Wenn ihr an Spanien denkt, kommen euch wahrscheinlich zuerst Bilder von Tapas, Flamenco und langen Sommerabenden in den Sinn. Und ja, all das gehört dazu. Aber das Land auf der Iberischen Halbinsel hat so viele Facetten, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Jede Stadt hat ihren eigenen Vibe, wunderschöne Ecken und Traditionen.
Überblick
Zwischen Atlantikküste und Mittelmeer, zwischen grünen Bergregionen im Norden und trockener Hitze im Süden – kaum ein anderes europäisches Ziel ist so vielseitig. Bekannte Städte in Spanien wie Madrid oder Barcelona kennt natürlich jeder, aber abseits davon gibt es sehenswerte Orte, die viele gar nicht auf dem Schirm haben. Schöne kleine Gassen in historischen Zentren, lebendige Viertel direkt am Meer oder versteckte Plätze im Landesinneren – hier könnt ihr unglaublich viel entdecken.
Was euch dabei auffallen wird: Die Spanier lieben es, draußen zu sein. Abends füllen sich die Promenaden, in den Tapas-Bars wird es laut und gesellig, und gegessen wird selten vor neun. Es hat etwas Ansteckendes, wie entspannt hier alles läuft. Niemand hetzt, aber langweilig wird es trotzdem nie. Dazu kommt eine Architektur, die Jahrhunderte sichtbar macht. Römische Überreste neben maurischen Palästen, gotische Kathedralen nur ein paar Schritte von moderner Kunst entfernt. Genau diese Mischung macht das Land so besonders – und seine Orte so unterschiedlich, dass sich jede einzelne lohnt.
1. Madrid
Die Hauptstadt ist laut, pulsierend und hat eine Energie, die euch vom ersten Moment an mitreißt. Madrid liegt mitten im Herzen des Landes und ist der Dreh- und Angelpunkt für alles, was Spanien ausmacht – Kultur, gutes Essen und eine ansteckende Lebensfreude. Ein guter Startpunkt ist die Puerta del Sol, von der aus ihr das Zentrum wunderbar zu Fuß erkunden könnt. Von dort ist es nur ein kurzer Spaziergang zum Plaza Mayor, einem der schönsten Plätze Europas, der besonders am Abend eine tolle Atmosphäre hat. Kunstfans sollten sich das sogenannte Museumsdreieck nicht entgehen lassen. Mit dem Prado, dem Reina Sofía und dem Thyssen-Bornemisza liegen drei der bedeutendsten Sammlungen nur wenige Gehminuten voneinander entfernt.

Wenn ihr eine Pause vom Sightseeing braucht, ist der Retiro-Park der perfekte Ort zum Durchatmen. Ihr könnt dort Boot fahren, durch Rosengärten schlendern oder einfach auf einer Bank sitzen und die Leute beobachten. Abends lohnt sich ein Abstecher ins Viertel La Latina, wo ihr in den Tapas-Bars von Lokal zu Lokal ziehen könnt – so, wie es die Madrilenen selbst machen.
Für Tagesausflüge eignen sich das nahegelegene Toledo, eine mittelalterliche Stadt auf einem Hügel, oder Segovia mit seinem beeindruckenden römischen Aquädukt. Beides erreicht ihr in unter einer Stunde mit dem Zug. Was Madrid wirklich besonders macht, ist das Gefühl, das es vermittelt. Hier wird das Abendessen ab 21 Uhr serviert, die Straßen sind auch nach Mitternacht noch voll, und überall spürt ihr, dass die Menschen das Leben gerne in vollen Zügen genießen.
2. Barcelona
Wenn eine Metropole Kunst und Meer so mühelos verbindet, dann ist es die katalanische Hauptstadt. Hier könnt ihr einfach losziehen, ohne großen Plan, und stoßt ständig auf etwas Besonderes. Allen voran natürlich Antoni Gaudí, dessen Werke das gesamte Stadtbild prägen. Die Sagrada Família ist dabei nur der Anfang – auch der Park Güell, die Casa Batlló und die benachbarte Milà (besser bekannt als La Pedrera) sind sehenswert und zeigen, wie kreativ und verspielt Baukunst sein kann.

Abseits des katalanischen Architekten hat die Metropole aber noch viel mehr zu bieten. Ein Spaziergang über die La Rambla gehört für die meisten dazu, auch wenn es dort ziemlich touristisch zugeht. Spannender wird es in Vierteln wie El Born oder Gràcia, wo ihr kleine Boutiquen, gemütliche Cafés und richtig gute Restaurants findet. Das gotische Barri mit seinen engen Gassen und alten Kirchen hat eine ganz eigene Stimmung – besonders morgens, wenn noch nicht so viel los ist. Wer sich für Malerei interessiert, sollte dem Picasso-Museum einen Besuch abstatten, und auch die Fundació Joan Miró oben auf dem Montjuïc lohnt sich allein schon wegen der Aussicht.
Was diesen Ort von vielen anderen europäischen Großstädten unterscheidet, ist die Nähe zum Wasser. Nach einem langen Tag könnt ihr einfach an den Strand von Barceloneta laufen und den Abend dort ausklingen lassen. Oder ihr fahrt raus nach Montserrat, einem Kloster in den Bergen, das etwa eine Stunde entfernt liegt und einen fantastischen Ausblick bietet. Kultur, Natur und Leichtigkeit kommen hier mühelos zusammen. Genau deshalb zieht es viele Leute immer wieder in die Metropole.
3. Valencia
Die drittgrößte Metropole des Landes liegt an der Ostküste und hat eine entspannte Gelassenheit, die euch vom ersten Moment an auffällt. In Valencia geht alles einen Tick ruhiger zu als in anderen Städten in Spanien wie Madrid oder Barcelona, ohne dabei langweilig zu sein. Es gibt richtig viel zu erleben, nur eben ohne Gedränge und Hektik.

Ein absolutes Highlight ist die Ciudad de las Artes y las Ciencias, ein futuristischer Komplex aus Museen, einem Ozeanarium und einer Konzerthalle, entworfen von Santiago Calatrava. Die Gebäude wirken wie aus einem Science-Fiction-Film und sind allein optisch schon beeindruckend. Gleich nebenan erstreckt sich der Jardín del Turia, ein riesiger Park, der sich durch das gesamte Zentrum zieht – perfekt zum Joggen, Radfahren oder einfach Schlendern. Die Altstadt mit ihrer Kathedrale, den Jugendstilgebäuden am Mercado Central und dem lebhaften Barrio del Carmen lässt sich wunderbar zu Fuß erkunden und hat an jeder Ecke etwas Neues parat.
Wer ans Meer möchte, erreicht den breiten Sandstrand von Malvarrosa in wenigen Minuten mit der Straßenbahn. Dort reihen sich Chiringuitos aneinander, und abends trifft man sich auf ein kühles Getränk mit Blick aufs Mittelmeer. Übrigens wurde in Valencia die Paella erfunden – und ja, sie schmeckt tatsächlich anders als überall sonst. Am besten probiert ihr sie in einem der traditionellen Lokale im Hafenviertel El Cabanyal. Für einen Tagesausflug lohnt sich der Naturpark Albufera südlich der Stadt, ein Süßwassersee, umgeben von Reisfeldern, wo ihr bei Sonnenuntergang eine unvergessliche Bootstour machen könnt. Genau diese Mischung aus Moderne, Tradition und Küstennähe macht einen Urlaub in Spanien so einzigartig.
4. Sevilla
Wer einmal durch die Gassen dieser andalusischen Perle geschlendert ist, versteht, warum sie als eine der romantischsten Städte Spaniens gilt. Orangenbäume säumen die Straßen, aus offenen Fenstern dringt Gitarrenmusik, und abends liegt der Duft von Jasmin in der Luft. Hier fühlt sich alles etwas wie aus einem Film an, nur echter und lebendiger.

Das Herzstück ist der Real Alcázar, ein königlicher Palast mit maurischen Gärten, Wasserspielen und so vielen Details, dass ihr stundenlang durchstreifen könnt. Gleich nebenan ragt die Kathedrale empor, eine der größten gotischen Kirchen weltweit. Ihr Glockenturm La Giralda, ursprünglich ein Minarett, bietet nach dem Aufstieg einen Rundblick, der sich wirklich lohnt. Nur wenige Gehminuten entfernt liegt der Plaza de España, ein halbrunder Prachtbau mit bunten Keramikbänken und einem kleinen Kanal. Das angrenzende Parque de María Luisa eignet sich perfekt für eine schattige Pause zwischendurch. Im Viertel Triana auf der anderen Seite des Guadalquivir erlebt ihr das authentische Sevilla mit Flamenco-Lokalen und Tapas-Bars.
Im Süden von Spanien gehört diese Metropole zu den Orten, die man unbedingt gesehen haben muss. Vor allem im Frühling, wenn die Feria de Abril stattfindet, verwandeln sich ganze Viertel in ein buntes Volksfest mit Tanz, Pferdekutschen und traditionellen Kleidern. Auch außerhalb dieser Zeit hat die Atmosphäre etwas Besonderes. Abends füllen sich die Plätze, überall wird gelacht und geredet, und irgendwo klappert immer jemand mit Kastagnetten. Für einen Tagesausflug empfiehlt sich das nahegelegene Córdoba mit seiner berühmten Mezquita oder die weißen Dörfer der Sierra de Grazalema in den Bergen.
5. Málaga
Lange galt die Hafenstadt nur als Durchgangsstation auf dem Weg an die Costa del Sol. Das hat sich gründlich geändert. Heute zählt Málaga zu den schönsten Städten in Spanien am Meer und überrascht mit einem kulturellen Angebot, das locker mit den großen Metropolen mithalten kann. Gleichzeitig spürt ihr überall diese typisch südliche Leichtigkeit, bei der sich alles ein bisschen langsamer und wärmer anfühlt.

Málaga ist der Geburtsort von Pablo Picasso, und das merkt man. Das Museo in einem wunderschönen Renaissancepalast gehört zu den wichtigsten Anlaufpunkten, aber auch das Centre Pompidou direkt am Hafen und das Carmen Thyssen-Museum in der Altstadt sind einen Besuch wert. Oberhalb des Zentrums thront die Alcazaba, eine maurische Festungsanlage aus dem 11. Jahrhundert, von der aus ihr einen fantastischen Blick über die Dächer und das Mittelmeer habt. Noch höher liegt die Ruine des Castillo de Gibralfaro, erreichbar über einen schattigen Wanderweg durch Pinien und Zypressen. Die Calle Marqués de Larios, die elegante Flaniermeile, führt direkt zur Plaza de la Constitución und ist besonders abends richtig belebt.
Zum Strand braucht ihr vom Zentrum aus nur wenige Gehminuten. La Malagueta ist der bekannteste Abschnitt, aber etwas weiter östlich findet ihr ruhigere Ecken mit weniger Trubel. Wer Fisch und Meeresfrüchte mag, sollte unbedingt in einem der Chiringuitos am Wasser einkehren. Sardinen am Spieß, direkt über dem Feuer gegrillt, gehören hier einfach dazu. Für einen Tagesausflug bietet sich das weiße Bergdorf Frigiliana an, eine der schönen kleinen Städte in Spanien, mit verwinkelten Treppen und blumengeschmückten Fassaden. Auch die beeindruckende Schlucht Caminito del Rey liegt nicht weit und gilt als einer der spektakulärsten Wanderwege ganz Europas.
6. Saragossa
Zwischen Madrid und Barcelona gelegen, wird diese faszinierende Metropole am Ebro von vielen Durchreisenden schlicht übersehen. Ein Fehler, denn wer hier Halt macht, entdeckt einen echten Geheimtipp unter den Städten Spaniens. Die Region Aragón verbindet zweitausend Jahre Geschichte mit einem modernen, studentisch geprägten Flair, das sich überall bemerkbar macht. Alles wirkt hier entspannt und authentisch, ohne den typischen Trubel bekannterer Destinationen.

Am Ufer des Ebro erhebt sich die Basílica del Pilar, das Wahrzeichen der Metropole und einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Landes. Von einem ihrer Türme habt ihr einen weiten Blick über die Dächer und den Fluss. Nur wenige Schritte entfernt steht die Catedral del Salvador (La Seo), deren Fassade romanische, gotische und barocke Elemente vereint. Im Palacio de la Aljafería, einem maurischen Palast aus dem 11. Jahrhundert, lässt sich wunderbar nachvollziehen, wie stark der islamische Einfluss diese Region geprägt hat. Abends lohnt sich ein Bummel durch das Viertel El Tubo mit seinen unzähligen Tapas-Lokalen, wo ihr euch von Bar zu Bar durchprobieren könnt.
Was Saragossa so besonders macht, ist die Mischung aus Substanz und Gelassenheit. Hier gibt es großartige Architektur, hervorragende Küche und ein lebendiges Nachtleben, ohne dass es überlaufen ist. Auch die Umgebung hat einiges zu bieten. Das Kloster Monasterio de Piedra liegt etwa eine Stunde südlich und überrascht mit Wasserfällen, Grotten und einer üppig grünen Parkanlage. Wer lieber in Richtung Natur unterwegs ist, findet in den Pyrenäen-Vorläufern nördlich der Region fantastische Wandermöglichkeiten. Die Metropole am Ebro taucht unter den beliebten Städten in Spanien selten auf, dabei gehört sie zu den Orten, die man unbedingt gesehen haben muss.
7. Bilbao
Kaum ein Ort auf der Iberischen Halbinsel hat sich so radikal verändert wie die baskische Metropole im Norden. Einst ein grauer Industriestandort, gehört sie heute zu den spannendsten Zielen an Spaniens Atlantikküste. Grüne Hügel, raue Küstenlandschaft und ein ganz eigenes Lebensgefühl machen die Region zu etwas Besonderem, das sich deutlich vom sonnigen Süden unterscheidet.

Der große Publikumsmagnet ist natürlich das Guggenheim-Museum. Das geschwungene Titangebäude von Frank Gehry hat die gesamte Umgebung verändert und zieht Architekturbegeisterte aus aller Welt an. Auch abseits davon lohnt sich ein Streifzug durch das Zentrum. Casco Viejo mit ihren sieben Originalstraßen, den sogenannten Siete Calles, steckt voller Pintxo-Bars und Läden mit spanischen Souvenirs. Am besten lasst ihr euch treiben und probiert euch durch die Auslagen auf den Tresen. Der Mercado de la Ribera direkt am Fluss Nervión gehört zu den größten überdachten Märkten Europas und ist ein Paradies für alle, die gutes Essen lieben. Einen tollen Panoramablick bekommt ihr vom Monte Artxanda, den ihr mit der Standseilbahn erreicht.
Was viele nicht erwarten, ist die Nähe zum Meer. Der Strand von Sopelana liegt nur eine kurze Metrofahrt entfernt und gilt unter Surfern als einer der Top-Spots im ganzen Land. Auch das Fischerdorf Getxo an der Flussmündung verdient einen Abstecher, schon allein wegen der historischen Schwebefähre Puente Bizkaia, die zum UNESCO-Welterbe zählt. Kulinarisch bewegt ihr euch hier auf höchstem Niveau. Die baskische Küche gilt als eine der besten international, und das merkt ihr in jedem Lokal. Ob Pintxos an der Theke oder ein mehrgängiges Menü mit Meerblick – eine Reise durch Spanien schmeckt nirgends besser als hier.
8. Gijón
Während die meisten bei Spanien Strand und Sonne im Süden erwarten, liegt eine der coolsten Städte des Landes ganz oben an der kantabrischen Küste. Gijón verbindet maritimes Flair mit einer lebendigen Kulturszene und gehört definitiv zu den Geheimtipps, die noch nicht jeder kennt. Statt Menschenmengen erwartet euch hier asturische Gelassenheit, dazu frische Meeresluft und eine Umgebung, die grüner kaum sein könnte.

Der alte Fischerort Cimadevilla auf einer Halbinsel ist das historische Herz und lädt mit bunten Häusern, kleinen Bars und der markanten Skulptur Elogio del Horizonte von Eduardo Chillida zum Erkunden ein. Von dort oben habt ihr einen weiten Blick über den Atlantik. Direkt unterhalb erstreckt sich der Playa de San Lorenzo, ein breiter Sandstrand mitten in der Innenstadt, an dem Einheimische und Besucher ihre freien Stunden verbringen. Kulturell hat der Ort ebenfalls einiges zu bieten. Das Museo del Pueblo de Asturias gibt Einblicke in die ländliche Vergangenheit der Region, während die Laboral Ciudad de la Cultura, ein monumentaler Gebäudekomplex aus den 1950er-Jahren, heute als Kunstzentrum dient und allein architektonisch begeistert.
Kulinarisch dreht sich in Gijón alles um Sidra, den typisch asturischen Apfelwein, der in den Lokalen aus großer Höhe eingeschenkt wird. Dazu passen Fabada, der deftige Bohneneintopf der Region, oder fangfrischer Fisch direkt vom Hafen. Für Tagesausflüge bietet sich das nahegelegene Covadonga mit seinen Bergseen in den Picos de Europa an, eines der spektakulärsten Naturschauspiele des Landes. Auch das Küstendorf Lastres mit seinem steil abfallenden Ortskern und Panoramablick aufs Meer lohnt einen Abstecher. Unter den schönen Städten Spaniens an der Küste verdient diese Perle definitiv mehr Aufmerksamkeit.
9. Valladolid
Mitten in der kastilischen Hochebene gelegen, fernab vom Meer, und trotzdem ist der Ort alles andere als langweilig. Die einstige Hauptstadt des spanischen Königreichs gehört zu den sehenswerten Städten in Spanien. Denn sie hat eine Menge Charakter, eine großartige Gastronomieszene und Ecken, in denen ihr das Gefühl habt, die Zeit sei stehen geblieben.

Die Plaza Mayor gilt als eine der ersten ihrer Art in ganz Europa und bildet das lebendige Zentrum, wo sich Einheimische zum Kaffee oder abends auf ein Glas Wein treffen. Von dort aus erreicht ihr schnell die Kathedrale, an der über Jahrhunderte gebaut wurde und die trotzdem nie ganz fertiggestellt worden ist. Das Museo Nacional de Escultura in einem prachtvollen spätgotischen Gebäude beherbergt eine der bedeutendsten Sammlungen religiöser Skulpturen weltweit. Nur ein paar Schritte weiter steht das Haus von Cervantes, in dem der Autor des Don Quijote eine Zeit lang lebte. Abends zieht es die Menschen ins Viertel rund um die Calle de la Antigua, wo Pintxo-Bars und gemütliche Bodegas dicht an dicht liegen.
Was viele überrascht, ist die hervorragende Weingegend direkt vor den Toren der Metropole. Die Ribera del Duero, eines der renommiertesten Anbaugebiete des Landes, erstreckt sich östlich entlang des Flusses und lädt zu Verkostungen in traditionellen Bodegas ein. Auch das mittelalterliche Peñafiel mit seiner imposanten Burganlage, die heute ein Museum beherbergt, eignet sich wunderbar für einen Tagesausflug. Wer sehenswerte Highlights abseits der üblichen Routen sucht, ist in Valladolid genau richtig. Kastilische Küche, geschichtsträchtige Architektur und eine entspannte Atmosphäre machen diesen Ort zu einem echten Favoriten.
10. Murcia
Ganz im Südosten des Landes, umgeben von Obst- und Gemüsefeldern, liegt eine der wärmsten und sonnigsten Gegenden Europas. Die Hauptstadt der gleichnamigen Region wird oft zugunsten ihrer Nachbarn an der Costa Blanca übersehen, dabei hat sie für alle, die gerne gut essen und spanisches Alltagsleben erleben möchten, enorm viel zu bieten. Hektik kennt man in Murcia nicht, stattdessen bestimmen lange Mittagspausen und gesellige Abende den Rhythmus.

Herzstück ist die Catedral de Santa María, deren barocke Fassade zu den eindrucksvollsten im ganzen Land zählt. Direkt dahinter erstreckt sich ein Gewirr enger Gassen mit Plätzen, auf denen morgens Marktleben herrscht und abends Terrassen zum Verweilen einladen. Der Real Casino de Murcia, ein opulenter Herrenclub aus den 1880er, überrascht im Inneren mit arabischen Sälen, pompösen Ballräumen und einer Bibliothek, die allein den Besuch wert ist. Entlang des Flusses Segura lässt es sich wunderbar spazieren, vorbei an Parks und modernen Brücken, die einen Kontrast zur historischen Altstadt bilden. Auch das Museo Salzillo mit seinen lebensgroßen Holzskulpturen aus dem 18. Jahrhundert gehört zu den kulturellen Highlights.
Die Umgebung bietet überraschend viel Abwechslung. Im nahegelegenen Valle de Ricote findet ihr maurisch geprägte Dörfer zwischen Palmenhainen und Terrassenfeldern. Die Strände der Costa Cálida erreicht ihr in etwa einer halben Stunde, darunter das Mar Menor, eine riesige Salzwasserlagune, perfekt zum Baden und Wassersport. Unter den besten Städten Spaniens taucht Murcia selten in Ranglisten auf, was schade ist. Wer hierherkommt, erlebt eine Seite des Landes, die ursprünglich geblieben ist und wo ihr als Besucher mit offenen Armen empfangen werdet.













