Stein am Rhein in der Schweiz


Einen Besuch in Stein am Rhein, dem Städtchen im Kanton Schaffhausen, vergesst ihr bestimmt nicht so schnell. Der Ort zählt zu den meistfotografierten der Schweiz und das ist auch kein Wunder: Die bunten Fassaden und giebelgeschmückten Bürgerhäuser wirken wie in die Landschaft gemalt.

Überblick

Berühmt ist Stein am Rhein in erster Linie für seinen so gut erhaltenen mittelalterlichen Kern. Bunt bemalte Bürgerhäuser mit Fresken aus Renaissance und Barock säumen den Platz rund um das Gemeindeamt. Weil das Schweizer Kleinod sein Antlitz so tadellos in Schuss hält, erhielt es 1972 den Wakkerpreis für vorbildliche Ortsbildpflege. Besonders außergewöhnlich ist die Dichte an Erkern, Zunftzeichen und farbigen Szenen, die ihr an jeder Ecke findet.

Doch die Geschichte des Ortes reicht noch viel weiter zurück: Bereits in keltischer und römischer Zeit ließen sich Menschen an diesem strategisch günstigen Rheinübergang nieder. Als Dorfgemeinschaft wurde die idyllische Siedlung erstmals urkundlich um 1050 erwähnt, bevor ihr im 13. Jahrhundert schließlich die offiziellen Stadtrechte verliehen wurden. Wenn ihr diese Traum-Destination besucht, lauft ihr also durch fast ein Millennium lebendiger Vergangenheit.

Stein am Rhein Schweiz Untertor
Hereinspaziert durch das historische Untertor

Sehenswürdigkeiten

In Stein am Rhein gibt es so viel zu bestaunen, dass kaum ein Tag dafür reicht. Die schönsten Sehenswürdigkeiten findet ihr im historischen Zentrum: bemalte Hausfronten, das ehemalige Benediktinerkloster und die Festung auf dem Hügel. Wir haben sechs Attraktionen herausgesucht, die ihr euch auf keinen Fall entgehen lassen solltet.

Die Altstadt und der Rathausplatz

Das Herz von Stein am Rhein schlägt im historischen Zentrum. Rund um den Rathausplatz reihen sich stattliche Bürgerbauten mit kunstvoll verzierten Fronten, die Szenen aus der Mythologie, der Bibel und der Vergangenheit erzählen. Jedes Gemäuer trägt einen klangvollen Namen, der sich in den Malereien spiegelt: „Zum Weißen Adler“, „Zur Sonne“ oder „Zum Roten Ochsen“ erzählen von einer Zeit, in der die wohlhabenden Kaufleute den Fassadenschmuck nutzten, um einander zu übertrumpfen. Wenn ihr an den Wänden hochschaut, werdet ihr zwischen den Erkern und Giebeln immer wieder neue Feinheiten entdecken, die eure Kamera kaum vollständig einfangen kann.

Vom Rathausplatz aus führt die Untergasse als Hauptader der Altstadt durch das Quartier. Zwischen schmiedeeisernen Wirtshausschildern, Brunnen und blumengeschmückten Fenstern fühlt ihr euch in eine längst vergangene Epoche zurückversetzt. Die autofreien Pflasterwege laden zum gemächlichen Flanieren ein, ohne dass Verkehrslärm die Stimmung trübt. Kleine Boutiquen bieten Kunsthandwerk, Pralinen und Andenken an, während die behaglichen Cafés zu einer Rast verführen. Nehmt euch ruhig Zeit, denn gerade in den stillen Seitenstraßen erlebt ihr den wahren Charme des Örtchens.

Stein am Rhein Schweiz Rathaus
Der historische Rathausplatz lädt zum Verweilen ein

Die Rheinbrücke

Kein anderes Bauwerk verknüpft die Geschichte von Stein am Rhein so symbolisch mit dem Fluss wie die Brücke, die das historische Zentrum mit dem nördlichen Ufer verbindet. Schon im Mittelalter gab es eine ähnliche Konstruktion, die lange die einzige Möglichkeit war, trockenen Fußes vom Bodensee nach Schaffhausen zu kommen. Von dem schmalen Übergang habt ihr einen der schönsten Ausblicke auf die kunstvollen Fronten der Altstadt, die sich anmutig im Wasser spiegeln. Besonders am frühen Morgen, wenn zarte Nebelschwaden aufsteigen, wirkt die Szenerie richtig magisch.

Tagsüber herrscht auf der Rheinbrücke reges Treiben: Oben begegnen sich Radfahrer, Spaziergänger und Autos, während unten auf dem Fluss vereinzelt Ausflugsschiffe vorbeiziehen. Haltet in der Mitte kurz inne für ein Foto der Postkartenaussicht mit dem Kloster und den bemalten Giebeln. Besonders im Sommer ist ein kleiner Stopp Balsam für die Seele. Wenn ihr den Blick übers Wasser schweifen lasst und die Strömung beobachtet, scheint die Zeit für einen Moment stillzustehen: So sieht echte Erholung aus.

Das Kloster St. Georgen

Nur wenige Schritte vom Wasser entfernt liegt das ehemalige Benediktinerkloster St. Georgen, eine der besterhaltenen mittelalterlichen Anlagen ihrer Art nördlich der Alpen. Kaiser Heinrich II. ließ die Abtei um 1007 vom Hohentwiel an den Flussübergang verlegen, um den wichtigen Verkehrsknoten zu sichern. Bis zur Reformation 1525 lebten Ordensbrüder in den Gemäuern, ehe es von Zürich übernommen wurde. Weil der Bildersturm, bei dem in großen Stil Darstellungen von Christus und den Heiligen aus Gotteshäusern entfernt wurden, die Gegend verschonte, sind der Kreuzgang, das Refektorium und der Kapitelsaal erstaunlich gut instand.

Heute beherbergt das Gebäude ein kleines Museum, das Möbel, Plastiken und kunsthandwerkliche Objekte aus der Blütezeit des Klosters zeigt. Besonders sehenswert sind der spätmittelalterliche Festsaal mit seinen bemalten Holzdecken und die Überreste der Küche. An interaktiven Stationen lernt ihr mehr über das Leben in der Abtei und erfahrt, warum sie für das Städtchen und seine Umgebung wirtschaftlich so bedeutend war. Plant für die Besichtigung etwa eine Stunde ein, um Einblicke in diese spannende Epoche zu erhalten.

Stein am Rhein Schweiz St Georgen
Ausblick auf das geschichtsträchtige Kloster St. Georgen

Die historischen Stadttore und Türme

Im Mittelalter wurde die Siedlung am Rhein von einem dichten Ring aus Mauern und Pforten umschlossen. Bis heute trotzen einige Teile der Wehranlage den Zeichen der Zeit. Im Westen empfängt euch das Untertor mit seinem markanten Turmhelm, während gen Osten weitere Durchlässe den Zugang regelten. Die steinernen Zeugen erzählen von einer Epoche, in der Wohlstand und Schutz untrennbar zusammengehörten. Wenn ihr aufmerksam durch die Winkel der Stadt streift, könnt ihr noch Schießscharten, alte Wappen und verwitterte Jahreszahlen entdecken.

Entlang der erhaltenen Mauerabschnitte könnt ihr gut nachvollziehen, wie das mittelalterliche Stein am Rhein einst gesichert war. Die elf in regelmäßigen Abständen platzierten Türme sind teilweise noch heute begehbar. Damals boten sie den Wächtern freie Sicht über das Gelände rund um die Stadt. Beim Spaziergang entlang der Befestigung verbindet ihr den Ausflug in die Vergangenheit mit einem schönen Blick auf den Fluss und das Schweizer Hinterland.

Die Burg Hohenklingen

Auf den bewaldeten Hängen über den Dächern von Stein am Rhein thront das Wahrzeichen der Gegend. Die Burg trägt den markanten Namen Hohenklingen, der an das Herrschergeschlecht erinnert, das sie einst errichtete. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die ehrwürdigen Mauern mehrfach den Besitzer und dienten zeitweise als Zollanlage, Waffendepot und Gefängnis.

Der Aufstieg zur Burg führt über einen schattigen Waldpfad und dauert etwa zwanzig bis dreißig Minuten. Oben angekommen, werdet ihr mit einem imposanten Rundblick über den Hochrhein belohnt. In den alten Mauern erwartet euch heute ein Restaurant, in dem Einheimische und Besucher gerne einkehren. Diese Kombination aus historischem Ambiente, frischer Bergluft und grandioser Fernsicht macht den Ausflug zu einem der schönsten Erlebnisse der Region.

Stein am Rhein Schweiz Burg Hohenklingen
Ausblick auf Burg Hohenklingen im Herbst

Das Museum Lindwurm

Wenn ihr einmal in die Vergangenheit reisen möchtet, solltet ihr unbedingt das Museum Lindwurm besuchen, ein herrschaftliches Patrizierhaus aus dem 19. Jahrhundert. Die Ausstellung rekonstruiert originalgetreu, wie Bürger um 1850 gewohnt haben, von der guten Stube bis zur rußgeschwärzten Räucherkammer. Liebevoll eingerichtete Zimmer zeigen, wie die wohlhabende Familie und ihre Bediensteten einst lebten, kochten und wirtschafteten. Sogar der Stall, die Scheune und der Nutzgarten gehören zum Anwesen, sodass ihr euch ein vollständiges Bild der Epoche machen könnt.

Den ungewöhnlichen Namen verdankt das Museum den reichen Verzierungen der Fassade. Überall sind Drachen zu sehen, die damals auch als Lindwürmer bekannt waren. Anders als in typischen Schauräumen könnt ihr hier viel anfassen, was den Rundgang besonders spannend und lebendig für Kinder macht. Wechselnde Sonderausstellungen beschäftigen sich mit verschiedenen Aspekten der Regionalgeschichte und laden zu wiederholten Besuchen ein.

Aktivitäten

Wenn ihr euch fragt, was ihr in Stein am Rhein unternehmen könnt, findet ihr ein erstaunlich vielseitiges Angebot: von ausgedehnten Wanderungen über erfrischende Stunden am Wasser bis zu Schifffahrten und Ausflügen in die Gegend. Mit diesen sechs Aktivitäten füllt ihr mühelos mehrere Urlaubstage mit Entdeckergeist und Bewegung.

Wandern auf dem Panoramaweg

In der Hügellandschaft rund um Stein am Rhein erwartet euch ein dichtes Netz markierter Routen, auf denen gemütliche Spaziergänger ebenso wie ambitionierte Gipfelstürmer auf ihre Kosten kommen. Eine besonders beliebte Strecke ist der Aufstieg zur Burg Hohenklingen, der mit einem tollen Panoramablick über den Fluss belohnt wird. Die gut ausgebauten Pfade führen euch durch die schattigen Mischwälder, vorbei an Aussichtskanzeln und abgeschiedenen Lichtungen. Für einen gelungenen Ausflug reichen festes Schuhwerk und etwas Proviant völlig aus.

Wenn ihr länger unterwegs sein wollt, bietet das überregionale Schweizer Wanderwegenetz einige spannende Touren für unterschiedliche Ansprüche. Die Strecke bis zum Rheinfall bei Schaffhausen oder ein Ausflug Richtung Öhningen hinter der deutschen Grenze ist etwas für Fans mehrstündiger Routen. Alle Pfade sind mit den gelben Schweizer Markierungen ausgeschildert, sodass ihr euch auch ohne Karte gut orientieren könnt. Nach der Anstrengung stärkt ihr euch in einem der Restaurants am Ufer.

Stein am Rhein Schweiz Panoramaweg
Freut euch auf entspannte Spaziergänge

Bootsfahrt auf dem Hochrhein und Untersee

Im Sommer könnt ihr an den Anlegern des Städtchens auf ein Kursschiff steigen und den Untersee, den westlichen Arm des Bodensees, erkunden. Bei der Fahrt entlang des Schweizer und des deutschen Ufers gleiten malerische Dörfer, Obstgärten und Schilfgürtel gemächlich an euch vorbei. Vom sonnigen Oberdeck habt ihr die beste Aussicht auf die bemalten Hausfronten, die Burg Hohenklingen und das ehemalige Kloster. Wenn ihr wollt, könnt ihr unterwegs in Mannenbach oder Berlingen aussteigen und für den Rückweg eines der nächsten Boote nehmen.

Ein besonders beliebter Stopp auf der Tour ist die Klosterinsel Werd, die nur einen Steinwurf vom Festland entfernt im Rhein ruht. Über einen schmalen Holzsteg erreicht ihr das beschauliche Eiland, auf dem Franziskaner eine kleine Kapelle und einen duftenden Kräutergarten hüten. Friedliche Wege laden zum Innehalten ein, während Wasservögel rundherum im Schilf stöbern. Wenn ihr der Hektik des Alltags entfliehen wollt, ist diese Oase der Besinnung genau der richtige Ort.

Ausflug zum Rheinfall bei Schaffhausen

Rund zwanzig Kilometer flussaufwärts donnert bei Schaffhausen der Rheinfall in die Tiefe, einer der mächtigsten Kaskaden Europas. Auf einer Breite von hundertfünfzig Metern ergießen sich die Fluten über mehrere Felsstufen und werfen eine gewaltige Gischt auf. Das tosende Naturschauspiel zieht Besucher aus aller Welt in seinen Bann. Besonders beeindruckend ist es, wenn der Strom zur Schneeschmelze Hochwasser führt und die Mengen kaum bewältigbar scheinen.

Von Stein am Rhein seid ihr mit dem Auto in etwa zwanzig Minuten am Rheinfall. Der Ausflug lohnt sich aber auch mit dem Fahrrad oder dem Schiff. Rund um die Stromschnelle gibt es auf beiden Ufern mehrere Aussichtsplattformen. Besonders Mutige steigen in eines der kleinen Boote, die den Felsblock mitten im Zentrum der Kaskaden ansteuern. Das ist die Chance für Erinnerungsfotos, die sonst nicht so viele Leute haben. Plant für den Ausflug ruhig einen ganzen Tag ein, um auch die Schlösser und Uferwege in aller Ruhe zu erkunden.

Stein am Rhein Schweiz Rheinfall
Bestaunt die Kraft der Natur hautnah

Kulturelles Leben: Museen und Handwerk

Das kulturelle Erbe des Schweizer Orts reicht weit über die bemalten Fassaden hinaus. Das ganze Jahr trefft ihr hier auf lebendiges Brauchtum. Konzerte in den ehrwürdigen Mauern des Klosters, Lesungen und wechselnde Ausstellungen bereichern das gesellschaftliche Miteinander der Region. Alte Sitten wie das farbenfrohe Treiben der Fasnacht, wenn maskierte Gestalten durch die Gassen ziehen, werden ebenso gepflegt wie Kleinkunstprogramme im Sommer.

In den Ausstellungshäusern von Stein am Rhein bekommt ihr einen Einblick in die Vergangenheit, vom bürgerlichen Leben des 19. Jahrhunderts bis zur sakralen Kunst. Liebhaber des Besonderen sollten im Krippenmuseum vorbeischauen, in dem ihr die Weihnachtsgeschichte in vielen unterschiedlichen Ausführungen bewundern könnt. Auf geführten Rundgängen durch die Stadt lernt ihr mehr über die Hintergründe der bemalten Fassaden, deren Motive sich aus Sagen, Mythen und Bibelszenen speisen. Auch ein Besuch im Advent ist zu empfehlen, wenn sich der historische Kern in ein duftendes Lichtermeer verwandelt.

Radtouren entlang des Hochrheins

Der Hochrheinradweg, eine der schönsten Strecken in der Schweiz, führt direkt durch das mittelalterliche Städtchen und macht es damit zum idealen Ausgangspunkt für ausgedehnte Tagestouren im Sattel. Die gut ausgebaute und größtenteils verkehrsfreie Route folgt dem nördlichen Ufer und bietet immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf den Fluss, die Weinberge der Umgebung und die bewaldeten Hügel des Hinterlandes. Richtung Westen könnt ihr die Kaskaden und Stromschnellen bei Schaffhausen bestaunen, während im Osten der Bodensee darauf wartet, von euch umrundet zu werden.

Wenn ihr kein eigenes Rad mitbringen könnt oder wollt, gibt es vor Ort auch genügend Möglichkeiten, E-Bikes und andere Drahtesel für Tagestouren zu mieten. Gerade mit etwas elektrischer Hilfe sind ausgedehnte Ausflüge auch für weniger trainierte Leute möglich, ohne dass am Abend die große Erschöpfung wartet. Bei der Rundroute über Öhningen, die Halbinsel Höri und zurück nach Stein am Rhein erlebt ihr das Flusspanorama, seht den Bodensee und viele kleine Weinbauorte. Ein perfekter Sommertrip.

Stein am Rhein Ausblick auf den Rhein
Zwischenstopp mit Aussicht

Baden am Rheinufer

An heißen Tagen im Juli und August zieht es Einheimische und Gäste hinunter ans Strandbad, das sich unweit des Zentrums am Ufer erstreckt. Saftige Wiesen, schattenspendende Bäume und ein sanfter Zugang zum Wasser machen die Anlage perfekt für Familien. Die Aussicht auf Abkühlung lockt Schwimmer in die Fluten, die an dieser Stelle recht gemächlich dahinfließen. Wenn ihr es gemütlicher mögt, könnt ihr euer Handtuch auch etwas abseits ablegen und einfach nur dem leisen Plätschern zuhören. Gut versorgt seid ihr auch, denn in dem kleinen Kiosk gibt es leckere Getränke und Snacks für zwischendurch.

Für Wassersportfreunde und Aktivurlauber bietet die Region zudem einige Möglichkeiten. Kanufahrer schätzen diesen ruhigen Abschnitt des Rheins für gemütliche Tagestouren zum Untersee. Auch bei Stand-up-Paddlern erfreut sich die Bodenseeregion wachsender Beliebtheit – und das Beste: Ihr braucht nicht einmal eigene Ausrüstung, sondern könnt euch das Board gleich vor Ort ausleihen. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, nimmt den Picknickkorb mit, lässt sich auf einer der Uferwiesen nieder und genießt die traumhafte Aussicht.

Reise-Infos

Damit euer Urlaub in der Schweiz von Anfang bis Ende gelingt, haben wir die wichtigsten praktischen Hinweise gebündelt. Von der besten Jahreszeit über die Anfahrt bis zu Gaumenfreuden und Übernachtungen findet ihr hier alles, was ihr für einen sorglosen Aufenthalt in Stein am Rhein benötigt.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Das Schweizer Örtchen heißt Gäste das ganze Jahr über willkommen und jede Saison hat ihren eigenen Reiz. Im Frühling erwacht Stein am Rhein mit blühenden Kastanien entlang der Promenade und frischgrünen Weinbergen am Fuß der Burg Hohenklingen. Der Sommer ist reserviert für Badespaß am Ufer, lange Abende auf den Restaurantterrassen und ein buntes Programm an Führungen und Konzerten. Zur Weinlese im Herbst ist alles in goldenes Licht getaucht, während es im Winter heimelig wird und man es sich in den Stuben gemütlich macht.

Wie lange ihr in Stein am Rhein bleiben solltet, hängt ganz von euren Vorlieben ab. Für einen ersten Eindruck reicht ein Tagesausflug, bei dem ihr die wichtigsten Gassen und den Rathausplatz erkundet. Wenn ihr die Burg über der Stadt, das Kloster und Touren in der Umgebung erleben möchtet, empfehlen sich eher zwei bis drei Übernachtungen. So habt ihr genügend Zeit für eine Schifffahrt, eine Wanderung oder einen Abstecher nach Schaffhausen. In der Hochsaison zwischen Juni und August solltet ihr rechtzeitig reservieren, da die begrenzte Zahl der Gästezimmer schnell ausgebucht ist.

Stein am Rhein Schweiz Hausfronten
Entspannte Spaziergänge in den bunten Gassen warten

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Stein am Rhein ist aus Deutschland, Österreich und der restlichen Schweiz ausgezeichnet erreichbar. Mit dem Auto kommt ihr aus Richtung Zürich über die A7 und dann über die Kantonstraße in etwa einer Stunde zum Ziel. Aus Südbaden überquert ihr die Grenze bei Büsingen oder Konstanz und fahrt dann über Singen oder Radolfzell. Auch die Anreise mit der Bahn ist möglich: Wenn ihr die Strecke über Schaffhausen oder Konstanz wählt, könnt ihr direkt im Stadtzentrum aussteigen, von wo aus ihr alle Sehenswürdigkeiten erreicht.

Vor Ort seid ihr am besten zu Fuß unterwegs, denn die schönsten Winkel entdeckt ihr erst beim gemächlichen Schlendern. Die Straßen der Altstadt sind weitgehend autofrei und die schönsten Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander. Für Ausflüge ins Umland stehen Postbusse, Kursschiffe und Leihräder bereit, die euch flexibel von einem Halt zum nächsten bringen. Wenn ihr mit dem eigenen Wagen kommt, könnt ihr ihn günstig auf einem der ausgeschilderten Parkplätze am Rand des historischen Zentrums abstellen. Für Vergünstigungen im Nahverkehr oder bei Eintritten lohnt sich die regionale Gästekarte.

Essen und Spezialitäten

Die Küche am Hochrhein verwöhnt euch mit ehrlichen Genüssen, in denen sich Schweizer Bodenständigkeit und feine Aromen vereinen. Ganz oben auf der Speisekarte stehen frische Fische aus dem Fluss und dem Bodensee, etwa zarte Felchen oder knusprig gebackene Egli, die häufig mit Butter und Kräutern serviert werden. Ein deftiger Rösti rundet so manches Gericht ab und gilt als Inbegriff der eidgenössischen Hausmannskost. Dazu passt ein Schluck Most aus heimischen Äpfeln. Wenn ihr es herzhaft mögt, solltet ihr die cremige Polenta mit Bergkäse probieren.

Weinkenner schätzen die edlen Tropfen, die an den sonnigen Hängen der Region gedeihen. Besonders empfehlenswert ist der samtige Blauburgunder, der über die Grenze hinaus als Pinot Noir bekannt ist. Die gemütlichen Gaststuben servieren ihn gerne zu einem Teller regionaler Wurstwaren oder einem reifen Käse aus der Sennerei. Naschkatzen kommen bei einer luftigen Engadiner Nusstorte oder den cremigen Vermicelles aus Maroni auf ihre Kosten. Viele Wirtshäuser am Wasser verbinden den Genuss mit einem traumhaften Blick auf den vorbeiziehenden Strom. So wird jede Einkehr zu einem Fest für den Gaumen und das Auge.

Stein am Rhein Schweiz Vermicelles
Freut euch auf Vermicelles aus Maroni

Hotels und Unterkünfte

Bei den Übernachtungsmöglichkeiten setzt das Städtchen auf Charme statt Beliebigkeit. In den verwinkelten Gassen erwarten euch familiengeführte Gasthöfe, die oft in liebevoll restaurierten Bürgerhäusern mit bemalten Fronten untergebracht sind. Hinter knarrenden Holztüren verbergen sich individuell gestaltete Zimmer mit Blick auf Erker, Brunnen oder den Strom. Die Herzlichkeit der Wirtsleute macht jeden Aufenthalt zu einer schönen Erinnerung. Wenn ihr Geschichte hautnah erleben möchtet, findet ihr in den ehrwürdigen Mauern bestimmt die richtige Bleibe.

Etwas außerhalb des Zentrums liegen behagliche Landgasthöfe und elegante Häuser direkt am Wasser, deren Terrassen den Blick auf das gegenüberliegende Ufer freigeben. Die Bewirtungsgeschichte mancher dieser traditionellen Adressen reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Da ist es ganz selbstverständlich, dass sie ihre Besucher mit der Küche der Region verwöhnen. Frühzeitiges Reservieren zahlt sich besonders in der Hochsaison und während der Adventszeit aus, denn die schönsten Hotels in der Schweiz sind schnell vergeben. Wenn ihr Ruhe sucht, solltet ihr ein Domizil in einer der stilleren Seitengassen auswählen, damit ihr fernab des Trubels aufwachen und den Tag erholt starten könnt.

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