Höhere Strafen für Partytouristen in Magaluf


Im südwestlich von Palma de Mallorca gelegenen Badeort Magaluf hat die zuständige Verwaltung die Geldbußen für schlechtes Benehmen in der Öffentlichkeit erhöht und hofft somit auf die Eindämmung dieses Ärgernisses.

Zu den Bemühungen, die negativen Folgen des Massentourismus auf Mallorca abzumildern, gehören seit Jahren auch gegen den Sauftourismus gerichtete Maßnahmen. Ein berühmtes Beispiel ist das Verbot der Inselregierung, alkoholische Getränke in Eimern zu verbieten. Kürzlich wurden die bereits bestehenden Geldbußen im von englischen Touristen gerne besuchten Urlaubsort Magaluf teils verfünffacht. Grund dafür ist anscheinend, dass sich die Situation nicht gebessert hat. So äußerte Stadtrat Carlos Tarancón gegenüber der der Zeitung El Mundo seinen Unmut über „Vandalismus und rücksichtsloses Verhalten“ einiger Urlauber in Magaluf. Ladenbesitzer würden morgens vor ihren Eingangstüren neben leeren Flaschen auch andere Hinterlassenschaften von Partytouristen vorfinden. Die ohnehin verbotenen Saufgelage hätten beispielsweise sexuelle Handlungen in der Öffentlichkeit, zerstörte Blumenkästen und ins Mittelmeer geworfene Möbel der Strandbars nach sich gezogen. Erhöhte Bußgelder tragen hoffentlich dazu bei, dass es zukünftig um einiges zivilisierter beim Urlaub in Magaluf zugeht und Einheimische wie Touristen ihre Ruhe vor ungehobeltem Verhalten haben.

Geldbußen in direkter Verbindung mit Alkohol

Wer vor hat, öffentlich Alkohol zu trinken oder zu tief ins Glas geschaut hat und es an gutem Benehmen missen lässt, wird jetzt mit folgenden Geldbeträgen zur Kasse gebeten:

• Störendes Verhalten in der Öffentlichkeit infolge von Alkoholkonsum wird jetzt mit 500 Euro geahndet. Vorher waren 200 Euro fällig.

• Öffentlich zum Trinken versammeln schlägt inzwischen mit 500 Euro statt 200 Euro zu Buche. Das „Botellón“ genannte Phänomen ist übrigens auch bei den Spaniern beliebt.

• In der Öffentlichkeit trinken kostet 200 Euro, was einer Verdoppelung des Bußgelds entspricht. Es reicht, mit der Flasche in der Hand gesehen zu werden.

• Wer sich als Veranstalter nicht an die Alkoholbestimmungen hält, darf am meisten abdrücken. Während sie früher mit 100 Euro davongekommen sind, müssen Veranstalter jetzt 500 Euro zahlen. Dies ist in der Tat ein guter Hebel, um gegen den Alkoholmissbrauch anzusetzen, wo doch gerade Partys zu übermäßigem Alkoholgenuss animieren.

Geldbußen, die nicht zwingend auf Alkoholeinfluss zurückzuführen sind

Mancher Urlaubsgast und der eine oder andere Mallorquiner muss gar nicht betrunken sein, um sich daneben zu benehmen:

• Wer glaubt, seine gute Kinderstube im Urlaub zu Hause lassen zu können, kann wegen störenden Verhaltens in der Öffentlichkeit mit 400 Euro statt wie vorher mit 100 Euro belangt werden.

• Mangelt es gegenüber der Polizei an Respekt, wird der Schuldige um 400 Euro erleichtert. Vor der Umstellung des Bußgeldkatalogs waren es 200 Euro.

• Wildpinkeln kostet jetzt 400 Euro, in der Vergangenheit mussten Touristen, die es nicht bis zur nächsten Toilette schafften (oder nicht schaffen wollten) lediglich 100 Euro Strafe zahlen.

• Nur weil es warm ist, ist das noch lange kein Grund, halb nackt oder nackt durch die Gegend zu schlendern: Die Zurschaustellung von Haut in der Öffentlichkeit spült jetzt 400 Euro in die Stadtkasse von Magaluf. Zuvor sind es 200 Euro gewesen. Die Ausnahme bilden erlaubte Bereiche.

• Nackter Oberkörper ist nicht gleich halb nackt bzw. nackt. Man kann sich also vorstellen, wie die Touris im vorherigen Punkt unterwegs waren…Außerhalb von Stränden und Pools kosten Waschbär- und Waschbrettbäuche sowie blanke Brüste 400 Euro, doppelt so viel wie vorher.

• Nein, Müll gehört nicht auf die Straße! Das sieht auch Magaluf so. Wer dabei erwischt wird, wie er etwas einfach auf die Straße fallen lässt, bereut hoffentlich seine Tat. Während dieses Verhalten vor der neuen Regelung keine Geldstrafe zur Folge hatte, werden dafür mittlerweile 200 Euro verlangt.

• Werden ungenehmigte Massagen angeboten, muss die Person 400 Euro zahlen. Gleiches gilt fürs Tätowieren und Wahrsagen. Hier liegt eine Verdoppelung der Strafe vor.

• Das Verwenden von Lautsprechern und Verstärkern an öffentlichen Stränden lässt sich Magaluv mit 200 Euro statt wie bisher 100 Euro vergüten. Gut so! Es gibt schließlich genug Urlauber, die einfach nur entspannen wollen.

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