Die Insel Sifnos gehört zu den westlichen Kykladen und ist bekannt für traditionelle Töpferkunst, malerische Dörfer mit weißen Häusern und blauen Kuppeln sowie viel ursprünglichen Charakter. Idyllische Sandstrände treffen hier auf authentische Kulturerlebnisse und zauberhafte Naturkulissen.
Überblick
Auf der schönen Insel Sifnos erwarten euch malerische Dörfer und Küstenstädtchen am kristallklaren Wasser der Ägäis. Neben den Bademöglichkeiten ist es die Kultur, die diese Insel zu etwas Besonderem macht: Ihr entdeckt über 360 Kirchen und Kapellen, die oftmals auf Hügeln thronen und spektakuläre Ausblicke bieten. Wanderfreunde erkunden das Eiland und seine Orte auf alten Pfaden durch Olivenhaine und vorbei an duftenden Kräuterfeldern. Kulinarisch genießt dieser Teil von Griechenland einen hervorragenden Ruf. Ob ihr euren Aufenthalt sportlich-aktiv gestaltet, am Meer entspannt oder euch an traditioneller Töpferkunst versucht, hier genießt ihr eine ganz authentische Seite der Kykladen.

Städte & Orte
Das Eiland ist von idyllischen Dörfern und Städtchen geprägt. Obgleich überschaubar, ist Sifnos an einigen Orten durchaus touristisch. Von den Bergen bis hin zum Meer überrascht dieses Ziel mit charmanten Siedlungen, die euch in das authentische Inselleben eintauchen lassen.
Apollonia
Sifnos Hauptstadt Apollonia erstreckt sich malerisch über drei Hügel im Inneren und bildet das Zentrum des Eilands. Weiße Gassen führen euch vorbei an traditionellen Häusern mit blumengeschmückten Balkonen und kleinen Geschäften, die lokales Kunsthandwerk präsentieren. Hier lässt es sich wunderbar nach authentischen griechischen Souvenirs stöbern.
Zahlreiche Cafés und Restaurants säumen die zentralen Plätze von Apollonia, in denen ihr Idylle und Köstlichkeiten genießt. Das Volkskundemuseum gewährt faszinierende Einblicke in die traditionelle Lebensweise der Insulaner und zeigt historische Trachten sowie Haushaltsgeräte. Vor allem die autofreie Fußgängerzone lädt zum gemütlichen Flanieren ein.
Kastro
Diese mittelalterliche Festungssiedlung thront spektakulär auf einem Felssporn an der Ostküste und war bis 1836 Hauptort der Insel. Massive Steinmauern und verwinkelte Durchgänge prägen das Bild dieser historischen Perle, wo die äußeren Häuserreihen noch heute die ursprüngliche Verteidigungsmauer bilden.
Antike Marmorsäulen wurden in Wände integriert und zeugen von der langen Geschichte dieser Ansiedlung. Der zentrale Platz mit seinen alten Zisternen strahlt zeitlose Atmosphäre aus, während schmale Treppen zu versteckten Aussichtspunkten führen. Die venezianische Architektur verschmilzt harmonisch mit kykladischen Elementen und schafft Fotomotive an jeder Ecke. Kastro beherbergt zudem ein archäologisches Museum mit Fundstücken aus verschiedenen Epochen, darunter mykenische Keramik und hellenistische Skulpturen.

Artemonas
Das elegante Dorf im Norden verzaubert mit herrschaftlichen neoklassizistischen Villen, die von wohlhabenden Kapitänen und Kaufleuten erbaut wurden. Prachtvolle Residenzen mit kunstvollen Verzierungen säumen breite Alleen. Die beeindruckenden Glockentürme mehrerer Kirchen prägen das Panorama und läuten über die Täler.
Artemonas gilt als kulturelles Herz mit regelmäßigen Musikveranstaltungen und Kunstausstellungen in restaurierten Gebäuden. Traditionelle Bäckereien verkaufen köstliche Mandelkuchen und andere Leckereien nach Familienrezepten, während ihr euch in Kafenions griechische Kaffeespezialitäten schmecken lassen könnt. Sehenswert ist auch die Kirche Panagia Kochi mit ihrer Ikonensammlung aus dem 17. Jahrhundert.
Kamares
In Kamares liegt der Hafen von Sifnos, wo eine halbmondförmige Bucht Ankömmlinge mit breitem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser empfängt. Traditionelle Fischerboote schaukeln neben modernen Yachten auf dem Meer und nur wenige Meter weiter servieren Tavernen ganz frischen Fang. Die lebhafte Uferpromenade wird gesäumt von Geschäften, Cafés und Restaurants.
Das Hafenstädtchen Kamares bietet ideale Bedingungen und Angebote für Aktivitäten wie Fahrten mit dem Kajak oder Schnorcheln. Imposante Felsformationen an beiden Enden der Bucht schaffen natürliche Schutzwälle und tolle Fotomotive bei Sonnenaufgang. Kleine Wanderwege führen zu einsamen Nachbarstränden, wo ihr besonders viel Ruhe genießt.

Sehenswürdigkeiten
Die Kykladeninsel beeindruckt mit einem reichen kulturellen Erbe, das sich in historischen Bauwerken und archäologischen Stätten zeigt. Das Eiland war in der Antike vor allem für seine Gold- und Silberminen berühmt, was sich im Wohlstand vergangener Epochen widerspiegelt.
Kloster Chrisopigi
An der Südostküste der Insel erhebt sich dieses strahlend weiße Kloster majestätisch auf einem Felsvorsprung und gilt als ihr spirituelles Wahrzeichen. Eine schmale Brücke verbindet das heilige byzantinische Bauwerk mit dem Festland und überspannt eine beeindruckende Schlucht, in der die Wellen der Ägäis branden.
Legenden ranken sich um wundersame Rettungen von Seeleuten, die der Schutzpatronin der Fischer ihre Verehrung erweisen. Besonders eindrucksvoll zeigt sich das Monument bei religiösen Festen, wenn Pilger aus allen Teilen der Kykladen hierher strömen. Die reich verzierte Kapelle beherbergt wertvolle Ikonen und silberne Votivgaben dankbarer Gläubiger. Von der Plattform genießt ihr atemberaubende Panoramen über schroffe Küstenlinien und das endlose Ägäische Meer.

Panagia Poulati
Diese byzantinische Kirche wurde auf einem Hügel zwischen Apollonia und Artemonas errichtet und zählt zu den bedeutendsten religiösen Bauwerken der Insel. Der imposante Glockenturm mit seinen charakteristischen Bögen prägt weithin sichtbar die Silhouette und erklingt beim Läuten über die umliegenden Täler.
Im Inneren beeindruckt eine prachtvolle Ikonostase aus vergoldetem Holz mit kunstvollen Schnitzereien, die von Handwerkern im 18. Jahrhundert gefertigt wurde. Ikonen schmücken die Wände und erzählen biblische Geschichten in leuchtenden Farben. Die Architektur vereint kykladische Schlichtheit mit venezianischen Einflüssen und schafft harmonische Proportionen. Von der erhöhten Position genießt ihr herrliche Ausblicke über weiße Dörfer, grüne Olivenhaine und das schimmernde Meer am Horizont.
Windmühlen von Artemonas
Die charakteristischen Rundbauten thronen malerisch auf Hügelkuppen rund um das Dorf und prägen das typische Kykladenbild. Einige der historischen Mühlen wurden liebevoll restauriert und zeigen die traditionelle Funktionsweise mit originalgetreuen Mechanismen. Die steinernen Konstruktionen mit ihren kegelförmigen Dächern dienten jahrhundertelang der Getreideproduktion und waren damit damals das wirtschaftliche Rückgrat dieser Gemeinschaft.
Heute dienen Sifnos‘ Windmühlen als fotogene Wahrzeichen und erinnern an vorindustrielle Zeiten, als diese Art der Energiegewinnung die Hauptquelle der Insel darstellte. Manche Exemplare beherbergen zudem kleine Ausstellungen über das traditionelle Handwerk und die Landwirtschaft auf den Kykladen.

Archäologische Stätte von Agios Andreas
Auf einem Hügel bei Kastro befindet sich diese bedeutende Ausgrabungsstätte, die Besiedlungsspuren aus der mykenischen Epoche bis in die geometrische Periode offenbart. Fundamente antiker Gebäude, Keramikfragmente und Werkzeuge geben euch faszinierende Einblicke in das Leben vor über 3.000 Jahren.
Archäologen entdeckten hier Ruinen einer Akropolis mit Befestigungsanlagen, welche die strategische Bedeutung dieser Position verdeutlichen. Informationstafeln erklären die verschiedenen Bauphasen und gefundenen Objekte, während Ausgrabungen noch immer neue Erkenntnisse zu Tage fördern. Zu den Highlights auf Sifnos zählen die Überreste eines mykenischen Palastes mit komplexer Raumstruktur und einem erstaunlich fortschrittlichem Entwässerungssystem.
Aktivitäten
Neben Sightseeing könnt ihr auf Sifnos noch viel mehr machen. Die Insel bietet ihren Besuchern vielfältige Möglichkeiten, Natur und Orte aktiv zu erkunden und viele neue Eindrücke zu sammeln, sowohl an Land als auch direkt im Ägäischen Meer.
Wandern auf alten Pfaden
Ein ausgedehntes Netzwerk restaurierter Kalderimi-Pfade durchzieht das gesamte Eiland und verbindet Dörfer, Strände und abgelegene Kapellen. Diese traditionellen Steinwege wurden über Jahrhunderte von Maultieren und Bewohnern genutzt und schlängeln sich durch ursprüngliche Kulissen. Markierte Routen führen euch durch duftende Macchia, vorbei an terrassierten Hängen mit knorrigen Olivenbäumen und über sanfte Hügel.
Unterwegs entdeckt ihr verlassene Siedlungen, byzantinische Kapellen und schattige Rastplätze. Die Pfade sind gut ausgebaut und eignen sich für verschiedene Schwierigkeitsgrade. Ihr könnt euch zudem einen der schönen griechischen Strände entlang von Sifnos als Ziel setzen und eure Wanderung mit einem erfrischenden Bad im kühlen Nass abschließen.

Töpferkurse besuchen
Die Töpfertradition reicht auf Sifnos über 3.000 Jahre zurück und prägt bis heute die kulturelle Identität der Insulaner. In mehreren Werkstätten könnt ihr erfahrenen Keramikmeistern bei ihrer Arbeit zusehen und selbst Hand anlegen. Die charakteristischen Gefäße mit ihren Mustern und Glasuren werden nach überlieferten Techniken gefertigt.
Unter fachkundiger Anleitung formt ihr eigene Kreationen auf der Töpferscheibe und erlebt die meditative Wirkung dieser Aktivität. Nach dem Brennen nehmt ihr eure persönlichen griechischen Souvenirs mit nach Hause und bewahrt greifbare Erinnerungen an kreative Urlaubsstunden. Vor allem das Dorf Vathi gilt als Hochburg dieses Handwerks.
Schnorcheln und Tauchen
Rund um die Kykladeninsel lädt die kristallklare Ägäis zu faszinierenden Unterwasserabenteuern ein. Die Buchten mit Felsformationen beherbergen ein buntes Meeresleben, darunter Kraken, Muränen und manchmal auch Mönchsrobben in geschützten Höhlen. Besonders lohnend sind Schnorchelausflüge entlang der Ostküste, wo Seegraswiesen Habitate für verschiedene Arten von Fischen schaffen.
Tauchschulen bieten derweil Kurse für Anfänger sowie geführte Exkursionen zu spektakulären Spots mit Anker, Amphoren und historischen Relikten für erfahrene Sportler an. Ihr könnt unter anderem Steilwände entdecken, die bis zu 40 Meter in die Tiefe fallen und von farbenprächtigen Schwämmen bewachsen sind. Die Sichtweiten betragen oft über 30 Meter.

Bootstouren zu versteckten Buchten
Die zerklüftete Küstenlinie offenbart ihre schönsten Geheimnisse vom Meer aus, wo traditionelle Kaiks und moderne Ausflugsboote zu Entdeckungsfahrten aufbrechen. Erfahrene Kapitäne steuern abgelegene Buchten an, die zu Fuß kaum erreichbar sind und mit türkisfarbenem Wasser verzaubern. Unterwegs passiert ihr dramatische Felsformationen, Grotten und malerische Kapellen, die sich an steile Klippen schmiegen.
Manche Touren führen zu anderen schönen griechischen Inseln wie Kimolos oder zur unbewohnten Antimilos mit ihrer eindrucksvollen Vulkanlandschaft. Die Abenteuerlustigen unter euch können rund um die Küste zudem per Kajak oder SUP auf Erkundungstouren gehen und dabei Höhlen oder einsame Strände ansteuern.
Reise-Infos
Eine Reise nach Griechenland erfordert für die Kykladen einige Vorbereitungen, um euren Aufenthalt auf der Insel optimal zu gestalten. Mit den folgenden Tipps und Hinweisen seid ihr für das Abenteuer Sifnos bestens gewappnet.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Von Mai bis Oktober seid ihr genau richtig auf der Insel. Im Frühjahr und Herbst lockt Sifnos mit angenehmen Temperaturen ab 20 Grad Celsius, perfekt für Outdoor-Vergnügen wie Wandern. Im Hochsommer lädt das Meer zum Schwimmen ein, während der Nordwind für etwas Abkühlung sorgt. Ab September geht es auf dem Eiland ruhiger zu, wobei ihr noch immer die Strände genießen könnt.
Rund fünf Tage solltet ihr für Sifnos einplanen, um das Meer, Wanderwege und kulturelle Highlights ganz entspannt zu erleben. Wollt ihr Nachbarn wie der idyllischen Kykladeninsel Milos oder Serifos einen Besuch im Zuge eines Ausflugs abstatten, dann hängt ruhig noch die eine oder andere Übernachtung an euren Aufenthalt an.

Anreise und Fortbewegung vor Ort
Die Anreise erfolgt üblicherweise per Flug in die griechische Hauptstadt Athen, von wo regelmäßige Schiffe den Hafen Piräus mit Kamares verbinden. In der Hauptsaison im Sommer legen besonders viele Boote ab. Alternativ könnt ihr per Fähre von der größten Kykladeninsel Naxos nach Sifnos gelangen, da die Orte dort keinen eigenen Airport besitzen.
Auf Sifnos empfiehlt sich ein Mietwagen oder Roller, um flexibel alle Ecken zu erkunden und versteckte Strände zu erreichen. Das Straßennetz ist gut ausgebaut, wobei manche Wege schmal und kurvenreich verlaufen. Lokale Busse verbinden regelmäßig die Hauptorte und stellen eine günstige Alternative dar, allerdings mit eingeschränktem Fahrplan außerhalb der Saison. Taxis stehen in allen größeren Siedlungen zur Verfügung.
Essen und Spezialitäten
Die kulinarische Szene genießt weit über die Inselgrenzen hinaus exzellenten Ruf, da viele renommierte Köche hier ihre Wurzeln haben. Revithada bildet das Nationalgericht: Kichererbsen werden stundenlang im Lehmofen geschmort und mit Zitronensaft verfeinert. Die berühmten Kapern serviert man in Sifnos in allen Variationen, von eingelegten Knospen bis zu frittierten Blättern als knusprige Beilage. In vielen griechischen Hotels gehört traditionelle Gastronomie mit dazu.
Manouri-Käse aus Schafsmilch bereichert Salate sowie Mezze mit cremiger Textur und mildem Geschmack. Fangfrischer Fisch und Meeresfrüchte dominieren die Speisekarten der Hafentavernen, wo gegrillte Dorade und Oktopus zu lokalen Weinen gereicht werden. Melopita begeistert Naschkatzen als traditioneller Käsekuchen mit Honig und Zimt, während Amygdalota als leckeres Mandelgebäck sehr gut zum Kaffee schmecken.
Hotels und Unterkünfte
Die Übernachtungsmöglichkeiten reichen auf Sifnos von klassischen kykladischen Häusern bis zu modernen Resorts mit hervorragendem Service. Zimmer präsentieren sich typischerweise in strahlendem Weiß mit blauen Akzenten und bieten Balkone mit Meerblick oder Gartenterrassen. Viele Bleiben verfügen über Pools, in denen ihr euch an warmen Tagen im Sommer zusätzlich zur Ägäis abkühlen könnt.
Wollt ihr in Sifnos wildromantisch wohnen, dann sind die Bergdörfer Apollonia und Artemonas die richtige Adresse für euch, die euch wunderbare Ausblicke auf die Natur bieten. Strandliebhaber wählen derweil Häuser in Kamares oder Platis Gialos für direkten Meereszugang und morgendliche Schwimmrunden vor dem Frühstück.









