Peking – Chinas Hauptstadt entdecken


Spätestens seit den Olympischen Spielen im Jahr 2008 genießt Peking internationale Aufmerksamkeit. Die Hauptstadt von China blickt auf eine faszinierende Geschichte zurück, die vor mehr als 3.000 Jahren begann. Peking gilt als das kulturelle Zentrum des Landes. Wenn ihr nach oder durch China reist, ist die Metropole daher eine ebenso interessante wie beeindruckende Anlaufstelle.

Überblick

Mehr als 21 Millionen Menschen nennen Peking ihr Zuhause. Damit überragt die chinesische Metropole alle Städte, die ihr aus Deutschland kennt. Aber es ist nicht nur ihre Größe, welche die Hauptstadt von China so faszinierend macht. Es sind auch ihre Gegensätze, die jedes Jahr zahlreiche Besucher anlocken, sei es bei der Architektur, beim Essen oder bei der Kultur – um nur einige von vielen Beispielen zu nennen. In Peking, oftmals auch als Beijing bezeichnet, treffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einzigartiger Weise aufeinander. Langweilig wird es euch hier deshalb garantiert nicht.

Hochhaeuser im Finanzdistrikt
Hochhäuser im Finanzdistrikt

Bis heute trägt Peking den Spitznamen „Verbotene Stadt“. Genau genommen handelt es sich dabei aber nicht um die Stadt selbst, sondern um eine ihrer wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Sie stellt das Zentrum der Metropole dar, um welche sich diese über Jahrtausende hinweg ringförmig ausgebreitet hat. Mittlerweile umfasst Peking eine Fläche von knapp 17.000 Quadratkilometern und ist in vier innere sowie zahlreiche äußere Stadtbezirke aufgeteilt. Der alte Stadtkern besteht aus den Bezirken Dongcheng, Xicheng, Xuanwu und Chongwen. Dort seid ihr genau richtig, wenn ihr der Sehenswürdigkeiten wegen nach Peking gekommen seid.

Sehenswürdigkeiten

Mehr als 3.000 Jahre Geschichte haben in Peking ihre Spuren hinterlassen. An Sehenswürdigkeiten mangelt es der chinesischen Hauptstadt deshalb nicht. Während sich die meisten von ihnen im Zentrum befinden, gibt es auch denen einen oder anderen „Ausreißer“, der in jedem Fall einen Abstecher wert ist.

Chinesische Mauer

Die erste und wohl wichtigste dieser außerhalb gelegenen Sehenswürdigkeiten ist die Chinesische Mauer. Sie gehört zu den neuen sieben Weltwundern und ist das größte jemals von Menschenhand erschaffene Bauwerk. Die Chinesische Mauer zählt eine Länge von 6.350 Kilometern. Erbaut wurde sie einst als Grenzbefestigung – teilweise im Jahr 220 v. Chr. und erneut zwischen den Jahren 1368 und 1644. Von Peking aus könnt ihr die Chinesische Mauer an mehreren Orten besichtigen. Besonders beliebt sind dafür Mutianyu und Badaling.

Die Chinesische Mauer bei Mutianyu
Die Chinesische Mauer bei Mutianyu

Tiananmen-Platz

In Deutschland wird der Tiananmen-Platz als Platz des Himmlischen Friedens bezeichnet. Es handelt sich um einen der größten öffentlichen Plätze der Welt. Er befindet sich im Zentrum von Peking und umfasst gleich mehrere Sehenswürdigkeiten, die ihr nicht verpassen solltet: die Große Halle des Volkes, das Denkmal für die Volkshelden, das Tor des Himmlischen Friedens, auch das Nationalmuseum und das Mao-Mausoleum findet ihr auf dem Platz. Seine Größe ist mit 400.000 Quadratmetern beeindruckend.

Tiananmen Platz mit Blick zum Tor des Himmlischen Friedens
Tiananmen-Platz mit Blick zum Tor des Himmlischen Friedens

Rund eine Million Menschen passen hier drauf. Genau das wurde Bürgern auf dem Platz des Himmlischen Friedens im Jahr 1989 zum Verhängnis: Damals wurden am 3. und 4. Juni friedliche Proteste vom chinesischen Militär niedergeschlagen.

Verbotene Stadt

Die Verbotene Stadt ist das traditionelle Zentrum von Peking. Ihren Namen hat diese Sehenswürdigkeit erhalten, weil hier über einen Zeitraum von rund 500 Jahren keinerlei „normale“ Menschen hinein durften. Lediglich Mitgliedern der Ming- und Qing-Dynastie war der Zutritt erlaubt. Durch ihr Leben in der Verbotenen Stadt entfernten sie sich bewusst immer weiter von den Bürgern Pekings – bis zur Revolution 1911. Im Inneren der Verbotenen Stadt gibt es eine purpurne Palastanlage, die als Meisterwerk der chinesischen Architektur gilt. Die Dächer heben sich in gelber Farbe ab und viele Gebäude sind teilvergoldet.

Im Inneren der verbotenen Stadt

Insgesamt zählt die Verbotene Stadt mehr als 800 Gebäude auf 720.000 Quadratmetern Fläche. Damit handelt es sich um die größte Ansammlung von klassischen Bauwerken in ganz China, weshalb die Verbotene Stadt mittlerweile als UNESCO-Weltkulturerbe gilt. Dieser Kaiserpalast der besonderen Art ist daher für viele Besucher die Krönung ihres Aufenthalts in Peking.

Große Halle des Volkes

Die Große Halle des Volkes gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke von Peking. Sie dient vor allem als Veranstaltungsstätte und befindet sich im Westen des Tiananmen-Platzes. Erbaut wurde die Große Halle des Volkes in nur zehn Monaten zwischen 1958 und 1959 im neoklassizistischen Stil. Dieser ist geprägt von bunten Ziegeln und 25 Meter hohen Marmorsäulen, die euch am Eingang willkommen heißen. Insgesamt zählt das imposante Bauwerk mehr als 300 verschiedene Räumlichkeiten. Damit kommt die große Halle des Volkes auf eine Fläche von beeindruckenden 170.000 Quadratmetern.

Die Grosse Halle des Volkes am Tiananmen-Platz
Die Große Halle des Volkes am Tiananmen-Platz

Himmelstempel

Als UNESCO-Weltkulturerbe ist der Himmelstempel ein absolutes Must-see auf eurer Reise nach Peking. Schon aus einiger Entfernung ist der auffällige Tempel nicht zu übersehen. Er wurde zu Beginn des 15. Jahrhunderts errichtet und war Sitz des Yongle-Kaisers, der auch die Verbotene Stadt geschaffen hat. Es handelt sich daher um einen ähnlichen Baustil mit kräftigen Farben und runden Formen. Der Himmelstempel ist damit ein weiteres wichtiges Zeugnis der damaligen Architektur. Sein Areal ist jedoch dreimal größer als jenes der Verbotenen Stadt und dort findet ihr sogar noch mehrere altertümliche Opferaltare, die in China mittlerweile sehr selten sind.

Der Himmelstempel aus dem 15 Jahrhundert
Der Himmelstempel aus dem 15. Jahrhundert

Hutongs

Die Hutongs befinden sich rund um die Verbotene Stadt. Es handelt sich dabei um die Altstadt von Peking, also die mitunter schönsten Stadtviertel der Metropole. In den Hutongs könnt ihr durch verwinkelte Gassen spazieren und das Leben der Einheimischen in seiner ursprünglichen Form beobachten. Die Hutongs stellen somit ein echtes Kontrastprogramm zum modernen Peking dar, das sich vor allem in den äußeren Stadtbezirken abspielt.

Haus in den Hutongs
Haus in den Hutongs

Kaisergräber der Ming-Dynastie

Die Ming-Dynastie herrschte von 1368 bis 1644 über das Kaiserreich China und hat daher auch in Peking viele Spuren hinterlassen. Eine davon sind die Grabstätten im Viertel Changping. Sie liegen also etwas außerhalb der Metropole, doch der Weg lohnt sich. Denn die beeindruckenden Kaisergräber liegen eingekesselt zwischen hohen Bergen auf einer Fläche von 120 Quadratkilometern.

Statuen auf dem Gelaende der Ming Graeber
Statuen auf dem Gelände der Ming Graeber

Hier sind insgesamt 13 Kaiser, 23 Kaiserinnen sowie zahlreiche Prinzessinnen, Prinzen und Konkubinen beigesetzt. Das UNESCO-Weltkulturerbe ist die am besten erhaltene imperiale Grabstätte des Landes und gibt einen ersten Eindruck von der unglaublichen Macht, welche die Ming-Dynastie einst innehatte.

Lamatempel

Der sogenannte Lamatempel ist eine der größten Tempelanlagen der chinesischen Hauptstadt und eines von nur zwei Lamaklostern in China, die noch so gut erhalten sind. Erbaut wurde der Lamatempel im Jahr 1694 in der Qing Dynastie. Lange Zeit war er die Residenz des Prinzen, bevor dieser zum Kaiser gekrönt wurde. Im Jahr 1744 wurde das Gebäude schließlich zum Kloster und damit zum nationalen Zentrum der Lama-Verwaltung. Hier könnt ihr sieben Hallen sowie Pavillons besichtigen, ebenso wie einen hoch aufragenden Glocken- und Trommelturm.

Der farbenfrohe Lamatempel
Der farbenfrohe Lamatempel

Mao Zedong Mausoleum

Im Süden des Tiananmen-Platzes befindet sich die Ruhestätte von Mao Zedong. Er war einer der führenden Politiker von China im 20. Jahrhundert. Als er im Jahr 1976 verstarb, wurde sein Leichnam mumifiziert und das Mausoleum gebaut. Auf 57.000 Quadratmetern findet ihr hier eine beeindruckende Gedenkhalle, eine über drei Meter große Statue von Mao sowie einen gläsernen Sarg mit seinem Leichnam. Jedoch ist umstritten, ob es sich tatsächlich um den Leichnam Mao Zedongs handelt oder nur um eine Wachsfigur. Am besten macht ihr euch davon einfach selbst ein Bild.

Das Mao Zedong Mausoleum am Tiananmen Platz
Das Mao Zedong Mausoleum am Tiananmen-Platz

Nationalmuseum

An interessanten Museen mangelt es Peking nicht. Als Hauptstadt von China findet ihr hier zum Beispiel das Nationalmuseum. Es befindet sich im Osten des Tiananmen-Platzes und besteht aus dem National Museum of Chinese History sowie dem National Museum of the Chinese Revolution. Gegründet wurde das Nationalmuseum im Jahr 1958 und als eines der sogenannten zehn großen Gebäude anlässlich des zehnten Jahrestags der Gründung der Volksrepublik China erbaut. In den Jahren 2007 bis 2010 entstand jedoch ein neues Gebäude mit mehr als 190.000 Quadratmetern auf sieben Etagen. Dort findet ihr 48 Ausstellungsräume und über eine Million Sammlungsstücke, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden.

Olympic Park

Es sind aber nicht nur die alten Sehenswürdigkeiten, welche Besucher nach Peking locken. Auch neuere Attraktionen wie der olympische Park erfreuen sich großer Beliebtheit. Viele von euch werden diesen noch aus dem Fernsehen kennen, als im Jahr 2008 in Peking die Olympischen Spiele abgehalten wurden. Mittlerweile könnt ihr im Olympic Park verschiedene Highlights entdecken vom chinesischen Kulturpark über einen Wasserwürfel bis hin zum „Vogelnest“, wie das nationale Stadium von China genannt wird. Es ist das größte Stahlkonstrukt der Welt und gilt daher als Wunder der modernen Konstruktion.

Sommerpalast

Der chinesische Kaiser residierte lange Zeit in der Verbotenen Stadt. Doch im Stadtzentrum wurde es an heißen Sommertagen oftmals zu unangenehm, sodass er sich mit seinem Gefolge in den Neuen Sommerpalast zurückzog. Er liegt etwas außerhalb des Zentrums und verzaubert durch seinen wunderschönen sowie weitläufigen Garten. Schon das bunte Eingangstor macht beim Besuch im Sommerpalast deutlich, dass es sich um einen ganz besonderen Ort handelt, wie ihr selbst beim Zutritt über die kleine Brücke bemerken werdet.

Der am Wasser gelegene Neue Sommerpalast
Der am Wasser gelegene Neue Sommerpalast

Tempel der Weißen Wolke

An Tempeln mangelt es dem Zentrum von Peking nicht. Hervorgehoben werden muss dabei der Tempel der Weißen Wolke. Er entstammt dem Daoismus und ist bis heute in Gebrauch, nämlich als Sitz der Daoistischen Gesellschaft. Der Tempel gilt als Hort der Ruhe. Ein Eindruck, der durch die tiefenentspannte Ausstrahlung der Mönche in dieser wunderschönen Kulisse noch verstärkt wird. Es handelt sich somit um ein beeindruckendes Bild vom Daoismus, das der Tempel der Weißen Wolke liefert; von einer Religion, die ebenso alt ist wie Peking selbst.

Aktivitäten

Neben den Sehenswürdigkeiten bietet Peking natürlich noch alle Annehmlichkeiten einer modernen Großstadt. Es gibt somit allerhand Aktivitäten, mit welchen ihr euren Besuch in der chinesischen Hauptstadt füllen könnt, zum Beispiel:

  • das Nachtleben in den zahlreichen Bars sowie Clubs genießen
  • kulinarische Köstlichkeiten in den vielen Restaurants probieren
  • Shoppen in den Malls sowie Einkaufsstraßen
  • Stadtrundgänge oder -fahrten machen
  • einem Theater oder Konzert beiwohnen
  • auf den traditionellen Märkten Souvenirs kaufen

Auch, wenn ihr mehr verweilen möchtet als wenige Tage, ist Peking ein gutes Ziel, um China in all seinen Facetten kennenzulernen.

Reise-Infos

Wenn ihr ins Reich der Mitte reisen möchtet, ist ein bisschen Vorbereitung für China notwendig. Das gilt auch für einen Abstecher in die Hauptstadt. Einmal angekommen, entpuppt sich Peking als vergleichsweise unkompliziert und absolut lohnenswert.

Ideale Reisezeit

Prinzipiell könnt ihr ganzjährig Urlaub in Peking machen. Aufgrund des feuchten Monsun-Klimas kann es in den Sommermonaten aber unangenehm heiß werden. Für einen Städtetrip besser geeignet sind daher der Frühling sowie der mildere Herbst. Letzterer gilt als die goldene Jahreszeit in Peking und wird daher besonders empfohlen.

Anreise

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um in die chinesische Hauptstadt zu reisen. Der einfachste Weg von Deutschland aus ist die Anreise mit dem Flugzeug. Peking besitzt einen internationalen Flughafen und wird mehrmals pro Tag angeflogen. Doch auch die Fahrt mit der Transsibirischen Eisenbahn ist ein Abenteuer, das viele Reisende begeistert – und Peking ist ihre Endstation. In jedem Fall benötigt ihr aber ein Visum, um nach China einreisen zu dürfen. Eine Ausnahme gibt es, wenn Peking für euch nur ein Zwischenstopp ist, ein sogenannter Transitaufenthalt, an dem ihr nicht länger als drei Tage verweilt. Es ist daher wichtig, die Frage nach dem Visum frühzeitig zu klären, um es noch rechtzeitig beantragen zu können.

Fortbewegung vor Ort

In Peking stellt sich schließlich die Frage nach der Fortbewegung. Dafür eignet sich am besten das U-Bahn-Netz. Dieses ist zweisprachig beschildert, sodass ihr euch in der Regel gut zurechtfindet. Auch ist die Fahrt mit der Bahn vergleichsweise kostengünstig. Allerdings trefft ihr vor allem zur Rush Hour hier auf unglaubliche Menschenmassen und diese sind nicht jedermanns Ding. Besser geeignet kann dann die Fahrt mit dem Bus sein, allerdings werden die chinesischen Ansagen der Haltestellen dabei manchmal zum Problem. Die einfachste Art der Fortbewegung innerhalb von Peking ist daher das Taxi, welches euch relativ günstig und zielsicher zum gewünschten Ort bringt. Bestellen könnt ihr diese Taxis ganz einfach und bequem per App.

Kulinarisches

Die regionale Küche in Peking bietet euch eine Vielfalt an spannenden Gerichten. Um möglichst authentisch zu essen, empfehlen wir euch einen Besuch auf dem Nachtmarkt an der Wangfujing. Neben Delikatessen wie Skorpione und Insekten findet ihr hier auch Essenstände mit Suppen oder Grillspießen. Auch entlang der Geisterstraße Gujie könnt ihr herrlich speisen – hier reihen sich zahlreiche Restaurants aneinander und lassen euch die Qual der Wahl.

Pekingente in der chinesischen Hauptstadt essen
Pekingente in der chinesischen Hauptstadt essen

Neben der berühmten Peking-Ente, die übrigens Beijing Kaoya heißt, sind auch Lammspieße sehr beliebt. Eine weitere Pekinger Spezialität sind Jiaozi, Teigtaschen gefüllt mit Hackfleisch. Aber auch Vegetarier und Veganer kommen auf ihre Kosten, denn Baozi – gedämpfte Teigtaschen – gibt es auch mit vegetarischen Füllungen oder ohne Füllung. Habt ihr Lust auf Nachtisch, empfehlen wir süß gefüllte Baozi (dou sha bao) oder kandierte Äpfel. Die für uns typische Kirmesspeise ist in Peking ebenso beliebt. Außerdem solltet ihr Tee trinken, denn er hat in China eine große Bedeutung und wird regelrecht zelebriert.

Hotels & Unterkünfte

Die Unterkunft bucht ihr für Peking am besten im Voraus, was je nach Art des Visums ohnehin notwendig ist. An Auswahl mangelt es diesbezüglich nicht, denn Hotels gibt es in der gesamten Stadt. Unter Reisenden beliebt sind dabei die Hotels in der historischen Innenstadt, sodass ihr einen Großteil der Sehenswürdigkeiten zu Fuß erreichen könnt. Sucht ihr hingegen eher nach der modernen Seite von Peking, seid ihr im Geschäftsviertel an der richtigen Adresse. Feierwütige befinden sich mit einem Hotel im Studentenviertel inmitten des Geschehens. Überlegt daher im Voraus, wonach ihr auf eurer Reise nach Peking sucht – und ihr werdet garantiert fündig!

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