Straßen, die schon Caesars Legionäre, griechische Philosophen oder nabatäische Händler entlanggegangen sind. Steine, die Jahrtausende überdauert haben, und eine Atmosphäre, die von Mythen und Geschichte geschwängert scheint. Genau das erwartet euch in den antiken Städten dieser Welt.
Überblick
Antike Städte sind Siedlungen, die zwischen etwa 3000 v. Chr. und 500 n. Chr. entstanden, in einer Epoche, in der die Menschheit zum ersten Mal Hochkulturen, Schrift, Recht und Architektur von bleibendem Rang hervorbrachte. Sie lagen rund ums Mittelmeer, im Vorderen Orient, in Nordafrika sowie in Zentralasien. Gemeinsam ist ihnen allen: Sie haben die Welt verändert und ihre Spuren sind bis heute nicht verblasst.
Manche waren Seehäfen voller Händler und Ideen, andere Tempelstätten mit Priestern und Geheimnissen, wieder andere mächtige Metropolen, von denen aus ganze Imperien regiert wurden. Die größten antiken Städte trugen Namen, die noch heute wie Donner klingen: Rom, Karthago, Ephesos und Alexandria waren Bühnen der Geschichte, auf denen die Menschheit ihre kühnsten Träume auslebte und die euch in der Gegenwart auf eine Entdeckungstour in die Vergangenheit entführen.
1. Rom
Die Ewige Stadt trägt ihren Beinamen nicht ohne Grund: Wohl kein anderer Ort auf der Welt vereint so viele Epochen, Geschichte und atemberaubende Monumente auf einmal. Hier existiert die Antike nicht nur in den diversen Museen: Sie lebt auf den Straßen, in den Gebäuden und hinter jeder Biegung einer Gasse.
Wenn ihr zum ersten Mal vor dem Kolosseum steht, werdet ihr euch von dieser Urgewalt von Bauwerk fast erschlagen fühlen. Fast 2.000 Jahre alt, und trotzdem wirkt es, als hätte es gestern noch 50.000 Menschen für Gladiatorenkämpfe gefasst. Geht am besten früh am Morgen hin: Wenn das goldene Licht des Sonnenaufgangs die ockergelben Mauern zum Glühen bringt und die Touristenmassen noch schlafen, gehört diese Sehenswürdigkeit fast ganz euch allein.

Nur wenige Schritte entfernt öffnet sich das Forum Romanum, das einst politische und soziale Herz der größten Stadt der Antike und des dazugehörigen Imperiums. Zwischen verwitterten Säulen und Triumphbögen könnt ihr euch wunderbar vorstellen, wie Senatoren an diesem Ort ihre Toga gerafft und wie Händler ihre Waren feilgeboten haben.
Und dann ist da noch das Pantheon: eines der besterhaltenen Bauwerke der Antike, mit seinem gewaltigen Kuppelrund, durch das das Licht fällt wie aus einer anderen Welt. Genießt danach einen Espresso auf der Piazza della Rotonda und erlebt Rom in seiner reinsten Form.
2. Athen
Kaum ein anderer Ort auf der Welt hat die Geschichte der Menschheit so grundlegend geprägt wie diese felsige, leidenschaftliche Metropole am Ägäischen Meer. Demokratie, Philosophie, Theater, Wissenschaft – all das wurde in dieser Stadt der Antike erdacht, diskutiert, gelebt. Wenn ihr im Urlaub durch Athen schlendert, bewegt ihr euch auf den Spuren von Sokrates, Platon und Perikles.
Das Herzstück ist natürlich die Akropolis. Schon von weitem thront sie über den Dächern wie ein steinernes Versprechen, und wenn ihr die Stufen hinaufsteigt und schließlich vor dem Parthenon steht, trifft euch dieses Gebäude mit voller Wucht. Über 2.000 Jahre alt, noch immer majestätisch und unantastbar schön. Wenn bei Sonnenuntergang die weißen Marmorsteine in warmes Rosé und Gold getaucht werden und die Stadt zu euren Füßen langsam aufleuchtet, versteht ihr, warum die Griechen an dieser Stelle ihre Göttin Athene ehrten.

Am Fuß des Felsens wartet mit der Plaka eines der ältesten Viertel der Stadt auf euch. Das Labyrinth verwinkelter Gassen beheimatet bunte, bougainvilleabewachsene Häuschen, kleine Tavernen und diverse Geschäfte, in denen ihr Schmuck, Keramiken und andere typisch griechische Souvenirs ergattern könnt. An diesem Ort fühlt sich Athen fast wie ein Dorf an, inmitten einer Millionenmetropole.
Wer tiefer in die antike Stadt eintauchen möchte, besucht das Agora-Gelände unterhalb der Akropolis. Einst diente es als wichtigster Treffpunkt, an dem Märkte, Versammlungen und Feiern stattfanden. Das Hephaistos dort ist einer der am besten erhaltenen griechischen Tempel überhaupt und bietet euch somit die Gelegenheit, Gräber, Skulpturen und Reliefs, die diverse Schlachten darstellen, zu bewundern.
3. Pompeji
Im Jahr 79 n. Chr. begrub der Ausbruch des Vesuvs Pompeji unter meterhohen Asche- und Gesteinswolken. Diese Katastrophe wurde zum größten archäologischen Geschenk der Menschheitsgeschichte: Die historische Stadt blieb eingefroren in einem einzigen Moment der Zeit, bis die ersten Ausgräber im 18. Jahrhundert begannen, sie Schicht für Schicht ans Licht zu bringen.
Was euch an diesem Ort in Italien erwartet, sind antike Ruinen, wie ihr sie nirgendwoanders findet: Mehr als 3.000 Gebäude befinden sich auf dem Gelände. Eines der Highlights ist die Villa dei Misteri mit ihren Fresken in sattem Weinrot, die Initiationsrituale des Dionysos-Kults zeigen. Daneben geben euch Tempel, Thermen und ein Amphitheater Einblicke in das Leben der damaligen Zeit.

Besonders eindringlich sind die Gipsabgüsse der Opfer, die in der Ascheschicht Hohlräume hinterließen: Menschen und Tiere, die in ihren letzten Momenten erstarrt sind, festgehalten in Angst, Erschöpfung oder stiller Resignation. In der Großen Palästra zeigt eine Dauerausstellung 22 dieser Abdrücke. Ein Anblick, der euch innehalten lässt und noch lange nachhallt.
Nach eurem Besuch in Pompeji bietet sich eine Fahrt in den Ort Herculaneum an, der bei dem Vulkanausbruch ebenfalls verschüttet wurde und in dem heute unter anderem gut erhaltene Villen und Bäder zu sehen sind. Alternativ könnt ihr einen Ausflug an die Amalfiküste oder eine Bootsfahrt zur Insel Capri unternehmen.
4. Olympia
Es gibt Orte, deren Name allein schon Geschichte trägt. Im Nordwesten des Peloponnes, eingebettet in eine sanfte Hügellandschaft, liegt diese antike Stätte, an der die Menschheit vor fast 3.000 Jahren etwas erfand, das bis heute die Welt verbindet: die Olympischen Spiele. Alle vier Jahre strömten Athleten und Zuschauer aus der gesamten griechischen Welt an diesen Ort.
Was euch heute erwartet, ist eine weitläufige Ausgrabungsstätte. Der Zeustempel, einst eines der gewaltigsten Bauwerke der griechischen Welt und Heimat der kolossalen Zeusstatue, einem der sieben Weltwunder der Antike, liegt heute in dramatischen Trümmern, die von Erdbeben niedergestreckt wurden. Das Stadion ist ein Highlight der besonderen Art: Ihr betretet es durch den originalen Athletentunnel, tretet auf die altehrwürdige Startlinie und schaut auf eine rund 192 Meter lange Laufbahn, die noch immer von Erdwällen gesäumt wird, auf denen einst 45.000 Zuschauer Platz fanden.

5. Ephesos
Die ehemalige Hafenmetropole an der türkischen Ägäisküste war mit mehr als 200.000 Einwohnern einst eine der größten Städte des römischen Imperiums. Wenn ihr die mit Marmor und Kalkstein gepflasterte Kuretenstraße entlangschlendert, gewähren euch Säulenhallen und Hanghäuser mit ihren farbenprächtig erhaltenen Fresken und Mosaikböden einen Einblick ins Privatleben wohlhabender Römer.
Am Ende des Weges wartet die Celsusbibliothek, eines der besterhaltenen Gebäude der antiken Stadt. Ihre zweigeschossige Fassade ist mit Ornamenten und Skulpturen geschmückt. Im Untergeschoss stellen vier Frauenstatuen die Tugenden des Celsus dar: Sophia die Weisheit, Arete die Tapferkeit, Episteme das Wissen und Ennoia die Schönheit.

Das Große Theater von Ephesos ist ein weiteres Highlight, das euch in seinen Bann zieht. 25.000 Menschen fasste es einst, und wenn ihr auf den oberen Rängen steht, geht euer Blick bis ans Meer. An diesem geschichtsträchtigen Ort predigte der Apostel Paulus und die Zuschauer ließen sich von Komödien und Tragödien auf der Bühne unterhalten. In rund drei Kilometern Entfernung liegt das Städtchen Selçuk. Dort könnt ihr die Überreste des Tempels der Artemis bewundern, der einst der größte seiner Art in der griechischen Welt war und heute zu den sieben Weltwundern der Antike gehört.
6. Karthago
Ursprünglich von den Phöniziern gegründet, war Karthago einst die Hauptstadt des Karthagischen Reichs. Die bedeutende See- und Handelsnation kontrollierte auf dem Höhepunkt ihrer Macht weite Teile Nordafrikas, der iberischen Halbinsel und die Balearen. Dreimal versuchte sie, Rom in die Knie zu zwingen, und war dabei fast erfolgreich. Im Jahr 146 v. Chr. war es dann vorbei und die Metropole wurde dem Erdboden gleichgemacht und wenig später von dem siegreichen Imperium neu aufgebaut. Heute befindet sich hier ein Vorort von Tunis und die archäologische Ausgrabungsstätte zählt zum UNESCO-Welterbe.

Die Antoninus-Pius-Thermen waren die größten der afrikanischen Provinzen und beeindrucken allein schon durch ihre schiere Ausdehnung. Über dem Punischen Hafen befindet sich der Byrsa-Hügel. Das einstige Herz der antiken Stadt bietet euch nicht nur archäologische Überreste, sondern auch einen spektakulären Panoramablick über die Bucht von Tunis.
Ein weiteres Highlight ist die Kultstätte Tophet, die den Punischen Göttern Tanit und Baal gewidmet ist und an der Urnen mit Kinderasche gefunden wurden. Ein stilles, nachdenklich stimmendes Zeugnis einer Zivilisation, die wir bis heute nicht vollumfänglich verstehen.
7. Alexandria
Gegründet 331 v. Chr. von Alexander dem Großen, war diese Hafenstadt am Mittelmeer für Jahrhunderte ein bedeutendes kulturelles und intellektuelles Zentrum der antiken Welt. Ein Ort, an dem römische Händler, griechische Philosophen, ägyptische Priester und jüdische Gelehrte Seite an Seite lebten, diskutierten und die Welt neu erfanden.
Die berühmte Bibliothek von Alexandria war die bedeutendste in der Antike. Ihre Zerstörung und das Fehlen von Überresten gehören zu den großen Tragödien der Kulturgeschichte. Doch ihr Geist lebt weiter: Die moderne Bibliotheca Alexandrina, 2002 nahe des Originalstandorts eröffnet, ist ein architektonisches Meisterwerk und eine würdige Hommage an ihr legendäres Vorbild. Die scheibenförmige Fassade mit ihren in den Stein gemeißelten Schriftzeichen aller Sprachen der Welt ist ein Anblick, der euch nicht loslässt.

Unter den Straßen des modernen Alexandria schlummert noch immer die antike Stadt. Das Graeco-Römische Museum gewährt euch faszinierende Einblicke in das kosmopolitische Leben der hellenistischen Metropole. Die Katakomben von Kom el-Shuqafa, tief in den Fels gehauen, sind die größte bekannte römische Grabstätte in Ägypten.
Und dann ist da noch das Meer. Alexandria liegt an einem der schönsten Küstenstreifen des Mittelmeers, und die Corniche, eine rund 15 Kilometer lange Uferpromenade entlang der Bucht, lädt zum Schlendern ein. Einst ragte an dieser Stelle der berühmte Leuchtturm Pharos, eines der sieben Weltwunder der Antike, in die Höhe. Auf dessen Ruinen wurde im 15. Jahrhundert die Qāitbāy-Zitadelle errichtet, die heute unter anderem ein Meeresmuseum beherbergt.
8. Delphi
Die Menschen der Antike nannten diesen Ort den Nabel der Welt, da laut einer Legende Zeus zwei Adler von je einem Ende des Globus aufsteigen ließ und sich diese an eben dieser Stelle trafen. Berühmt ist Delphi vor allem für das Orakel, das dem Apollon geweiht war und als das wichtigste Griechenlands galt. Könige, Feldherren und Philosophen pilgerten hierher, um Pythia, jene Priesterin, die in Trance versetzt prophetische Antworten gab, zu wichtigen Unternehmungen wie Kriegen und Kolonien zu befragen.

Einst von Schatzkammern gesäumt, die als Dank an das Orakel errichtet wurden, führt der Heilige Weg bergauf zur antiken Tempelstätte. Dessen verbliebene Säulen erheben sich vor dem Hintergrund der bewaldeten Hügel und bieten einen Anblick, der schlicht nicht von dieser Welt zu sein scheint. Oberhalb befindet sich das Theater, das einst 5.000 Zuschauer fasste und von dem ihr eine tolle Aussicht über die Umgebung genießt.
Ein weiteres Highlight ist das Stadion, in dem die Pythischen Spiele – Wettkämpfe zu Ehren des Apollon – stattfanden. Nehmt euch auch Zeit für das archäologische Museum, dessen Sammlung Skulpturen, Teile von Friesen aus Tempeln und Schatzkammern sowie Votivgaben umfasst. Dazu zählt unter anderem der Wagenlenker von Delphi, eine der am besten erhaltenen Bronzestatuen der griechischen Antike.
9. Knossos
Die minoische Zivilisation, die auf Kreta zwischen 2.000 und 1.100 v. Chr. blühte, gilt als die früheste Hochkultur Europas. Kein Wunder also, dass Knossos zu den ältesten Antiken Städten der Welt zählt. Das unbestrittene Wahrzeichen ist der Palast, der einst über fünf Etagen und mehr als 1.000 Zimmer verfügt haben soll. Er ist zudem Schauplatz einer berühmten Legende, denn hier soll das berüchtigte Labyrinth gelegen haben, in dessen Tiefen der Minotaurus hauste – halb Mensch, halb Stier. Mythos oder Wahrheit? An diesem Ort verschwimmt die Grenze auf wunderbare Weise.

Was euch sofort auffällt, sind die Farben. Der britische Archäologe Arthur Evans ließ den Palast zu Beginn des 20. Jahrhunderts teilweise rekonstruieren – kontrovers bis heute, aber visuell überwältigend. Charakteristisches Minoischrot, sattes Blau und helles Gelb prangen an Wänden und Säulen. Besonders sehenswert sind der Thronsaal mit seinen Greifen-Malereien und das Stierspringer-Fresko.
Während eures Urlaubs auf Kreta ist das archäologische Museum von Heraklion, nur wenige Kilometer entfernt, der perfekte Abschluss eures Knossos-Besuchs: Dieses gilt als die bedeutendste Antikensammlung des Landes mit Exponaten vom siebten Jahrtausend v. Chr. bis zum vierten Jahrhundert n. Chr. Dazu zählen unter anderem die berühmte Schlangengöttin-Figur und das Fresko des Blauen Affen.
10. Paestum
Diese antike Stadt in der süditalienischen Ebene der Kampanien, kaum eine Stunde südlich von Salerno, beherbergt drei der am besten erhaltenen griechischen Tempel außerhalb Griechenlands. Gegründet im siebten Jahrhundert v. Chr. von den Hellenen, fiel sie später unter samnitische und schließlich römische Herrschaft, versank nach 500 im Sumpf und geriet in Vergessenheit – was paradoxerweise ihre Rettung war. Während andernorts Steine für Kathedralen und Paläste abgetragen wurden, blieben die Bauwerke von Paestum einfach stehen.

Was euch erwartet, wenn ihr das Ausgrabungsgelände betretet, ist ein atemberaubender Anblick: Der größte der drei dorischen Tempel ist besonders gut erhalten und war wahrscheinlich der Fruchtbarkeitsgöttin Hera geweiht. Daneben stehen der noch ältere Heratempel sowie der etwas kleinere Athenatempel.
Darüber hinaus gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten zu bestaunen: Eine rund fünf Kilometer lange Stadtmauer, das römische Forum sowie das Amphitheater geben Einblick in die damalige Zeit. Zudem lohnt sich ein Besuch in dem archäologischen Museum, das zahlreiche Exponate präsentiert, darunter das Grab des Tauchers mit eindrucksvollen Fresken.
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