen, bis hinunter aufs Meer.

Im Sommer kommt Leben in die alten Mauern des Kastells von Molyvos, wenn Konzerte oder Theateraufführungen unter freiem Himmel stattfinden. Unterhalb der Festungsmauern liegt der kleine Fischerhafen, von dem aus die Boote jeden Morgen noch vor Sonnenaufgang auslaufen. Den Fang des Tages könnt ihr abends in den Tavernen kosten. Beim Bummel durch die Straßen entdeckt ihr in den Erdgeschossen vieler Steinhäuser Kunstgalerien, Handwerksbetriebe und kleine Antiquitätenläden. Für etwas Bewegung zwischendurch schlendert ihr auf ausgedehnten Wanderwegen durch die Olivenhaine der Gegend.

Lesbos Griechenland. Molyvos
Ausblick auf das malerische Molyvos und seine Festung

Agiasos

Eingebettet in dichte Kastanienwälder am Fuß des Olymposmassivs liegt dieses entzückende Bergdorf. Agiasos ist das kulturelle Herz von Lesbos, bekannt für sein Volkstheater, seine Handwerkstradition und seinen Karneval, der zu den ausgelassensten und buntesten Griechenlands zählt. Enge Gassen winden sich durch den Ortskern und führen zum historischen Wallfahrtsbezirk mit der Kirche Panagia Agiasos, die einer Ikone der Gottesmutter geweiht ist und jedes Jahr tausende Pilger anzieht.

Rund um das Dorf führen gut markierte Wanderwege durch die Kastanienwälder und Olivenplantagen. Das Highlight: Am Ende fast jeder Tour wartet ein Aussichtspunkt mit einem grandiosen Panoramablick über Lesbos und die Ägäis. Die Handwerker von Agiasos sind bekannt für ihre Töpferarbeiten, ihre Holzschnitzerei und ihre traditionellen Musikinstrumente. In ihren Werkstätten entsteht unter anderem die Lauto, die noch immer bei Hochzeiten und Festen gespielt wird. Nehmt euch Zeit für einen Besuch und probiert unbedingt ein frisches Brot, das hier noch in urigen Holzöfen gebacken wird.

Sehenswürdigkeiten

Das kulturelle und natürliche Erbe von Lesbos ist außergewöhnlich reich. Von byzantinischen Kastellen und römischen Aquädukten über einen weltweit einzigartigen versteinerten Wald bis hin zu orthodoxen Klöstern bietet die Insel eine Dichte an Sehenswürdigkeiten, die selbst erfahrene Griechenland-Urlauber überraschen dürfte.

Der versteinerte Wald bei Sigri

Im kargen Westen von Lesbos verbirgt sich eines der seltenen Naturwunder Europas. Der versteinerte Wald rund um das Fischerdörfchen Sigri entstand vor etwa 20 Millionen Jahren, als ein Vulkanausbruch die subtropische Flora unter Asche und Lava begrub. Im Laufe der Zeit mineralisierte das organische Material vollständig. Wenn ihr durch die fossilen Sequoien, Palmen und Kiefern spaziert, könnt ihr noch erahnen, wie der urzeitliche Forst ausgesehen haben muss.

Das Gelände gehört heute zum UNESCO-Geopark. Im modernen Naturkundemuseum am Ortsrand lernt ihr, wie aus Mineralien das filigrane Maserwerk der Hölzer entstand. Auf den Lehrpfaden des Schutzgebiets schlendert ihr an versteinerten Bäumen vorbei, die wie vorzeitliche Säulen aus der Gegend ragen. Denkt an festes Schuhwerk und packt genug Wasser ein, denn Schatten ist in der vulkanischen Steppe rar. Da Sigris so abgeschieden liegt, seid ihr mit etwas Glück sogar alleine unterwegs und könnt die surreale Atmosphäre ungestört genießen.

Lesbos Griechenland Steinerner Wald
Fossile Schätze im Versteinerten Wald von Lesbos

Das Kastell von Mytilini

Über den Dächern der Hauptstadt erhebt sich eine der mächtigsten Burgen des östlichen Ägäisraums. Die Ursprünge des Kastells reichen bis ins sechste Jahrhundert zurück, als die byzantinischen Kaiser Lesbos zu einem militärischen Stützpunkt machten. Ihre heutige Gestalt erhielt die Festung von den Genuesen, bevor die Osmanen sie später noch einmal umbauten. An den Toren seht ihr daher Wappen, Inschriften und Symbole gleich mehrerer Epochen und Reiche, deren Herrschaft die Inselgeschichte prägte.

In der Anlage verbergen sich die Ruinen einer osmanischen Medrese, Reste eines Derwischklosters und Zisternen aus der Vorzeit. Im Schatten der Pinien könnt ihr kurz innehalten und die Schildkröten beobachten, die langsam durchs Gras kriechen. Von den Wehrgängen blickt ihr über die Dächer der Hauptstadt und die schimmernde Bucht bis zum nahen Festland Kleinasiens. Der Aufstieg lohnt sich besonders kurz vor Sonnenuntergang, wenn das Licht alles in Bernsteintöne taucht.

Das römische Aquädukt von Moria

Nordwestlich der Hauptstadt findet ihr die mächtigen Bögen einer antiken Wasserleitung. Römische Baumeister errichteten das Aquädukt im zweiten und dritten Jahrhundert, um die damalige Siedlung Mytilene über etliche Kilometer hinweg zu versorgen. Die erhaltenen Pfeiler aus grauem und weißem Marmor sind mehrere Meter hoch und stehen als stille Zeugen der damaligen Ingenieurskunst inmitten von Feldern und Schafweiden.

Anders als die bekannteren Ruinen in Athen liegt dieses Aquädukt fernab der gängigen Pfade, weswegen ihr es oft ganz für euch allein habt. Zwischen den Pfeilern könnt ihr wunderbar flanieren und den Zikaden lauschen, die in der Mittagshitze zirpen. Bei einer Rast in der Natur mit Oliven, Käse und Brot träumt ihr euch in die Vergangenheit. Keine Frage: Dieser verwunschene Ort ist ein Muss für Geschichtsfans.

Lesbos Griechenland Aquaedukt von Moria
Bestaunt die Architektur des Aquädukts von Moria

Das Kloster Moni Limonos

Die im 16. Jahrhundert gegründete Kirchenanlage liegt im Nordwesten der Insel, eingebettet in einen alten Olivengarten. In dem eigens dafür eingerichteten Museum könnt ihr die wichtigsten Ikonen, Manuskripte und liturgischen Gerätschaften von Moni Limonos besichtigen. Wenn ihr durch das Eingangsportal des Klosters tretet, spürt ihr die Stille und Erhabenheit, die die Deckengewölbe mit den byzantinischen Fresken vermitteln.

Die ansässige Ordensgemeinschaft pflegt noch immer die Tradition der Ikonenmalerei und bietet Führungen an, die Einblicke in den Alltag des Monasteriums geben. Wenn ihr in den frühen Morgenstunden kommt, könnt ihr dem Gebet der Mönche beiwohnen, deren Gesang eine beinahe meditative Stimmung in den ehrwürdigen Steinhallen erzeugt. Im Buchladen des Klosters könnt ihr neben religiösen Schriften auch Kunsthandwerk kaufen, darunter Heiligenbilder und kleine Schnitzereien. Der Ausflug führt durch Olivenhaine und empfiehlt sich, wenn ihr mal eine Pause vom Strand braucht.

Aktivitäten

Lesbos bietet mehr als nur Sonnenschein. Die Insel lädt zu Entdeckungstouren durch das gebirgige Inland, zum Baden in heißen Quellen und zu Vogelbeobachtungen ein. Aber natürlich kommt auch ein gemütlicher Tag am Meer nicht zu kurz. So viel Abwechslung auf kleinem Raum ist wirklich besonders.

Die Strände von Lesbos

Wenn ihr euch nach Sonne und sanfter Brandung sehnt, werdet ihr in eurem Griechenland-Urlaub auf Lesbos garantiert nicht enttäuscht. Die Insel bietet von breiten Stränden über feine Kiesküsten bis hin zu wilden Felsbuchten nahezu alles, was Badelustige begehren. Besonders beliebt sind die langen Sandstreifen rund um Petra und Anaxos im Nordwesten, wo das seichte Wasser ideal für Familien mit Kindern ist und die umgebenen Olivenhaine natürlichen Schatten spenden. Im Süden bei Vatera dagegen findet ihr traumhafte Wasserplätze, die selbst in der Hochsaison nie überfüllt sind.

Ihr sehnt euch nach Einsamkeit und rauer Naturschönheit? Dann empfehlen sich für euch die Buchten rund um Sigri im Westen, wo vulkanische Steinformationen das Meer einrahmen und der Atlantikwind für klares, kühles Wasser sorgt. In Sikamineas an der Nordküste hingegen branden die Wellen sanft an einen kleinen Felsstrand, über dem die Häuser des pittoresken Fischerdorfs stehen. Wenn ihr es lebhafter mögt, findet ihr in Eressos, dem Geburtsort der Dichterin Sappho, eine entspannte Atmosphäre und lange Sandflächen. Bei dieser Vielfalt wird eure Suche nach der besten Badestelle zu einer eigenen, kleinen Entdeckungsreise.

Lesbos Griechenland Strand Sikamineas
Idyllische Ruhe am Strand von Skala Sikamineas

In heißen Quellen baden

Nicht alle Schätze von Lesbos sind kulturell. Im Süden der Insel, nahe dem Dorf Polichnitos, entspringen die heißesten natürlichen Thermalquellen Europas. Das Wasser heizt hier auf bis zu 90 Grad Celsius auf, weswegen ihr nie direkt in die Becken steigen solltet. Besucht stattdessen das traditionelle Badehaus auf dem Gelände, in dem Anwendungen mit gekühltem Nass angeboten werden. Wegen des hohen Gehalts an Schwefel, Natrium und anderen Mineralien soll das Aqua medicinalis Gelenkbeschwerden, Hautkrankheiten und Atemwegsprobleme lindern können.

Dank seiner vulkanischen Vergangenheit sprudeln auf Lesbos noch weitere heiße Quellen aus der Tiefe. Bei Eftalou im Norden findet ihr direkt am Meer ein gewölbtes Badehaus aus der osmanischen Zeit, in dem ihr zwischen dem dampfenden Mineralwasser und der kühlen Brandung wechseln könnt. Schon in der Antike schätzte man die lindernde Wirkung der Thermen als Heilmittel gegen Rheuma und Erschöpfung. Wenn ihr euch nach einem langen Wandertag durch die Olivenhaine in ein Becken sinken lasst, fühlt sich das wie Balsam für die Seele und den Körper an.

Ouzo und Olivenöl verkosten

Eine Reise durch das Schlaraffenland von Lesbos beginnt am besten in den Brennereien rund um Plomari. Bei geführten Rundgängen erklärt euch die Belegschaft, wie Anissamen, Quellwasser und behutsame Destillation das glasklare Getränk hervorbringen, das in ganz Hellas beliebt ist. Zu eurer Degustation wird oft auch ein Schälchen Mezedes mit Sardellen, Schafskäse und etwas Gemüse gereicht. Trinkt den Ouzo in kleinen Schlucken, um seinen Geschmack voll auszukosten.

Daneben öffnen viele Olivenmühlen ihre Tore für neugierige Gäste. Bucht eine Führung, um zu erfahren, wie aus den Früchten der uralten Bäume das goldgrüne Elixier gewonnen wird, das bei keinem Frühstück auf Lesbos fehlen darf. Mit frischem Brot gereicht, könnt ihr beim Probieren oft Noten von Gras, Mandel und Pfeffer schmecken. Kauft in den Souvenirshops ruhig ein paar Flaschen Öl, um das Aroma Griechenlands über euren Urlaub hinaus zu genießen.

Lesbos Griechenland Ouzo mit Sardellen
Genießt Ouzo und Sardellen direkt am Meer

Vogelbeobachtung am Golf von Kalloni

Am flachen Binnenmeer des Golfs von Kalloni findet ihr eines der bedeutendsten Schutzgebiete des Mittelmeerraums. Ornithologen aus aller Welt reisen jedes Frühjahr gezielt nach Lesbos, um die Scharen an Zugvögeln zu sehen, die das Salzwasserreservat als Rast- und Nahrungsstation nutzen. Während der Wanderzeit bevölkern Flamingos, Stelzenläufer, Purpurreiher und Löffler die flachen Uferzonen. Nehmt ein Fernglas mit, um die Vielfalt der Tiere aus sicherer Entfernung zu beobachten.

Wenn ihr Naturausflüge liebt, kommt ihr am besten zwischen März und Mai, wenn der Durchzug am höchsten ist und die Vegetation noch flach genug ist, um die Vögel gut sehen zu können. Erfahrene Guides aus Kalloni organisieren mehrstündige Exkursionen zu den besten Aussichtspunkten und geben euch Einblicke in die Lebensweise der verschiedenen Arten. Neben den spezialisierten Touren lohnt sich auch immer ein Spaziergang entlang der Salzpfannen, an denen sich im Frühjahr Tausende von Flamingos tummeln.

Reise-Infos

Damit euer Urlaub in Griechenland reibungslos verläuft und ihr das Beste aus eurer Zeit auf Lesbos herausholt, haben wir die wichtigsten praktischen Informationen für euch zusammengestellt. Von Wetter und Klima über die Ankunft bis hin zu Spezialitäten und Unterkunftsempfehlungen findet ihr alles für eine perfekte Auszeit.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Das Klima auf Lesbos ist mediterran mit heißen, trockenen Sommern und milden, regenreichen Wintern. Die angenehmsten Monate für einen Urlaub auf der Insel sind Mai, Juni und September. In diesen Wochen liegen die Temperaturen konstant zwischen 22 und 28 Grad Celsius, das Meer ist bereits warm genug zum Baden und die Strände und Sehenswürdigkeiten sind noch nicht so überlaufen. Im Juli und August brennt die Sonne tagsüber vom Himmel und der Meltemi-Wind, der an der Nordküste weht, kann Baden und Bootsausflüge etwas anspruchsvoller machen.

Für einen ersten Besuch auf Lesbos bleibt ihr am besten zehn bis vierzehn Tage. Die Insel ist etwa so groß wie das Saarland. Es gibt also viel zu entdecken, und je kürzer ihr bleibt, desto weniger seht ihr. In einer knappen Woche könnt ihr die Hauptstadt, den Norden und einige Strände kennenlernen. Wenn ihr auch den Westen mit dem versteinerten Forst erleben möchtet, solltet ihr vor Ort ein paar zusätzliche Nächte verbringen. Für einen wirklich entspannten Urlaub plant ihr also am besten großzügig.

Lesbos Griechenland Plomari Hafen
Die bunten Fischerboote von Plomari warten auf euch

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Ihr seid euch sicher, dass Lesbos der perfekte Ort für euren nächsten Urlaub ist, und fragt euch jetzt, wie ihr auf die Insel kommt? Kein Problem, die Anreise ist denkbar einfach. Der Mitilini Airport Odysseas Elytis, benannt nach dem einheimischen Dichter, wird ganzjährig von Athen und Thessaloniki aus bedient. Von Griechenlands Hauptstadt aus seid ihr kaum mehr als sechzig Minuten in der Luft. Alternativ gibt es eine Nachtfähre, die am Hafen von Piräus ablegt und etwa zwölf Stunden bis zur Anlegestelle braucht.

Sobald ihr auf Lesbos ankommt, solltet ihr euch einen Mietwagen besorgen, um alles in Ruhe entdecken zu können. Öffentliche Busse verbinden zwar die größeren Ortschaften, verkehren jedoch nicht so oft und steuern die abgelegeneren Stellen der Insel meist auch nicht an. Mit dem Auto dagegen erreicht ihr versteckte Dörfer, einsame Strände und Bergklöster in eurem eigenen Tempo und könnt jeden Tag ganz nach eurem Geschmack gestalten. Das ist echte Bewegungsfreiheit.

Essen und Spezialitäten

Die Küche von Lesbos lebt von einfachen Zutaten in bester Güte. Kaum ein Gericht kommt ohne Olivenöl und fangfrische Meeresfrüchte aus. Ein besonderes Highlight ist der Tintenfisch. Überall auf der Insel seht ihr Wäscheleinen, auf denen die Tentakeln zum Trocknen aufgehängt werden. Abends in den Tavernen könnt ihr Kalamari in Knoblauchsoße oder gefüllten Oktopus bestellen. Eine weitere Berühmtheit sind die kleinen Sardinen aus dem Golf von Kalloni, die leicht gesalzen und roh als Delikatesse gereicht werden. Dazu gesellen sich gefüllte Zucchiniblüten, würziger Schafskäse und herzhafte Auberginen-Aufläufe.

Wenn ihr Fleisch mögt, solltet ihr unbedingt eines der vielen Lammgerichte probieren, die über Holzkohle gegrillt oder in Tontöpfen mit Zwiebeln, Tomaten und Oregano geschmort werden. Zum Nachtisch bestellt ihr auf Lesbos Glykisma, kleine Süßigkeiten aus Feigen, Mandeln oder Sesam, die mit einem Ouzo besonders gut schmecken. Bei einem Markttag könnt ihr an den Ständen stöbern und frische Kräuter oder das unvergleichliche Olivenöl für zu Hause kaufen.

Lesbos Griechenland Tintenfische
Vor einer Taverne trocknen Tintenfische an der Luft

Hotels und Unterkünfte

Bei den Übernachtungsmöglichkeiten setzt Lesbos auf Charme statt Bettenburgen. In den Bergdörfern und Hafenstädtchen erwarten euch familiengeführte Hotels und Pensionen, die oft in liebevoll restaurierten Steinhäusern untergebracht sind. Besonders stilvoll logiert ihr in einem der herrschaftlichen Anwesen, die einst wohlhabenden Kaufleuten gehörten und heute prunkvolle Gemächer bereithalten. Die persönliche Gastfreundschaft macht jeden Aufenthalt auf der Insel zu etwas ganz Besonderem.

An den Küsten findet ihr elegante Strandresorts mit Pools, gepflegten Gärten und direktem Zugang zum Meer. Perfekt für eine sorgenfreie Auszeit ohne Verpflichtungen. Wenn ihr Ruhe sucht, sind die kleinen Häuser im Hinterland vielleicht eher etwas für euch, von deren Terrassen ihr über die Olivenhaine schauen könnt. Reserviert in der Hochsaison früh genug, denn die schönsten Adressen sind schnell ausgebucht. In jedem Fall findet ihr auf der nordägäischen Insel eine Bleibe ganz nach eurem Geschmack.

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