Puerto Escondido nennt sich das charmante Küstenstädtchen im mexikanischen Bundestaat Oaxaca, das mit Authentik punktet und zugleich ein immer beliebteres Ziel für Touristen wird. Hier trifft der Pazifik auf goldene Strände und leuchtend grüne Vegetation, wodurch Abenteuer und Erholung Hand in Hand gehen.
Überblick
Mit seinen abwechslungsreichen Stränden ist Puerto Escondido ein wunderbarer Badeort. Von idyllischen Buchten für pure Erholung bis hin zu aufregenden Surfspots mit Traumwellen holt sie das Beste aus dem Pazifik heraus. Wer die Natur liebt, ist hier goldrichtig: Lagunensysteme voller exotischer Vögel, Meeresschildkröten und üppige Dschungellandschaften erwarten euch. Die Stadt selbst lässt euch in authentische Atmosphäre mit Märkten und entspannter Lebensweise eintauchen. Kulturell begeistert diese Region im Bundestaat Oaxaca mit indigenen Traditionen der Mixteken und Zapoteken sowie einer Küche, die zu den aromatischsten ganz Mexikos zählt.

Strände
Die Küstenlinie rund um die Stadt ist ein Paradies für jeden Strandliebhaber. Einzelne Abschnitte unterscheiden sich charakterlich stark voneinander und bieten für jeden Geschmack das Passende.
Playa Zicatela
Dieser Strand gilt als eine Legende unter Wellenreitern aus aller Welt. Der kilometerlange Sandstreifen beherbergt den berühmten „Mexican Pipeline“, einen der mächtigsten und gewagtesten Tube-Breaks überhaupt. Jährlich im November treffen sich hier die besten Surfer des Planeten beim Campeonato Mundial de Surf, um sich in riesigen Brechern zu messen.
Die Wellen können dabei Höhen von bis zu sechs Metern erreichen. Ein Naturspektakel, das ihr auch als Zuschauer unbedingt erleben solltet. Abseits dieses Treibens präsentiert sich die Zicatela als herrliche Flaniermeile. Eine quirlige Promenade mit Cafés, Restaurants und Boutiquen erstreckt sich parallel zum Strand, wo ihr abends bei einem frischen Coco Frio den grandiosen Sonnenuntergang genießt. Aufgrund der starken Strömungen sollten sich hier nur Surfer und erfahrene Schwimmer direkt ins Wasser wagen.
Playa Manzanillo
Wer Ruhe sucht, findet in der Playa Manzanillo eine idyllische, familienfreundliche Alternative. Die halbmondförmige Bucht liegt geschützt zwischen Felsvorsprüngen, was die Wellen deutlich sanfter macht und das Schwimmen zu einem sicheren Vergnügen. Kristallklares Wasser, weiß-goldener Sand und ein Saum aus Palmen schaffen eine Atmosphäre wie aus einem Bilderbuch.
Wer Lust auf Meer hat, sollte die Schwimmbrille einpacken, besser noch die ganze Taucherausrüstung. Die Unterwasserwelt vor der Manzanillo begeistert mit tropischen Fischen, Rochen und gelegentlich sogar großen Schildkröten, die das Riff vor der Küste bevölkern. Kleine Bootsverleihstationen ermöglichen es, auf eigene Faust die angrenzenden Felsformationen zu erkunden.

Playa Carrizalillo
Versteckt hinter einem steilen Treppenabstieg von rund 167 Stufen liegt die Playa Carrizalillo wie ein gut gehütetes Geheimnis. Eingebettet in eine enge, von üppiger Vegetation gesäumte Felsenbucht, empfängt euch dieser Strand mit smaragdgrünem Wasser, das in seiner Klarheit kaum zu übertreffen ist. Die Halbkreisform schützt Besucher vor dem offenen Seewind, ideal für ruhiges Baden und entspannte Schnorchel-Ausflüge zu den bunten Korallen direkt am Ufer.
Trotz seiner etwas abgeschiedenen Lage ist der Carrizalillo keineswegs unentdeckt und gilt tatsächlich als einer der schönsten Strände in ganz Mexiko. Kleine Beachbars servieren frische Fischgerichte und eisgekühlte Getränke, während Sportler die moderat anrollenden Wellen für erste Surfversuche nutzen. Der Abstieg lohnt sich zu jeder Tageszeit und insbesondere am Morgen, wenn das Licht schräg in die Bucht fällt und das Wasser in allen Blautönen leuchtet.
Sehenswürdigkeiten
Neben den vielfältigen Küstenabschnitten ist es die Kultur, die einen Besuch lohnenswert macht. Ihr entdeckt in Puerto Escondido Sehenswürdigkeiten, die euch Traditionen näherbringen und eine herrliche Natur zeigen.
Laguna de Manialtepec
Wenige Fahrminuten westlich der Stadt erstreckt sich eine faszinierende Brackwasserlagune, die durch einen schmalen Landstreifen vom Pazifik getrennt wird. Die rund 14 Kilometer lange Laguna de Manialtepec ist ein bedeutendes Vogelschutzgebiet und Heimat von über 280 registrierten Arten, darunter Pelikane, Fregatten, Reiher und Papageienspezies.
Geführte Bootstouren bringen euch tief in die üppigen Mangrovenwälder, wo sich Tiere aus nächster Nähe beobachten lassen. Spektakulär ist der Besuch vor allem an dunklen Neumondnächten, wenn die Lagune leuchtet, ausgelöst durch Biolumineszenz einzelliger Meeresorganismen, die das Wasser bei Bewegung in ein geradezu magisches Blaugrün tauchen.

Mirador Las Tortugas
Hoch oben auf einem zerklüfteten Felsvorsprung südlich der Playa Zicatela bietet der Mirador Las Tortugas einen der dramatischsten Ausblicke der gesamten Oaxacan-Küste. Von dieser natürlichen Aussichtsplattform schaut ihr auf weite Teile des Pazifiks und die schäumenden Brecherwellen der Pipeline. In der Saison zwischen Juli und Dezember könnt ihr zudem entdecken, wie Golfina-Schildkröten zur Eiablage auf Stränden anlanden. Packt unbedingt Ferngläser ein!
Der Weg zum Aussichtspunkt führt über einen schmalen, teils unbefestigten Pfad, der in etwa 15 Minuten zu Fuß erreichbar ist. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert. Rund um den Mirador haben sich kleine Stände angesiedelt, die frische Kokosnüsse, Aguas Frescas und handgefertigte Souvenirs aus lokalen Schildkrötenschutzprojekten verkaufen. Informationstafeln klären über die bedrohten Meeresreptilien und die Arbeit der Ranger-Stationen auf.
El Adoquín
Das Herzstück des gesellschaftlichen Lebens der Stadt ist die Fußgängerzone El Adoquín entlang der Playa Principal. Täglich verwandelt sich die gepflasterte Promenade in ein buntes Treiben aus Straßenhändlern, Kunsthandwerkern, Musikanten und Restaurantbesitzern, die ihre frischesten Fanggüter anpreisen. Dadurch zählt sie zu den Sehenswürdigkeiten in Puerto Escondido, die euch die traditionelle Seite des Ortes authentisch näherbringen.
Hier spürt ihr den Puls der Stadt und genießt eine ungemein lebendige Atmosphäre. Rund um El Adoquín entstanden im Laufe der Jahre zahlreiche Galerien und Ateliers, in denen lokale Kunstschaffende Gemälde, Keramik und Textilien im Stil der Oaxaca-Tradition verkaufen. Ideal für alle, die nach authentischen mexikanischen Souvenirs für zuhause suchen.

Märkte von San Pedro Mixtepec
Wollt ihr noch mehr Tradition und Authentik von Oaxaca kennenlernen, empfehlen wir euch einen Ausflug in das nahegelegene Mestizendorf San Pedro Mixtepec. Jeden Samstag findet dort nämlich einer der lebendigsten Wochenmärkte der Küstenregion statt, auf dem frisches Obst, Chili-Sorten, Heilkräuter, Käse und handgewebte Stoffe aus den umliegenden Dörfern angeboten werden.
Die Vielfalt an Farben und Düften ist ein Erlebnis für die Sinne und bietet wunderbare Einblicke in die alltägliche Versorgungsstruktur der mixtekischen Landbevölkerung. Neben dem gastronomischen Angebot sind die Märkte der Region wichtige soziale Treffpunkte. Viele Stände werden von Kooperativen betrieben, die direkt in die lokalen Haushalte investieren. Reisende, die gezielt bei diesen Gemeinschaftsprojekten einkaufen, leisten somit einen wertvollen Beitrag zum nachhaltigen Tourismus.
Aktivitäten
Vom Wellenreiten über Dschungelwanderungen bis hin zu nächtlichen Tierbeobachtungen könnt ihr in Puerto Escondido richtig viel machen. Die Aktivitäten rund um den Pazifikort sind so vielfältig wie die Landschaft selbst.
Surfen im Pazifik
Puerto Escondido gilt als eine der besten Surfregionen weltweit – und das für alle Könnerstufen. Während die Zicatela erfahrenen Sportlern vorbehalten bleibt, sind die Wellen an der Playa Bacheque und der Playa La Punta deutlich anfängerfreundlicher und ideal für erste Versuche auf dem Brett während deiner Mexiko-Reise. Zahlreiche Schulen bieten mehrstündige Gruppenkurse sowie Einzelunterricht an, häufig inklusive Leihboard, Neoprenanzug und fachkundiger Betreuung direkt im Wasser.
Wer bereits Erfahrung mitbringt, kann sich auf einer der morgendlichen Surftouren mit lokalen Guides an entlegenere Breaks wagen, die nur per Boot erreichbar sind. Die besten Bedingungen herrschen von April bis Oktober, wenn Dünung und Wind ein perfektes Zusammenspiel erzeugen.

Schildkröten beobachten
Von Juni bis Dezember pilgern Oliv-Bastardschildkröten, sogenannte Golfinas, scharenweise an die Strände rund um Puerto Escondido, um ihre Eier in den warmen Sand zu legen. Massenanlandungen, auf Spanisch Arribadas, können mehrere tausend Tiere gleichzeitig an einen einzigen Abschnitt spülen – ein Naturschauspiel, das staunen lässt! Geführte Nachttouren zu den Nistplätzen bei La Escobilla, rund 50 Kilometer entfernt, ermöglichen euch ein hautnahes Erlebnis.
Diese Ausflüge unterliegen strengen Umweltschutzrichtlinien. Taschenlampen mit weißem Licht sind verboten, das Berühren der Tiere untersagt und die Gruppen werden bewusst klein gehalten. Lizenzierte Guides erklären das Fortpflanzungsverhalten der Reptilien und informieren über die Arbeit lokaler Schutzprojekte, die Schmuggel und illegale Bejagung bekämpfen. Mit etwas Glück erlebt ihr sogar das Schlüpfen der winzigen süßen Jungen.
Schnorcheln und Tauchen
Das Meer vor Puerto Escondido ist zum Baden ebenso schön wie zum Entdecken. Die Unterwasserwelt dort zählt zu den artenreichsten des mexikanischen Pazifiks. Neben Felsriffen, die von Papageien- und Anglerfischen sowie Muränen bewohnt werden, gibt es in der Tiefe gesunkene Boote zu erkunden. Tauchschulen bieten zertifizierte Kurse nach PADI-Standard für Einsteiger ebenso an wie Guided Dives für Fortgeschrittene, die nach Exoten wie Riesenmantas und Wal- oder Hammerhaien Ausschau halten möchten.
Für Schnorchler sind die flachen Riffe vor der Manzanillo und dem Carrizalillo ein idealer Einstieg. Bereits in einem bis zwei Metern Tiefe tummeln sich buntscheckige Tropenfische. Lokale Anbieter verleihen komplette Ausrüstungspakete und geben hilfreiche Hinweise zu Strömungen. Die Sichtweite unter Wasser ist insbesondere in der Trockenzeit von November bis April außergewöhnlich gut.

Mezcal-Touren im Hinterland
Der Bundesstaat Oaxaca ist die spirituelle Heimat des Mezcals. Ein Besuch in Puerto Escondido ist erst dann vollständig, wenn ihr eine Reise ins Hinterland zu einer traditionellen Mezcalería unternehmt. Auf Tagestouren in die nahe Sierra Mixteca könnt ihr zertifizierten Maestros bei der Ernte wilder Agavenpflanzen über die Schulter schauen und die jahrhundertealte Destillationstechnik in erdgegrabenen Steinöfen hautnah erleben.
Viele dieser Familienbetriebe sind seit Generationen in Gemeinschaftshand und produzieren nach traditionellen Methoden ohne elektrische Hilfsmittel. Das Ergebnis: ein Destillat von unvergleichlicher Tiefe, das weit entfernt ist von den kommerziellen Varianten im Supermarkt. Nach der Betriebsführung folgt oft eine Verkostung verschiedener Jahrgänge und Agavensorten, begleitet von regionalen Häppchen wie Tasajo (Rindfleisch), frischen Tortillas und für die Mutigen unter euch sogar exotische Snacks wie Chapulines (geröstete Heuschrecken).
Reise-Infos
Damit euer Urlaub in Mexiko reibungslos verläuft, lohnt es sich, einige wichtige Informationen vorab zu kennen. Nachfolgend findet ihr alles, was ihr für eine entspannte Vorbereitung benötigt.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Die beste Gelegenheit für einen Urlaub in Puerto Escondido liegt zwischen November und April, der sogenannten Trockenperiode. In diesen Monaten scheint die Sonne beinahe täglich, die Temperaturen bewegen sich angenehm zwischen 26 und 32 Grad, und die Luftfeuchtigkeit ist erträglich. Tauchen und Schnorcheln macht dann besonders viel Freude. Surfer hingegen bevorzugen die Regenzeit von Mai bis Oktober, wenn mächtige Pazifikdünung die Wellen in legendäre, hohe Wände verwandelt.
Wir empfehlen, sieben bis zehn Tage in Puerto Escondido zu bleiben, um die verschiedenen Strände zu erkunden und Ausflüge ins Hinterland zu unternehmen. Wer noch tiefer in die Traditionen der Region eintauchen, Nachbarorte besuchen und die Ruhe des mexikanischen Küstenlebens wirklich spüren möchte, sollte zwei Wochen einplanen.

Reisevorbereitungen
Deutsche Staatsbürger benötigen für das Land kein Visum, lediglich einen Pass, der noch mindestens sechs Monate über das Rückreisedatum gültig ist, sowie eine kostenpflichtige Touristenkarte, die heutzutage digital ausgestellt und oft bereits im Flugpreis enthalten ist. Empfohlen werden Auffrischungsimpfungen gegen Hepatitis A und B sowie Typhus für Mexiko; bei Aktivitäten im Dschungel oder in der Natur ist ein aktueller Tetanusschutz sinnvoll. Eine Auslandskrankenversicherung schützt vor hohen Kosten im Falle von Krankheit.
Vor Ort findet ihr Steckdosen des US-Typen A und B, sodass ihr als deutsche Reisende einen Universaladapter benötigt. Die Landeswährung ist der mexikanische Peso. Kreditkarten werden in touristischen Betrieben akzeptiert, Taxis und Märkte bevorzugen überwiegend bar. Größere Summen solltet ihr erst nach der Ankunft tauschen, da die Kurse zuhause ungünstiger ausfallen.
Anreise und Fortbewegung vor Ort
Von Deutschland erreicht ihr den Küstenort am bequemsten über die Hauptstadt Mexico City. Ein Anschlussflug bringt euch nach Puerto Escondido. Dieser dauert circa sechzig Minuten. Alternativ reist ihr über Oaxaca City an. Scheut ihr keine lange Fahrzeit, könnt ihr dort auch den Nachtbus nehmen, der rund acht Stunden bis ans finale Ziel benötigt.
Vor Ort ist ein Collectivo, ein geteiltes Großtaxi, die praktischste Fortbewegungsart zwischen verschiedenen Strandabschnitten. Für die kurzen Wege im Stadtbereich bieten sich Fahrradverleihstationen an. Motorroller-Vermietungen erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit und geben euch Flexibilität bei der Erkundung der Umgebung. Für Tagesausflüge zu Nachbargemeinden oder zu den nahe gelegenen Lagunen empfehlen sich geführte Touren oder ein privater Transfer.
Essen und Spezialitäten
Die lokale Küche vereint die Aromenvielfalt Oaxacas mit den Schätzen des Pazifiks zu einem unverwechselbaren kulinarischen Erlebnis. Tostadas con Ceviche, marinierte Meeresfrüchte auf knusprigen Maisfladen, gehören zum absoluten Pflichtprogramm, ebenso wie Pescado a la Talla, ein mit Chili-Paste eingeriebener und über der Holzkohle gegrillter Fisch. Auch Camarones al Ajillo (Garnelen in Knoblauch-Butter gebraten) wissen den Gaumen zu begeistern.
Wer das regionale Hinterland kulinarisch erkunden möchte, wird mit den Klassikern der Oaxaca-Küche belohnt. Sieben verschiedene Mole-Saucen sind das Herzstück dieser Tradition – allen voran der schwarze Mole Negro mit Kakao, Chili und über 30 weiteren Zutaten, der über Wochen eingekocht wird. Dazu kommen Tlayudas, große knusprige Fladenbrotfladen belegt mit Bohnen, Asiento und Tasajo (luftgetrocknetem Rindfleisch). Abgerundet wird das Mahl von einem Glas frisch gepresstem Agua de Jamaica (Hibiskusgetränk) oder einem Mezcal.
Hotels und Unterkünfte
Puerto Escondido in Oaxaca ist im Vergleich zu anderen Urlaubsorten des Landes mittelgünstig. In den Hügeln oberhalb der Zicatela findet ihr charmante Boutique-Hotels, die atemberaubende Meeresblicke ermöglichen. Viele dieser Häuser sind im mexikanisch-kolonialen Stil eingerichtet, mit offenen Innenhöfen, Hängematten und einem Pool im Grünen.
Besonders beliebt sind Unterkünfte in der Nähe der Playa La Punta, wo die Surfkultur lebendig ist und die Atmosphäre entspannt. Wer es etwas luxuriöser mag, wird in den exklusiven Eco-Resorts der Region fündig, die nachhaltiges Bauen und modernen Komfort meisterhaft miteinander verbinden. Einige dieser Häuser schmiegen sich in Hanglage über den Klippen an die Küste und verfügen über Infinity-Pools mit direktem Blick auf den Pazifik.
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