Saskatchewan in Kanada erkunden


Das liebenswerte Saskatchewan gelegen an der Grenze zu den USA ist eine mit Sonne gesegnete Provinz. Zwischen wilder Natur, Seen, Wäldern, Prärien und Städten voller Kultur und Geschichte verspricht ein Urlaub in der kanadischen Region Abenteuer.

Überblick

Nur etwa mehr als eine Million Menschen wohnen in Saskatchewan auf etwa 650.000 Quadratkilometern – sehr viel Platz und Möglichkeiten für euch, um dem Charme dieser weiten Idylle zu erliegen. Neben atemberaubenden Landschaften bietet sich euch außerdem ein buntes, städtisches Treiben mit Fokus auf multikulturellen Traditionen. Wer auf den Spuren der Ureinwohner wandeln möchte, wird mit einer großen Fülle an Artefakten, wie etwa Felsenzeichnungen entlang des Churchill Rivers, belohnt. Sie alle erzählen die lebendige Geschichte der Prärieprovinz.

Saskatchewan im Herbst
Saskatchewan im Herbst

Der Name Saskatchewan stammt aus der Sprache der Cree und heißt übersetzt „Schnell fließender Fluss“ – gemünzt war das früher auf den Saskatchewan River. Dessen zwei Arme durchfließen die Provinz von West nach Ost und vereinigen sich bei Prince Albert. Das Einzugsgebiet des Flusses ist riesig und prägt weite Teile Saskatchewans. Im Süden gibt es einige größere Städte, im Norden dominiert die Wildnis.

Städte

Die Vielfalt der kanadischen Region spiegelt sich nicht nur in der Natur wider. Auch die Städte punkten mit einzigartigen Attraktionen und einem facettenreichen kulturellen Leben, was in Kombination mit den Sensationen der Natur für viel Abwechslung sorgt.

Regina

Regina, gegründet im Jahr 1882, bietet eine reiche Geschichte und faszinierende Kultur. Als zweitgrößte Stadt der Provinz ist sie ein beliebtes Reiseziel für Geschichtsinteressierte und Naturliebhaber. Ursprünglich bekannt als „Pile of Bones“ – aufgrund der Vielzahl an Bisonknochen in der Gegend – wurde der Ort später zu Ehren von Queen Victoria umbenannt. Der heutige Name bedeutet „Königin“ und brachte ihm den Spitznamen „The Queen City“ ein.

Saskatchewan Regina
Dämmerung in Regina

Erlebt die charmante Mischung aus historischen Wahrzeichen und modernen Annehmlichkeiten im Süden der Metropole. Von kulturellen Veranstaltungen und Museen wie dem Royal Saskatchewan Museum oder der Mackenzie Art Gallery bis hin zu malerischen Parks ist hier für jeden etwas dabei! Lasst auch auf keinen Fall die Gegend rund um den Wascana Lake entgehen und unternehmt dort eine Bootstour, eine Wanderung oder besucht die Queen Elizabeth II. Gardens.

Prince Albert

Die drittgrößte Stadt der Region ist gewissermaßen das Tor zur Wildnis, denn rund 90 Kilometer weiter nördlich von ihr beginnt der Prinz-Albert-Nationalpark. Nicht umsonst wird die Stadt in Kanada auch „Gateway to the North“ genannt. Namensgeber des Ortes war der deutsche Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Ehemann von Königin Victoria. Aufgrund der günstigen Lage am Saskatchewan River profitierte die Stadt vom Handel. Bevor ihr euch aufmacht zu den Wäldern, Weiten und Seen der Umgebung, besichtigt in Prince Albert das historische Rathaus, von dessen Art es früher in den Prärieprovinzen jede Menge gegeben hat. Heute sieht man sie kaum noch.

Prince Albert National Park
Der Park nördlich der Stadt

Moose Jaw

Nur eine knappe Autostunde westlich von Regina liegt Moose Jaw, zu Deutsch „Elchkiefer“. In dieser Stadt durchstreift ihr herrliche Grünflächen, wie etwa den innerstädtischen Crescent Park oder den Wakamow Valley Park am Moose Jaw River. Im Casino der Stadt fühlt ihr euch ein bisschen wie in Las Vegas. Die geheimnisvollste Attraktion sind die Tunnels of Moose Jaw, die Keller ganzer Häuserblocks verbanden und als Versteck beziehungsweise Handelsplatz für Schnaps dienten – dazu später mehr.

Saskatoon

Die größte Stadt der Provinz wird vom South Saskatchewan River durchflossen. Dessen grüne Ufer und zahlreiche Brücken prägen das Bild und sorgen für eine malerische Kulisse und bezaubernde Atmosphäre. Saskartoon ist jung und geprägt von einer blühenden Kultur- und Musikszene. Auch Studenten gibt es hier viele. Taucht ein in das bunte Programm mit Highlights wie der Remai Modern Art Gallery, einem der innovativsten Museen für Zeitgenössische Kunst in Nordamerika. Wer es geschichtlich mag, wird im Saskatchewan Western Development Museum fündig und erlebt dort die faszinierende Geschichte der Provinz. Zudem findet ihr im ganzen Stadtgebiet eine große Zahl an Erholungsparks. Im Forestry Farm Park & Zoo könnt ihr Grizzlys, Polarwölfe, Erdmännchen und viele weitere Tierarten hautnah bestaunen, die in weiten Teilen der Provinz frei leben.

Blick auf Saskatoon
Blick auf Saskatoon

North Battleford

Neben einer sehenswerten weiteren „Zweigstelle“ des Saskatchewan Western Development Museums punktet die Kleinstadt zudem mit der Galerie von Allen Sapp (1928 bis 2015), der zum Stamm der Cree gehörte. Für seine Werke erhielt er zeitlebens einige bedeutende kanadische Auszeichnungen. Darüber hinaus zeugen viele historische Gebäude North Battlefords von der bewegten Vergangenheit. Auch für Urlauber, die ihre Zeit gerne in der Natur verbringen, ist die Stadt geeignet. Sie liegt in der Nähe des Battleford Provincial Parks, in dem ihr außer wandern noch schwimmen, angeln oder im Jackfish Lake Boot fahren könnt.

Sehenswürdigkeiten

Es sind nicht nur die Natur und die Städte, die Saskatchewan so faszinierend machen. Auch einzelne Sehenswürdigkeiten verleihen dieser Provinz ihren eigenen Charme. Nachfolgend stellen wir einige vor.

RCMP Heritage Centre

Viele kennen die bekannten „Mounties“, wobei es sich um die mit roten Uniformjacken ausgestatteten Beamten der kanadischen Polizei handelt, die inzwischen schon Nationalsymbol sind. Die Geschichte der Royal Canadian Mounted Police (RCMP) ist eng mit Saskatchewan verbunden, sodass in Regina noch heute die einzige Ausbildungsakademie steht. Auf dem Gelände befindet sich ebenfalls ein Museum, das RCMP Heritage Centre, welches mittels Exponaten, Veranstaltungen und multimedialen Vorführungen einen einzigartigen Einblick in die bewegte Geschichte der RCMP von ihrer Gründung im Jahr 1873 bis heute bietet.

Tunnels of Moose Jaw

Wen man in Moose Jaw auch fragt: Was es mit der Untertunnelung der Stadt auf sich hat, weiß niemand so genau. Bei einer geführten Tour sind sie allemal spannend zu erleben und ein bisschen Grusel schadet schließlich nicht. Einer Legende zufolge wurden sie im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts von chinesischen Eisenbahnarbeitern ausgehoben, die sich dort versteckten, da sie verfolgt wurden. Während der Zeit, in der in Kanada die Prohibition galt, wurden die Stollen von Schmugglern genutzt.

Queen Elizabeth II. Gardens

Diese Gärten, die sich am Parlament der Provinz Saskatchewan in Regina befinden, umfassen Erholungsflächen und Spazierwege. Sie sind ein gutes Beispiel dafür, wie Stadtplanung in Kanada funktioniert: Die symmetrischen Anlagen stehen im Vordergrund, passen sich dabei aber bestens an die Umgebung an. Das alles überragende Saskatchewan Legislative Building dominiert die Szenerie und gibt vor einem bunten Blumenmeer ein tolles Fotomotiv ab.

Regina Queen Elizabeth II Gardens
Blütenpracht vorm Parlamentsgebäude

Holodomor-Statue

Auf eurem Rundgang durch Regina kommt ihr auch an dieser Statue vorbei, die sich am Westufer des Wascana Lakes im Stadtzentrum befindet. Dieses Denkmal soll an den Holodomor erinnern, den das ukrainische Volk 1932-33 ertragen musste. Es handelte sich dabei um eine von Menschen verursachte Hungersnot in der Ukrainischen SSR und den angrenzenden Kosakengebieten. Millionen Sowjetbürger ließen in dieser Zeit ihr Leben.

Das Projekt hinter dem 2015 errichteten Denkmal wurde von der Freiwilligengruppe des Ukrainian Canadian Congress (UCC) geleitet. Das UCC erwarb dafür eine Kopie jener Mädchenstatue, die der Bildhauer Petro Drozdowsky für das Nationale Holodomor-Museum in Kiew entworfen hatte.

Aktivitäten

Wenn ihr euch die Mühe macht, nach Kanada zu fliegen, seid ihr vermutlich total versessen darauf, tagsüber draußen unterwegs zu sein und die Schönheit von Saskatchewan zu erkunden. Lasst euch von den abwechslungsreichen Aktivitäten inspirieren!

Kanutour auf dem Churchill River

Der 1.609 km lange Fluss nimmt seinen Anfang im Churchill Lake, um dann durch mehrere Seen in östlicher Richtung bis in die Hudson Bay zu fließen. Die Wassermassen bilden ein ideales Paradies für erfahrene Kanufahrer, da es Stromschnellen und Wasserfälle gibt. Lasst euch von Einheimischen leiten und genießt die Schönheit der unberührten Natur.

Saskatchewans fantastische Natur erkunden

Die Städte in Saskatchewan haben ihren Reiz und geizen nicht mit Sehenswürdigkeiten. Das sollte inzwischen deutlich geworden sein. Doch um die Provinz in all’ ihren Facetten kennenzulernen, müsst ihr hinaus in die Weite der Region.

Im Cypress Hills Interprovincial Park ganz im Südwesten von Saskatchewan werdet ihr euch dessen bewusst. Auf fast 40.000 Hektar verteilt sich dieses Schutzgebiet, das sich aus Prärie, Grasland und tiefen Wäldern zusammensetzt und von Seen durchzogen ist. Unzählige Wildtiere haben hier ihre Heimat. Ihr könnt Wanderungen unternehmen, baden gehen, Minigolf spielen oder Erholung bei phänomenaler Aussicht in einem Café oder Restaurant genießen.

Cypress Hills Interprovincial Park
Landschaft im Cypress Hills Interprovincial Park

Weniger Infrastruktur, dafür umso mehr Wildnis findet ihr im geschützten Prinz-Albert-Nationalpark, der sich geografisch genau in der Mitte der Provinz befindet. Die ökologische Vielfalt, die sich zwischen Schwingeln (eine Grasart), Seen und Feuchtgebieten des Borealen Waldes zeigt, ist enorm. Nutzt geführte Wanderungen oder die interaktiven Ausstellungen im Naturzentrum, um mehr über die Gegend zu erfahren.

Skigebiet Table Mountain Regional Park

Rund 30 Kilometer westlich von North Battleford liegt eines der wenigen Skigebiete von Saskatchewan. Um die 60.000 Besucher pro Jahr nutzen die Pisten des 45 Hektar großen Gebiets. Wenn ihr im Winter hier seid und einen Tag die Hänge hinunterfahren möchtet, ist das der perfekte Ort. Auch für Familien mit Kindern, denn es werden gerade in der Saison viele Kurse angeboten. Vom Gipfel aus ist die Aussicht auf das Battle River Valley einfach fantastisch.

Western Development Museum besichtigen

Das Western Development Museum im Süden von Saskatoon ist das größte Museum für die Geschichte der Menschen in Saskatchewan. Hier erlebt ihr, wie es in dieser Gegend um das Jahr 1910 herum gewesen ist. Damals boomte Saskatoon wirtschaftlich. In North Battleford, Moose Jaw und Yorkton hat das Saskatchewan Western Development weitere Standorte.

Wanuskewin Heritage Park

Nur einen Steinwurf nördlich von Saskatoon befindet sich dieser Park, der eine nationale sowie historische Stätte Kanadas darstellt. Von der UNESCO als Weltkulturerbe vorgeschlagen, haben sich hier die Völker der Northern Plains schon vor Urzeiten getroffen, um gemeinsam zu jagen, Handel zu treiben und Zeremonien abzuhalten. Das wird bis heute so gehandhabt – und als Gäste dürft ihr daran teilhaben. Hier weht der Geist von mehr als 6.000 Jahren indigener Kultur. Die Bisonherde, die heute hier lebt, besteht aus den Nachfahren der letzten tausend Bisons, die um 1870 in den Great Plains, einer offenen und landschaftlich geprägten Region, gelebt haben.

Saskatchewan Bison
Bisons in Saskatchewan

Reise-Infos

Wenn Saskatchewan euch jetzt lockt und ihr es nicht erwarten könnt, ins Flugzeug für den Urlaub in Kanada zu steigen, folgen hier noch ein paar Tipps. So seid ihr bestens auf die Reise vorbereitet.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Kurze trockene Hochsommer zeichnen unter anderem das Klima in Saskatchewan aus. Zwischen Juni und August sind in der Provinz Tageshöchsttemperaturen von 35 Grad Celsius und mehr möglich. Kanadas sonnigste Region mit im Schnitt 2.500 Sonnenstunden im Jahr solltet ihr zwischen Mai und September bereisen, denn ohne Niederschläge macht es deutlich mehr Spaß, draußen unterwegs zu sein.

Für An- und Abreise solltet ihr zwei Tage einberechnen, dazu kommt womöglich der Jetlag. Plant daher definitiv mehr als eine Woche für euren Urlaub ein, zwei Wochen sind vermutlich optimal.

Reisevorbereitung

Tauscht zuhause ruhig noch ein paar Euro in Kanadische Dollar um, schaden kann es nicht. Alles in allem könnt ihr aber überall mit Kreditkarte zahlen. Ein Visum braucht ihr für den Urlaub nicht, allerdings einen Reisepass oder eine vorläufige Version, die mindestens für euren Aufenthalt gültig sind sowie eine eTA (elektronische Reisegenehmigung). Die könnt ihr euch auf der Website von Kanadas Regierung besorgen.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Am besten, ihr fliegt von Deutschland aus nach Regina: Von Frankfurt gibt es Verbindungen mit nur einem Umstieg in Montreal oder Vancouver. Vor Ort ist ein Mietwagen sehr zu empfehlen, den könnt ihr direkt am Flughafen in Empfang nehmen.

Essen und Spezialitäten

Vor allem der nördliche Teil von Saskatchewan ist von Seen und Flüssen durchzogen. Da wundert es nicht, dass es auch heute noch viele Kooperativen der kanadischen Ureinwohner gibt, die gefangenen Hecht und Weißfisch verkaufen. Der Einfluss, den die Küche der Indigenen heute noch auf die lokale Küche hat, ist groß. Regional angebauter Wildreis wird serviert, gerne zu Wildgeflügel aller Art. Dazu kommen geröstetes Fladenbrot („Bannock“) sowie Gerichte mit Bisonfleisch.

Im urbanen Süden der Provinz sind die Einflüsse der deutschen, britischen und skandinavischen Einwanderer nicht zu übersehen. Das gilt seit einigen Jahrzehnten auch für die asiatische Küche. Auf dem Land werden die hier wachsenden Zimt-, Preisel- und Blaubeeren gerne zu leckeren Desserts verarbeitet. Whiskey oder Gin, aber auch kanadischer Wein und kanadisches Bier sowie interessante Eis- und Apfelweine werden getrunken.

Hotels und Unterkünfte

In den Städten im Süden, beispielsweise in Regina und Moose Jaw, findet ihr eine große Auswahl an Hotels aller Art. Im nördlichen Teil Saskatchewans wird die Auswahl kleiner, allerdings könnt ihr euren Urlaub bei rechtzeitiger Buchung auch dort in einer Traumunterkunft genießen.

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