Azoren – Inselparadies im Atlantik


Die Azoren sind euch als Reiseziel vielleicht noch unbekannt, dabei befindet sich die Inselgruppe in bester Lage zwischen Europa und Nordamerika. Wo der tiefe Atlantik auf fruchtbaren Vulkanboden trifft, ist auf den neun Hauptinseln ein Labyrinth aus tiefblauem Meerwasser, heißen Quellen und sattgrünen Landschaften entstanden. Neugierig? Die besten Tipps für einen unvergesslichen Urlaub auf den Vulkaninseln.

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Neun Hauptinseln der Azoren

Offiziell gehören die Azoren zu Portugal. Verfügt ihr nicht über portugiesische Sprachkenntnisse, könnt ihr euch aber in der Regel auch mit Englisch weiterhelfen. Das Archipel liegt rund 1.500 Kilometer vom Festland entfernt – sozusagen in der Mitte zwischen Europa und Nordamerika. Die neun Hauptinseln ragen als Spitzen riesiger Vulkane aus dem Wasser und werden umrahmt von zahlreichen kleinen, weitestgehend unbewohnten Erhebungen.

São Miguel ist die größte und damit auch bekannteste Insel. Gerade einmal rund 140.000 Menschen nennen sie ihr Zuhause und auch unter den Touristen sind die Azoren nach wie vor eher unbekannt. Dementsprechend sind sie eine perfekte Gelegenheit für euch, um einmal den Menschenmassen zu entfliehen und stattdessen ein unberührtes Naturparadies in seiner vollen Pracht zu genießen. Gleichzeitig ist São Miguel die vulkanisch aktivste Insel im Archipel mit ihren zahlreichen Heißwasserquellen.

Bild Vulkansee auf der Insel Sao Miguel, Azoren

Der Vulkansee Sete Cidades auf São Miguel

Kleiner, aber mindestens ebenso schön, ist die Insel Santa Maria. Ihre Landschaft ist von Gegensätzen gezeichnet und bietet euch somit alles, was das Herz begehrt: flach abfallende Strände im Westen bis hin zu bergigen Märchenwäldern im Osten.

Auf den Namen Pico hört die Insel der Azoren, welche über Jahrzehnte hinweg vom Walfang lebte. Dieser gehört mittlerweile der Vergangenheit an – nicht aber die Wale. Wer die sanften Riesen schon immer einmal mit eigenen Augen sehen wollte, kann diesen Traum in Pico wahr machen.

Blaue Hortensien prägen das Landschaftsbild von Faial, der fünftgrößten Insel im Archipel. Aus diesem Grund trägt sie den Beinamen „Ilha Azul“, die blaue Insel. Möchtet ihr städtisches Flair schnuppern, sollte euer Weg euch nach Horta führen. Die heimliche Hauptstadt der Azoren war einst bereits unter den Entdeckern auf den Weltmeeren bekannt sowie beliebt – und das hat sich bis heute nicht geändert.

São Jorge ist geprägt von reizvollen Höhenwegen, welche durch unberührte Naturlandschaften zu atemberaubenden Aussichtspunkten führen. Die ruhige und beschauliche Insel ist ein echtes Juwel für Wanderer.

Die drittgrößte Insel der Azoren lautet auf den Namen Terceira und beherbergt die offizielle Hauptstadt Angra do Heroísmo. Diese wurde jedoch im Jahr 1980 durch ein Erdbeben beinahe vollständig zerstört. Mit viel Hingabe haben die Einwohner sie neu, aber beinahe originalgetreu wieder aufgebaut. Drei Jahre später wurde sie zum UNESCO-Weltkulturerbeerklärt.

Graciosa ist die zweitkleinste Insel der Azoren und besticht nicht nur durch ihren schönen Namen, sondern vor allem durch die Höhle „Furna do Enxofre“. Das Naturschauspiel dieser Schwefelgrotte in der Caldera mit ihrem unterirdischen Kratersee verspricht zwar einen beschwerlichen Abstieg, dafür aber auch eine unvergessliche Belohnung. Im Gesamten unterscheidet sich Graciosa landschaftlich von den Nachbarinseln und ist geprägt vom Weinbau.

Die Insel der Träume, Flores, gilt als beinahe menschenleer und somit als Paradies für Wanderer, Entdecker und Abenteurer. Die dichten Wälder, die imposanten Wasserfälle, die zum Meer abfallenden Steilklippen und die plätschernden Bäche am westlichsten Punkt von Europa solltet ihr euch nicht entgehen lassen!

Bild Insel Flores, Azoren

Flores ist wahrlich eine Insel zum Träumen

Die kleinste Insel Corvo komplettiert die Liste und misst gerade einmal 17 Quadratkilometer. Dennoch ist sie mit ihrem gelbgrünen Krater, der 3,5 Kilometer Umfang misst, dessen weitläufigen Seen sowie deren Inseln allemal einen Besuch wert.

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Klima und Reisezeit

Das Klima auf den Azoren gilt als ganzjährig stabil, sodass ihr prinzipiell zu jeder Zeit auf das Archipel reisen könnt. Dennoch sind die Monate Juni bis Oktober milder sowie regenarm. Wer also nach einem entspannten Badeurlaub in der warmen Sonne des Sommers sucht, ist vor allem im Juli und August besonders gut auf der Inselgruppe aufgehoben. Die durchschnittlichen Temperaturen im Sommer liegen bei 22 bis 26 Grad Celsius. Im Winter sinken diese aber auch mal unter zehn Grad – was allerdings eher die Ausnahme als die Regel ist. Sogar im Januar bleiben die Temperaturen also vergleichsweise stabil bei bis zu 17 Grad Celsius, wobei es aufgrund der ungeschützten Lage mitten im Atlantik des Öfteren rau und ungemütlich werden kann. Wind und Regenstürmebeeinträchtigen nicht selten den Flugverkehr, sodass ihr bei euren Reisedaten zu dieser Zeit flexibel bleiben solltet.

Wann in eurem individuellen Fall die beste Reisezeit ist, hängt aber nicht nur vom Klima ab. Stattdessen kommt es ganz darauf an, welche Unternehmungen ihr vor Ort plant. Im Frühjahr eignen sich die Azoren perfekt für Wanderausflüge und Radtouren. Die Tage werden langsam wärmer und die Unwetter sowie Regengüsse seltener. Aufgrund der gemäßigten Temperaturen ist es für solche sportlichen Unternehmungen auf den portugiesischen Inseln aber auch im Hochsommer nicht zu heiß. Zudem versprechen der Atlantik, die Seen, Bäche, Wasserfälle & Co. eine willkommene Abkühlung. Und wem es doch zu kalt werden sollte, der kann sich in den Thermalquellen aufwärmen.

Bild Wanderpfad Küste Sao Miguel

Herrlicher Blick vom Wanderweg an der Küste

Tipps für Walbeobachtungen

Ein echtes Highlight stellt während des Urlaubs auf den Azoren die Sichtung von Walen dar. Wer also für Walbeobachtungenins Archipel kommt, hat auf Pico zwischen März und November beste Chancen. Auf São Miguel zeigen sich die sanften Riesen gerne von März bis Oktober und auf Faial solltet ihr zwischen Mai und September Ausschau halten. Zudem könnt ihr hier im gleichen Zeitraum mit Delfinen schwimmen. Auf Pico ist das im Regelfall bereits ab März möglich.

Unbeständig im Sommer

Auch im Sommer sollte euch aber bewusst sein, dass das Wetter auf den Inseln unbeständig ist. Schnell und oft wechseln sich Sonne, Regen, Wind oder Unwetter ab. Wetterfeste Kleidung und Regenjackendürfen deshalb im Gepäck für den Urlaub auf den Azoren keinesfalls fehlen. In den warmen Monaten beruhigt sich das Wetter meist schnell wieder und euer Badeausflug, eure Wanderungen oder weiteren Unternehmungen können ungestört weitergehen. Kein Grund also, euch von der Erkundung dieses Juwels im Atlantik abhalten zu lassen!

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Anreise mit dem Flugzeug

Obwohl der Flugverkehr vor allem in den Wintermonaten aufgrund des rauen Klimas und der starken Winde nicht immer unkompliziert ist, ist das Flugzeug das Transportmittel Nummer eins für die Azoren. Die Lage mitten im Atlantik würde das Archipel ansonsten von der Umwelt abschneiden, denn eine Anreise mit dem Schiff ist zwar möglich, jedoch langwierig und beschwerlich. Bevorzugt ihr dennoch den Wasserweg, ist eine Kreuzfahrt dafür die richtige Wahl – aber keinesfalls die günstigste Variante.

Alternativ habt ihr die Wahl zwischen Direktflügen auf die Azoren, welche jedoch zumeist nicht günstig sind, und Anschlussflügen von Porto. Die reine Flugzeit liegt von Deutschland aus bei etwa viereinhalb Stunden. Von Porto sind es zwei Stunden, von der US-amerikanischen Ostküste in etwa vier und von der kanadischen Ostküste rund fünf Stunden. Der Ankunftsflughafen befindet sich auf São Miguel. Von dort kann es mit kleinen Flugzeugen weiter von Insel zu Insel gehen oder auf den Wasserwegen mit den zahlreichen Fähren sowie Booten.

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Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten

Die Azoren sind ein wahres Paradies mit über 70 verschiedenen Pflanzenarten, welche nur auf dem Archipel existieren. Die fruchtbare Vulkanerde stellt den Lebensraum einer einzigartigen Flora und Fauna dar, welche aufgrund des milden Klimas ganzjährig blühen. Im Wasser tummeln sich Wale sowie Delfine, die beschaulichen Orte und Städtchen erzählen spannende Geschichten aus den vergangenen Zeiten der Entdecker sowie Seefahrerund die zahlreichen Gewässer auf sowie um die Inseln laden zu einem entspannten Bad ein. Hier könnt ihr also eine Menge unternehmen und erleben. Was genau?

Wander- und Radtouren

Diese Schönheit und Einzigartigkeit der Natur machen die Azoren zu einem beliebten Wanderziel. Hier könnt ihr zu Fuß oder mit dem Fahrrad die Landschaften erkunden und euch von einem wahrgewordenen „Garten Eden“ verzaubern lassen. Dichte Wälder, sattgrüne Wiesen, windstille Buchten, heiße Quellen und vieles mehr erwarten euch auf eurer Erkundungstour über die Inseln. Ganz oben auf eurer Liste sollten die Caldera von Corvo, der Azoren-Geopark, die Aschewüste Capelinhos sowie die Furna do Enxofre stehen.

Bild Caldera auf Corvo, Azoren

Imposanter Blick auf die Caldera von Corvo

Tauchen

Nicht nur auf dem Land, sondern auch unter Wasser offenbart sich euch auf den Azoren ein regelrechtes Naturspektakel. Die vom Lavagestein geschützten Buchten beherbergn eine faszinierende Tierwelt – beinahe als wärt ihr in einem natürlichen Aquarium gelandet. Ihr könnt versunkene Schiffswracks besichtigen, Höhlen sowie Grotten erkunden oder euch einfach in der bunten Unterwasserwelttreiben lassen. Ein Erlebnis, das sich auch Tauchanfänger nicht entgehen lassen sollten.

Schwimmen (mit Delfinen und Walen)

Die geschützten Buchten oder sanft abfallenden Strände auf Santa Maria versprechen einen Badeurlaub an beinahe menschenleeren Küsten. Hier könnt ihr den Sand unter euren Füßen spüren, euch im Atlantik abkühlen oder sogar mit Delfinen und Walen schwimmen. Alles, was ihr dafür braucht, ist das richtige Timing und einen Funken Glück.

Bergsteigen

Hoch hinaus geht es auf den Kratern und Gebirgen der Azoren. Die vulkanischen Aktivitäten haben hier eine einzigartige Berglandschaft geformt. Von dicht bewaldeten Gebieten über weitläufige Kuhweiden bis hin zu atemberaubenden Aussichtspunkten bieten sie alles, was das Bergsteigerherz begehrt. Der Berg Pico auf der gleichnamigen Inselgilt mit seinen 2.351 Metern Höhe dabei als beliebteste Anlaufstelle und ist zugleich der höchste Berg von Portugal. Belohnt werdet ihr für den Aufstieg mit einem unvergesslichen Rundumblick über die gesamte Inselgruppe. Auch dafür braucht ihr allerdings ein bisschen Glück, damit euch die den Gipfel umringenden Wolken keinen Strich durch die Rechnung machen.

Schluchtenwandern

Auf den Azoren kann es aber nicht nur hoch hinaus gehen, sondern auch tief hinab. Diese großen Vertikalen gelten als typisch für das Archipel und locken alljährlich Kletterbegeisterte aus aller Welt an, welche sich in den Schluchten abseilen oder an den feuchten Steilhängen versuchen wollen. Doch auch, wenn ihr in den Schluchten nicht klettern wollt, sind sie eine perfekte Anlaufstelle für Wanderungen der anderen Art. Ein Erlebnis, das ihr gewiss nie wieder vergessen werdet und welches es in dieser Form nirgendwo sonst auf der Welt gibt! Fündig werdet ihr auf São Jorge, Santa Maria und Faial.

Städte erkunden

Auf der Suche nach Menschen, beschaulichen Orten oder pulsierenden Städten führt euer Weg euch nach Horta oder in die Stadt Angra do Heroísmo. Sie stehen ganz im Zeichen ihrer geschichtsträchtigen Vergangenheit. Horta liegt in einer geschützten Bucht mit türkisblauem Wasser und einem wunderschönen Sandstrand. Einst hielten hier Segler aus aller Welt inne, um sich mit Gin und guter Gesellschaft für die nächste Etappe zu stärken. Heutzutage findet ihr in Horta vor allem historische Gebäude, beeindruckende Kirchen, spannende Museen wie das „Scrimshaw“ oder die alte Walfabrik und das „Peters Café Sport“ als Treffpunkt für zahlreiche Weltenbummler.

Bild Angra do Heroismo auf Terceira, Azoren

Entdeckt das reizende Angra do Heroísmo

Nur unweit entfernt könnt ihr im „Jardim Botanico do Faial“, einem Garten im Örtchen Flamengo, gefährdete Pflanzen besichtigen. Auf Terceira lädt die Stadt Angra do Heroísmo hingegen zu einer Besichtigung des Stadtparks „Jardim Público“ ein. Ein besonderes Spektakel ist der alljährliche Stierkampf, die „Tourada à corda“ bei welchem die Tiere jedoch nicht getötet werden. Eine schöne Altstadt bietet zudem der Ort Ponta Delgada auf São Miguel.

Heiße Quellen

Eine letzte Sehenswürdigkeit sind die heißen Quellen. Viele Reisende kommen auf der Suche nach Wellness und Gesundheit auf die Azoren und werden in den Thermal- sowie Heilquellenfündig. Die natürlichen Freiluftpools haben eine wohltuende Wirkung auf den ganzen Körper, während der Geist beim Blick auf die atemberaubend schönen Landschaften entspannen kann. Die meisten dieser Naturbäder vulkanischen Ursprungs sind auf  São Miguel zu finden. Daher bietet sich eine Rundreise von Quelle zu Quelle an – um die Insel in ihrer vollen Pracht zu erkunden und zwischendurch in der Wärme des Wassers neue Energien aufzutanken. Als Geheimtipp gilt dabei die Thermalquelle von „Dona Beija“ mit ihren fünf untermauerten Freiluftbecken.

Bild Heiße Quelle auf Sao Miguel, Azoren

Ein warmes Bad in der Quelle

Langweilig wird euch auf den Azoren garantiert nicht. Neben den aufgeführten Unternehmungen und Sehenswürdigkeiten könnt ihr hier auch Gleitschirmfliegen, Kajak- oder Kanufahren, Reiten, Segeln, Hochsee- und Sportangeln oder Wale sowie Vögel beobachten. Auf dem Archipel sehen jede Insel und jeder Tag anders aus. Hier findet ihr Abwechslung, Abenteuer und unvergessliche Erinnerungen fürs Leben.

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