Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité


Gunther von Hagens Körperwelten sind vermutlich vielen Menschen ein Begriff und haben in den letzten Jahren für einen wahren Besucheransturm gesorgt. Doch auch das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité, kurz BMM, birgt eine Vielzahl an spannenden Exponaten und Ausstellungen rund um den menschlichen Körper und ist dabei bereits über 100 Jahre alt! Nur wenige Meter vom Hauptbahnhof entfernt gelegen, ist es ein Muss bei einem Urlaub in Berlin!

Rudolf Virchow machte sich mit der Sammlung unsterblich

Zurück geht die Sammlung auf Rudolf Virchow, seines Zeichens Arzt, Politiker und Pathologe in Berlin. Dieser übernahm im Jahr 1856 den Lehrstuhl für Pathologie an der Berliner Universität. Gleichzeitig wurde er Leiter des Pathologischen Instituts, das eigens auf dem Gelände der Charité errichtet wurde. Virchows Vision war es, jede damals bekannte Krankheit zu dokumentieren.

Dies geschah mit einer über 20.000 Präparate umfassenden Sammlung, die verschiedene Organe und den Befall des Körpers von Krankheiten in verschiedene Stadien und Verläufen zeigt. Für diese einzigartige Sammlung wurde schließlich 1899 eigens ein Pathologisches Museum errichtet, das Virchow auf 2000m² Ausstellungsfläche auch der Öffentlichkeit zugänglich machte.

Wie aus dem Pathologischen Museum das BMM wurde

Durch die Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde die Sammlung stark dezimiert und musste zunächst wieder kontinuierlich aufgebaut werden. Mittlerweile umfasst die Sammlung heute wieder ca. 10.000 Exponate. In den 1970er Jahren wurde das Museum zudem wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Nach der deutschen Wiedervereinigung änderten sich nochmals Name und Konzept der Ausstellung – seit 1998 existierte das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité nun unter seinem aktuellen Namen.

Berliner Medizinshistorisches Museum der Charité

Das Berliner Medizinhistorische Museum der Charité

Es hat sich zur Aufgabe gemacht, die medizinischen Entwicklungen der letzten dreihundert Jahre zu veranschaulichen. Dies gelingt vor allem mit der im Jahr 2007 eröffneten Dauerausstellung, die das Anatomische Theater und einen Präparate-Schausaal beherbergt. Außerdem können die Besucher entdecken, wie Labore zu Virchows Zeiten ausgestattet waren. Und sie begegnen in einem historischen Krankensaal 10 Patienten aus der Charité. Die Wechselausstellungen dienen dazu, die Brücke zwischen dem historischen Erbe der Sammlung und aktuellen Themen in Medizin zu schlagen.

Weltweit bekannt und einzigartig in der Berliner Museumslandschaft

Mit seinen Exponaten rings um Krankenversorgung, Forschung und den menschlichen Körper ist das BMM mittlerweile zu einer gefragten Einrichtung geworden. Doch nicht nur für Schüler, Studierende und Auszubildende in medizinischen Berufen hat das Museum einiges zu bieten – gerade auch für interessierte Laien bereitet das Museum medizinische sowie kultur- und wissenschaftsgeschichtliche Zusammenhänge auf.

Die besonderen Präparate der pathologisch-anatomischen Sammlung sind jedoch nichts für schwache Nerven – deswegen haben Besucher unter 16 Jahren nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten Zutritt zur Ausstellung.

„Kranke Augen“. Wachsmoulagen um 1905. Foto: Thomas Bruns, Berlin

„Kranke Augen“. Wachsmoulagen um 1905. Foto: Thomas Bruns, Berlin

Wir bedanken uns beim BMM für die Bereitstellung der Materialien. Mehr Informationen zum Museum findet ihr auf dessen Homepage unter www.bmm-charite.de.

Kontakt:
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Charitéplatz 1
10117 Berlin
bmm@charite.de

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