Hohe Tatra – Das Gebirge entdecken


Klein, aber sehenswert! Die Hohe Tatra zieht ganzjährig Besucher mit ihrem wunderschönen Alpenpanorama in den Bann. Sie gilt zwar als das kleinste Hochgebirge der Welt, aber trotzdem gibt es Einiges in der slowakisch-polnischen Bergregion zu entdecken. Willkommen – oder besser gesagt: Vitajte und Witamy!

Überblick

Die Hohe Tatra, auch Visoké Tatry in der Slowakei und Tatry Wysokie in Polen genannt, wird als das kleinste Hochgebirge der Welt bezeichnet. Denn obwohl die Bergregion zwar aus zahlreichen hohen Gipfeln über 2.500 Metern besteht, erstreckt sich der Berghauptkamm insgesamt lediglich über eine Länge von 27 Kilometern. Damit ist die Hohe Tatra ein ausgewachsenes Hochgebirge auf einer vergleichsweise sehr kleinen und schmalen Fläche von 340 Quadratkilometern. Zudem ist sie ein Teil des Tatra-Gebirges und gehört somit zum Gebirgszug der Karpaten. Dabei liegen zwei Drittel der Bergregion in der Slowakei und ein Drittel in Polen. Der 2.503 Meter hohe Gipfel Rysy bildet den Grenzpunkt zwischen beiden Ländern. Während der Hauptgipfel auf der slowakischen Seite emporragt, wird einer seiner zwei Nebengipfel als höchster Punkt Polens mit 2.499 Metern gerechnet.

Der höchste Berg des Gebirges ist hingegen die Gerlsdorfer Spitze beziehungsweise Gerlachovský štít auf Slowakisch. Mit ihren 2.655 Metern ist sie zugleich auf slowakischer Seite der höchste Gipfel des Landes. Im Jahr 1949 wurde die Tatra in der Slowakei zum Nationalpark erklärt, womit sich Polen 1953 anschloss. Daher unterliegen die artenvielfältige Flora und Fauna der Hohen Tatra einem besonderen Schutz und das Gebirge gilt seit 1993 zudem als Biosphärenreservat der UNESCO.

Hohe Tatra Natur
Willkommen in der Hohen Tatra

Regionen und Städte

Durch die Lage der Hohen Tatra, sowohl in der Slowakei als auch in Polen, können einige interessante Regionen und Städte in der näheren Umgebung besucht werden. Dazu haben wir eine kleine Auswahl sehenswerter Destinationen für euch zusammengestellt.

Prešov

Ausgehend von der kleinen Gebirgsregion bietet sich ein Ausflug in die Region Prešov an. Neben der gleichnamigen Stadt entzückt der gesamte nordöstliche Teil der Slowakei dank seiner faszinierenden Gebirgszüge mit beeindruckenden Panoramen. Wer in der unmittelbaren Nähe der Hohen Tatra bleiben möchte, der sollte sich unbedingt die höchstgelegene Gemeinde des slowakischen Teils des Gebirges anschauen. Auf 1.355 Metern Höhe erstreckt sich der beliebte Kur- und Wintersportort Štrbské Pleso. Freut euch auf dutzende Möglichkeiten für wintersportliches Vergnügen. Hier variieren die Skipisten zwischen leichten und mittelschweren Abfahrten, sodass auch ein Winterurlaub mit Kindern möglich ist. Die Kleinen können dort ihre ersten Schritte auf den Brettern oder dem Snowboard wagen. In den Sommermonaten kann hingegen auf dem gleichnamigen Gletschersee die Kulisse während einer Bootsfahrt betrachtet werden.

Hohe Tatra Strbske Pleso
Der Gletschersee in Štrbské Pleso

Poprad

Unweit des Fußes der Hohen Tatra liegt die slowakische Stadt Poprad. Sie gilt als Haupttor zum Hochgebirge und ist damit ein idealer Ausgangspunkt für eine aufregende Fahrt mit der elektrisch betriebenen Tatrabahn. So könnt ihr auf diesem Wege innerhalb einer Stunde nach Štrbské Pleso gelangen.

Poprad ist außerdem eines der größten touristischen und kulturellen Zentren der Region Prešov. Mit seinen zahlreichen Kirchen und historischen Bauten ist der Ort definitiv einen Besuch wert. Auf dem gleichnamigen Fluss, der durch Poprad fließt, gibt es die Option, die Stadt per Wasserweg zu erkunden.

Podhale

Auf polnischer Seite lohnt sich eine Entdeckungsreise in der Region Podhale. Die unmittelbare Umgebung der Hohen Tatra zeichnet sich durch viele Skigebiete, Wandermöglichkeiten und Thermalbäder aus. Auch der ausgezeichnete Ausblick auf die Gipfel, die ihr beispielsweise in Bukowina Tatrzańska bestaunen könnt, lädt zum Verweilen ein. Seine hügeligen Straßen bieten eine traumhafte Aussicht auf die Bergwelt. Gerade für Pärchen könnte dies ein romantischer Stopover sein. Nach einem Tag auf den Brettern oder nach einer Wandertour lädt zudem die Therme des Ortes zum Relaxen und Erholen ein.

Außerdem interessant: Die Region wird zum Teil von der Bevölkerungsgruppe der Goralen bewohnt, was sich unter anderem in der Architektur, dem Essen und der Kunst widerspiegelt. Somit umgibt die Dörfer der Region ein einzigartiges Flair, das Kulturinteressierte ganz bestimmt begeistern wird.

Hohe Tatra Bukowina Tatrzanska
Bukowina Tatrzańska lädt zum Verweilen ein

Zakopane

Die Stadt Zakopane wird als das Zentrum für den Wintersport in Polen bezeichnet. Am Fuße der Hohen Tatra bietet sie mit reichlich Skigebieten Abwechslung für Besucher aller Art. Des Weiteren besteht ganzjährig die Möglichkeit, ausgehend vom Stadtzentrum malerische Wanderrouten zu starten. Wer nach den Aktivitäten am Tag noch Kraftreserven übrig hat, kann sich anschließend am Abend in der Après-Ski-Szene der Stadt treiben lassen.

Auch Urlauber, die alleine reisen, finden hier bei Bedarf rasch Anschluss. Kulturinteressierte können sich darüber hinaus beispielsweise im Tatra-Museum über die Region informieren oder sich an goralisch geprägten Bauten erfreuen. Dabei kann die Stadt exemplarisch per Kutsche erkundet werden. Zakopane ist ein guter Ausgangspunkt, um weitere Ausflüge in die umliegenden Dörfer zu unternehmen oder um in das spannende Krakau weiterzureisen.

Sehenswürdigkeiten

Neben den offensichtlichen Attraktionen der Hohen Tatra, den Bergen und ihren Gipfeln, gibt es noch einige weitere Sehenswürdigkeiten. Im Folgenden findet ihr Hinweise für lohnende Must-sees.

Wasserfälle

Wer braucht schon die Niagara Fälle? In der Hohen Tatra befinden sich mehrere Wasserfälle, die einem mit ihrer Schönheit den Atem rauben. Sie sind beliebte Ziele auf Wanderungen im Hochgebirge. Der höchste Wasserfall auf polnischer Seite ist die Siklawa auf 80 Metern in einer fantastischen Szenerie. Auf slowakischer Seite kann beispielsweise oberhalb des Wasserfalls Obrovský vodopád ein wunderbarer Blick auf den größten Wanderweg der Hohen Tatra, die Tatra-Magistrale, geworfen werden.

Hohe Tatra Siklawa Wasserfall
Ein Ausflug zum Siklawa Wasserfall in Polen

Seenlandschaft

Die Qual der Wahl! Jeder der unzähligen Bergseen beeindruckt seine Besucher stets mit seinen spezifischen Eigenschaften. In allen Jahreszeiten verzaubern die Gewässer, die der Bergkulisse nochmals einen besonderen Touch verleihen. In dem polnischen Abschnitt der Hohen Tatra könnt ihr beispielsweise den Schwarzen See am Rysy, der ringsum von Felswänden umgeben ist, bestaunen. Er ist einer der größten Seen der Hohen Tatra. Auf slowakischer Seite könnt ihr euch unter anderem den Popradské Pleso anschauen.

Bauwerke

Neben gemütlichen Alm- und Berghütten, die oftmals zur Rast nach einem beschwerlichen Aufstieg oder einem langen Skilanglauf dienen, wurden in schwindelerregender Höhe diverse sehenswerte Gipfelkreuze aufgestellt. Ebenso sind zahlreiche Kapellen errichtet worden. Gerade im katholischen Polen sind diese häufig zu finden. So steht in einer Höhe von 1.200 Metern das Marienheiligtum Sanktuarium Maryjne na Wiktorówkrach, das auf eine Erscheinung der Maria aus dem 19. Jahrhundert zurückgeht. Urlauber, die sich für die Kultur und Religion der Region interessieren, können sich von dem Heiligtum mit Bergpanorama verzaubern lassen. Die Kapelle liegt unweit der Alm Rusinowa Polana.

Hohe Tatra Marienheiligtum
Das Marienheiligtum in Wiktorówki

Tierreich und Pflanzenwelt

Die Hohe Tatra beheimatet eine vielfältige Fauna. So sind beispielsweise unterschiedlichste Vogelarten sowie auch Wildkatzen, Otter oder sogar Braunbären im Gebirge zuhause. Der Star dieser Tierwelt ist jedoch die Gämse, die als Symbol der Tatra und in ihrer spezifischen Entwicklungsgeschichte als einzigartig gilt. Das Herz von Tierfreunden wird hier höher schlagen! Daneben zeichnet sich die Hohe Tatra durch eine reiche endemische Fauna aus, in der sich circa 25 verschiedene Pflanzenarten im Hochgebirge mit eigenständigen Erscheinungsformen gebildet haben.

Aktivitäten

Ganzjährig lassen sich in der Hohen Tatra allerhand Aktivitäten unternehmen. Dazu möchten wir euch mehrere Anregungen geben, bei denen alle Reisenden auf ihre Kosten kommen können.

Wandern gehen

Zahlreiche Wanderrouten führen in der Hohen Tatra durch malerische Täler, an bezaubernden Seen und wunderschönen Bergtälern vorbei. Einige davon sind ganzjährig begehbar. Die Schwierigkeitsgrade variieren dabei. Sollte man noch nicht sehr erfahren im Wandern sein, so kann man bei Bedarf einen Tourguide buchen. Der längste Wanderweg des Hochgebirges ist die Tatra-Magistrale auf slowakischer Seite. Von Ost nach West führt er Wandernde über 70 Kilometer zu seinem Ziel.

Der Adlerpfad im polnischen Abschnitt der Bergregion wird als der schwerste Wanderweg der Hohen Tatra angesehen. Um hier zu wandern, solltet ihr genug Zeit einplanen – zwar ist der Weg nur 4,5 Kilometer lang, doch der Schein trügt! Um ihn komplett zu bestreigen, werden, aufgrund seiner Beschaffenheit aus Granit, im Schnitt sechs bis acht Stunden benötigt. Der Track ist an vielen Stellen feucht, sodass äußerste Konzentration gefordert ist.

Hohe Tatra Wandern
Eine Wanderung durch die Bergkulisse der Hohen Tatra

Wintersport treiben

Auch im Winter mangelt es nicht an Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hohen Tatra. Diverse Skigebiete auf beiden Seiten des Hochgebirges sorgen für die nötige Abwechslung unter den Ski- und Snowboardfahrern. Wer im Winter das Wandern nicht missen möchte, der kann sich neben den ausgewiesenen Winterwanderwegen alternativ dem Skilanglauf widmen. Durch die gut ausgebauten Loipenstrecken kommt auch hier keine Langweile auf! Die zugefrorene Seenlandschaft rundet das Wintersportangebot ab. Bei entsprechender Dicke des Eises können Schlittschuhfahrer sowie Eishockeyfans ihr Können beweisen.

Bergsteigen gehen

Wem die Wanderrouten zu einfach erscheinen, der kann sich im Bergsteigen versuchen. Für Extremsportler besteht dazu in der Regel die Option, die Gipfel ganzjährig zu erklimmen. Jedoch sei dabei stets die sogenannte Goldene Tara-Regel zu beachten: Führt ein markierter Weg hinauf, darf ein Gipfel auf eigene Faust bestiegen werden. Gibt es keine ausgewiesene Markierung, ist die Besteigung des entsprechenden Gipfels nur erlaubt, wenn man sich als Mitglied eines anerkannten Bergsteigervereins die Erlaubnis eingeholt hat. Ansonsten dürfen Bergbesteigungen nur in Begleitung eines Bergführers oder einer Bergführerin durchgeführt werden.

Seilbahn fahren

Perfekt für Familien mit Kindern bieten sich die Seilbahn- und Zahnradfahrten an. Bequem lassen sich hierdurch die höheren Lagen erreichen, ohne weite Fußwege aus dem Tal zurücklegen zu müssen. Ebenso sind sie ein beliebtes Transportmittel, wenn das Wetter mal nicht mitspielen sollte, ihr euch aber dennoch hinauf begeben möchtet. Auf polnischer Seite führt die Seilbahn in Zakopane exemplarisch auf den Berg Kasprowy Wierch. In der Slowakei kann beispielsweise Štrbské Pleso per Zahnradbahn aus dem Tal erreicht werden. Dabei lohnen sich die Fahrten für den fantastischen Ausblick auf die Bergkämme und Wälder der Hohen Tatra das ganze Jahr hindurch.

Hohe Tatra Seilbahn
Ganz entspannt in der Seilbahn zum Gipfel

Paragliding machen

Adrenalin-Junkies kommen beim Paragliding auf ihre Kosten. Bei einem Flug über die Hohe Tatra bekommt ihr das Gebirge aus der bestimmt nicht weniger atemberaubenden Vogelperspektive zu sehen. Solltet ihr nicht so abenteuerlustig, aber dennoch an dem Blick auf die Hohe Tatra aus der Luft interessiert sein, besteht zudem die Möglichkeit, Ballonfahrten zu buchen. Gerade für Paare dürfte dies ein einzigartiges und romantisches Erlebnis darstellen.

Reise-Infos

Nun kann es losgehen! Bevor ihr jedoch in das Alpenpanorama aufbrecht, haben wir noch ein paar Hinweise und praktische Tipps zusammengestellt, damit ihr alle wichtigen Informationen vor eurem Urlaub in der Slowakei im Überblick habt.

Anreise & Fortbewegung vor Ort

Wenn ihr von Deutschland aus startet, ist es aufgrund der Entfernung naheliegend, per Flugzeug anzureisen. Entweder kann der Flughafen Krakau in Polen oder in der slowakischen Stadt Košice als Ausgangspunkt dienen, um weiter per Bahn oder Bus in die jeweiligen nahegelegenen Städte Zakopane und Poprad zu gelangen. Dank der Elektrischen Tatrabahn sind diverse Wanderwege in der Slowakei leicht und flexibel erreichbar. Das Busnetz auf slowakischer und polnischer Seite kann gleichermaßen genutzt werden, um zu den unterschiedlichen Highlights des Hochgebirges zu gelangen. Zahnrad- und Seilbahnen befördern Groß und Klein außerdem an verschiedene Ziele auf höheren Lagen.

Hohe Tatra Bergdorf
Faszinierende Eindrücke das ganze Jahr über

Ideale Reisezeit

Eine Reise in die Hohe Tatra lohnt sich ganzjährig! So sind die zahlreichen Skipisten sowie Loipenstrecken in der Regel zwischen Mitte Dezember und Ende März befahrbar. Die meisten Berghütten sind das ganze Jahr über in Betrieb. Urlauber, die bei wärmeren Temperaturen Wanderungen unternehmen möchten, sollten das Hochgebirge in den Sommer- oder Herbstmonaten besuchen. Dabei sollte beachtet werden, dass einige der Wanderwege aus Sicherheitsgründen nur vom 15. Juni bis zum 1. November zugänglich sind. Abseits der Wanderwege kann zwischen dem 16. Juni und 31. Oktober die spektakuläre Wildnis mit einem Bergführer oder einer Bergführerin erkundet werden.

Kulinarische Spezialitäten

Auch der Gaumen sollte in der Hohen Tatra glücklich werden! Ob Halušky (Kartoffelnocken mit gesalzenem Schafskäse) oder Kwaśnica (eine polnische Sauerkrautsuppe) – traditionell bietet die regionale Küche deftige, stärkende Kost. Diese wird in den kleinen Ortschaften am Fuße der Hohen Tatra und in den umliegenden Städten zu finden sein, aber auch bei einer kleinen Mittagspause auf den Berghütten. Aufgrund der unterschiedlichen Gewässer in dem Hochgebirge kann zudem heimischer Fisch verspeist werden. Auch die regionalen Käsesorten beider Länder, wie der geräucherte Ziegenkäse der Goralen auf polnischer Seite, können sich sehen lassen. Vegetarische und vegane Gerichte stehen aufgrund der recht fleischlastigen Speisekultur beider Länder nicht ganz so abwechslungsreich zur Verfügung.

Hohe Tatra Halusky
Ein traditionelles Halušky genießen

Hotels & Unterkünfte

Die Übernachtungsmöglichkeiten in der Hohen Tatra selbst sind vielfältig. Je nach Belieben kann entweder in größeren Berghotels übernachtet werden, die in der Regel Unterhaltungsprogramme für Kinder, Wellnessbereiche oder Sportaktivitäten anbieten, oder aber in den ruhigen, charmanten Berghütten das Erlebnis in der Hohen Tatra. In der Idylle der Berge könnt ihr euch von den aufregenden Urlaubstagen erholen. Ansonsten gibt es in den nahegelegenen größeren Städten Poprad und Zakopane mehrere Hotels, Ferienwohnungen und charmante Pensionen.

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