Polen: Kultur & Natur im Nachbarland


Bei der Urlaubsplanung oft vergessen und doch ein wahres Highlight für Individualreisende, Paare oder Familien: In Polen gibt es vom Strandurlaub bis hin zum kulturell erlebnisreichen Städtetrip alle Möglichkeiten einer maßgeschneiderten Auszeit. Entdeckt jetzt unseren vielseitigen Nachbarn!

Überblick

Eigentlich ist es so leicht, nach Polen zu reisen… eine kurze Anfahrt, keine besonderen, benötigten Reisedokumente und eine große Auswahl an Zielen sprechen dafür, dem Nachbarn von Deutschland einen Besuch abzustatten. Seit das Land im Jahr 2004 der EU beitrat, gilt es als wahrer Geheimtipp unter den Touristen. Dennoch haben viele Deutsche das Land Polen in der Urlaubsplanung gar nicht erst auf dem Schirm. Das ist sehr schade, denn gerade in kultureller Hinsicht hat Polen viel zu bieten.

Masuren, Region der 1000 Seen
Masuren, Region der 1000 Seen

Städte in Polen: Kultur und Sehenswertes

Neben Erholungsurlauben eignet sich Polen auch wunderbar für Städtetrips, denn die polnischen Städte haben so einiges zu bieten. So gibt es einige Ziele, die ihr auf eure Urlaubsliste setzen solltet! Wir zeigen euch eine kleine Auswahl.

Warschau

Natürlich ist zunächst die Hauptstadt Warschau zu nennen. Die zum UNESCO Weltkulturerbe gehörende Altstadt, die Kunstsammlung in der Galeria Zacheta und die malerischen Gassen, die schon in vielen Filmen als Kulisse dienten, verzaubern auf den ersten Blick. Besucht in Warschau Highlights, wie die im 17. Jahrhundert erbaute Heiligkreuzkirche mit der größten, vor Ort befindlichen Orgel oder die St. Kasimir Kirche in der nicht minder sehenswerten Neustadt. In einem der schönen Parks wie dem Krasinski Park oder Lazienki Park mit einem kleinen Palast auf dem Wasser könnt ihr zwischendurch neue Kraft für die Besichtigungstour tanken.

Altstadt von Warschau bei Sonnenuntergang
Altstadt von Warschau bei Sonnenuntergang

Krakau

Idyllisch an der Weichsel gelegen, ist auch das historisch wertvolle Krakau ein schönes Reiseziel. Die Altstadt gehört ebenfalls zum UNESCO Weltkulturerbe und ihr werdet schnell sehen, wieso. Weil im Zweiten Weltkrieg vergleichsweise wenig zerstört wurde, findet ihr hier zahlreiche Kirchen, Baudenkmäler und andere Gebäude aus der Vergangenheit, die sich noch in ihrem originalen Zustand befinden. Wandelt in Krakau auf den Pfaden längst vergangener Tage und entscheidet euch für einen der thematisch sortierten Erkundungswege für Touristen, um die Baudenkmäler zu erleben.

Breslau

Anders als Krakau blieb die Stadt Breslau leider nicht weitgehend von Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg verschont. Allerdings wurden die meisten beschädigten Gebäude detailgetreu rekonstruiert – darunter beispielsweise das Haus der Goldenen Sonne. So kommt das historische Ambiente der über 1.000-jährigen Stadt nicht zu kurz. Genießt den Blick auf die fünf Flüsse von Breslau, während ihr über die romantischen Brücken spaziert. Auch die Sandinsel mit ihrer eigenen Kirche solltet ihr gesehen haben. Nicht umsonst war die einstige schlesische Residenzstadt im Jahr 2016 neben San Sebastián die Kulturhauptstadt Europas.

Das historische Breslau aus der Vogelperspektive
Das historische Breslau aus der Vogelperspektive

Kattowitz

Kattowitz liegt im polnischen Süden und hat sich in jüngster Vergangenheit vor allem als Festival-Stadt einen Namen gemacht. Blues- und Technofestivals bieten für jeden Geschmack die passenden musikalischen Klänge, die euch bei einer Besichtigungstour der Stadt in der Woiwodschaft Schlesien begleiten. Auf die Besucherliste von kulturell interessierten Touristen müssen außerdem das Schlesien-Museum, das sich bequem erreichbar in der Stadtmitte befindet, sowie die Katholische Kirche der unbefleckten Empfängnis.

Danzig

Danzig ist eine Hansestadt und wird daher von einem maritimen Flair rund um den Hafen geprägt. Genießt hier kulinarische Spezialitäten aus dem Meer oder besucht das Seglertreffen „Baltic Sail“ im Juli. Erkundet außerdem das mittelalterliche Bild, das euch im Inneren von Danzig erwartet, und freut euch in der Stadt auf Sehenswürdigkeiten wie den Neptunbrunnen, die Marienkirche, die Kathedrale von Oliva oder das Schifffahrtsmuseum.

Danzig und Blick auf die bekannte Marienkirche
Danzig und Blick auf die bekannte Marienkirche

Chelmno

Culm an der Weichsel oder Chelmno, wie es im Polnischen heißt, gilt als eine der schönsten Städte in Polen. Schon euer erster Blick auf die Stadt wird euch ins Staunen versetzen: Denn die Bebauung überragt aufgrund der Lage auf einer Hochebene sowohl die Weichsel als auch die grüne Tallandschaft, die zur Entspannung einlädt. Freut euch auf einen schönen Kontrast aus gotischen Gebäuden und dem naturbelassenen Umland.

Aktiv in Polen: Schwimmen, Wandern, Biken

Abseits der Städte, die für kulturell interessierte Urlauber wie ein Sechser im Lotto erscheinen, ist es in Polen aber noch lange nicht vorbei mit der vielseitigen Reise! Vielmehr erwarten euch herrliche Strände, hohe Gebirge und idyllische Seen im Herzen unseres Nachbarlandes. Freut euch auf eine Vielfalt an Möglichkeiten, die für Alleinreisende, für Paare oder mit der ganzen Familie für einen unvergesslichen Urlaub in der Natur sorgen.

Badeurlaub an der Ostsee

Urlaub an der Ostsee – Hand aufs Herz, wer denkt da nicht zuerst an Ferien in Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern mit der berühmten, mecklenburgischen Seenplatte? Dabei gibt es nicht nur an der deutschen, sondern auch und gerade an der polnischen Ostsee genügend herrliche Orte für eine entspannte Auszeit. Wählt zwischen wenig überlaufenen Buchten, touristisch beliebten Strandpromenaden mit reichlich Unterhaltung für Groß und Klein oder mondänen Küstenstädten mit einem luxuriösen Flair. Auch schöne Fischerdörfer erwarten euch an Polens Ostseeküste! Wo würdet ihr am liebsten in die Fluten der Ostsee abtauchen oder euch die Sonne auf den Bauch scheinen lassen?

Ostsee-Dünen im Slowinzischen Nationalpark
Ostsee-Dünen im Slowinzischen Nationalpark

Beliebte Reiseziele sind etwa das auf den Inseln Wollin und Usedom befindliche Swinemünde, das familienfreundliche Misdroy und der Kurort Kolberg mit seinen opulenten Villen und Resorts. Insgesamt erwarten euch etwa 500 Kilometer Ostseeküste in Polen, die für jeden Badefreund etwas Passendes bereithalten sollten. Und wenn nicht, führt euch der Weg vielleicht wieder nach Chelmno mit seinem rund vier Kilometer entfernten See, dem Jezioro Starogrodzkie.

Wanderurlaub im Riesengebirge

Mit rund 36 Kilometern Länge ist das Riesengebirge in Polen auf den ersten Blick recht klein – hält aber für Wanderer und Trekking-Urlauber genau die richtige Kulisse parat. Der Großteil des Riesengebirges gehört zwar zu Tschechien, die steilen Gefälle finden sich aber überwiegend im polnischen Teil. Ihr könnt auf mehr als 2.000 Kilometern ausgebauter Wanderwege laufen und dabei ungetrübte Blicke auf vielseitige Landschaftspanoramen erhaschen. Freut euch außerdem auf den höchsten Berg – die Schneekoppe, die euch natürlich mit besonders weitläufigen Aussichten belohnt. Auch ein Nationalpark gehört zum Riesengebirge, das seit 1992 ein UNESCO Biosphärenreservat markiert. Über zehn Millionen Besucher entscheiden sich jährlich für einen Trip ins Riesengebirge von Polen. Gehört auch ihr bald dazu?

Felsformationen im polnischen Riesengebirge
Felsformationen im polnischen Riesengebirge

Bergsteigen und Wintersport in der Hohen Tatra

Die Hohe Tatra, im Polnischen: „Tatry“, gilt zwar als das kleinste Hochgebirge der Welt, Wanderer und Aktivurlauber brauchen im Nationalpark Tatra aber nicht viel Fläche, um auf ihre Kosten zu kommen. Der bekannteste Wanderweg führt von Zakopane zum Bergsee Meerauge (Morskie Oko). Aber auch auf dem Rest der insgesamt 225 km ausgewiesenen Wege für Wanderer lassen sich zahlreiche Schönheiten der polnischen Natur entdecken. Vor allem die Bäche und rund 30 Seen, die in der Landessprache als Teiche bezeichnet werden, tragen im UNESCO Biosphärenreservat zum Postkartenidyll bei. Für alle die den 2499 Meter hohen Rysy, seines Zeichens landeshöchster Berg, besteigen wollen, empfiehlt sich trittsicheres Schuhwerk und entsprechende Kleidung.

Ein Highlight ist die Hohe Tatra auch im Winter, wenn im Sportzentrum Zakopane von Skispringen über Biathlon bis hin zum Slalom der Schnee nur so stiebt. Wer im Winter seinen Urlaub in Polen verbringen will, findet hier für Ski und Snowboard beste Bedingungen und ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis vor.

Spazier- oder Bikerurlaub am See

Biken, Spazierengehen und Wandern „light“ – das geht entlang der Seenlandschaft der Masuren. Die Landschaft umfasst knapp 1.700 Quadratkilometer und bietet Naturliebhabern ein wahres Mekka. Euch erwarten Seen, Flüsse und Bäche, die in eine herrlich grüne Umgebung eingebettet sind. Auf euren Spaziergängen in diesem Naturpanorama begegnen euch außerdem kleine Dörfer mit Einheimischen, die euch meist mit der typisch polnischen Gastfreundschaft begrüßen.

Sommertag am See in Masuren
Sommertag am See in Masuren

Die Masuren gelten als Geheimtipp-Region und belohnen jeden, der sie besucht, mit ihrer nahezu unberührten Schönheit. Auch die Johannisburger Heide, Polens größtes Waldgebiet, befindet sich hier und lädt zum Auftanken in idyllischer Umgebung ein – ob zu Fuß oder auf dem Fahrrad.

Reise-Infos zum Polen-Urlaub

Habt ihr euch für eine Urlaubs-Variante in Polen entschieden und könnt nun eure Anreise kaum erwarten? Dann verraten wir euch hier alles, was ihr wissen müsst, um von Anfang an einen unbeschwerten Urlaub zu erleben!

Beste Reisezeit

Das polnische Klima ähnelt jenem in Deutschland, wobei es meist ein bisschen kühler ausfallen kann. Besonders rund um die Küste weht oft eine kalte Brise. Den Strandurlaub solltet ihr also klassisch auf die Sommermonate legen. Insgesamt gilt das polnische Wetter leider als relativ undurchschaubar; so gibt es durchaus sehr heiße und sonnige Sommertage, aber auch regenreiche Phasen, in denen ihr eure Jacke besser nicht vergesst. Dasselbe gilt natürlich für die Wintermonate. Somit gehört auch ein wenig Glück dazu, wie das Wetter im Polen-Urlaub ausfällt.

Tipp: Touristisch beliebte Gegenden wie die masurische Seenplatte können, trotz Geheimtipp-Status, im Sommer manchmal stark besucht sein. Möchtet ihr lieber für euch sein, solltet ihr den Urlaub etwas abseits der Hochsaison buchen.

Dokumente für die Anreise

Durch die EU-Zugehörigkeit und das Schengen-Abkommen ist die Einreise nach Polen für euch als Deutsche sehr leicht. Ihr benötigt lediglich einen gültigen Personalausweis oder alternativ einen Reisepass für die Einreise.

Seit 2012 benötigt ihr außerdem für Kinder unter 12 Jahren einen Kinderreisepass, ab 13 Jahren wahlweise einen Personalausweis oder einen Reisepass. Es reicht nicht mehr aus, Kinder in die elterlichen Reisepässe einzutragen.

Währung

Obwohl Polen zur EU gehört und quasi um die Ecke liegt, könnt ihr dort leider nicht mit dem Euro bezahlen. Die polnische Währung ist der Zloty. Ein Zloty entspricht je nach Wechselkurs ungefähr 0,23 Euro – vermeintlich hohe Preise könnt ihr also etwa durch vier teilen, um den Preis in Euro zu ermitteln. Natürlich ist es auch möglich, in Hotels und vielen Geschäften mit Kreditkarte zu bezahlen.

Tipp: In der Grenzregion nahe Deutschland könnt ihr teilsl sowohl in Euro als auch in Zloty bezahlen. Darauf solltet ihr euch aber lieber nicht verlassen und im Zweifelsfall schon bei der Anreise etwas in der Landeswährung dabeihaben. Denn die Mautgebühren werden meist schon in Zloty abgerechnet.

Anreise nach Polen

Die kurze Distanz zu Polen lässt eine Auto- oder Wohnmobilreise verlockend werden. Dabei müsst ihr aber die Mautgebühren bei der Reiseplanung einkalkulieren. Die Höhe der Gebühren richtet sich nach eurer Fahrtlänge. Auch kann es sein, dass ihr in eine Grenzkontrolle geratet – sehr selten zwar, aber sie kommen noch immer vor.

Alternativ könnt ihr mit dem Zug oder mit dem Flugzeug nach Polen anreisen. Die Flugzeit ist sehr kurz und führt euch meist an den Warschauer Frédéric-Chopin-Flughafen. Doch auch Städte wie Danzig, Breslau oder Krakau verfügen über einen eigenen Flughafen mit teils internationalen Flugverbindungen.

Gut zu wissen: Innerhalb Polens ist das Zug- und Flugnetz sehr gut ausgebaut. Bei den Autobahnen ist das hingegen noch nicht überall der Fall. Stellt euch also bei Reisen mit dem Auto auf Landfahrten ein.

Ostseestrand im polnischen Misdroy
Ostseestrand im polnischen Misdroy

Sprache und Verständigung

Die Landessprache ist Polnisch – und diese solltet ihr zumindest in groben Zügen beherrschen, wenn ihr in wenig touristisch bekannte Gebiete reist. Vokabeln wie (gesprochen) „Dschinkouje“, das „Danke“ bedeutet, könnt ihr ja während der Anreise im Flugzeug erlernen! Doch je nach Lage eures Urlaubsortes ist es möglich, auch auf Deutsch oder Englisch zu kommunizieren. Das gilt etwa für die Grenzregion, beliebte Gebiete wie Kolberg an der Ostsee oder größere, internationale Hotels in den touristischen Zentren des Landes.

Wichtige Regelungen und Gesetze

In Polen ist der Konsum von Alkohol für Autofahrer untersagt und wird mit hohen Geldbußen geahndet. Dasselbe gilt, wenn ihr als Fahrer die Promille-Grenze von 0,2 überschreitet. Vorsicht: Schon ein Bier oder Wein könnte hier zu viel sein! Besser, ihr verzichtet als Autofahrer komplett auf Alkohol.

Denkt außerdem an die sogenannte „Recyclinggebühr“, wenn ihr mit dem Auto nach Polen reist. Diese wird seit dem Jahr 2006 für Autofahrer erhoben. Weiterhin gilt, dass ihr maximal einen Liter Alkohol pro Person mitnehmen dürft.

Sitten und Traditionen

Die überwiegende Religion vor Ort in Polen ist die römisch-katholische, außerdem sind die Menschen allgemein sehr gläubig. In Polen werden ältere Menschen besonders respektiert, Kinder sind auch überall gern gesehen. Höflichkeit und Respekt sind generell sehr wichtig, wozu auch ein zuvorkommendes Verhalten der männlichen Bevölkerung gegenüber der weiblichen Bevölkerung gehört. Es ist also nicht unüblich, als Frau mit einem Handkuss begrüßt zu werden.

Hotels und Unterkünfte

In Polen erwartet euch eine Vielfalt an Unterkünften. Ihr könnt zwischen Budget-Hotel und Sterne-Hotels in Polen wählen, aber auch höhere Standards sind natürlich möglich. Entlang der Ostseeregion dominieren Strand- und Wellnessresorts für die ganze Familie. Die meisten Hotels bieten Annehmlichkeiten wie kostenloses WLAN und ein reichhaltiges Frühstück. Die Sterne-Klassifizierung von Hotels fällt ähnlich aus wie in Deutschland, was die für die Stufe benötigte Zimmerausstattung betrifft.

Gut zu wissen: Für Elektrogeräte wird kein Zwischenstecker benötigt, es handelt sich um die gleichen Steckdosen wie in Deutschland.

Essen

In Polen dominiert eine deftige und bäuerliche Küche mit verschiedenen Einflüssen, die sich je nach Region unterscheiden. Fleisch gehört zu fast jedem Essen und der polnische Fleischkonsum gilt als einer der höchsten weltweit. Sowohl gewöhnliche Sorten wie Schweinefleisch als auch exotischere Gerichte wie Fasan sind möglich. Das Nationalgericht ist Bigos, wobei es sich um einen Schmoreintopf mit Sauerkraut, Gewürzen sowie diversen Wurst- und Fleischsorten handelt. Diesen dürft ihr euch im Polen-Urlaub natürlich nicht entgehen lassen! In der Küstenregion und entlang der zahlreichen Flüsse gibt es außerdem leckere Fischgerichte. Ein weiterer, typischer Bestandteil der Küche in Polen: Pilze.

Bigos ist eine polnische Spezialität
Bigos ist eine polnische Spezialität

Tipp: In Polen sind große Mengen auf den Tellern üblich, daher solltet ihr euch nur mit möglichst leerem Magen in ein Restaurant begeben.

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