Kennen Sie schon Madrid oder waren Sie nur dort?

Das Herz von Spanien schlägt in Madrid. Die Hauptstadt muss sich keineswegs hinter dem gehypten katalanischen Barcelona verstecken. In der Eigenschaft als administratives Zentrum des Landes, und zwar seit dem Jahr 1561, kann Madrid mit einer Vielzahl an Sehenswürdigkeiten und kulturellen Angeboten aufwarten. Die spanische Hauptstadt lohnt sich 2018 nicht nur für ein Champions League Spiel von Real Madrid zu besuchen. Es ist Zeit, die mit 3,2 Millionen Einwohnern drittgrößte Stadt der Europäischen Union kennenzulernen. Fangen wir mit den Gebäuden an!

Calle Gran Via Madrid

Cale Gran Via

Sehenswerte Bauten von Madrid entdecken

Im Urlaub in Madrid zählt der Besuch des Königspalasts ganz klar zum Pflichtprogramm. Der Palacio Real wurde 1755 nach 17 Jahren Bauzeit fertig. Seine nach außen hin strenge, quadratische und mächtig wirkende Form macht ihn gleich als typisch spanischen Bau erkennbar. Damit der Palacio Real nicht das gleiche Schicksal wie sein Vorgänger erleidet, verwendete man so wenig Holz wie möglich. So entstand ein prächtiges Gebäude aus Kalkstein, Granit und Marmor. 50 der 280 Räume können besichtigt werden. Der im barocken Stil gehaltene Palacio Real ist offizielle Residenz des spanischen Königshauses, wird von den Monarchen aber nur zu feierlichen Anlässen betreten. Und wie es sich für einen beeindruckenden monarchischen Bau gehört, zählt zu dem Palacio Real auch ein schöner Park.

Zu den Wahrzeichen von Madrid gehört auch die Puerta de Alcalá, ein 1778 eingeweihtes ehemaliges Stadttor, welches auf der Plaza de la Independencia steht. Wer damals an dieser Stelle in die Stadt wollte, durchquerte entweder einen der drei Torbögen für Pferdefuhrwerke oder einen der beiden äußeren Bögen für Fußgänger. Sich von außerhalb nähernde Besucher der Stadt bewegten sich auf eine mit königlichen Wappen verzierte Außenseite zu. Personen, die Madrid verließen, bekamen die vier Tugenden Weisheit, Gerechtigkeit, Mäßigung und Stärke zu Gesicht. Gleich südöstlich an das Monument schließt der Retiro-Park an, von dem noch die Rede sein wird.

Palacio de Comunicaciones Madrid

Palacio de Comunicaciones Madrid

Nicht spanischen Ursprungs, sondern aus Ägypten: der Templo de Debod. Das älteste Bauwerk in Madrid steht erst seit 1972 in der Metropole. Der aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. stammende Tempel war ein Geschenk der ägyptischen Regierung in den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts. Hintergrund war die Rettung altägyptischer Tempel durch spanische Archäologen im Rahmen des Baus des Assuanstaudamms. Vom Templo de Debod aus hat man einen tollen Blick auf den Palacio Real und den Sonnenuntergang.

Wesentlich neuer ist da das aus dem Jahr 1947 stammende Estadio Santiago Bernabéu, in dem der Fußballverein Real Madrid zu Hause ist. Seit seinem Bau ist es sechsmal renoviert worden, zuletzt 2011. Das etwas mehr als 81.000 Zuschauer fassende Stadion liegt an der Paseo de la Castellana und kann mit der U-Bahn-Linie 10 erreicht werden. Der Ausstieg erfolgt an der Station Santiago Bernabéu. Wer als Fußballfan keine Karte für eines der bevorstehenden Spiele im Jahr 2018 hat, wird es sich zumindest von außen anschauen wollen. Urlaubern, die in Madrid nicht nur bemerkenswerte Architektur sehen möchten, stehen weitere Möglichkeiten des Kulturgenusses zur Verfügung.

Kunst und Kultur von Madrid

Freunde der Kultur begeben sich in Madrid zur Kunstmeile Passeo del Prado, wollen sie die Ausstellungen im Prado-Museum, Thyssen-Bornemisza-Museum und Reina-Sofia-Museum besuchen. Das Museo del Prado ist in einem schönen Bau aus dem Jahr 1808 untergebracht und beherbergt vor allem spanische Malerei aus dem 12. bis Mitte des 19. Jahrhunderts. Bilder von Velázquez und Goya können bewundert werden. Aber auch Künstler wie Hieronymus Bosch oder Albrecht Dürer sind hier ausgestellt. U. a. der Sammelleidenschaft zweier Mitglieder der Thyssen-Dynastie verdankt Madrid das Thyssen-Bornemisza-Museum mit Kunst aus dem 13. bis 20. Jahrhundert. Zu sehen gibt es Kunst aus Nordamerika und Europa. Im Reina-Sofia-Museum erwartet den Gast zeitgenössische, meist spanische Kunst ab dem 20. Jahrhundert. Neben den Werken Picassos sind Bilder von Avantgardisten wie Juan Gris, Joan Miró und Salvador Dalí ausgestellt. Wer sich für die aktuellen, im Jahr 2018 gezeigten Ausstellungen interessiert, findet auf den Internetpräsenzen der drei Museen entsprechende Informationen. Kunst der etwas anderen Art können die Besucher des El Rastros sehen. Auf dem bei Madrilenen wie Touristen beliebten Straßenmarkt kann man außer Kunsthandwerk, Kleidung und Accessoirs noch Bücher, Zeitschriften oder Schallplatten erstehen. Selbst ohne Kaufabsicht lohnt es sich, sich über ihn treiben zu lassen. Bei den Gängen und Fahrten quer durch Madrid kommt man unweigerlich an bestimmten Orten vorbei, darunter die Plaza Mayor und die Plaza Puerta del Sol.

Flamencotänzerin in Madrid

Berühmte Plätze von Madrid

Die Plaza Mayor ist von hübschen Häusern mit Kolonaden umgeben. Hier bietet es sich an, in einem der Cafés oder Restaurants ein Päuschen einzulegen, bevor als Nächstes beispielsweise das grüne Madrid entdeckt wird. In der Mitte des Platzes befindet sich das eingezäunte Reiterstandbild Philipps III. Früher wurden hier Urteile der Inquisition vollstreckt oder gar Stierkämpfe ausgetragen. Heute stehen Touristen auf ihm und bewundern die umliegenden Gebäude. Auf der Plaza Puerta del Sol verabreden sich viele Madrilenen, um von dort aus per U-Bahn, Bus oder Taxi weiter zum eigentlichen Ziel zu kommen. Aber auch auf diesem halbkreisförmigen Platz von Madrid gibt es einiges zu sehen, beispielsweise die Statue El Oso y el Madroño (dt. Der Bär und der Erdbeerbaum), den Nullkilometerstein und das Postamt mit Uhr, wo zu Silvester viele Menschen das neue Jahr begrüßen. Nach viel Sightseeing und Kultur ist jeder froh, in der Hauptstadt von Spanien ein bisschen Natur um sich zu haben. Zu diesem Zweck können sich Urlauber in den Retiro Park oder Jardín Botanico begeben.

Grünes Madrid

Im Retiro Park gibt es mehrere Seen, auf einem kann man über das Wasser rudern, wenn man möchte. Dank der dicht an dicht stehen Bäume, gibt es genug schattige Plätzchen. An einem heißen Sommertag in Madrid der ideale Platz für eine Pause. Beim Schlendern durch den Park kommt man an dem einen oder anderen Straßenmusikanten vorbei. Mehrere Denkmäler ehren berühmte Spanier. Wollen Urlauber in Madrid viele verschiedene Bäume und Pflanzen um sich herumhaben, machen sie sich zum Real Jardín Botánico auf. Der 1781 angelegte Garten beherbergt um die 5.000 Blumen, Büsche und Bäume. Letztere sind teilweise über 200 Jahre alt. Viel Grün, aber auch bebautes Gebiet, können Passagiere bei einer Fahrt mit der Teleférico de Madrid sehen. Die Seilbahn kann an den Haltestellen Paseo del Pintor Rosales und Casa de Campo bestiegen werden und führt dann hinauf zum Stadtpark Casa de Campo. Für die 2.457 m lange Strecke benötigt die Seilbahn elf Minuten. 1969 in Dienst gestellt, wird sie erst seit Januar 2018 von der städtischen Verkehrsgesellschaft verwaltet. In den Grünanlagen Madrids kann man nicht nur den bisherigen Tag Revue passieren lassen oder einfach nur die Ruhe genießen, sondern auch Pläne für abends schmieden.

Ausgehen in Madrid

Urlauber, die abends nicht im Hotel bleiben mögen und noch etwas erleben wollen, finden außerhalb ihrer Unterkunft so einige Optionen, sei es Essen, Trinken oder Tanzen. Sollen es Tapas sein, ist die Casa Lucas eine Option. Bei den kreativ zubereiteten Appetithäppchen fehlen traditioneller Käse oder Schinken. Die Casa Lucas liegt in der Fressmeile Calle Cava Baja, wo auch Traditionsrestaurants leckere Gerichte anbieten. Traditionelle Speisen gibt es auch im keine 200 m entfernten Almendro 13, ebenfalls im Zentrum befindlich. Soll der Abend in Madrid nicht mit dem Essen im Restaurant enden, kann man in die 1862 Dry Bar weiterziehen, die für ihre Cocktails bekannt ist.  Sie befindet sich weniger als zwei Kilometer weiter nördlich im Szeneviertel Malasaña. Im selben Viertel liegt das angesagte Weinlokal Tipos Infames. Wer hinterher noch das Tanzbein schwingen möchte, bleibt entweder in Malasaña oder zieht weiter nach Princesa, dem Studentenviertel. Hier findet jeder etwas nach seinem Geschmack. Erst wenn man müde ist, geht es zurück ins Hotel.

Hotels in Madrid

Ab-in-den-Urlaub bietet für unterschiedliche Ansprüche Hotels in Madrid an. 3-Sterne-Hotels für alle, die tagsüber viel unterwegs sind und abends Wert auf ein gutes Bett legen, sind genauso im Programm wie Unterkünfte mit vier Sternen, die die mit dem gewissen Extra punkten. Wer kurze Wege bevorzugt, wählt ein zentrumsnahes Hotel, steht die Ausstattung im Vordergrund, darf es für den einen oder anderen Gast auch ein bisschen weiter weg vom Zentrum von Madrid sein. Anbei vier Vorschläge zum Übernachten:

  • Das 3-Sterne-Hotel San Lorenzo befindet sich zentrumsnah im Stadtteil Chueca, dank der klimatisierten Zimmer wird es auch im Sommer nicht zu warm. Kostenloses WLAN und ein Fernseher sind vorhanden. Untergebracht ist das Hotel in einem Altbau. Entfernung zum Palacio Real: 1,5 km.
  • Fällt die Entscheidung auf das Hotel Regente, halten sich die Gäste zentral in Madrid auf. Gegen eine Gebühr kann in der 3-Sterne-Unterkunft ein Fitnessstudio genutzt werden. Wer im Urlaub nicht auf seinen Sport verzichten möchte, ist hier also richtig. Die freundlichen und hellen Zimmer sind klimatisiert und mit einem Fernseher ausgestattet. Im Bad können die Urlauber ein Bidet und Haartrockner nutzen. Entfernung zum Palacio Real: 0,8 km.
  • Gäste des Senator Gran Via 70 Spa Hotels nächtigen ebenso im Zentrum von Madrid. Die klimatisierten, komfortablen Zimmer sind mit breiten Betten, WLAN und LCD-Fernseher ausgestattet. Ein Fitnessstudio und Spa ermöglichen im 4-Sterne-Hotel Sport und Entspannung. Zwei Restaurants bieten ihre Speisen an. Entfernung zum Palacio Real: 0,9 km.
  • Im 4-Sterne-Hotel Rafael Atocha stehen für die Gäste geräumige Zimmer mit ebenso geräumigen Bädern bereit. Nach einem ereignisreichen Tag in Madrid können sie sich dort in der Badewanne erholen. Ein Fernseher sorgt für Zerstreuung. Wer mag, nutzt die Geräte des Fitnessstudios. Südöstlich des Zentrums im Stadtteil Atocha gelegen, ist hier genug Platz für einen begrünten Außenbereich mit Sitzgelegenheiten. Entfernung zum Palacio Real: 3,2 km.


Beste Reisezeit für Madrid

Madrid ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Urlauber, die es gerne warm haben, machen am besten im Juli oder August Urlaub in der Stadt. Dann können sie mit Temperaturen von 30 Grad und mehr rechnen. Mit zwei bzw. drei Regentagen ist es dann auch am trockensten. Gründe für die verhältnismäßig hohen Temperaturen in Madrid sind die Höhenlage (667 m) und das kontinentale Klima Zentralspaniens. Wer es nicht ganz so warm braucht, ist im Mai, Juni, September und Oktober gut in Madrid aufgehoben. Innerhalb dieses Zeitraums bewegt sich das Quecksilber zwischen 18 bis 27 Grad. Für Urlauber mit empfindlichem Kreislauf sind dies geeignetere Temperaturen. Mit mehr als neun Regentagen im Monat brauen sie in diesem Zeitraum nicht zu rechnen.

Anreise nach Madrid

Ein Flug nach Madrid dauert von Frankfurt am Main aus zweieinhalb Stunden. Anbieter der Verbindung ist die Lufthansa. Mit Ryan Air sind Fluggäste von Hamburg aus innerhalb von 2:55 Stunden in Madrid. Urlauber, die vom Flughafen München mit der Lufthansa abheben, kommen nach 2:35 Stunden auf dem Flughafen Madrid an. Air Europa braucht für die Strecke Düsseldorf – Madrid die gleiche Zeit. Berliner sind mit Ryan Air etwas länger in der Luft, wenn das Ziel Madrid heißt. Sie erreichen die Hauptstadt von Spanien nach 3:10 Stunden. Der Flughafen Madrid-Barajas liegt etwa zwölf Kilometer nordöstlich des Stadtzentrums von Madrid. Vom größten Flughafen Madrids und auch von Spanien gelangen die Urlauber mit Linienbussen zu den wichtigen Orten innerhalb der Hauptstadt. Wer keinen der im 10-Minuten-Takt verkehrenden Busse nehmen möchte, kann auch den Schnellbus, nehmen, um ins Zentrum von Madrid zu fahren. Die Línea Exprés Aeropuerto 203 hält u. a. an der Plaza de Cibeles.

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