Trollpikken in Norwegen: Nichts kann ihn brechen

Bild Schönes NorwegenKennen Sie den „Trollpenis“? Nein, Sie haben sich bei uns nicht in der Seite geirrt, wir haben nichts Anrüchiges im Sinn. Die ungewöhnliche Felsformation in Norwegen sollte eigentlich eine Touristenattraktion werden, doch Unbekannte zerstörten den sogenannten Trollpikken. Jetzt steht das Ding wieder wie eine Eins.

Die Menschen in Egersund wollten wohl auch einmal erleben, wie Touristen ihre Region stürmen, weil es etwas ganz Besonderes zu sehen gibt. Deshalb nutzten sie einen Felsvorsprung, der im Profil wie ein männliches Geschlechtsorgan aussieht, gezielt zur Vermarktung.

„Trollpenis“ als stehende Touristen-Attraktion

Ein ausgebauter Wanderweg sollte den Zugang zum Trollpikken erleichtern, ein Parkplatz und Informationsschilder für die nötige Seriosität sorgen. Doch noch bevor der Stein so richtig ins Rollen kam, war es auch schon vorbei mit der Standhaftigkeit. Unbekannte trennten Ende Juni den „Trollpenis“ wohl mit einer Bohrmaschine vom übrigen Fels ab und durchkreuzten so die Pläne der engagierten Egersunder, die den steinernen Phallus gerne als neues Aushängeschild gesehen hätten. Das wollten die Initiatoren nicht so stehen lassen und riefen per Internetpetition zu Spenden auf. Mit Erfolg: Mehr als 23.300 Euro kamen per Crowdfunding zusammen, um die drei Meter lange Spitze wieder an den Fels zu kitten. Spezialkleber, Zement und Verstrebungen aus Stahl sollen dafür sorgen, dass künftig kein Besucher mehr an der Aufrichtigkeit des Trollpikken einen Zweifel hat. Die gespendete Summe hat zwar nicht alle Kosten gedeckt, doch wie der Initiator der Spendenaktion gegenüber Medien berichtet, habe die Baufirma das restliche Geld aufgestockt. Noch ein paar Tage wird es wohl dauern, bis die Attraktion wieder vorgeführt werden kann, dann können die Touristen jedoch kommen.

Große Story für kleines Städtchen

Wer die unbekannten Zerstörer sind, hat die norwegische Polizei zumindest offiziell noch nicht herausgefunden. Allzu böse dürften die eifrigen Vermarkter aus Tourismus und Wirtschaft im norwegischen Egersund den Vandalen aber wohl nicht sein. Mit der zugegebenermaßen skurrilen Geschichte rund um den abgehackten Phallus hat die kleine Hafenstadt zumindest für den Moment echte Berühmtheit erlangt. In Zeiten wachsender Bedeutung von Social Media ist so ein „Trollpenis“ das ideale Fotomotiv und durchaus eine Attraktion für ein Selfie. Wer also Urlaub in Norwegen macht, kann ruhig einen Abstecher nach Egersund und zum Trollpikken machen. Von Stavanger aus fährt man etwa eine Stunde mit der Bahn, von Kristiansand sind es gut zwei Stunden.