Normandie – der Norden Frankreichs


In der Normandie begegnen euch malerische Landschaften und Strände, ihr könnt historische Städte erkunden und auf den Pfaden der Normannen wandeln. Fast allzeit begleitet werdet ihr im Urlaub im französischen Norden von der Gastfreundschaft der Einheimischen und einer frischen Meeresbrise.

Überblick

Die Reise in die Stadt der Liebe liegt längst hinter euch und auch die französischen Alpen habt ihr schon während eines Aktivurlaubs erkundet? Dann wünscht ihr euch wahrscheinlich als Nächstes einen Ausflug in den Süden Frankreichs. Wir haben eine nicht weniger idyllische Alternative für euch: die Normandie!

Statt in den Süden geht es für euch dann in den Norden Frankreichs. Das bedeutet in den meisten Fällen eine kürzere Anreise und weniger Trubel. Herrliche Wälder, lange Strände und zahlreiche sehenswerte Städte befinden sich in der Region, die etwa zwischen 58 und 51 v. Chr. durch Gaius Iulius Caesar erobert wurde. Im Mittelalter avancierte die Normandie hingegen zu einem Heimatort der Normannen. Dabei handelt es sich um ein Volk aus einstigen einheimischen Franzosen und Wikingern. Dieses Normannenvolk gab der Normandie ihren bis heute bekannten Namen.

Romantischer Ort mit Sandstrand in der Normandie
Romantischer Ort mit Sandstrand in der Normandie

Die Normandie steht vor allem für das typisch französischen Landschaftsidyll, das in dieser Region vorwiegend von Apfelbäumen dominiert wird. Auch eine riesige Küste mit allerlei Gelegenheiten für einen (zugegeben, etwas kühleren) Badeurlaub oder einen kulinarischen Genuss direkt aus dem Meer wird euch geboten. Und traditionsreiche Orte wie Rouen und Cherbourg bilden als krönender Abschluss eine hervorragende Kulisse für euren kulturell ausgerichteten Urlaub.

Landschaften, die euch ins Schwärmen bringen

Eine Landschaft, die sich vor den Lavendelfeldern in der schönen Provence nicht verstecken muss, findet sich auch in der Normandie. Freut euch auf ein blühendes Land, das vor allem zwischen April und Mai ganz im Licht der rund zehn Millionen Apfelbäume erstrahlt und beispielsweise für die Viehhaltung ideale Voraussetzungen schafft. Ein Zentrum für Aktivurlauber bildet die „Normannische Schweiz“, die diesen Namen nicht zufällig trägt: Ihr fühlt euch unweigerlich in die Bergwelt des anderen deutschen Nachbarn versetzt, wenn ihr zwischen tiefen Schluchten und wilden Flüssen vor einem Felsenpanorama wandert. Tobt euch in der Region südlich der normannischen Stadt Caen so richtig aus und probiert waghalsige Sportarten wie Paragliding oder Drachenfliegen. Auch, wenn ihr euch lieber sicher auf der Erde bewegt, könnt ihr die Normannische Schweiz rundum genießen. Mietet euch beispielsweise ein Fahrrad, spaziert durch die Landschaft oder wagt eine spannende Klettertour.

Alabasterküste in der Normandie
Alabasterküste in der Normandie

Weiterhin ist die Alabasterküste ein reizvolles Ziel (nicht nur) für den Naturfreund. Die Steilküste verfügt über helle Kreidefelsen wie auf der Insel Rügen und beeindruckt überdies mit ihren besonders saftigen, grünen Wiesen, auf denen zahlreiche Rinderherden grasen, sowie mit den abwechslungsreichen Wäldern im Hinterland.

Kühles Nass: Strände in der Normandie

Der Urlaub in der Normandie soll vor allem an der Küste stattfinden? Kein Problem! Flache Sandstrände, die weniger überlaufen sind als jene im Süden Frankreichs, stehen ebenso zur Wahl wie Kieselstrände, etwa in der Gegend um Le Havre. Eine frische Brise weht euch hier um die Nase und lässt euch auch bei höheren Temperaturen nicht so leicht ins Schwitzen kommen. Ein Pluspunkt für Familien: Die meisten Strände werden durch Bademeister und anderes Personal überwacht. So könnt ihr auch Kinder beruhigt im Meer planschen lassen, wenn es das Wetter zulässt.

Wie wäre es für euren Strandurlaub mit einem Trip nach Deauville, einem Urlaubsort, der vor allem für die kleinen Umkleidekabinen am Strand bekannt ist? Hier herrscht ein sehr gehobenes Flair, der Strand ist sauber und begeistert optisch mit bunten Strandkörben. Die Wassertemperatur ist etwas kühler und erfordert Mut, dafür punktet der flache Sandstrand, der euch bei Ebbe wunderbare Strandspaziergänge erlaubt.

Deauville ist bekannt für seine bunten Schirme und Umkleidezelte
Deauville ist bekannt für seine bunten Schirme und Umkleidezelte

Auch in Granville, einem berühmten Seebad, kommt ihr als Strandurlauber auf eure Kosten. Vergesst nach dem Aufenthalt an der herrlichen Küste aber nicht, die historischen Schönheiten der Altstadt zu besuchen. Beispielsweise gibt es ein Museum für moderne Kunst und ein Aquarium zu sehen.

Historisch schöne Städte der Normandie

Bleiben wir nun bei den kulturell interessanten Sehenswürdigkeiten, müssen natürlich einige weitere Städte im Norden Frankreichs genannt werden. Schönheiten wie die Sacré Coeur im berühmten Viertel Montmartre in Paris gesucht? In der Normandie gibt es ähnlich eindrucksvolle Bauwerke, dazu kommen interessante Museen und Gedenkstätten, die euch kurz innehalten lassen.

Le Havre

Besucht in der Normandie unbedingt Le Havre, die mit etwa 190.000 Einwohnern größte Stadt der gesamten Region. Highlight ist der zweitgrößte Seehafen Frankreichs, der sich hier befindet. Eine Rundfahrt mit der Fähre zeigt ihn in seiner ganzen Pracht.

Vergesst aber auch nicht den Besuch des Stadtensembles, das aufgrund seiner rechtwinklig gehaltenen Architektur im Jahr 2005 in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen wurde.

Rouen

Die Hafenstadt Rouen wird als „Stadt der vielen Kirchtürme“ bezeichnet – vor allem die gotische Kathedrale sollte bei einem Besuch in Rouen auf eurer Sightseeing-Liste stehen. Auch die hübschen Fachwerkhäuser der Altstadt, die ein nostalgisches, mittelalterliches Ambiente schaffen, sind einladend. Moderner geht es entlang des Seineufers zu, wo sich hippe Bars und Cafés aneinanderreihen. Interessiert ihr euch für Johanna von Orléans, seid ihr in Rouen ebenfalls genau richtig. Hier befinden sich ein Gedenkstein als auch ein Museum, das ihre Geschichte erzählt.

Caen

Caen liegt nahe der Küste und ist daher ein optimaler Ausgangspunkt für einen Badeurlaub, garniert mit viel Kultur. Diese findet ihr in Form der Burg von Caen und am Mémorial de Caen. Zweites erinnert an die Folgen der Kämpfe in der Normandie, welche die Bevölkerung letztlich von der deutschen Besatzung befreite. Das Mémorial wird auch „Museum für den Frieden“ genannt. Zur Normandie gehören auch Soldatenfriedhöfe mit den charakteristischen weißen Kreuzen, die ihr vielerorts seht. Erholung findet ihr nach der Sightseeing-Tour im botanischen Garten der Stadt. Von Caen aus könnt ihr außerdem einen Tagestrip nach Paris, der Stadt der Liebe, unternehmen, denn die französische Hauptstadt ist nur etwa zwei Autostunden entfernt.

Cherbourg

In Cherbourg findet ihr alles Wissenswerte rund um das Meer: Einerseits gibt es einen Jacht- und Seehafen, andererseits „La Cité de la Mer“. Dabei handelt es sich um ein dem Meer gewidmetes Museum, das unter anderem ein riesiges Atom-U-Boot ausstellt.

Tipp: Möchtet ihr die Lage Cherbourgs auf eine andere Weise auskosten und eine Fährüberfahrt auf die grüne Insel Irland starten, könnt ihr dies mit der Fähre Cherbourg Rosslare etwa sechsmal in der Woche tun.

Sehenswertes im Norden Frankreichs

Unabhängig von den Städten finden sich noch weitere Besuchermagnete in der Normandie, die bei einer Rundreise auch auf eurer To-do-Liste stehen sollten.

Kloster Mont-Saint-Michel

Die auf einem 46 Meter über dem Ärmelkanal in die Höhe ragenden Felsen befindliche Abtei Mont-Saint-Michel gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in Frankreich. Sie rangiert bei den am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten in der Normandie sogar auf dem ersten Platz.

Kloster Le Mont Saint-Michel
Kloster Le Mont Saint-Michel

Das riesige Kloster zeigt euch aber sofort, warum. Es wurde im 11. Jahrhundert aufwändig durch Benediktinermönche errichtet und ständig wieder neu angepasst. Ihr könnt das imposante Bauwerk entweder zu Fuß über eine Brücke erreichen oder ihr lasst euch bequem mit einer Kutsche hinbringen. Doch auch aus der Ferne ist das opulente Kloster auf dem Klosterberg schon ein Highlight für sich – und garantiert ein fest eingeplantes Fotomotiv während eurer Reise!

Teppich von Bayeux

Der Teppich von Bayeux ist ein bunt gestalteter Wandteppich aus Leinen, der über 68 Meter lang ist und in Form von 58 aufwändigen Stickereien den Kampf der Normannen rund um die Eroberung von England im Jahr 1066 präsentiert. Er gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe „Memory of the World“ und kann in einem eigens für ihn erbauten Centre Guillaume le Conquérant im Ort Bayeux bestaunt werden. Aber auch die schöne Altstadt von Bayeux ist einen Besuch wert.

Historische Altstadt von Bayeux
Historische Altstadt von Bayeux

Dorf Giverny

Ihr seid Freunde der schönen Künste und vor allem Fan des Malers Claude Monet? Dann sollte euer Weg während des Normandie-Urlaubs in das normannische Dorf Giverny führen. Dort lebte und wirkte der Maler und fertigte unter anderem eines seiner berühmten Gemälde an. Die Spuren des Impressionismus sind in dem kleinen Ort bis heute präsent. Haus und Garten des Malers befinden sich heute sogar auf einem als Naturdenkmal klassifizierten Grundstück.

Essen: Schmackhafte Normandie

Wenn eines sicher ist, dann das: In der Normandie kommen kulinarische Urlauber auf ihre Kosten. Immerhin befindet sich hier die Heimat der berühmten „Drei Cs“: Dahinter verbergen sich der Apfelweinbrand Calvados, der Apfelwein Cidre und Käsesorten wie Camembert aus dem gleichnamigen Dorf oder Rotschimmelkäse. Doch auch jenseits der Drei Cs gibt es natürlich vielseitige, kulinarische Leckerbissen in der Normandie, die ihr probieren solltet.

Französischer Rotschimmelkäse
Französischer Rotschimmelkäse

Obstbrände und Weine

Durch die Apfelbäume, die in der Normandie aufgrund des feucht-milden Klimas hervorragend wachsen und gedeihen, reifen Früchte für den Apfelweinbrand Calvados und Cidre heran. Freut euch auf diese alkoholischen Gaumenfreuden, aber probiert unbedingt auch den frischen Poiré, einen Birnenschaumwein, der nur von rund 25 Produzenten in der Region gefertigt wird. Wer keinen Alkohol trinkt, sollte frischen Apfel- und Birnensaft aus der Normandie kosten.

Camembert

Der Weißschimmelkäse Camembert wurde der Legende nach in dem gleichnamigen Dorf von der Bäuerin Marie Fontaine Harel entwickelt. Sie wiederum soll das Handwerk zur Käseherstellung von einem bei ihr residierenden Priester, Abbé Charles-Jean Bonvoust, erlernt haben. So oder so findet ihr heute auch jenseits des Dorfes Camembert den schmackhaften Käse. Wenn er direkt in der Normandie aus Rohmilch hergestellt wurde, trägt er übrigens den geschützten Namen „Camembert de Normandie“. In diesem Fall wisst ihr, dass es sich um den vor Ort gefertigten Käse handelt – ein tolles Souvenir!

Tipp: Besucht auch das gleichnamige Dorf, das sich seinen ursprünglichen und naturnahen Charme bis heute bewahrt hat.

Meeresfrüchte

Wenn ihr entlang der Küste Urlaub macht, kommt ihr natürlich um frische Fischgerichte aus der Normandie nicht herum. Ob Tintenfisch oder Streifenbrasse, ob Mies-, Venus- oder Jakobsmuscheln… die Schätze des Meeres zeigen sich hier in ihrer vielseitigen Pracht. Auch Fischspezialitäten aus dem Hinterland müssen sich vor den Leckereien entlang der Küste nicht verstecken. So gut gesättigt könnt ihr euren Streifzug durch die Landschaft der Normandie fortsetzen – oder die nächste Sehenswürdigkeit anfahren.

Reise-Infos

Der hohe Norden Frankreichs mit seinen Stränden und sehenswerten Städten erwartet euch! Seid ihr bereit? Unsere Checkliste verrät es euch!

Habt ihr eine Reisezeit ausgewählt?

Je nach Urlaubsintention eignet sich eine andere Reisezeit für den Urlaub in der Normandie besser. Plant ihr beispielsweise einen Badeurlaub, solltet ihr zwischen Juni und August anreisen. Im Frühjahr und Herbst kommen hingegen Naturfreunde auf ihre Kosten: Herrliche Wanderungen und Spaziergänge zwischen Apfelbäumen und Sanddünen sind bei milden Temperaturen dann eine Wohltat. Im November erwarten euch unterdessen traditionelle Fischfeste entlang der Küste.

Honfleur in der Normandie
Honfleur in der Normandie

Liegen die benötigten Dokumente parat?

Wenn ihr wisst, wann es in die Normandie gehen soll, müsst ihr nur euren Reisepass oder Personalausweis bereithalten. Prüft noch einmal die Gültigkeit, bevor der Urlaub beginnt. Mehr gibt es nicht zu tun, da Frankreich und damit auch die Normandie in der EU liegt.

Übrigens: Natürlich müsst ihr auch kein Geld tauschen, die Währung ist Euro.

Wisst ihr, wie ihr anreisen möchtet?

Wir empfehlen eine Anreise mit dem Auto – je nachdem, wo ihr in Deutschland lebt, ist die Fahrtzeit nicht allzu lang. Alternativ könnt ihr mit der Bahn anreisen, denn die Normandie ist in puncto Infrastruktur gut vernetzt. Wenn ihr es ganz eilig habt, in den Norden Frankreichs zu kommen, könnt ihr auch einen Direktflug nach Caen ab Deutschland nehmen. Von dort aus erkundet ihr die schöne Region am besten mit einem Mietwagen.

Beherrscht ihr die Landessprache?

Die Sprache Französisch erwartet euch natürlich in der Normandie. Gerade in touristischen Gegenden wird aber auch Englisch gesprochen. Trotzdem freuen sich die Franzosen über ein freundliches „Bonjour“ in ihrer Landessprache.

Habt ihr schon überlegt, wo ihr schlafen möchtet?

In der Normandie habt ihr die Qual der Wahl: Möchtet ihr ein Ferienhaus mit der ganzen Familie in der freien Natur mieten oder wünscht ihr euch doch lieber ein städtenahes, uriges Hotel in Frankreich? Auch Ferienwohnungen in den kleinen Dörfern haben einen besonderen Charme. Pluspunkt: In vielen ländlich gelegenen Unterkünften sind auch vierbeinige Mitreisende willkommen. Sind alle Punkte abgehakt, bleibt nur noch eins: Der Aufbruch in die Normandie!

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