Wenn in der heißen Jahreszeit alle ans Mittelmeer strömen und die hohen Temperaturen kaum auszuhalten sind, gibt es eine smarte Alternative. Die Coolcation ist der Trend für alle, die Sommermonate lieben – aber auf Hitzestress gerne verzichten. Frische Luft, grüne Landschaften und milde 15 bis 25 Grad inklusive.
Überblick
Der Begriff setzt sich aus „cool“ und „vacation“ zusammen und beschreibt die bewusste Entscheidung, den Sommer an angenehm kühlen Orten zu verbringen. Statt 40 Grad am Mittelmeer zieht es immer mehr Menschen in den Norden, in die Berge oder an windige Küsten – dorthin, wo die Temperaturen auch im Juli und August mild bleiben. Skandinavien, das Baltikum, die britischen Inseln oder Regionen in Österreich und der Schweiz stehen dabei besonders hoch im Kurs. Hitzewellen im Süden werden immer extremer, und genau deshalb hat sich dieser Gegenentwurf zum klassischen Strandtrip so rasant entwickelt.
Wer eine Coolcation macht, erlebt die warme Jahreszeit von einer völlig anderen Seite. Wanderungen durch norwegische Fjorde, Fahrradtouren entlang dänischer Küsten oder gemütliche Abende in einer schwedischen Hafenstadt – alles bei Temperaturen, die Aktivitäten im Freien tatsächlich angenehm machen. Die Natur fühlt sich in diesen Regionen im Hochsommer unglaublich lebendig an: satte Farben, endlos lange Tage, oft bis spät in die Nacht hell. Gleichzeitig sind viele dieser Ziele ruhiger als die Hotspots am Mittelmeer. Auch Deutschland bietet mit dem Harz, dem Schwarzwald oder der Mecklenburgischen Seenplatte kühle Rückzugsorte, die sich perfekt für eine Auszeit eignen. So lassen sich Erholung, Kultur und frische Luft entspannt genießen – egal ob nah oder fern.
1. Norwegen
Fjorde, Mitternachtssonne und angenehme Meeresluft – wenn ihr nach kühlen Urlaubsorten im Sommer sucht, ist dieses Coolcation-Reiseziel kaum zu schlagen. Norwegen bietet zwischen Juni und August Durchschnittstemperaturen von 15 bis 22 Grad, je nachdem, ob ihr euch an der Küste oder im Landesinneren aufhaltet. Die Tage sind endlos lang, oberhalb des Polarkreises geht die Sonne zwischen Mai und Juli gar nicht unter. Diese Kombination aus mildem Klima und spektakulärer Natur macht das skandinavische Königreich zu einem der besten Destinationen für alle, die der extremen Hitze entfliehen wollen.

Die Fjorde sind natürlich das absolute Highlight. Der Geirangerfjord und der Nærøyfjord gehören zum UNESCO-Welterbe und lassen sich per Kajak, Fähre oder auf Wanderwegen entlang der steilen Felswände erkunden. Wer es aktiver mag, findet auf den Lofoten perfekte Bedingungen zum Klettern, Angeln oder sogar Wellenreiten – ja, dort gibt es tatsächlich eine lebendige Surfszene mit kristallklarem Wasser und beeindruckender Bergkulisse. Abseits der bekannten Routen lohnt sich auch ein Abstecher in die Region Helgeland mit ihren über 12.000 Inseln, Gletschern und versteckten Buchten.
Aber Norwegen kann mehr als nur Natur. Die Stadt Bergen besticht durch bunte Holzhäuser am Hafen, eine pulsierende Kunstszene und hervorragende Fischrestaurants. In Tromsø erwartet euch arktisches Flair mit gemütlichen Cafés, dem Polarmuseum und einer überraschend kosmopolitischen Atmosphäre. Oslo wiederum verbindet moderne Architektur – allen voran das Munch-Museum und die Oper direkt am Wasser – mit grünen Parks und einem entspannten Lebensgefühl. Kulinarisch hat sich einiges getan in den letzten Jahren: Frischer Lachs, Königskrabben aus der Barentssee und die neue nordische Küche machen jeden Abend zu einem Erlebnis. Dazu kommt eine Gastfreundschaft, die euch das Gefühl gibt, wirklich willkommen zu sein.
2. Island
Vulkane, Geysire und Gletscher, so weit das Auge reicht – kaum ein anderer Ort auf der Welt fühlt sich so ursprünglich an wie diese nordatlantische Insel. In Island erwarten euch im Sommer Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad, was die Monate Juni bis August zur idealen Zeit für Outdoor-Abenteuer macht. Dank der Mitternachtssonne bleibt es in dieser Phase durchgehend hell, sodass ihr eure Tage ohne Zeitdruck gestalten könnt. Wer also eine Coolcation mit maximaler Abwechslung sucht, ist hier genau richtig.

Der Golden Circle gehört zu den bekanntesten Routen und verbindet drei Naturwunder auf einer Strecke: den Þingvellir-Nationalpark, wo die eurasische und nordamerikanische Erdplatte auseinanderdriften, den Geysir Strokkur, der alle paar Minuten meterhohe Fontänen in die Luft schießt, und den mächtigen Gullfoss-Wasserfall. Eine Reise nach Island wäre allerdings unvollständig ohne einen Abstecher in die abgelegenen Bergregionen – dort warten einsame Wanderpfade, heiße Quellen mitten in der Wildnis und eine Stille, die man so kaum noch findet. Die Halbinsel Snæfellsnes gilt als Miniaturversion von allem, was diesen Ort so besonders macht – Lavahöhlen, schwarze Strände, dramatische Klippen und ein geheimnisvoller Gletscher an der Spitze.
Kulturell hat vor allem Reykjavík einiges zu bieten. Die nördlichste Hauptstadt Europas ist klein, aber facettenreich lebendig: bunte Häuser, kreative Street Art, erstklassige Restaurants mit Fokus auf lokale Zutaten und ein Nachtleben, das überraschend vielfältig ausfällt. Wer Entspannung sucht, taucht in die berühmte Blaue Lagune oder – als Geheimtipp – in die weniger überlaufene Sky Lagoon ein. Kulinarisch erwartet euch eine äußerst spannende Mischung aus Tradition und Innovation: fermentierter Hai mag nicht jedermanns Sache sein, aber frisch gefangener Kabeljau, isländisches Lamm und handwerklich gebrautes Craft Beer überzeugen garantiert jeden Gaumen.
3. Schweden
Rote Holzhäuser, endlose Wälder und über 100.000 Seen – das klingt nach einem Bilderbuch, ist hier aber einfach Alltag. Schweden überzeugt als Coolcation-Ziel mit sommerlichen Temperaturen zwischen 15 und 23 Grad und einer unglaublichen Vielfalt an Natur. Von den sanften Hügeln Skånes im Süden bis zur arktischen Wildnis Lapplands im Norden liegen Welten dazwischen. Genau das macht dieses Königreich so einzigartig.

Besonders lohnenswert ist der Schärengarten vor Stockholm – über 30.000 Inseln und Felsen, die sich wie ein Mosaik durch die Ostsee ziehen. Per Boot hüpft ihr von einer zur nächsten, badet in glasklarem Wasser und picknickt auf warmen Granitstein, oft ganz für euch allein. Im Westen lockt die Küste Bohusläns mit bunten Fischerdörfern, frischen Meeresfrüchten direkt vom Kutter und dramatischen Klippen. Wer lieber ins Binnenland möchte, findet in Dalarna das traditionelle Herzstück Schwedens: sanfte Hügel, Mittsommerfeiern mit Blumenkränzen und eine Ruhe, die fast meditativ wirkt.
Stockholm selbst verdient natürlich mehr als nur einen kurzen Stopp. Die Hauptstadt erstreckt sich über 14 Inseln und verbindet mittelalterliche Gassen in Gamla Stan mit avantgardistischem Design in Södermalm. Das Vasa-Museum, das Fotografiska und die Markthalle Östermalms Saluhall gehören zum Pflichtprogramm. Abends sitzt ihr in einer der unzähligen Dachterrassen-Bars mit Blick über das Wasser – bei 20 Grad und Sonnenschein bis kurz vor Mitternacht. Und wer den lokalen Lifestyle erleben will, macht es wie die Einheimischen: Fika – also Kaffeepause mit Zimtschnecke – gehört hier mindestens zweimal am Tag dazu. Als Souvenirs aus Schweden landen übrigens am häufigsten handbemalte Dalapferde, skandinavisches Design und natürlich eine Packung Kanelbullar im Gepäck.
4. Finnland
Über 188.000 Seen, endlose Birkenwälder und Luft so klar, dass jeder Atemzug wie ein Reset wirkt. Die Temperaturen pendeln im Sommer zwischen 15 und 25 Grad. Als Coolcation-Reiseziel ist Finnland noch ein echter Geheimtipp, denn trotz eindrucksvollen Szenerie verirren sich vergleichsweise wenige Besucher hierher. Genau das macht den Reiz aus: unberührte Natur, authentische Begegnungen und eine Entschleunigung, die anderswo vergeblich gesucht wird.

Die Sauna bildet das Herzstück des gesellschaftlichen Lebens und gehört seit 2020 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Über drei Millionen existieren landesweit, von rustikalen Rauchvarianten am Ufer bis hin zu modernen Designversionen in Helsinki. Nach dem Schwitzen geht es direkt ins kühle Wasser – ein Erlebnis, das süchtig macht. Abseits dieser Tradition bietet die Seenplatte rund um Saimaa fantastische Bedingungen zum Kanufahren, Angeln und Beerenpflücken. Dort lebt außerdem die extrem seltene Ringelrobbe, von der weltweit nur noch etwa 430 Exemplare vorkommen. Wer Richtung Oulanka-Nationalpark aufbricht, findet wilde Stromschnellen, tiefe Schluchten und Wanderpfade durch arktische Vegetation.
Neben Helsinki lohnt sich besonders Tampere – sie liegt malerisch zwischen zwei Seen und gilt als Saunahauptstadt mit über 50 öffentlichen Anlaufstellen. Turku wiederum, die älteste Siedlung, besticht durch mittelalterliche Architektur, ein lebhaftes Flussufer voller Restaurantboote und den nahegelegenen Schärengarten mit tausenden kleinen Inseln. Finnisches Essen überrascht dabei an jedem Ort aufs Neue: Rentier aus Lappland, frisch geräucherter Lachs, Pfifferlinge direkt vom Waldboden und Roggenbrot nach jahrhundertealten Rezepten. Dazu Craft Beer von unabhängigen Mikrobrauereien, die mittlerweile international Anerkennung genießen. Kaum ein europäisches Ziel verbindet urbanes Flair so mühelos mit unmittelbarer Wildnis.
5. Schottland
Raue Klippen, mystische Burgruinen und Highlands, die sich in allen erdenklichen Grüntönen erstrecken – hier erwartet euch eine Naturkulisse wie aus einem epischen Film. Schottland gehört zu den kühlen Urlaubsorten im Sommer, an denen das Thermometer selten über 20 Grad klettert. Perfekt also für alle, die bei einer Coolcation lieber in Wanderschuhen als in Flip-Flops unterwegs sind. Dazu kommt ein ganz eigener Charakter: wild, ungezähmt und voller Geschichten, die Jahrhunderte zurückreichen.

Edinburgh bildet den idealen Startpunkt – die Metropole thront dramatisch auf vulkanischem Fels und vereint mittelalterliche Gassen mit georgianischer Eleganz. Im August verwandelt sich die gesamte City durch das weltberühmte Fringe Festival in eine riesige Bühne für Kunst, Comedy und Musik. Doch das wahre Abenteuer beginnt außerhalb der Stadtgrenzen. Die Isle of Skye verzaubert mit zerklüfteten Formationen, türkisfarbenen Buchten und einer Atmosphäre, die fast unwirklich anmutet. Weiter nördlich locken die Orkney-Inseln mit 5.000 Jahre alten Steinzeitdörfern, einsamen Stränden und einer Vogelwelt, die Naturliebhaber sprachlos macht. Wer den North Coast 500 entlangfährt, erlebt auf 800 Kilometern eine der spektakulärsten Küstenstraßen Europas.
Kulinarisch hat Schottland seinen verstaubten Ruf längst abgelegt. Frischer Atlantik-Hummer, Langustinen aus dem Minch und Aberdeen Angus Beef gehören zu den absoluten Favoriten auf den Speisekarten. In den Highlands reihen sich außerdem legendäre Whisky-Destillerien aneinander – von kleinen Familienbetrieben bis zu weltbekannten Namen. Dazu traditionelle Pubs mit Live-Musik, in denen ihr bei einem Pint ins Gespräch mit Einheimischen kommt. Glasgow ergänzt das Erlebnis mit einer pulsierenden Kreativszene, viktorianischer Architektur und dem Ruf als musikalischste Stadt Großbritanniens.
6. Irland
Sattgrüne Hügel, schroffe Atlantikküsten und ein Volk, das Geselligkeit zur Kunstform erhoben hat – die grüne Insel empfängt euch mit offenen Armen und milden 14 bis 20 Grad im Sommer. Irland zählt zu den Coolcation-Reisezielen in Europa, wo es in der warmen Jahreszeit nicht zu heiß wird und ihr trotzdem jeden Tag draußen verbringen könnt. Das Licht wechselt hier ständig, Wolken ziehen in Minuten vorbei und plötzlich taucht die Sonne alles in ein fast unwirkliches Gold. Fotografen bezeichnen den Ort als eines der spannendsten Motive.

Der Wild Atlantic Way erstreckt sich über 2.500 Kilometer am Atlantik entlang und gilt als eine der längsten ausgeschilderten Panoramarouten weltweit. Unterwegs erwarten euch die berühmten Cliffs of Moher, die surreal anmutende Karstregion des Burren und winzige Fischerdörfer. Weiter nördlich begeistert Donegal mit einigen der schönsten Strände Europas, die ihr bei angenehm kühlen Temperaturen oft komplett für euch allein habt. Im Süden führt der Ring of Kerry durch eine Bilderbuchkulisse aus Bergen, Seen und Klosterruinen. Wer sich traut, paddelt per Kajak zu den Skellig Islands – jener mystischen Felsengruppe, die durch Star Wars internationale Berühmtheit erlangte.
Dublin pulsiert mit einer Energie, die sofort ansteckt. Das Viertel Temple Bar ist legendär für Live-Musik und spontane Sessions in urigen Pubs. Galway an der Westküste trägt dagegen den Titel UNESCO City of Film und überrascht mit Straßenkünstlern, unabhängigen Boutiquen sowie einem Foodmarkt, auf dem fangfrische Austern neben hausgemachtem Soda Bread serviert werden. Kulinarisch hat sich Irland enorm gewandelt: Farm-to-Table-Konzepte, preisgekrönte Käsereien im County Cork und eine Craft-Whiskey-Szene, die dem schottischen Nachbarn Konkurrenz macht. Wer also eine Coolcation mit Kultur, Natur und herausragender Küche verbinden möchte, ist hier goldrichtig.
7. Österreich
Alpine Gipfel, kristallklare Bergseen und Almwiesen voller Wildblumen – nur eine kurze Fahrt von Deutschland entfernt liegt ein absolutes Traumziel für den Sommer. In den Tälern pendeln die Temperaturen zwischen 18 und 25 Grad, auf den Gipfeln bleibt es angenehm frisch. Österreich gehört damit zu den besten Orten für eine Coolcation überhaupt – perfekt für alle, die dem Hitzestress entfliehen wollen, ohne dafür weit fahren zu müssen. Besonders aus Bayern oder Baden-Württemberg seid ihr in wenigen Autostunden da – und trotzdem fühlt sich alles nach einer komplett anderen Welt an.

Das Salzkammergut zählt zu den faszinierendsten Ecken und wurde 2024 zur europäischen Kulturhauptstadt ernannt. Hallstatt mit seinem ikonischen Panorama kennt mittlerweile fast jeder, aber abseits davon gibt es dutzende versteckte Orte, die mindestens genauso beeindruckend sind. Bei Gosau spiegelt sich der Dachstein-Gletscher an windstillen Tagen im klaren Wasser, im Ausseerland dampfen natürliche Solebäder zwischen saftigen Almwiesen, und am Fuße des Schafbergs führen Wanderwege durch dichte Wälder mit Panoramen, für die sich jeder Schritt lohnt. Weiter westlich lockt das Lechtal als eines der letzten Wildflussgebiete der Alpen.
Salzburg begeistert mit barocker Altstadt, den legendären Festspielen im August und einer Kaffeehauskultur, in der ihr stundenlang bei Melange und Apfelstrudel sitzen könnt. Innsbruck wiederum verbindet urbanes Leben direkt mit alpiner Kulisse – die Nordkettenbahn bringt euch in zwanzig Minuten aus dem Zentrum auf über 2.000 Meter Höhe, wo im Hochsommer noch Schneefelder glitzern. Graz, oft völlig unterschätzt, überrascht mit dem futuristischen Kunsthaus und einer kreativen Szene, die Wien in nichts nachsteht. Wer einen kühlen Urlaubsort in der warmen Jahreszeit sucht, an dem sich Bergabenteuer nahtlos mit Erholung verbinden lassen, hat mit diesem Coolcation-Trend-Ziel alles richtig gemacht.
8. Estland
Mittelalterliche Türme, hippe Kreativviertel und endlose Moorgebiete – kaum jemand hat dieses baltische Juwel als Sommerziel auf dem Zettel. Zwischen Juni und August liegen die Temperaturen bei angenehmen 16 bis 22 Grad, dazu bleibt es fast zwanzig Stunden hell. Für eine Coolcation ist Estland damit ideal: Eine der fortschrittlichsten Gesellschaften Europas trifft auf uralte Naturverbundenheit. Genau dieser Kontrast macht den Reiz aus und sorgt dafür, dass jeder Tag einzigartig ist.

Die mittelalterliche Altstadt Tallinn gehört zum UNESCO-Welterbe und wirkt mit Kopfsteinpflastergassen, gotischen Kirchtürmen und versteckten Innenhöfen wie eine Zeitkapsel aus dem 14. Jahrhundert. Im Kreativviertel Telliskivi pulsiert dagegen eine lebendige Szene aus Cafés, Designstudios und Street Art. Wer die Metropole hinter sich lässt, entdeckt den Lahemaa-Nationalpark mit seinen Mooren, Küstenwäldern und historischen Gutshäusern – auf Holzstegen wandert ihr hier durch eine einzigartige Landschaft. Die Insel Saaremaa bietet Windmühlen, Wacholderhaine und einsame Strände, an denen kühle Urlaubsorte im Sommer ihre schönste Seite zeigen.
Kulinarisch überrascht Estland auf ganzer Linie. Die nordisch-baltische Küche setzt auf hyperregionale Zutaten: Wildschwein von der Nachbarinsel Hiiumaa, Schwarzbrot nach uralten Rezepten und fermentiertes Gemüse direkt vom Markt. Gerade in Tallinn hat sich eine junge Gastro-Szene entwickelt, die lokale Aromen mit modernen Techniken verbindet und international immer mehr Aufmerksamkeit bekommt. Abseits der Metropole öffnen Bauernhöfe ihre Türen für Besucher, bieten frisch geräucherten Fisch an und schenken selbstgebrautes Bier aus – ein unvergesslicher Urlaub für alle Sinne. Dazu kommt eine Badekultur, die es locker mit der finnischen Saunatradition aufnehmen kann. Wer also eine Coolcation sucht, bei der Natur, Geschichte und modernes Leben nahtlos ineinanderfließen, wird dieses Ziel so schnell nicht vergessen.
9. Schweiz
Schneebedeckte Viertausender, smaragdgrüne Täler und Seen so klar, dass ihr bis auf den Grund blicken könnt – ein alpines Paradies zum Durchatmen. Während Südeuropa im Hochsommer unter extremer Hitze ächzt, herrschen in der Schweiz angenehme 18 bis 25 Grad. Ab einer Höhe von 1.500 Metern wird es noch frischer, was dieses Coolcation-Ziel perfekt für Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten macht. Von Deutschland aus seid ihr je nach Region in wenigen Zugstunden mittendrin – auch ohne Flug.

Das Berner Oberland gehört zu den beeindruckendsten Ecken und lässt sich kaum in Worte fassen. Die Region rund um Eiger, Mönch und Jungfrau bietet Panoramawege, auf denen ihr stundenlang über Almwiesen spaziert, vorbei an tosenden Wasserfällen und urigen Berghütten. Weiter östlich begeistert Graubünden mit dem Engadin – einem Hochtal, das dank seiner Lage auf über 1.800 Metern selbst im Juli selten mehr als 22 Grad erreicht. Der Caumasee bei Flims schimmert türkisblau inmitten dichter Wälder, während die Rheinschlucht als „Swiss Grand Canyon“ Kajakfahrer und Kletterer gleichermaßen anzieht. Im Süden überrascht das Tessin mit mediterranem Flair bei deutlich milderen Bedingungen als am Mittelmeer: Palmen, Grotti und Pasta, aber ohne drückende Hitze.
Luzern verbindet mittelalterlichen Charme mit einer atemberaubenden Lage direkt am Vierwaldstättersee und dem Hausberg Pilatus. Zürich wiederum punktet als pulsierende Metropole mit erstklassigen Museen, einer lebhaften Badi-Kultur – so nennen die Einheimischen ihre Flussbäder – und hippen Quartieren. Auch Bern verdient mehr Beachtung: Der historische Kern aus Sandstein zählt zum UNESCO-Welterbe, dazu lockt das erfrischende Aarewasser, in dem Einheimische an heißeren Tagen mitten durch die Bundeshauptstadt schwimmen. Wer kühle Urlaubsorte im Sommer mit Weltklasse-Infrastruktur sucht, erlebt hier eine Coolcation auf höchstem Niveau.
10. Dänemark
Endlose Sandstrände, windgepeitschte Dünen und eine Gelassenheit, die sofort auf euch abfärbt – das ist Hygge pur. Als Coolcation-Reiseziel überzeugt Dänemark mit sommerlichen 17 bis 23 Grad und einer Küstenlandschaft, die zum Durchatmen einlädt. Kein Wunder, dass das kleine skandinavische Königreich regelmäßig zu den glücklichsten Ländern der Welt gewählt wird – dieses einzigartige Lebensgefühl spürt ihr hier an jeder Ecke.

Jütland ist rau, wild und absolut faszinierend. In Skagen, dem obersten Zipfel, treffen zwei Meere aufeinander – ein Naturschauspiel, das ihr mit eigenen Augen gesehen haben müsst. Entlang der Nordseeseite erstrecken sich kilometerlange Strände, an denen selbst im Hochsommer kaum eine Menschenseele auftaucht. Die versandete Kirche von Råbjerg Mile, riesige Wanderdünen und verlassene Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg verleihen dieser Region einen fast mystischen Charakter. Auf Bornholm erwartet euch dagegen ein völlig anderes Bild: sanfte Hügel, Räuchereien mit frischem Hering, Kunsthandwerk und charmante Hafenstädtchen, durch die ihr stundenlang schlendern könnt.
Kopenhagen gehört zweifellos zu den aufregendsten Metropolen des Kontinents. Das bunte Hafenviertel Nyhavn kennt jeder vom Foto, aber dahinter verbirgt sich eine pulsierende Szene aus Designläden, Streetfood-Märkten und innovativer Gastronomie – nicht umsonst gilt die Stadt als kulinarisches Epizentrum Nordeuropas. Im Freistaat Christiania weht ein alternativer Geist, während das Viertel Vesterbro mit unabhängigen Boutiquen und Craft-Beer-Bars lockt. Aarhus an der Ostküste überrascht als Kulturhochburg mit dem spektakulären ARoS Kunstmuseum und einer lebhaften Studentenatmosphäre. Wer einen kühlen Urlaubsort im Sommer sucht, der Strand, Kreativität und skandinavisches Lebensgefühl mühelos vereint, findet in Dänemark die perfekte Coolcation – und von Deutschland aus seid ihr in wenigen Autostunden dort.














