Krakau: Sehenswürdigkeiten & Tipps


Krakau gehört zu den bekanntesten Städten in Polen und ist eine tolle Destination für eure nächste Städtereise. Denn hier findet ihr von einer beeindruckenden Geschichte über imposante Architektur und eine Menge Kultur bis hin zu einem pulsierenden Nachtleben alles, was das Herz begehrt.

Überblick

In Polen gibt es viele sehenswerte Städte und dazu gehört definitiv auch Krakau. Mit rund 760.000 Einwohnern handelt es sich um die zweitgrößte Stadt des Landes, welche zugleich als wissenschaftliches sowie kulturelles Zentrum gilt. Krakau liegt im polnischen Süden an der oberen Weichsel, nur unweit von der Grenze zu Tschechien entfernt, und ist weltweit berühmt für seinen mittelalterlichen Stadtkern. Die Altstadt gehört deshalb mittlerweile zum UNESCO-Welterbe und umfasst zum Beispiel Überreste einer mittelalterlichen Stadtmauer sowie unzählige Kirchen aus verschiedenen Epochen. Im Jahr 2000 wurde Krakau zur Kulturhauptstadt von Europa gewählt und im Jahr 2011 erhielt sie von der UNCTAD den Titel als „aufstrebendster Standort für Investitionen in Innovationen der Welt“.

Burg Wawel und Kathedrale in Krakau
Burg Wawel und Kathedrale in Krakau

Aber es sind nicht nur die historischen Sehenswürdigkeiten, welche den Urlaub in Krakau zu einer guten Idee machen. Ein Ort, der zum Nachdenken anregt, ist hier die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, denn das einstige Konzentrationslager hat der Stadt eine zweifelhafte Berühmtheit eingebracht. Zudem gibt es in Krakau allerhand moderne Highlights zu erleben sowie ein quirliges Nachtleben. Außerdem findet ihr über 40 Parks, welche in der gesamten Stadt verteilt sind und euch zum Ausruhen im Grünen oder Beobachten des bunten Treibens einladen. Wenn ihr also das nächste Mal zwei Tage freihabt – besser noch vier bis fünf Tage oder sogar eine ganze Woche – steht eurem Abstecher nach Krakau nichts mehr im Weg!

Sehenswertes

Bereits jetzt dürftet ihr einen Eindruck davon gewonnen haben, dass es in Krakau nicht an Sehenswürdigkeiten mangelt. Sightseeing lautet daher die Devise, wenn es euch in den polnischen Süden verschlägt. Unbedingt sehen solltet ihr auf eurer Städtereise:

Marienkirche

Insgesamt 17 Kirchen findet ihr in Krakau, wovon aber die Marienkirche die größte Bekanntheit genießt. Sie befindet sich in der Innenstadt, wurde im Mittelalter erbaut und ist durch ihre zwei ungleichen Türme sofort zu erkennen. Wenn ihr bei der Marienkirche seid, solltet ihr unbedingt bis zum stündlichen Trompetenspiel warten. Dann wird nämlich von einem Feuerwehrmann die Glocke geläutet und vier Trompeter spielen das Lied „Hejnal“ in alle Himmelsrichtungen.

Imposante Marienkirche und Tuchhallen
Imposante Marienkirche und Tuchhallen

Dieses hat eine lange Tradition und ist über viele Straßen hinweg zu hören, endet aber unerwartet abrupt. Dahinter steckt die Legende, dass wohl einst im Jahr 1241 ein Trompeter während seines Spiels von einem Pfeil getroffen wurde – was den Angriff der Tartaren ankündigte. Seither wurde als Andenken nie wieder über diesen letzten seiner Töne hinausgespielt.

Rynek Glówny

Ebenfalls in der historischen Altstadt findet ihr den weltberühmten Marktplatz namens Rynek Glówny. Er zählt rund 40.000 Quadratmeter und ist bis heute ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt der Stadt. Dementsprechend lebendig geht es hier zu zwischen Tuchhallen, Cafés, Verkaufsständen, Restaurants und der kleinen Adalbertkirche. In der Nacht verwandelt sich der Marktplatz in eine Partyhochburg, denn hier laufen viele der kleineren sowie größten Straßen der Partyszene mit ihren zahlreichen Kneipenkellern, Clubs und Bars zusammen.

Kazimierz

Das Jüdische Viertel von Krakau erzählt spannende Geschichten zwischen Verzweiflung und Hoffnung, die dem Zweiten Weltkrieg entstammen. Hier findet ihr zudem einige der Originaldrehplätze aus dem Film „Schindlers Liste“ sowie natürlich viele Synagogen und einen jüdischen Friedhof. Mittlerweile hat sich Kazimierz zu einem angesagten Trendviertel entwickelt, das geprägt ist von der alternativen Kunstzene. Dementsprechend wird hier in der Nacht auch kräftig gefeiert und sowohl in der Dunkelheit als auch tagsüber findet ihr auf den Märkten leckere Köstlichkeiten für eine kleine Stärkung zwischendurch.

Das jüdische Viertel in Krakau schmücken viele alte Häuser
Das jüdische Viertel in Krakau schmücken viele alte Häuser

Burg Wawel

Bei der Burg Wawel handelt es sich nicht um eine klassische Burganlage, sondern ein ganzes Schlossensemble, bestehend aus dem prunkvollen Königsschloss, einer beeindruckenden Kathedrale, der berühmten Sigismund-Glocke, der mythischen Drachenhöhle von Smok sowie zahlreichen Königsgräbern. Der Hügel am Rande der Stadt, auf dem die Stadtmauer sowie diese ehemalige Residenz der polnischen Könige thront, ist daher eine der wohl wichtigsten sowie schönsten Sehenswürdigkeiten.

Blick zur Burg Wawel
Blick zur Burg Wawel

Der Hügel Wawel ist außerdem aufgrund seiner Aussicht eine perfekte Anlaufstelle, denn von hier aus könnt ihr weit über Krakau sowie die Umgebung blicken. Das gesamte Areal gehört, ebenso wie die Altstadt von Krakau, zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist schon weit über 1.000 Jahre alt. Dementsprechend viele verschiedene Epochen lassen sich in der Architektur erkennen. Unter dem Hügel soll zudem einst der feuerspuckende Drache Smok gelebt haben – in der Höhle, die heute den Namen Karsthöhle trägt.

Drachenstatue Smok

Wenn ihr euch nun wundern solltet, was es mit dieser Drachenhöhle auf sich hat: Smok war der Sage nach ein Drache, welcher mit einer List durch einen Schusterlehrling ums Leben kam. Er ist eine bekannte Figur in Krakau, weshalb am Weichselufer eine große Drachenstatue von Smok zu finden ist. Diese solltet ihr euch unbedingt ansehen und könnt den Abstecher vom Jüdischen Viertel kommend mit einem Spaziergang an der Weichsel verbinden.

Sigismund-Glocke

Mit etwas Glück könnt ihr während eures Besuchs in Krakau das Läuten der berühmten Sigismund-Glocke miterleben. Sie befindet sich in der Wawelkathedrale und besteht aus insgesamt sechs Glocken, wovon die Sigismund-Glocke die größte darstellt. Sie wird jedoch nur an Feiertagen sowie zu wichtigen Anlässen geläutet – und zwar von zwölf Glöcknern gemeinsam. Aufgrund dieser enormen Größe ist die Sigismund-Glocke in Polen zu einem nationalen Symbol geworden.

Unterirdisches Museum von Krakau

Auch, wenn Museen ansonsten vielleicht nicht eure erste Wahl sind, solltet ihr euch diese besondere Sehenswürdigkeit keinesfalls entgehen lassen. Das unterirdische Museum liegt, wie der Name bereits vermuten lässt, unter der Erde – direkt unter dem Hauptmarkt. Hier erwarten euch moderne interaktive Installationen, aber auch archäologische Funde und Artefakte aus dem Mittelalter.

Universität & Botanischer Garten

Die Universität in Krakau ist die älteste Institution dieser Art in Polen und sogar die zweitälteste von ganz Mitteleuropa. Dass Krakau auch als Studentenstadt bekannt ist, liegt unter anderem an den 100.000 Studierenden, die alleine hier ihr Studium absolvieren. 15 verschiedene Fakultäten zählt die Universität und kann viele berühmte Namen unter ihren Absolventen nennen: Papst Johannes Paul II. oder Nikolaus Kopernikus gehören hinzu.

Direkt neben dem beeindruckenden Bauwerk findet ihr zudem den Botanischen Garten, der ebenfalls den ältesten Garten in Polen darstellt und euch durch seine Schönheit verzaubern wird. Hier könnt ihr zwischen vielen Studierenden die Seele baumeln lassen und den Blick auf das alte Universitätsgebäude genießen.

MOCAK Museum

Und noch ein Museum darf in dieser Liste nicht fehlen: Im MOCAK Museum wird Zeitgenössische Kunst ausgestellt, darunter einige der bekanntesten Kunstwerke überhaupt. Dazu zählt zum Beispiel „A Gift to Krakow from Gdansk“ von Dorota Nieznalska oder „Berlin-Birkenau“ des Künstlers Lukasz Surowiec. Aber auch lokale Kunstwerke finden im MOCAK einen Platz, weshalb ihr hier einen guten Eindruck von der polnischen Kunstszene erhaltet.

Franziskanerkirche

Farbenfroh und geschichtsträchtig präsentiert sich die Basilika mit dem Namen St. Francis, die im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Das Backsteingebäude sticht schon aus weiter Entfernung ins Auge und verzaubert vor allem durch die berühmten Buntglasfenster, welche vom polnischen Künstler Stanislaw Wyspiański gefertigt wurden.

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau

Wie bereits erwähnt, ist die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau ein Ort, der euch einen Einblick in dunkle Zeiten gewährt. Die Gedenkstätte liegt allerdings außerhalb der Stadt, rund eineinhalb Stunden Fahrtzeit entfernt. Etwa 50 Kilometer westlich von Krakau stellte Auschwitz-Birkenau im Nationalsozialismus eines der drei sukzessiv ausgebauten Konzentrationslager sowie ein Vernichtungslager dar. Schätzungsweise 1,1 bis 1,5 Millionen Menschen haben hier ihr Leben verloren. Dementsprechend belastend ist der Besuch in der Gedenkstätte – aber genau deshalb auch so wichtig, damit Ähnliches nie wieder passieren kann. Auf bewegende sowie teilweise schockierende Art und Weise erhaltet ihr hier einen Einblick, was die Opfer vor Ort durchleben mussten.

Eintreten könnt ihr allerdings nur im Rahmen einer Führung. Diese leitet euch durch die Befestigungsanlagen, vorbei an den alten Steinbaracken bis hin zu den Verbrennungsöfen. Zudem gibt es eine Ausstellung mit Bildern sowie Geschichten aus der damaligen Zeit. Nach der Besichtigung der Gedenkstätte Auschwitz könnt ihr mit einem Shuttlebus kostenfrei zum Vernichtungslager Birkenau fahren. Es ist weniger gut erhalten, ihr könnt aber die Ruinen der Verbrennungsanlagen, die Rampe sowie nachgebaute Holzbaracken besichtigen. Vor allem aber bekommt ihr einen Eindruck von den Ausmaßen, welche dieses Vernichtungslager einst hatte. Die bedrückende Stille dieses Ortes werdet ihr gewiss nie wieder vergessen.

Fabryka Schindlera

Ebenfalls im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus steht das nächste Gebädue. Es handelt sich hierbei um die ehemalige Emaillewarenfabrik von Oskar Schindler, welcher tausenden Juden das Leben gerettet hat und durch die Verfilmung „Schindlers Liste“ von Steven Spielberg weltberühmt geworden ist. Die einstige Fabrik ist mittlerweile zu einer Gedenkstätte sowie einem Museum umfunktioniert, welches zum Historischen Museum von Krakau gehört.

Platz der Ghettohelden

Und noch eine eher traurige Sehenswürdigkeit schließt die Liste ab: Auf dem Platz der Ghettohelden stehen Metallstühle, welche dazu anhalten sollen, dass sich die Menschen einen Moment lang hinsetzen, um den Opfern der Nationalsozialisten zu gedenken. Denn hier, im sogenannten Krakauer Ghetto, wurden damals über 15.000 Juden auf kleinstem Raum zusammengepfercht, bevor viele von ihnen nach Auschwitz oder Birkenau verschleppt wurden.

Salzbergwerk von Wieliczka

Ebenfalls außerhalb der Stadtgrenzen, aber ein tolles Ziel für einen Tagesausflug, ist zum Beispiel das Salzbergwerk von Wieliczka. Es gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und diente einst als 150 Meter tief in den Berg gegrabene Mine für den Salzabbau. Ihr könnt diesen Tunnel besichtigen, aber auch die große Kingakapelle mit Kronleuchtern von gigantischer Größe, die vollständig aus Salz gefertigt sind. Außerdem findet ihr aufwändige Salzstatuen sowie einen See, der sich mehrere hundert Meter tief unter der Erdoberfläche befindet.

Riesiges Salzbergwerk in Wieliczka
Riesiges Salzbergwerk in Wieliczka

Hohe Tatra

Wenn ihr wanderbegeistert seid oder euch einen Eindruck von der Natur rund um Krakau verschaffen möchtet, ist die Hohe Tatra eine perfekte Anlaufstelle. Sie wird gerne auch als die „polnischen Alpen“ bezeichnet und liegt nur rund zwei Fahrstunden von Krakau entfernt. Hier könnt ihr Berge erklimmen, das pittoreske Städtchen Zakopane besichtigen oder einfach durch die wunderschöne Landschaft wandern – je nachdem, wonach euch der Sinn steht.

Naturschönheiten in der Hohen Tatra
Naturschönheiten in der Hohen Tatra

Ojców Nationalpark

Etwas näher, nämlich nur 15 Kilometer von Krakau entfernt, erstreckt sich der Ojców Nationalpark. Er ist das Zuhause von 1.000 verschiedenen Schmetterlingsarten sowie natürlich zahlreichen weiteren Tieren. Seine Schönheit erlangt er zudem durch zwei Flüsse, welche sich zwischen skurrilen Kalksteinformationen entlang schlängeln, und tiefe Schluchten, in deren Höhlen unzählige Fledermäuse leben.

Lost Souls Alley

Sucht ihr hingegen nach einer ganz anderen Form der Aktivität – nach Action und Abenteuer – ist die sogenannte „Lost Souls Alley“ eine optimale Destination. Hierbei handelt es sich um ein Horrorhaus in Krakau, in welchem ihr verschiedene Rätsel lösen müsst. Ähnlich einem Escape Room, nur mit Gruselfaktor.

Nachtleben

Last but not least, könnt ihr in Krakau natürlich auch ordentlich Party machen. Es handelt sich schließlich um eine junge Studentenstadt mit mehreren Szenevierteln, sodass für jeden Geschmack die richtige Wahl dabei ist. Von Live-Musik über den DJ im Club bis hin zu ikonischen Kellerkneipen findet ihr hier alles, was das feierwütige Herz begehrt – und natürlich Unmengen an Wodka!

Ausgehviertel Kazimierz am Abend
Ausgehviertel Kazimierz am Abend

Reise-Infos

Die Frage sollte für euch also nicht lauten, ob ihr nach Krakau reisen möchtet, sondern wie. Es folgen daher die wichtigsten Informationen rund um die Reise:

Anreise

Von Deutschland aus könnt ihr nach Krakau natürlich problemlos mit dem Auto fahren – allerdings dauert das zum Beispiel von Berlin aus rund sieben bis neun Stunden. Selbiges gilt für die Anreise mit dem Fernbus oder der Bahn, was jedoch entspannter und oftmals billiger ist. Wenn ihr möchtet, könnt ihr natürlich auch mit dem Flugzeug nach Krakau reisen. Einige Airlines fliegen Krakau für wenig Geld von deutschen Flughäfen an. Das empfiehlt sich vor allem, wenn ihr sehr weit entfernt wohnt oder nur einen kurzen Abstecher in die polnische Stadt plant.

Tauben sind vor der Marienkirche ein gewohntes Bild
Tauben sind vor der Marienkirche ein gewohntes Bild

Mobilität

Vom Flughafen in die Stadt kommt ihr problemlos mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, ebenso in der Stadt zu den verschiedenen Sehenswürdigkeiten. Die Altstadt könnt ihr aber auch zu Fuß erkunden, denn die Entfernungen zwischen den Sightseeing-Spots sind hier nicht allzu groß. Möchtet ihr Ausflüge in die Umgebung machen, zum Beispiel zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, empfiehlt sich die Buchung entsprechender Touren mit einem Guide. Natürlich ist aber auch die Anreise auf eigene Faust möglich, zum Beispiel mit dem Auto oder einem Mietwagen.

Unterkunft

Als junge und hippe Stadt findet ihr in Krakau zahlreiche Möglichkeiten, um günstig in zentralen Unterkünften zu nächtigen. Wünscht ihr euch hingegen etwas mehr Privatsphäre und Luxus als das Mehrbettzimmer, steht euch natürlich auch eine große Auswahl an Hotels in Krakau zur Verfügung. Empfehlenswert sind Unterkünfte rund um den Altstadtring, wenn ihr auf der Suche nach Party seid. Wünscht ihr es hingegen ruhiger, könnt ihr auch im Jüdischen Viertel oder außerhalb der Stadtmauer nach einer geeigneten Schlafgelegenheit suchen.

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