Priority Pass – lohnt sich das?


Wer nicht zu den Vielfliegern gehört, kann mit dem Begriff Priority Pass oft nur wenig anfangen. Dabei bietet er eine Menge Vorteile, welche auch ihr bei euren nächsten Flügen genießen könnt. Wir verraten euch, was dahintersteckt, wie ihr an einen Priority Pass kommt, welche Vorteile ihr dadurch genießt und mit welchen Kosten ihr rechnen müsst.

Priority Pass | Vorteile | Nachteile | Kosten | Erwerb

Priority Pass – was ist das?

Beinahe jeder Flughafen verfügt über spezielle Lounges, welche den Fluggästen die Wartezeit angenehmer gestalten sollen. Sie bieten Sitz- und Schlafmöglichkeiten, Entertainment, Verpflegung und viele weitere Annehmlichkeiten. Allerdings ist der Zugang meist limitiert, sprich hier dürfen nur bestimmte Fluggäste verweilen.

Langweile am Airport

Langweile am Airport?

Diese Lounges sind oftmals den Passagieren aus der Business Class oder First Class sowie Vielfliegern mit entsprechenden Bonusmeilen vorbehalten. Jedoch gibt es auch Lounges, zu welchen ihr mit dem Priority Pass Zugang erlangen könnt – trotz Economy Class und leerem Meilenkonto. Dahinter steckt ein System von mehr als 1.200 Lounges an Flughäfen weltweit, in welche ihr euch den Zutritt erkaufen könnt. Das geht ganz unabhängig von Bonusmeilen, der gebuchten Fluggesellschaft, Klasse und Co.

Vorteile

Wer über den Pass verfügt, kann das größte unabhängige Netzwerk an Flughafen-Lounges nutzen und somit alle Annehmlichkeiten genießen, welche sonst nur den „VIPs“ vorbehalten sind. Die Lounges unterscheiden sich jedoch in ihrer Größe, Ausstattung und anderen Merkmalen. Einige gehören zu Fluggesellschaften, welche sich dem Netzwerk angeschlossen haben. Andere sind rein für Besitzer des Priority Pass vorgesehen. Er gilt somit als optimaler Begleiter für Reisende, die oft fliegen oder zwischen ihren gebuchten Flügen sehr lange Wartezeiten haben. Zu den häufigsten Annehmlichkeiten gehören:

  • komfortable Wartebereiche
  • kostenlose Snacks sowie Getränke
  • kostenfreie Zeitschriften
  • digitales Entertainment
  • WLAN sowie Steckdosen
  • besondere Service-Leistungen
Snacks und Kaffee am Flughafen

Snacks und Kaffee am Flughafen

Auf diese Vorzüge könnt ihr euch also in beinahe jeder Lounge unter dem Label „Priority Pass“ einstellen. Doch damit nicht genug, denn einige der Lounges bieten zudem folgende Vorteile:

  • Schlafräume
  • Duschen
  • Konferenzzimmer
  • Restaurants
  • Spa- und Wellness-Bereich

Ihr seht: Was genau die jeweilige Lounge bietet, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Manchmal findet ihr „nur“ eine komfortable Alternative für die Wartezeit bis zum nächsten Flug. Ein anderes Mal handelt es sich um eine Wohlfühloase, die ihr gewiss nicht mehr verlassen möchtet. Apps für Android sowie iOS helfen euch dabei, die jeweiligen Lounges an den betreffenden Flughäfen zu finden und können zudem als digitale Zutrittskarte dienen. Zusätzlich erhaltet ihr eine physische (Kredit-) Karte, welche ihr für das Betreten der Lounge verwenden könnt.

Aufenthalt in der Flughafen Lounge

Aufenthalt in der Flughafen Lounge

Nachteile

Wie immer im Leben hat aber auch die Medaille namens „Priority Pass“ zwei Seiten. Obwohl die Vorteile überwiegen, bringt er den einen oder anderen Nachteil mit sich: Um die Lounges betreten zu dürfen, müsst ihr eine Mitgliedschaft für ein ganzes Jahr abschließen. Es ist also nicht möglich, sich nur einmalig und somit für einen günstigeren Preis den Zutritt zu erkaufen. Zudem bietet nicht jeder Flughafen eine Priority Pass Lounge und wenn doch, so sind diese qualitativ nicht immer vergleichbar mit jenen der Airlines.

Ein größeres Problem stellt aber dar, dass in einigen Lounges die maximale Aufenthaltszeit auf drei Stunden begrenzt ist. In solchen Fällen eignen sie sich also nicht (optimal), um lange Wartezeiten zu überbrücken. Sinnvoll kann der Besuch dennoch sein, um beispielsweise eine Dusche zu nehmen, wichtige E-Mails zu beantworten oder andere Annehmlichkeiten zu nutzen. Schlussendlich handelt es sich also um eine Frage des Einzelfalls, wann sich der Kauf lohnt.

Kosten

Wie bereits erwähnt, müsst ihr für den Erwerb eines Priority Pass eine Mitgliedschaft für ein Jahr abschließen. Hierbei habt ihr die Wahl zwischen drei verschiedenen Mitgliedskarten, welche unterschiedliche Leistungen sowie Kosten umfassen:

MitgliedskarteJahresgebühr *
Leistungsumfang *
Standard89 €weitere 28 € pro Lounge-Besuch

weitere 28 € für Gästebesuche

Standard Plus259 €10 Gratis-Besuche für Mitglieder

danach weitere 28 € pro Lounge-Besuch

weitere 28 € für Gästebesuche

Prestige399 €Alle Besuche für Mitglieder gratis

weitere 28 € für Gästebesuche

* Abgefragt 03/2019. Alle Daten ohne Gewähr.

Die Mitgliedschaft ist nicht übertragbar, ihr könnt aber dennoch einen Gast in die Lounge mitbringen. Dafür fallen zusätzliche Kosten an. Ob der Lounge-Besuch kostenpflichtig ist, hängt hingegen von der gewählten Art der Mitgliedskarte ab.

Flughafen Lounge

Flughafen Lounge

Wo gibt es den Priority Pass?

Prinzipiell kann jeder einen solchen Priority Pass kaufen. Hierfür stehen euch verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Der Kauf direkt über die Webseite von Priority Pass. Die digitale Mitgliedskarte steht nach der Bezahlung mit Kreditkarte sofort zum Download bereit. Auf die physische Karte müsst ihr hingegen noch rund drei Werktage warten. Den Priority Pass solltet ihr also rechtzeitig vor eurem gebuchten Flug beantragen, denn nicht jede Lounge akzeptiert beim Zugang die digitale Version des Passes.
  • Der Abschluss einer Mitgliedschaft beim „Leaders Club“ – dem Mitgliedsprogramm der Leading Hotels of the World. Die Priority Pass Standard Plus Mitgliedskarte ist hier zwar im Preis bereits enthalten. Jedoch liegt dieser bei stolzen 1.200 US-Dollar pro Jahr.
  • Der Kauf des Priority Pass UK über die entsprechende Webseite. Während die Leistungen dieselben bleiben, ist die Mitgliedschaft hier nämlich im Vergleich etwas günstiger. Wie viel genau, hängt vom jeweiligen Wechselkurs zwischen dem Euro und dem britischen Pfund ab.
  • Die Beantragung einer Kreditkarte, in welcher eine der Priority Pass Mitgliedschaften bereits in der Jahresgebühr inbegriffen ist.

Letztere Variante bietet den Vorteil, dass der Priority Pass insgesamt günstiger ist beziehungsweise für dasselbe Geld weitere Leistungen mit der Kreditkarte einhergehen. Dazu kann eine Reiserücktritts- oder Auslandskrankenversicherung gehören.

Noch Fragen? Erfahrt hier mehr rund um den Einsatz und Nutzen von Kreditkarten auf Reisen.

Kreditkarten mit Priority Pass

Was genau eine Kreditkarte leistet und zu welcher Jahresgebühr, hängt jedoch vom Einzelfall ab. Es lohnt sich daher ein Blick auf die aktuellen Angebote von Kreditkarten inklusive Priority Pass:

  • American Express Platinum Card: Die Kreditkarte bietet Vorteile wie ein jährliches Reiseguthaben von 200 Euro, einen Willkommensbonus, ein Versicherungspaket für (Auslands-) Reisen, kostenlose Statuskarten für verschiedene Hotels sowie Premium WLAN ohne zusätzliche Kosten. Enthalten ist zudem der Priority Pass Prestige inklusive einer Partnerkarte. Wer die American Express Platinum Card vollends ausnutzt, hat die 600 Euro Jahresgebühr mehr als wieder reingeholt.
  • Commerzbank Premium Kreditkarte: Sie ist ebenfalls vor allem auf Vielreisende ausgerichtet, in Verbindung mit einem Premium Konto aber absolut kostenfrei. Es wird also keine Jahresgebühr fällig. Dennoch bietet sie viele Zusatzleistungen: Dazu gehören unter anderem ein umfassendes Versicherungspaket, ein Handymissbrauchsschutz und die Priority Pass Standard Mitgliedschaft.
  • Commerzbank MasterCard Gold: Eine weitere Kreditkarte aus dem Hause der Commerzbank bietet euch die Priority Pass Mitgliedschaft inklusive. Die MasterCard Gold ist für eine Jahresgebühr von 99 Euro zu haben und offeriert ein umfassendes Reiseversicherungspaket, die kostenlose Bezahlung in Euro-Ländern und – wie die Premium Kreditkarte – die Standard-Mitgliedskarte für die Priority Pass Lounges.
  • Deutsche Bank MasterCard Platin: Auch die Deutsche Bank hat eine Kreditkarte für Menschen, die viel reisen beziehungsweise fliegen im Angebot. Sie kostet 200 Euro im Jahr und bietet dafür einen Concierge Service, Versicherungsleistungen sowie die Priority Pass Prestige Mitgliedskarte.
  • netbank MasterCard Premium: Die Kreditkarte der netbank erhebt eine Jahresgebühr von 100 Euro. Im Leistungsumfang enthalten sind eine Reiserücktritts- und Reisekrankenversicherung, ein Concierge-Programm sowie ein inklusiver Priority Pass Standard mit vergünstigtem Zutritt zu den weltweiten Lounges für nur je 20 Euro.
  • Sparda MasterCard Platinum: Die SpardaBank in Hessen bietet mit ihrer MasterCard für 195 Euro im Jahr das derzeit attraktivste Gesamtpaket. Ihr erhaltet einen Priority Pass Prestige inklusive, hinzu kommen ein umfassendes Versicherungspaket für Auslandsreisen und ein Concierge-Service. Entgelte für Auslandseinsätze der Kreditkarte fallen nicht an und die Jahresgebühr wird zurückerstattet, wenn euer jährlicher Umsatz über 7.500 Euro liegt. Wer in Hessen wohnt, sollte diese Möglichkeit als echte Alternative in Erwägung ziehen.

Lohnt sich der Priority Pass?

Die Frage, ob sich die Investition in den Priority Pass für euch lohnt und auf welchem Weg, müsst ihr schlussendlich selbst entscheiden. Wer viel fliegt, ohnehin nach einer neuen beziehungsweise weiteren Kreditkarte sucht oder bei einem geplanten Flug einen langen Aufenthalt hat, für den ist der Priority Pass durchaus eine Überlegung wert.

In letzterem Fall solltet ihr aber vorab überprüfen, ob der betreffende Flughafen überhaupt über eine Priority Pass Lounge verfügt, welche Leistungen sie bietet und ob der Aufenthalt zeitlich beschränkt ist. Wer an Vielfliegerprogrammen teilnimmt und darüber Zutritt zu verschiedenen Lounges erhält oder meistens in der Business Class beziehungsweise First Class fliegt, muss nicht zusätzlich in den Priority Pass investieren.

Tipp: Wer keinen Priority Pass erwerben will, kann häufig das kostenlose WLAN am Flughafen nutzen.

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