Meteora-Klöster in Griechenland


Wie eigene, mystische, kleine Welten erheben sich die berühmten Meteora-Klöster auf hohen Sandsteinfelsen gen Himmel. Sechs von den ursprünglich 24 Monumenten dieser Art könnt ihr bis heute besichtigen und so auf besondere Weise in die griechische Vergangenheit eintauchen.

Überblick

Die Meteora-Klöster gehören zu den am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten innerhalb Griechenlands. Aufgrund ihrer beeindruckenden Architektur und der ungewöhnlichen Lage ist fast schon verwunderlich, dass sie – anders als die Akropolis in Athen – über die Landesgrenzen hinaus eher zu den Geheimtipps im Urlaub gehören. Die einst 24 Klöster ragen auf seltsam geformten Felsen in die Höhe und markieren jeweils ihre eigene kleine Welt. Sechs der Klöster können noch immer von Urlaubern besichtigt werden. Zudem leben auch heute noch Mönche und Nonnen dort.

Blick auf ein Meteora-Kloster im Pindos Gebirge
Blick auf ein Meteora-Kloster im Pindos Gebirge

Der Name der Klöster geht auf den Begriff “meteoros” zurück, der im Deutschen so viel wie “hoch schwebend” bedeutet. Warum ein so besonderer Standort für die Klöster gewählt wurde? Es wird davon ausgegangen, dass die Mönche, die sie einst errichteten, mit der beachtlichen Höhe Gott auch auf physische Weise näher sein wollten. Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Lage und der sie umgebenden Natur sind die auf bis zu 500 Meter hohen Sandsteinfelsen gelegenen Klöster nicht nur bei geschichtlich interessierten Urlaubern, sondern auch bei Fotografen und Kletterern beliebt.

Geschichte der Klöster

Im 9. Jahrhundert soll die Geschichte der Meteora-Klöster begonnen haben. Zunächst wurden Eremitagen als besondere Gebetsstellen und Zufluchtsorte der frühen Mönche in Höhlen und Felsen errichtet. Schon ab dem 12. Jahrhundert wurden die ersten Klöster auf die Felsspitzen gebaut – verantwortlich war beispielsweise ein Mönch namens Athanasios. Dieser begründete zudem das eigentliche, klösterliche Leben in der Gegend. So sorgte er für die Eröffnung des Metamorphosis-Klosters, das ab dem Jahr 1344 die Heimat von insgesamt 16 Mönchen wurde.

Doch wie schafften es die damaligen Mönche überhaupt, die benötigten Baumaterialien auf die Felsen zu bringen? Teilweise wurden die Werkzeuge und Elemente für den klösterlichen Bau mit Seilzügen und selbst errichteten Aufzügen hochgebracht. Teils zogen sich auch die Mönche, beladen mit allerlei Gegenständen, selbst an den Seilen hinauf. Ebenso soll es Strickleitern zum Erklimmen der Felsvorsprünge gegeben haben. Ganz egal, wie es die Mönche letztlich geschafft haben: Bis heute verdankt ihnen Griechenland dieses wundervolle Stück Geschichte, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört und vor allem im Nebel nahezu magisch wirkt.

Lage und Zutritt

Die Meteora-Klöster in Griechenland befinden sich in der Region Thessalien, am Fuße des Pindos-Gebirges nahe der Stadt Kalambaka und des Dorfes Kastraki. An sich sind sie aufgrund ihrer Lage im Herzen von Griechenland gut erreichbar. Doch führen erst seit dem frühen 20. Jahrhundert direkte Wege, beispielsweise Treppenanlagen, zu den Klöstern. Zuvor galten sie als quasi unerreichbar, konnten sie aufgrund der glatten Felsen doch nur mit Hilfe von Seilwinden erreicht werden.

Klare Sicht auf ein Meteora-Kloster
Klare Sicht auf ein Meteora-Kloster

Die Klöster Agia Triada, Metamorphosis, Roussanou, Agios Stefanos, Varlaam und Nikolaos Anapavsas werden nach wie vor von Nonnen oder Mönchen bewohnt und können von Urlaubern innerhalb der Öffnungszeiten besucht werden. Alle übrigen Klöster sind entweder aufgrund ihrer Einsturzgefahr oder aufgrund ihrer gefährlichen Lage nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Dazu zählen die folgenden unbewohnten Klöster:

  • Agia Moni
  • Agii Apostoli
  • Agion Pnevma
  • Agios Alyssis
  • Agios Antonios
  • Agios Dimitrios
  • Agios Georgios Mandilas
  • Agios Grigorios
  • Agios Modhestos
  • Doupiani (erstes Kloster der Anlage)
  • Kimissis Theotokou
  • Moni Ypsilotera
  • Panagia Mykani
  • Parthenos Kyriakou
  • Pantokrator
  • Prodomos
  • Ypapanti

Hinzu kommt das Mönchsgefängnis Filakae Monakon. Hier mussten der Geschichte nach Mönche, die gegen die strengen Regeln des Klosterlebens verstießen, einst ihre Strafe absitzen und Buße tun.

Öffentlich zugängliche Klöster im Einzelnen

Für euren euren Urlaub in Griechenland sind natürlich die zugänglichen Klöster besonders interessant – wenn auch die übrigen zumindest als herrliches Fotomotiv überzeugen. Besonders praktisch: Nonnenklöster können auch von Männern besucht werden und Mönchsklöster von Frauen.

Kloster Agia Triada

Das Kloster Agia Triada – Heilige Dreifaltigkeit – wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Es gilt als eines der berühmtesten Meteora-Klöster. Unter anderem liegt das daran, dass es im Jahr 1981 einem bekannten Film als Kulisse diente: James Bonds “In tödlicher Mission” wurde trotz Proteste seitens der Mönche dort teilweise gedreht.

Kloster Agia Triada in Griechenland
Kloster Agia Triada in Griechenland

Seit 1925 kann das Kloster über eine Treppe betreten werden; zuvor gab es hier bloß Strickleitern und Seilkonstruktionen, welche die Bewohner nach oben brachten. Die alte Aufzugswinde, die euch an die ursprüngliche Art des Betretens erinnern wird, ist noch vorhanden. Sehenswert ist nicht nur der atemberaubende Ausblick vom Felsen, auf dem das Kloster Agia Triada thront, sondern auch sein Inneres. Freut euch beispielsweise auf ein altes Evangeliar mit silbernem Buchdeckel sowie auf Fresken und Wandmalereien in der klösterlichen Kapelle. Außer donnerstags könnt ihr das Kloster zwischen 9 und 17 Uhr besuchen. Familien mit Kindern sollten bei ihrem Besuch darauf achten, dass die einladende Terrasse nicht überall gesichert ist.

Kloster Metamorphosis / Megalo Meteoron

Es trägt viele Namen und bietet mit rund 60.000 Quadratmetern enorm viel Platz: Das Kloster Metamorphosis oder Megalo Meteoron, manchmal auch nur das “große Kloster” genannt, ist das größte unter den Meteora-Klöstern. Auch dieses Gebäude dient nach wie vor als Unterkunft von Mönchen und war bis Anfang des 20. Jahrhunderts nur über Strickleitern und Seilwinden erreichbar. Es ragt mehr als 600 Meter über dem Meeresspiegel in die Höhe und dient bei Urlaubern als Hauptanziehungspunkt in der Region. Durch den großen Parkplatz gleich vor der Tür der Klosteranlage sowie zahlreiche Einkehr- und Einkaufsmöglichkeiten seht ihr gleich den Einfluss der Urlauber auf das Kloster.

Zu sehen gibt es auch hier eindrucksvolle Fresken aus dem mittleren 16. Jahrhundert, einen Speisesaal, den Weinkeller der Mönche, eine Einsiedlerhöhle, diverse Museumsräume und einen reichlich bepflanzten Innenhof. Zwar ist das Kloster bei Reisenden sehr beliebt, doch durch die weitläufige Anlage verteilen sich die Besucher recht gut. Dadurch habt ihr genügend Gelegenheiten, die einzelnen Sehenswürdigkeiten in aller Ruhe zu bestaunen. Ihr könnt das jeden Tag außer dienstags zwischen 9 und 17 Uhr.

Kloster Roussanou

Ganz anders als das imposante Metamorphosis-Kloster zeigt sich das kleine, aber feine Roussanou, das bis heute die Heimat einiger Nonnen ist. Bezüglich seiner Gründung liegen unterschiedliche Informationen vor. Irgendwann zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert muss es erbaut worden sein. Bevor es zu einem Frauenkloster umgewandelt wurde, lebten Mönche hier. Nach einigen Raubüberfällen auf das Kloster wurden verbliebene Gegenstände in das Metamorphosis-Kloster gebracht. Roussanou war daraufhin ab 1940 lange Zeit unbewohnt.

Das Kloster von Rossanou
Das Kloster von Rossanou

Heute zählt es zu den liebsten Motiven der Fotoreisenden, die die Meteora-Klöster auf ihre Reiseliste setzen. Zudem könnt ihr den Ort über eine Treppe erreichen und besichtigen. Fresken aus dem 16. Jahrhundert gibt es ebenso zu bestaunen wie das (einstige) klösterliche Leben. Souvenirshops, in denen die Nonnen handgemachte Objekte zum Verkauf anbieten, ergänzen das Angebot. Genießt bei einem Besuch unbedingt auch den Blick vom Innenhof in die Ferne! Ins Kloster selbst könnt ihr täglich außer mittwochs zwischen 9 und 17 Uhr.

Kloster Agios Stefanos

Als eines der ältesten Meteora-Klöster ragt das Agios Stefanos als östlich gelegenes Kloster in die Höhe. Es liegt etwas “ab vom Schuss”, weshalb es von Urlaubern weniger stark besucht wird. Daher findet ihr hier den Ruhepol zu Agia Triada, Metamorphosis und Roussanou, den ihr außer montags täglich zwischen 9 und 13 Uhr sowie zwischen 15:30 und 17:30 Uhr besuchen könnt.

Weg zum Meteora-Kloster Agios Stefanos
Weg zum Meteora-Kloster Agios Stefanos

Auch in diesem Kloster lebten erst Mönche und ab dem mittleren 20. Jahrhundert Nonnen. Bis heute ist das Agios Stefanos ein Frauenkloster geblieben. Auch hier erwarten euch imposante Wandmalereien und Museen, zudem perlmuttverzierte Gesangbuchpulte und ein Bischofsthron. Ihr könnt ebenfalls handgemachte Produkte der Nonnen erwerben oder einfach den Ausblick in die Ferne genießen. Die gepflegte Klosteranlage Agios Stefanos wurde im Jahr 1312 gegründet.

Kloster Varlaam

Das Mönchskloster Varlaam wurde im 14. Jahrhundert errichtet. Sein Name geht auf den Erbauer zurück, der neben dem Kloster selbst drei Kirchen, einen Wassertank und eine Zelle fertigte. Zwischen 9 und 16 Uhr könnt ihr täglich außer freitags einen Blick in die heutige Klosteranlage werfen. Zu sehen gibt es beispielsweise ein Museum, das kostbare Gewänder und Ikonen zur Schau stellt.

Varlaam ist eines der Meteora-Klöster
Varlaam ist eines der Meteora-Klöster

Kloster Nikolaos Anapavsas

Das Kloster Nikolaos Anapavsas wurde Ende des 14. Jahrhunderts gegründet. Aufgrund der geringen verfügbaren Fläche, die der gewählte Felsen bot, wurde es mit mehreren Stockwerken ausgestattet. Zu sehen gibt es einen Glockenturm mit Aussichtsplattform sowie Malereien und Fresken. Rund um das Kloster herum seht ihr die Ruinen anderer Meteora-Klöster, beispielsweise des Agias Monis oder Prodromos. Der Besuch ist zwischen 9 und 15:30 Uhr täglich außer freitags möglich.

Meteora-Klöster besuchen

Es gibt viele Argumente für einen Besuch der Meteora-Klöster. Einerseits bieten sie Fotomotive der besonderen Art – ihr könnt sie von Ferne fotografieren oder vor Ort weitläufige Panorama-Aufnahmen der Umgebung machen. Somit sind sie für Naturfotografen eine ideale Kulisse. Andererseits sind sie ein wahres Mekka für Kultururlauber, die sich für die (religiöse) Geschichte des Landes interessieren. Auch Natur- und Aktivurlauber kommen in der Gegend zum Zuge: Es gibt reichlich Wanderwege durch die Natur. Hinzu kommt, dass die Felsen, auf denen die Klöster thronen, als beliebtester Anziehungspunkt von Kletterern in ganz Griechenland gelten.

Kloster besichtigen in Meteora
Kloster besichtigen in Meteora

Achtung: Wer Höhenangst hat, sollte jedoch auf eine Wanderung zu den Klöstern und den Besuch der Aussichtsplattformen verzichten. Natürlich könnt ihr trotzdem die Klöster besuchen, solltet dann aber mit dem Auto oder Bus anreisen und euch eher im Inneren der Gemäuer aufhalten.

Reise-Infos

Griechenland ist bei Urlauber sehr beliebt – doch muss es nicht immer der klassische Strandtrip sein! Wenn ihr die Meteora-Klöster besuchen möchtet, gelten für die Reiseplanung natürlich etwas andere Tipps als für den Badeurlaub am griechischen Strand.

Reisezeit

Allgemein empfehlen wir die Monate März bis Mai sowie den goldenen September für eine Reise zu den Meteora-Felsen und Klöstern. Diese Zeitpunkte liegen abseits der Hochsaison, zu der es durchaus sehr voll werden kann, und bieten euch trotzdem die Chance auf herrliches Wetter. Wer das Besondere sucht, kann die Klöster aber auch im Dezember besuchen. Dann gibt es die Chance auf den Anblick der Monumente und Felsen im Schnee.

Der richtige Zeitpunkt für den Besuch liegt entweder früh morgens oder spät nachmittags bis abends. Das hat zwei Gründe: Erstens sind die Klöster dann weniger stark besucht, zweitens ergeben sich durch den Sonnenauf- oder -untergang wunderbare Bilder, die ihr so schnell nicht vergessen werdet. Die Felsen werden dann in verschiedene Farben getaucht und mystisch von der Sonne beleuchtet. Ein toller Anblick, nicht nur für Verliebte und Träumer!

Besucher am Kloster Varlaam
Besucher am Kloster Varlaam

Anreise

Die Anreise nach Thessalien, wo sich die Klöster befinden, erfolgt ab Deutschland mit dem Flugzeug. Ein geeigneter Ankunftsflughafen ist Thessaloniki. Von dort aus trennen euch noch gute drei Autostunden von den Meteora-Felsen. Alternativ könnt ihr die Felsen auch im Rahmen eines Athen-Urlaubs besuchen. Plant hier aber mindestens vier Autostunden Fahrtzeit bis zu den Felsen und Klöstern ein.

Öffnungszeiten der Klöster

Möchtet ihr alle oder mehrere Klöster besuchen, solltet ihr mindestens zwei Tage für den Meteora-Trip einplanen. Denn jedes Kloster hat unter der Woche an einem Tag geschlossen. An den Wochenenden kann es sehr voll werden, weshalb wir von einem Ausflug samstags und sonntags eher abraten. Die Öffnungszeiten der Klöster während der Sommersaison (April bis Oktober) findet ihr im jeweiligen Abschnitt des Klosters. Für aktuelle Öffnungszeiten und die abweichenden Winteröffnungszeiten zwischen November und März könnt ihr euch vorab online informieren.

Eintritt

Der Eintritt in eines der Klöster beträgt drei Euro für Erwachsene und ist für Kinder kostenlos. Bedenkt auch die Kleiderordnung der Klöster: Frauen müssen lange Röcke, Männer lange Hosen tragen. Zudem sollten die Schultern und Arme bei beiden Geschlechtern bedeckt sein. Habt ihr nicht daran gedacht, liegt aber entsprechende Leihkleidung vor Ort bereit.

Einkehrmöglichkeiten und Spezialitäten

Rund um die Meteora-Felsen gibt es einige Einkehrmöglichkeiten, die euch mit griechischen Köstlichkeiten verwöhnen. Vor allem die Stadt Kalambaka ist dabei auf Urlauber ausgerichtet. Ihr findet Cafés, griechische Tavernen und kleine Imbiss-Buden für die schnelle Stärkung. Vor allem rund um die Hauptstraße gibt es genügend Auswahl für hungrige Mägen. Probiert außerdem den in Meteora hergestellten Tresterschnaps – dieser wird mit Anis versehen und erinnert euch so unweigerlich an DAS griechische Getränk schlechthin, den Ouzo.

Einkehr in eine typisch griechische Taverne
Einkehr in eine typisch griechische Taverne

Hotels und Unterkünfte

In Kalambaka oder Kastraki könnt ihr während eures Trips nach Meteora übernachten. Nur wenige Minuten trennen euch jeweils von den Klöstern, wobei Kastraki etwas näher dran ist. Mehr Auswahl in puncto Übernachtungsoptionen gibt es allerdings in Kalambaka. Entscheidet euch zwischen gemütlichen Mittelklassehotels, rustikalen Pensionen und Unterkünften mit gehobenem Komfort. Wer es ruhig mag, sollte sich für ein in der Altstadt gelegenes griechisches Hotel entscheiden. Hier gibt es weniger Trubel als rund um die belebte Hauptstraße.

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2 Kommentare zum Thema
  1. Grabowsky

    Wir möchten die Kloster die unter Unesco stehen besichtigen schicken sie uns bitte ein Angebot.
    Danke
    Grabowsky

    1. ab in den urlaub Magazin Redaktion

      Hallo Don,

      hier findest du unsere Reiseangebote für Griechenland.

      Viele Grüße
      die ab in den urlaub Magazin Redaktion