Menorca: Wandern auf dem Weg der Pferde

Wandern auf den Balearen… da dürfte Ihnen zuerst Mallorca in den Sinn kommen, oder? Die größte und beliebteste der Inseln gilt nicht umsonst als Paradies für Wanderer. Aber auch die kleine Schwester Menorca ist ein Top-Reiseziel für den Wanderurlaub.

Menorca ist nicht nur sprachlich die kleinere der Balearen. Am östlichsten und nördlichsten gelegen, bietet die Insel auf 694 Quadratkilometern eine waldreiche Landschaft. Im Norden ist Menorca felsiger und rauer, im Süden wirkt die Natur sanfter, es gibt mehrere Strände, die touristisch erschlossen sind. Die Insel wurde erst recht spät für Urlauber erschlossen, deshalb finden sich nur vereinzelt große Hotelkomplexe, die Bauweise der Unterkünfte ist etwa im Vergleich zu Mallorca und Ibiza großzügiger. Besonders Ruhesuchende, Kulturinteressierte und natürlich Wanderer kommen hier auf ihre Kosten.

Wanderurlaub auf historischen Pfaden

Ein besonderes Erlebnis ist die Umrundung der ganzen Insel zu Fuß. Ganze 185 Kilometer werden auf dem historischen „Camí de Cavalls“, dem Weg der Pferde in 10 Tagen absolviert. Wer will, kann die Wanderroute auf eigene Faust erkunden. Regelmäßig weisen Wegpfeiler am Rand auf den „Camí“ hin. Aber auch geführte Wanderungen auf dem Pfad sind möglich. Diese sind besonders dann zu empfehlen, wenn der Wanderurlaub außerhalb der Hauptsaison stattfinden soll. Denn dann sind viele Hotels geschlossen und guter Rat teuer. Professionelle Guides wissen jedoch, welche Unterkünfte auch in den Nebensaison offen und auch zu empfehlen sind. An einigen Streckenabschnitten ist es auch notwendig, dass die Wanderer abgeholt und in Hotels auf Menorca gebracht werden. Weshalb man dann außerhalb des Sommers die Route begehen sollte? Das Klima ist milder, die Sonne weniger kräftig. In der Tat ist die beste Reisezeit zum Wandern auf Menorca von April bis Juni und von September bis in den November hinein.

Abwechslungsreiche Wanderroute auf Menorca

Ein möglicher Start für den Weg der Pferde ist die Hauptstadt Maó, von der aus in wenigen Stunden die Nordostküste der Insel erreicht werden kann. Vom Pfad aus ergeben sich immer wieder traumhafte Blicke aufs Meer, das seine Brise in die Richtung der Wanderer schickt. Auf dem „Camí“ kommt man auch am Naturpark S’Albufera des Grau vorbei, für den es sich unbedingt vom Wege abzuweichen gilt. In der Küstenlagune leben seltene Wasservögel und Schildkröten. Wer will, kann über Holzstege den Weg in das Feuchtgebiet finden, das Teil des Unesco-Biosphärenreservats ist.

Naturschutz wird auf der gesamten Insel groß geschrieben: 43 Prozent von Menorca stehen darunter. Auch deshalb gibt es so viel weniger Bettenburgen wie etwa auf der großen Schwester Mallorca. Der Wanderweg führt weiter in Richtung Cap de Favàritx, durch Olivenhaine und alte Eichenwälder. Dort angekommen zeigt sich die Insel von ihrer rauen Seite. In Richtung Norden werden die Klippen immer steiler, dazwischen eröffnen sich Buchten wie Fjorde. Die wilde Schönheit dieses Inselteils zeigt sich auch in den Orchideen, die hier ab dem Spätherbst blühen. In Richtung Süden wird die Landschaft wieder flacher, die Orte werden belebter und die Strände noch einen Tick schöner. Weißer Sand und türkisblaues Meer werden eingerahmt vom satten Grün der Pinienwälder. Spätestens hier gilt es, die Wanderschuhe einmal abzustreifen und ins Nass abzutauchen im kleinen Urlaubsziel mit großem Sehnsuchtsfaktor: Menorca.

Diese Dinge sollten Sie auf Menorca unbedingt tun:

Quelle: YouTube/The Travel Vlogger

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