Kapstadt – Das Juwel am Kap der Guten Hoffnung

Kapstadt ist ein Juwel im Süden Afrikas. Malerische Stadtstrände, romantisch anmutende viktorianische Stadtviertel, viel Geschichte und der malerische Tafelberg inmitten der Stadt. Dazu das stürmische Kap der Guten Hoffnung direkt vor der Haustür. Kapstadt fesselt auf den ersten Blick und lässt den in Südafrika verweilenden Besucher so schnell nicht mehr los.

Die eigentliche Hauptstadt von Südafrika

Kapstadt (engl. Cape Town) ist offiziell zwar nur die Provinzstadt von Western Cape im Südwesten des Landes, aber gefühlt die eigentliche Hauptstadt Südafrikas und Sitz des Parlaments. Während Pretoria eher unspektakulär ist und Johannesburg mit einer hohen Kriminalitätsrate zu kämpfen hat, ist Kapstadt eine echte Attraktion. Rund 3,8 Millionen Menschen leben hier, womit Kapstadt bezüglich der Einwohnerzahl hinter Johannesburg Platz zwei in Südafrika belegt. Steht die Lust nach Strand, Shoppen, Hiking oder Kultur? In Kapstadt gibt es alles auf einem Fleck.

Der Tafelberg mit sogenannter Tablecloth

Majestätische Berge inmitten von Kapstadt

Das unumstrittene Wahrzeichen ist der 1.087 Meter hohe Tafelberg. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel und darf bei keinem Urlaub in Kapstadt fehlen. Hobbybergsteigern und Wanderern bieten sich viele verschiedene Aufstiege unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade. Wer bequem ist, genießt die kurze, aber atemberaubende Seilbahnfahrt. In beiden Fällen lockt ein Blick über die Stadt, der gerade an Sonnentagen einmalig ist. Überall auf dem Tafelberg begegnen den Ausflüglern Klippschliefer. Die putzigen Nager erinnern ein bisschen an Meerschweinchen, nur dass sie größer sind. Bergziegen, Steinböcke und Paviane können den Urlaubern bei einer Wanderung am und auf den Tafelberg ebenfalls begegnen. Der Tafelberg ist gekrönt von einem Hochplateau, auf dem man ausgedehnt umherlaufen kann. Nachts wird er mit Leuchten angestrahlt. Gerade wenn in Südafrika Sommer ist, tritt das sogenannte Phänomen der Tablecloth auf. Dabei handelt es sich um Wolken, die sich am und über dem Tafelberg bilden. Ein beeindruckender Anblick. Der Tafelberg ist der bekannteste Berg im Stadtzentrum von Kapstadt, doch nicht der Einzige. Eine schöne Aussicht auf die Umgebung hat man vom 669 m hohen Lion ’s Head aus. Abends wird der Berg gerne bestiegen, um dem Sonnenuntergang über dem Atlantik beizuwohnen. Auch eine Wanderung auf den 350 m hohen Signal Hill ist lohnenswert. Von ihm aus hat man gleichzeitig einen guten Blick auf Kapstadt und das Meer.

Viele Strände, die Waterfront und eine Gefängnis-Insel

Auch wenn es im Kapstadt sehr heiß werden kann, Abkühlung ist immer nah. Gleich mehrere Sandstrände bieten die Möglichkeiten zum Flanieren am Strand und Baden im Atlantik. Der ist ganzjährig sehr kühl, denn die Strömung treibt an diesen Teil von Südafrika arktisches Wasser heran. Das hält natürlich niemanden ab, sich an den Strand zu legen und die Sonne zu genießen, beispielsweise bei Camps Bay und Clifton. Danach geht es bei Bedarf in eines der Szenecafés an der Strandpromenade von Camps Bay. Südlich grenzt Kapstadt an die False Bay, an der man vor allem Menschen beim Familienpicknick begegnet. Teilweise erreicht man die Strände mit dem Touristenbus. Der fährt auf mehreren Linien im Kreis durch Kapstadt. Infos zu den Sehenswürdigkeiten gibt es über den Kopfhörer, man kann jederzeit aussteigen, sich umsehen und mit dem nächsten Bus weiterfahren. Auch Taxifahrten sind erschwinglich.

Wer shoppen, essen, trinken und aufs Meer schauen will, der geht in Kapstadt an die Victoria & Alfred Waterfront, ein aufregender Hafen mit viktorianischen Häusern, die eine romantische Kulisse darstellen. Straßenkünstler tragen zur Unterhaltung bei. Hier findet sich auch ein großes Einkaufszentrum. Die Kultur kommt ebenso nicht zu kurz. Kunstfreunde können die im Zeitz Museum of Contemporary Art Africa ausgestellten Werke auf sich wirken lassen. Des Weiteren findet man eine Freiluftbühne vor. Will man mehr über die Tierwelt im Atlantik und Indischen Ozean erfahren, schlendert man durch das Two Oceans Aquarium. Von der V&A Waterfront lohnt eine Fahrt mit dem Schiff nach Robben Island. Die vor Kapstadt liegende Insel ist wenig spektakulär, doch beherbergt sie das ehemalige Gefängnis, in dem der spätere Präsident von Südafrika, Nelson Mandela, viele Jahre einsaß. Inklusive halbstündiger Hin- und Rückfahrt dauert die Tour etwa vier Stunden.

Kapstadt und seine wechselvolle Geschichte

Kapstadt bietet den Kulturinteressierten viele Museen, um in die wechselvolle Geschichte des Landes einzutauchen. Besonders zu empfehlen ist das District Six Museum. Es beschäftigt sich mit dem gleichnamigen Stadtteil, der während der in Südafrika herrschenden Apartheid gewaltsam geräumt und schließlich eingestampft wurde. Eine klaffende Wunde inmitten von Kapstadt, bis heute weitgehend unbebaut. Am besten erkundet man ihn im Rahmen der empfehlenswerten Stadtrundfahrten mit den roten Doppelstockbussen. Interessant ist auch ein Ausflug in die vielen sogenannten Townships, die Vororte von Kapstadt, in denen die meisten ärmeren Menschen leben. Diese Gebiete sollte man jedoch nur gemeinsam mit Touristenführern erkunden.

Das restaurierte Werft- und Hafenviertel Waterfront

Essen und Trinken in Kapstadt

Die Küche in Südafrika vereint niederländische, englische, asiatische und sogar deutsche Einflüsse. Gern auch vegetarisch, vor allem aber mit Fleisch. Der Südafrikaner liebt seinen „Braai“, vergleichbar einem amerikanischen Barbecue, mit großen Bergen von Fleisch auf dem Grill. Beliebt sind Spieße mit Lamm, Rind und Schwein. In den Restaurants wird auch Straußenfleisch angeboten. Beim Würzen finden Curry und Safran viel Verwendung. Nachfolgend einige Leckereien, die es sich zu probieren lohnt:

  • Bei Biltong handelt es sich um luftgetrockneten Snack aus Rind- oder Wildfleisch, beispielsweise von Antilopen
  • Bobotie ist ein Auflauf aus Lammhackfleisch
  • Die Boerewors ist eine fette Mettbratwurst
  • Languste (Crayfish)
  • Samosas sind mit Rinderhack oder Huhn gefüllte Teigtaschen, die es aber auch in einer vegetarischen Variante gibt.
  • Rotbuschtee (Rooibos Tea)
  • Südafrikanischer Wein

In Kapstadt lässt sich die vielfältige Küche wunderbar erkunden, beispielsweise im kleinen, gemütlichen The Kitchen (111 Sir Lowry Road), wo es Essen wie bei Mama gibt oder etwas edler im Aubergine (39 Barnet St). Eine große Fischauswahl bietet die Kette Ocean Basket. Traditionelles afrikanisches Essen kann im The Afrika Café (108 Shortmarket Street) probiert werden.

Ausgehen in Kapstadt

Urlauber, die nach dem Abendessen noch nicht zurück ins Hotel wollen, können in einer Reihe toller Bars den Tag in Kapstadt ausklingen lassen. An der Beach Road befinden sich beispielsweise mit dem Harveys Restaurant und der Casa Del Sol zwei Möglichkeiten, beim Cocktailtrinken aufs Meer zu blicken. Nichts verkehrt machen kann man beim Bummel über die Longstreet im Stadtzentrum. Sie zeichnet sich durch Gebäude im Gregorianischen sowie Victorianischen Stil aus und beheimatet u. a. Cafés, Bars, Restaurants und Bekleidungsgeschäfte. Bis abends um halb neun kann man in der Sky Bar des Grand Daddy Boutique Hotels zu sitzen. Danach besteht die Möglichkeit, in die Daddy Cool Bar oder woanders hin zu wechseln, beispielsweise ins bis 1 Uhr morgens geöffnete Beerhouse, in dem Bands auftreten und Parties veranstaltet werden. Laut des Auswärtigen Amtes ist es besser, nach Einbruch der Dunkelheit nur noch in Gruppen in der Innenstadt unterwegs zu sein, auch wenn sich die Kriminalitätsschwerpunkte in Kapstadt eher in anderen Stadtteilen befinden.

Botanische Gärten und eine Ausfahrt zum stürmischen Kap

Wer Kapstadt auch mal entfliehen möchte, muss sie nicht verlassen. An der Rückseite des Tafelberges locken die botanischen Gärten, wohl die schönsten von ganz Südafrika. Dennoch lohnt sich auch ein Ausflug aus der Stadt, zum Kap der Guten Hoffnung (engl. Cape of Good Hope), welches der Stadt ihren Namen gab. Mit dem Auto oder dem Bus geht es eine atemberaubend schöne Küstenstraße entlang nach Süden. Der Atlantik, schroffe Berge, malerische Strände – allein der Weg ist ein Erlebnis. Der Nationalpark am Kap bietet dann eine grüne Berglandschaft, gekrönt vom stürmischen und schroffen Kap der Guten Hoffnung. Jenes bildet den südwestlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents.

Kap der Guten Hoffnung

Beste Reisezeit für Kapstadt

Der Zeitraum von Oktober bis April ist eine gute Gelegenheit, um in Kapstadt Urlaub zu machen. Dann fällt am wenigsten Niederschlag und die Tagestemperaturen bewegen sich zwischen 20 °C und 26 °C. Besonders empfehlenswert sind die Sommermonate Dezember, Januar und Februar. Das Klima in Kapstadt ist geprägt von warmen und trockenen Sommern sowie milden und regenreichen Wintern, womit es Ähnlichkeiten mit dem im Mittelmeerraum aufweist.

Anreise nach Kapstadt

Von Frankfurt am Main aus werden Direktflüge mit einer Dauer von elf Stunden angeboten. Durchgeführt werden sie von der Fluggesellschaft Condor. Wer von München aus Richtung Kapstadt startet, hat eine Reisedauer von 13 Stunden und 25 Minuten vor sich, bevor am Cape Town International Airport die Landung erfolgt. Anbieter ist Swiss, in Zürich gibt es einen Zwischenstopp. KLM Royal Dutch fliegt von Düsseldorf über Amsterdam nach Kapstadt. Für diese Verbindung werden 13 Stunden benötigt. Das Busunternehmen MyCiTi bringt die Urlauber vom Flughafen Kapstadt per Shuttlebuslinie A01 direkt ins 18 km westlich entfernte Civic Center (Regierungszentrum), von wo aus sie in andere Linien umsteigen können, um in ihre Hotels in Kapstadt zu gelangen. Alternativ kann natürlich auch ein Taxi genommen werden, das die Unterkunft direkt ansteuert. Übrigens reicht für eine Reise nach Südafrika ein gültiger Reisepass.

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