Mehr als 17.000 Eilande, Vulkane im Morgennebel, Korallengärten im warmen Blau und charmante Dörfer: Die Inseln Indonesiens wirken wie viele Welten in einem einzigen Staat. Zwischen Terrassenfeldern, Drachen, Regenwald und stillen Sandbänken findet ihr genau jene Magie, die euch vom ersten Atemzug an verzaubert.
Überblick
Über die genaue Zahl der Eilande herrscht selbst unter Geografen Uneinigkeit. Offiziell liegt sie bei 17.508, modernere Vermessungen kommen auf leicht abweichende Werte – fest steht nur: Kein anderer Staat der Erde vereint einen derart gewaltigen Archipel unter einer einzigen Flagge. Bewohnt sind gerade einmal rund 6.000 davon, der weitaus größere Teil gehört Seevögeln, Echsen und dichtem Dschungel. Die Inselgruppe Indonesiens zieht sich über mehr als 5.000 Kilometer entlang des Äquators, von Sumatra im Westen bis Neuguinea im fernen Osten, und durchquert dabei gleich drei Zeitzonen.
Genau diese Dimension macht die Region so faszinierend. Auf Java rauchen aktive Feuerberge über jahrtausendealten Tempeln, auf Borneo hangeln sich Orang-Utans durch dichten Regenwald, und vor Komodo patrouillieren die letzten Drachen unseres Planeten. Dazwischen leuchten Korallengärten bunter als jedes Aquarium, breiten sich Terrassenfelder in sattem Grün aus, und kleine Dörfer pflegen Bräuche, die seit Generationen unverändert bleiben. Diese Vielfalt zwischen weltberühmten Klassikern und Geheimtipps macht den indonesischen Archipel so einzigartig. Somit ist garantiert auch euer persönlicher Lieblingsplatz dabei.
1. Bali
Bali gilt vielen als schönste Insel Indonesiens – und das aus gutem Grund. Wer einmal im Morgengrauen durch die Reisterrassen von Jatiluwih spaziert, während Nebelschwaden über das satte Grün ziehen und aus den umliegenden Dörfern leise Gamelan-Klänge herüberwehen, begreift sofort die Faszination. Überall duftet es nach Räucherstäbchen und Frangipani, an jeder Ecke liegen kunstvoll geflochtene Opfergaben, und das tägliche Leben folgt einem Rhythmus aus Zeremonien, Tempelmusik sowie entspannter Gelassenheit.

Kein Wunder also, dass die hinduistische Perle regelmäßig zu Indonesiens schönster Insel gekürt wird. Die Auswahl an Sehenswürdigkeiten wirkt schier endlos: Der Meerestempel Tanah Lot thront auf einem Felsen mitten in der Brandung, Uluwatu klebt spektakulär an einer 70 Meter hohen Steilküste, und im Künstlerstädtchen Ubud locken Galerien, ein quirliger Affenwald sowie unzählige Yoga-Studios. Frühaufsteher erklimmen den Vulkan Batur und genießen dort oben ein Farbenspiel, das euch garantiert die Sprache verschlägt – anschließend entspannt ihr in heißen Quellen am Kratersee.
Auch für aktive Urlauber hat das Eiland enorm viel zu bieten. Vor Canggu reiten Surfer perfekte Wellen, im Norden stürzen die Wasserfälle Sekumpul und Nungnung tosend in grüne Schluchten, und bei Tulamben wartet das Wrack der USAT Liberty nur wenige Flossenschläge vom Ufer entfernt auf Taucher. Ein Tagesausflug zur Nachbarinsel Nusa Penida mit der ikonischen Kelingking-Klippe und majestätischen Mantarochen gehört ebenfalls aufs Programm. Abends sitzt ihr dann in einem kleinen Warung, probiert knuspriges Babi Guling und schaut zu, wie die Sonne im Ozean versinkt.
2. Java
Nirgendwo schlägt der Puls so kräftig wie auf Java. Hier wohnen rund 145 Millionen Menschen – mehr als auf jedem anderen Eiland der Erde –, weshalb die Region zugleich zu den größten Inseln Indonesiens zählt. Trotzdem prägen keineswegs nur volle Straßen das Bild: Hinter den Metropolen öffnen sich smaragdgrüne Teeplantagen, dampfen mächtige Vulkankegel, und Kulturschätze von Weltrang reihen sich nahtlos aneinander. Genau diese Mischung aus Stadttrubel, üppiger Natur und jahrtausendealter Geschichte macht den Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis für alle, die den Archipel von seiner vielfältigsten Seite kennenlernen möchten.

Allen voran wartet der Borobudur, das größte buddhistische Bauwerk überhaupt. Bei Sonnenaufgang, wenn sich die ersten Strahlen durch den Dunst kämpfen und 72 Stupas langsam aus der Dämmerung hervortreten, erlebt ihr einen wahrhaft magischen Moment. Nur eine Autostunde entfernt ragen die filigranen Hindu-Türme von Prambanan in den Himmel, und im Sultansstädtchen Yogyakarta taucht ihr in die Welt von Batik, Schattenspiel und königlichen Palästen ein. Entlang der Flaniermeile Malioboro probiert ihr euch abends durch dampfende Garküchen – Gudeg, der süßliche Jackfrucht-Eintopf, ist hier Pflicht.
Im Osten wird es dann richtig spektakulär. Am Bromo blickt ihr bei Tagesanbruch über ein surreales Sandmeer, aus dem gleich mehrere Krater Rauchsäulen in den rosafarbenen Himmel schicken. Noch abenteuerlicher geht es am Ijen zu: Nachts wandert ihr hinauf zu seinen berühmten blauen Flammen, einem Naturphänomen, das weltweit nur an zwei Stellen existiert. Unten im Schlund schimmert ein türkisfarbener Säuresee, während Schwefelträger ihre schwere Last über schmale Pfade balancieren. Zwischen all diesen Abenteuern rollt ihr gemütlich mit dem Zug durch Reisfelder und Palmenhaine – Bahnfahren gehört auf der indonesischen Insel Java zu den unterschätztesten Erlebnissen überhaupt. Fensterplatz sichern, Snacks auspacken und einfach die vorbeiziehende Kulisse genießen.
3. Komodo
Drachen existieren wirklich – und sie leben auf Komodo, Rinca und Padar im östlichen Archipel. Auf diesen drei indonesischen Inseln streifen die letzten Riesenwarane unseres Planeten durch trockene Savannenlandschaften: bis zu drei Meter lange Echsen mit gemächlichem Gang, gespaltener Zunge und einem Biss, dem ihr besser nicht zu nahe kommt. Seit 1991 schützt ein UNESCO-Welterbe-Nationalpark diese urzeitlichen Jäger, die ihr auf geführten Wanderungen aus sicherer Entfernung beobachten könnt.

Doch die Region hat weit mehr zu bieten als ihre schuppigen Bewohner. Der Aufstieg auf den Aussichtspunkt von Padar gehört zu den meistfotografierten Momenten, die Indonesiens schönste Inseln bereithalten: Unter euch breiten sich drei geschwungene Buchten aus – eine mit weißem, eine mit schwarzem und eine mit rosafarbenem Ufer. Der berühmte Pink Beach verdankt seine zartrote Tönung winzigen Korallenpartikeln, die sich mit hellem Sand mischen. Ein Spaziergang über diesen Untergrund fühlt sich an wie ein Traum in Pastell.
Unter der Wasseroberfläche geht das Spektakel nahtlos weiter. Starke Strömungen spülen Nährstoffe durch die Kanäle und locken Meeresbewohner in Scharen an: Am legendären Manta Point gleiten oft Dutzende Rochen mit mehreren Metern Spannweite über die Putzerstationen, dazu kreuzen Riffhaie, Schildkröten und Napoleon-Lippfische eure Bahn. Für Taucher zählt der Nationalpark deshalb zu den besten Inseln Indonesiens überhaupt. Ausgangspunkt aller Touren ist das Hafenstädtchen Labuan Bajo auf Flores, von wo aus Boote und mehrtägige Liveaboards ablegen. Besonders stimmungsvoll ist eine Übernachtung an Deck, wenn über euch die Milchstraße funkelt, unter euch der Ozean leise gegen den Rumpf schlägt und am Horizont die Silhouetten vulkanischer Hügel im Mondlicht ruhen.
4. Flores
Ihren Namen verdankt diese Schönheit portugiesischen Seefahrern, die sie schlicht „Blume“ tauften – und treffender hätten sie es kaum formulieren können. Schöne Inseln Indonesiens gibt es viele, doch kaum eine hat sich ihre Ursprünglichkeit so bewahrt wie Flores. Östlich von Komodo erstreckt sich ein 350 Kilometer langes Band aus Vulkanen, Kraterseen und Dörfern, in denen Fremde noch mit ehrlicher Neugier und einem breiten Lächeln begrüßt werden.

Das unangefochtene Highlight ist der Kelimutu mit seinen drei Kraterseen, die je nach Mineralgehalt ihre Färbung wechseln – mal türkis, mal smaragdgrün, mal tiefschwarz. Die Einheimischen glauben, dass hier die Seelen der Verstorbenen ruhen, und wer bei Sonnenaufgang am Rand steht, spürt tatsächlich etwas Mystisches in der kühlen Bergluft. Ebenso sehenswert sind das abgelegene Bergdorf Wae Rebo, dessen kegelförmige Häuser sich an neblige Hänge schmiegen, sowie die spinnennetzartig angelegten Felder von Cancar, ein Meisterwerk traditioneller Landverteilung. Bei einem kulturell geprägten Urlaub in Indonesien sollte diese Region einen festen Platz haben.
Im Westen lockt Labuan Bajo mit Bootstouren in den benachbarten Nationalpark, während der Norden bei Riung ein kaum besuchtes Meeresschutzgebiet aus 17 winzigen Eilanden bereithält – schnorcheln zwischen unberührten Korallen inklusive. Geschichtsfans zieht es zur Höhle Liang Bua, wo Forscher 2003 die Überreste des „Hobbits“ Homo floresiensis entdeckten und damit die Wissenschaftswelt auf den Kopf stellten. Dazwischen dampfen heiße Quellen, brodeln Schlammlöcher und schrauben sich Serpentinen durch eine Szenerie, die hinter jeder Kurve dramatischer wird.
5. Borneo
Borneo ist das drittgrößte Eiland der Erde und beherbergt einen der ältesten Regenwälder unseres Planeten – seit rund 130 Millionen Jahren wuchert hier das Grün. Drei Viertel der Fläche entfallen auf Kalimantan, den südlichen Abschnitt, womit die Region zugleich als weitläufigste Insel Indonesiens gilt, auch wenn Malaysia und Brunei eigene Provinzen im Norden besitzen. Wer Dschungelabenteuer sucht, findet sie nirgendwo intensiver.

Das emotionalste Erlebnis wartet im Nationalpark Tanjung Puting: Auf einem traditionellen Klotok-Hausboot tuckert ihr gemächlich flussaufwärts, vorbei an Nasenaffen, Nashornvögeln und Krokodilen, bis ihr an den Fütterungsstationen von Camp Leakey schließlich ihnen gegenübersteht – wilden Orang-Utans, die sich lässig von Ast zu Ast schwingen. Nachts ankert euer schwimmendes Zuhause mitten im Urwald, Glühwürmchen tanzen über dem Wasser, und aus der Dunkelheit tönt das Konzert von Millionen Zikaden. Dazu serviert die Bordköchin frisch zubereitete Currys, während Geckos neugierig über die Reling spähen. Genau solche Momente machen Borneo zu einem unvergesslichen Ziel.
Doch Kalimantan kann auch Unterwasserwelt: Vor der Ostküste liegt der Derawan-Archipel, ein Geheimfavorit unter Tauchern. Auf Kakaban schwimmt ihr in einem Binnensee voller Quallen, die im Lauf der Evolution ihre Nesselkraft verloren haben – ein Gefühl wie Schweben in flüssigem Glas. Vor Sangalaki ziehen Mantas ihre Kreise, und grüne Meeresschildkröten legen nachts ihre Eier in den weichen Sand. Wer die Kultur noch genauer kennenlernen möchte, besucht die Langhäuser der Dayak am Mahakam-Fluss, wo uralte Traditionen, kunstvolle Tätowierungen und herzliche Gastfreundschaft bis heute lebendig sind. Borneo ist ein Ziel für alle, die echte Wildnis spüren wollen.
6. Belitung
Östlich von Sumatra versteckt sich ein Eiland, von dem selbst erfahrene Globetrotter oft noch nie gehört haben. Belitung, eine echte Geheimtipp-Insel Indonesiens, sieht aus, als hätte ein Riese seine Murmelsammlung verloren – gewaltige Granitfelsen liegen wie hingewürfelt im seichten Türkiswasser und rahmen blütenweiße Buchten ein. Im ganzen Archipel bekannt wurde das Postkartenmotiv durch den Kinohit „Laskar Pelangi“. International blieb es bislang wunderbar unentdeckt.

Die spektakulärsten Formationen findet ihr an den Stränden Tanjung Tinggi und Tanjung Kelayang, wo ihr zwischen den Kolossen durch glasklare Pools waten könnt. Von dort starten Holzboote zum Hopping durch die vorgelagerte Miniaturwelt: Kaum irgendwo präsentieren sich die kleinen Inseln Indonesiens fotogener als hier. Höhepunkt ist Lengkuas mit seinem schneeweißen Leuchtturm von 1882 – wer die 18 Stockwerke erklimmt, blickt über ein Mosaik aus Riffen, Sandbänken und smaragdgrünen Tupfern im Ozean. Schnorchelstopps an bunten Korallengärten gehören selbstverständlich dazu, ebenso ein frisch gegrillter Fisch direkt am Ufer.
Im Landesinneren wartet eine weitere Überraschung: der Kaolin-See, ein ehemaliges Abbaugebiet, dessen milchig-blaues Wasser vor schneeweißen Hügeln fast unwirklich leuchtet. Danach schlendert ihr durch verschlafene Dörfer, in denen sich das Leben rund um traditionelle Kaffeehäuser dreht – in Manggar, der selbsternannten „Stadt der 1001 Warung Kopi“, schlürft ihr eine aromatische Tasse zwischen plaudernden Einheimischen. Bereisen lässt sich dieses Juwel kinderleicht, denn ab Jakarta dauert der Flug gerade einmal eine Stunde. Wer also dem Trubel der Klassiker entfliehen und trotzdem nicht auf Komfort verzichten möchte, hat hier sein perfektes Refugium gefunden.
7. Sulawesi
Auf der Landkarte erinnert Sulawesi an eine wild tanzende Orchidee: Vier langgezogene Arme strecken sich in alle Himmelsrichtungen, dazwischen liegen tiefe Golfe, schroffe Gebirge und einzigartige Hochebenen. Unter allen indonesischen Inseln besitzt wohl keine eine kuriosere Silhouette – und kaum eine vereint derart gegensätzliche Erlebnisse. Hier treffen jahrhundertealte Totenrituale auf einige der artenreichsten Riffe der Erde.

Im Hochland von Tana Toraja taucht ihr in eine Kultur ein, die euch den Atem rauben wird. Zwischen Reisfeldern erheben sich Tongkonan, prachtvoll verzierte Häuser mit geschwungenen Dächern, die an Schiffsbuge erinnern. Besonders eindrucksvoll ist hier das Verhältnis zum Tod: Verstorbene werden in Felsgräbern oberhalb der Täler bestattet, bewacht von hölzernen Tau-Tau-Figuren, und aufwendige Trauerzeremonien dauern mitunter tagelang. Besucher sind dabei ausdrücklich willkommen. Zwischen den Dörfern führen herrliche Wanderwege durch Bambushaine und vorbei an Büffeln, die durch flutende Felder stapfen – nehmt euch einen lokalen Guide, der euch die Bedeutung der kunstvollen Schnitzereien erklärt.
Ganz im Norden wechselt das Programm dann radikal: Vor Manado fällt am Nationalpark Bunaken eine senkrechte Korallenwand Hunderte Meter in die Tiefe – Schildkröten, Schwärme von Füsilieren und neugierige Falterfische inklusive. Wer noch mehr Unterwasserzauber möchte, schippert weiter zur Inselgruppe der Togian, einem entlegenen Paradies aus Dschungelhügeln und Hausriffen. Und zwischendurch? Schlemmt ihr euch in Makassar durch fangfrische Meeresfrüchte am Hafen, während Pinisi-Schoner im Abendlicht vorbeiziehen. Plant mindestens zwei Wochen ein, denn die Distanzen sind gewaltig – doch diese Orchidee entfaltet ihre Blüten nur langsam und dafür umso eindrucksvoller.
8. Bintan
Manchmal liegt das Paradies näher, als man denkt: Bintan gehört zum Riau-Archipel und ist von Singapur aus in weniger als einer Stunde per Fähre erreichbar. Kaum habt ihr die Skyline der Metropole hinter euch gelassen, empfangen euch Palmenhaine, leere Buchten und ein Lebenstempo, das sofort den Puls senkt. Dieser Kontrast macht das Eiland zum idealen Auftakt oder Abschluss jeder Tour durch die Region – und zu einem beliebten Wochenendziel für alle, die schnell vom Großstadtdschungel in echte Tropenkulisse wechseln möchten.

Die Ostküste rund um Trikora verzaubert mit ruhigen Fischerdörfern, Stelzenhäusern über dem Wasser und Sandstreifen, die ihr oft ganz für euch allein habt. Ein echtes Kuriosum wartet im Inselinneren: Der Gurun Pasir Busung sieht aus wie eine Wüste aus Tausendundeiner Nacht – schneeweiße Dünen, dazwischen leuchtend blaue Seen, entstanden aus einem ehemaligen Abbaugelände. Abends gleitet ihr per Boot den Sebung-Fluss hinauf, wo nach Einbruch der Dunkelheit Tausende Glühwürmchen die Mangroven in einen funkelnden Weihnachtsbaum verwandeln.
Kulturell lohnt ein Abstecher zur winzigen Nachbarinsel Penyengat mit ihrer schwefelgelben Moschee, einst geistiges Zentrum des malaiischen Sultanats. In der Hauptstadt Tanjung Pinang schlendert ihr anschließend über quirlige Märkte und probiert in einem Kelong – einem Restaurant auf Stelzen mitten im Meer – Chili-Krabben direkt aus dem Fangnetz. Golfer schwärmen zudem von erstklassigen Plätzen mit Panoramablick im Norden, während Familien in den Lagunenresorts zwischen Kajak, Banana Boat und Spa-Anwendungen wählen. Bintan ist ohnehin die perfekte Ergänzung für jede Reise nach Indonesien mit Singapur-Stopover – der Umweg lohnt sich garantiert. Wer einfach Erholung ohne lange Anfahrt sucht, wird dieses entspannte Fleckchen ebenso lieben.
9. Weh
Ganz am nordwestlichen Zipfel des Archipels, noch vor der äußersten Spitze Sumatras, liegt eine der spannendsten abgelegenen Inseln Indonesiens: Pulau Weh. Am Monument „Kilometer Nol“ beginnt offiziell das gesamte Staatsgebiet – weiter hinaus reicht die Landkarte schlicht nicht mehr. Genau diese Randlage hat das vulkanische Kleinod vor großem Andrang bewahrt und ihm eine bunte Gemeinschaft aus Aussteigern, Tauchlehrern und herzlichen Fischerfamilien beschert.

Unter der Oberfläche zeigt sich, warum Kenner so von diesem Ort schwärmen. Rund um das Schnorchelparadies Rubiah breiten sich Seegärten aus, wo Muränen, Drückerfische und Sepien zum Greifen nah vorbeiziehen. Taucher erkunden vulkanische Quellen am Meeresgrund, aus denen Gasbläschen wie Champagnerperlen aufsteigen, und mit etwas Glück kreuzt sogar ein Walhai oder eine Mantarochen-Formation euren Weg. Die Schulen in Iboih und Gapang gehören zu den preiswertesten der gesamten Region.
An der Küste regiert die Langsamkeit. Ihr schaukelt in Hängematten über dem Wasser, schlürft frische Kokosnüsse und schaut Fischern zu, wie sie abends ihre Boote hinausschieben. Im Städtchen Sabang erzählen verwitterte Kolonialbauten von Zeiten, als hier noch Dampfschiffe aus aller Welt anlegten. Heute duftet es dort nach gegrillten Meeresfrüchten, Nelkenzigaretten und starkem Acehnese-Kaffee. Wer den Sonnenuntergang an der Westküste erlebt hat, wenn der Himmel in flüssiges Gold gehüllt wird und allein das Rauschen der Brandung zu hören ist, versteht, warum viele dieses entlegene Eiland zu den schönsten indonesischen Inseln überhaupt zählen.
10. Morotai
Ganz im Nordosten der Molukken, dort wo der Pazifik beginnt, liegt Morotai. Im Zweiten Weltkrieg diente die indonesische Insel General MacArthur als strategische Basis – noch 1974 wurde hier ein japanischer Soldat entdeckt, der drei Jahrzehnte lang im Dschungel ausgeharrt hatte, weil er von der Kapitulation nichts wusste. Heute erinnern verrostete Relikte, versunkene Wracks und kleine Museen an diese bewegte Vergangenheit, während ringsum längst wieder friedliche Stille herrscht.

Das eigentliche Wunder aber liegt vor der Küste: Dodola besteht aus zwei winzigen, palmenbestandenen Erhebungen, die bei Niedrigwasser eine blendend weiße Sandbank verbindet. Steigt die Flut, verschwindet der Übergang, und die beiden Tupfer wirken plötzlich wie schwimmende Inseln im endlosen Türkis – ein Schauspiel, das Indonesien in dieser Form kein zweites Mal zu bieten hat. Schnorchler entdecken ringsum intakte Korallenstöcke, Taucher erkunden Flugzeugwracks aus den 1940er-Jahren, und oft seid ihr dabei die einzigen Gäste weit und breit. Erreichbar ist das Naturschauspiel per kurzer Bootsfahrt vom Hauptort Daruba aus.
Wer es bis hierher schafft, wird mit purer Unberührtheit belohnt: einsame Buchten, Dörfer voller neugieriger Kinder und Nächte unter einem Sternenhimmel, der ohne jedes Kunstlicht funkelt. Tagsüber lohnt ein Abstecher zu den indonesischen Inseln Zum-Zum und Kokoya, wo feiner Puderzucker-Sand in türkisfarbenes Flachwasser übergeht und kaum eine Menschenseele die Ruhe stört. Im Landesinneren führen schmale Pfade durch dichten Regenwald zu versteckten Kaskaden, in denen ihr euch nach der Hitze erfrischen könnt. Wer am Abend mit den Fischern hinausfährt und beobachtet, wie sich der Horizont in tiefes Orange taucht, versteht, warum dieser Ort als einer der letzten echten Geheimtipps des Archipels gilt.
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