Französisches Essen im Urlaub


Ein Städtetrip nach Paris, ein romantischer Ausflug in die nach Lavendel duftende Provence oder ein Strandurlaub in Nizza: Kein Aufenthalt in Frankreich wäre komplett, wenn ihr nicht auch französisches Essen kosten würdet.

Überblick

Ein frisches Baguette zu fast jeder Mahlzeit, der Duft nach leckerem Käse in der Luft und ein schönes Glas Wein in Reichweite… sieht so die „Haute Cuisine“ Frankreichs vor eurem geistigen Auge aus? Damit liegt ihr schon ganz richtig. Doch zwischen Rouen im Norden in der Normandie sowie Marseille im Süden am Mittelmeer, zwischen dem westlich gelegenen Bordeaux und dem östlichen befindlichen Lyon gibt es noch viel mehr zu erleben, das euch in kulinarische Verzückung bringt. Je nach Region habt ihr die Wahl zwischen dem vegetarischen Ratatouille, einer herzhaften Zwiebelsuppe oder dem klassischen Coq au Vin. Dazu gibt es Köstliches aus dem Meer, wie frischen Salat mit Thunfisch oder Moules-Frites, die aus Muscheln und Pommes frites bestehen.

Geschichte der französischen Küche

Die französische Nationalküche, wie wir sie heute kennen, beruht auf der sogenannten „Haute Cuisine“. Diese wurde im 19. Jahrhundert entwickelt und betraf einst die gehobene Gesellschaft. Heute prägt der geschichtliche Hintergrund unterschiedliche Regionalküchen. Je nachdem, wo ihr in Frankreich Urlaub macht, wird der Einfluss der Küste oder der Wälder und Felder Einfluss auf das haben, was letztlich auf dem Teller landet. Insgesamt gilt Frankreichs Küche als sehr variantenreich und qualitativ hochwertig.

Kaeseplatte mit Wein
Käseplatte mit Wein

Allein der berühmte Käse ist in mehr als 400 Sorten und unterschiedlichen Zubereitungsarten verfügbar. Zudem gibt es zahlreiche Weinanbaugebiete von der Provence bis hin zur Champagne mit dem nach ihr benannten Schaumwein. Bei der französischen Küche denkt man nicht umsonst gleich an Käse und Wein. Weltweit sind französische Soßen wie die Sauce Hollandaise oder Sauce Béarnaise im Einsatz und erinnern auch an anderen Orten der Welt daran, warum die französische Küche beim Urlaub vor Ort unbedingt ausprobiert werden sollte.

Typische Essgewohnheiten der Franzosen

Essen ist für die Franzosen mehr als nur die bloße Nahrungsaufnahme. Die hohe Qualität der Mahlzeiten und ihr Genuss spielen eine wichtige Rolle und gehören untrennbar zur Kultur des Landes. Darum ist auch nicht verwunderlich, dass ein „klassisches“ Mahl aus mehr als nur drei Gängen besteht:

  • Vorspeise/ Apéritif
  • Salat oder Suppe
  • Hauptgericht
  • Käse
  • Dessert
  • Café

Wenn ihr dieses oder ein ähnliches Menü in einem Restaurant einnehmen möchtet, solltet ihr nach dem Betreten des Lokals erst einmal auf einen Kellner warten. Dieser wird euch einen Platz zuweisen. Es ist nicht üblich, sich selbst einen Tisch auszusuchen. Üblicherweise gibt es zum Menü gratis eine Karaffe mit Leitungswasser dazu, die auch bei Bedarf aufgefüllt werden kann. Manchmal müsst ihr aber konkret danach fragen.

Vorspeisen & Suppen der französischen Küche

Die Franzosen teilen ihre Vorspeisen oft noch einmal in mehrere Gänge auf. Als Apéritif wird knackiges Baguette oder eine leichte Galette verzehrt. Erst dann kommt ein Salat oder eine Suppe an die Reihe. Natürlich müsst ihr aber nicht auf diese Rangfolge setzen, sondern könnt auch nur eine – dafür üppigere – Vorspeise im Restaurant bestellen.

Baguette (vegetarisch)

Ein Baguette geht in Frankreich wirklich immer – ob als Vorspeise, Beilage oder kleiner Zwischengang. Am liebsten gönnen sich die Franzosen mehrmals am Tag frisches Baguette. Dieses wird in der Regel mit Vollkornmehl gebacken, wodurch es bereits sehr sättigend sein kann.

Galettes (fleischhaltig oder vegetarisch)

Galettes stammen ursprünglich aus der Bretagne, sind aber heute in ganz Frankreich verbreitet. Der dünne und salzige Pfannkuchenteig besteht unter anderem aus Buchweizen und wird traditionell mit Schinken und Käse sowie Eiern gefüllt. Variationen bieten ihn mit einer sogenannten „Andouille“ an – dabei handelt es sich um eine Wurst aus Kalbs- und Schweineinnereien. Für Vegetarier oder als Vorspeise gibt es Galettes aber auch in deutlich leichteren Versionen.

Galettes mit Spiegelei und Kochschinken
Galettes mit Spiegelei und Kochschinken

Ziegenkäse auf Brioche (vegetarisch)

Brioche ist ein Hefeteiggebäck, das sowohl süß als auch herzhaft belegt werden kann. Mit Ziegenkäse wird es zur leckeren Vorspeise. Dieser wird einfach auf eine Scheibe Brioche gelegt und im Ofen gebacken.

Escargots (fleischhaltig)

Escargots können ebenso Vorspeise wie Hauptgericht sein. Die Schnecken werden in einer mit Petersilie verfeinerten Buttercreme zubereitet. Anschließend wird das zarte Schneckenfleisch im ursprünglichen Schneckenhaus serviert. Ihr verspeist die Escargots mit Hilfe eines kleinen Hakens, mit dem ihr das Fleisch wieder aus der Behausung zieht.

Moules frites (fischhaltig)

Ihr freut euch im Frankreich-Urlaub vor allem auf Miesmuscheln? Dann probiert die Moules frites! Als eine sehr deftige Vorspeise oder auch als Hauptgericht punktet der Mix aus Miesmuscheln und frischen Pommes frites. Die Muscheln werden mit Zwiebeln und Knoblauch in zerlassener Butter gekocht. Brühe oder Weißwein kommen dazu, bis sich die Muscheln während des Kochprozesses öffnen und fertig sind.

Moule frites für Muschelliebhaber
Moule frites für Muschelliebhaber

Salate, Suppen & Eintöpfe

Als zweite Vorspeise wählen die Franzosen vorwiegend einen frischen Salat oder eine herzhafte Suppe, je nach Bedarf.

Salade niçoise (fischhaltig)

Der weltweit bekannte Salat Nizza heißt in Frankreich “Salade niçoise”. Ihr findet ihn natürlich nicht in der namensgebenden Stadt Nizza oder an der Côte d’Azur. Er besteht aus schwarzen Oliven, Tomaten, Zwiebeln, Thunfisch und gekochten Eiern.

Schmeckt: Salade nicoise
Schmeckt: Salade niçoise

Bouillabaisse (fischhaltig)

Die Bouillabaisse stammt ursprünglich aus dem Süden Frankreichs, wo der Fischhandel an der Küste boomt und sich auch in diesem Gericht bemerkbar macht. Im traditionellen Rezept werden rund sieben verschiedene Fischarten und/oder Meeresfrüchte verarbeitet. Doch auch mit weniger Fisch kann die würzige Suppe sicher punkten. Tomaten, Senf, Eigelb und diverse aromatische Kräuter sorgen neben dem Fisch zusätzlich für den typischen Geschmack.

Gut zu wissen: Die Bouillabaisse wird als Vorspeise meist allein genossen, während sie als Hauptgericht zu Kartoffeln oder Brot gereicht werden kann.

Soupe crémeuse petits pois-menthe (vegetarisch)

Diese leichte Suppe besteht lediglich aus Erbsen und Minze sowie Sahne, Salz und Pfeffer. Dadurch ist sie eine gute Wahl für Vegetarier. Oft wird sie auch mit Fenchel oder Thymian weiter verfeinert.

Zwiebelsuppe (fleischhaltig)

Die typisch französische Zwiebelsuppe besteht aus leicht karamellisierten Zwiebeln, Schmelzkäse (Gruyère Käse) und einer – im besten Fall hausgemachten – Rinderbrühe. Dazu wird wieder Baguette, in Scheiben geschnitten, gereicht – sofern es nicht als erste Vorspeise gereicht wurde.

Cassoulet (fleischhaltig)

Cassoulet ist ein Bohneneintopf, der regional mit Gänse- oder Schweinefleisch angereichert wird. Das entsprechende Fleisch köchelt mit weißen Bohnen, Tomaten, Möhren, Sellerie und verschiedenen Gewürzen auf dem Herd, bevor es im Ofen langsam fertig gart. Durch diese langsame Zubereitungsart entsteht nach und nach die dickflüssige Konsistenz des Eintopfs sowie eine Kruste, die immer wieder abgeschöpft und erneut untergerührt wird. Letztlich wird Cassoulet mit Weißwein abgelöscht.

Fun Fact: Sieben Krusten sollen vorm Servieren nötig sein, um ein perfektes Geschmackserlebnis des Cassoulet zu erzielen.

Französische Hauptspeisen

Manch einer mag nach diesen reichhaltigen Vorspeisen schon gut gesättigt sein. Aber auch die Hauptspeisen sind variabel und lecker! Französisches Essen bietet Vegetariern eine ebenso große Auswahl wie Fleischliebhabern und Freunden eines guten, frischen Gerichts mit Meeresfrüchten.

Gratin dauphinois (vegetarisch)

Das Gratin dauphinois wird oftmals als Beilage gereicht. Aber auch als vegetarische Hauptspeise kann das Kartoffelgericht punkten. Normalerweise besteht es aus Kartoffelscheiben, Sauerrahm, Muskatnuss und Milch. Moderne Rezepte fügen gerne noch etwas Käse hinzu.

Satt machend und lecker: Gratin dauphinois

Ratatouille (vegetarisch)

Die Gemüsepfanne war einst eine Art Resteessen, bei dem übriggebliebenes Gemüse vom Vortag verarbeitet wurde. Heute wird natürlich bewusst auf frische Zutaten gesetzt. Zucchini, Aubergine und Tomaten bilden die Grundlage des Gerichts. Sie werden in Stücke geschnitten, mit geschälten Knoblauchzehen, gehackten Paprikas und Zwiebeln sowie fein gehacktem Rosmarin versehen und anschließend in Öl angedünstet. Das Ratatouillle wird mit Oregano, Thymian, Basilikum, Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Coq au Vin (fleischhaltig)

Coq au Vin ist wohl einer DER Klassiker, von dem jeder schon einmal gehört hat. Dabei handelt es sich eigentlich um ein relativ einfach zuzubereitendes französisches Gericht: Das Hühnchenfleisch wird angebraten und anschließend etwa 50 Minuten mit Wein, Bouillon und Thymian geschmort. Verschiedene Beilagen wie Schalotten, Pilze, Knoblauch und Möhren werden im Bratfett angebraten. Letztlich kommt alles in den Bräter und wird mit Salz, Pfeffer und Zucker fertig abgeschmeckt. Die Zubereitungsarten und Beilagen variieren jedoch nach Region.

Das beliebte Coq au Vin
Das beliebte Coq au Vin

Boeuf bourguignon (fleischhaltig)

Ein Klassiker unter den Rindfleischgerichten in Frankreich ist Boeuf bourguignon. Das Fleisch wird bei niedriger Temperatur rund zwei Stunden lang gekocht. Hinzu kommt Rotwein, mit dem das Fleisch immer wieder abgelöscht wird. Verschiedenes Gemüse wie Schalotten, Möhren, Champignons und Zwiebeln wird angebraten und mit Knoblauch, Speck und Kräutern fertig gewürzt. Als Beilage mögen Franzosen Salzkartoffeln oder Nudeln.

Fuer Freunde des Fleischgenusses: Bœuf bourguignon
Für Freunde des Fleischgenusses: Bœuf bourguignon

Mouclade charentaise (fischhaltig)

Bouchot-Muscheln bilden die Grundlage für das Gericht aus der Gegend um La Rochelle. Die Muscheln werden in Alkohol („Pineau des Charentes“) gekocht. Weitere Zutaten sind Knoblauchzehen, Schalotten, Eier und verschiedene Kräuter und Gewürze.

Nachspeisen & Desserts

Nach dem Hauptgericht ist es Zeit für Nachspeise und Dessert! Eine Sonderstellung bei den Nachspeisen nimmt der Käse ein: Dieser kommt im Grunde zwischen Hauptgang und (süßem) Dessert an die Reihe. In Restaurants wird euch in der Regel eine kleine Auswahl auf dem Käsewagen präsentiert. Mehr als zwei Stücke solltet ihr euch davon nicht nehmen – das könnte unhöflich wirken. Ob Camembert, Roquefort oder Livarot: Die Käsesorte erster Wahl unterscheidet sich je nach Region und persönlichem Geschmack. Süße Leckereien finden sich in Frankreich übrigens vorwiegend in den Patisserien, weniger in den Cafés.

Crème brûlée

Die Crème brûlée wird aus Vanille, Milch, Sahne, Eigelb und karamellisiertem Zucker hergestellt. Vanille und Milch werden aufgekocht, Sahne und mit Zucker cremig geschlagenes Eigelb hinzugefügt. Die Mischung kommt in spezielle feuerfeste Porzellantöpfchen und backt rund 40 Minuten im Ofen. Vor dem Servieren der süßen Sünde wird brauner Zucker über die Crème Brûlee gestreut und flambiert. Das Gericht ist fertig, wenn eine braune Kruste entstanden ist. Diese zerbricht beim Löffeln und ist charakteristisch für das Dessert.

Die sueße Verfuehrung Creme brulee
Die süße Verführung Crème brû­lée

Mousse au Chocolat

Die aus Eischnee, Zucker und geschmolzener Schokolade bestehende Leckerei ist in der Konsistenz luftig leicht – doch das täuscht, denn es handelt sich um eine echte Kalorienbombe. Trotzdem dürft ihr im Urlaub natürlich mal beherzt zugreifen! Die Mousse ist in allen möglichen Variationen, zum Beispiel auch aus weißer Schokolade, erhältlich.

Tarte Tatin

Bei der Tarte Tatin handelt es sich um einen Apfelkuchen mit einer süßen Karamellschicht. Dafür werden nur bestimmte Apfelsorten, wie beispielsweise der Golden Delicious, verwendet.

Fun Fact: Viele Franzosen kaufen ihre Kuchen lieber fertig in der Patisserie, als diese selbst zu backen.

Crêpes (z.B. Crêpes Suzette)

Crêpes bestehen im Grunde nur aus einem Teig aus Mehl, Milch, Ei, Vanillezucker und etwas Salz. Die Füllung ist variabel; so gibt es auch herzhafte Crêpes mit Schinken und Käse. Als Dessert findet ihr jedoch eher Füllungen wie Zimt und Zucker, Schokolade oder Nuss-Nougat-Creme.

Éclairs

Verschiedene Éclairs runden das Angebot der süßen Sünden ab. Es gibt etwa den Paris Brest: Dabei handelt es sich um ein Brandteiggebäck, das mit einer Buttercreme und Haselnusskrokant gefüllt ist. Doch auch die klassischen, mit Schokolade überzogenen und Schlagsahne gefüllten Varianten verlocken zu einem süßen Snack, obwohl ihr eigentlich satt seid.

Getränke in Frankreich

Das typische französische Getränk? Wahrscheinlich fällt euch jetzt der Wein ein – und das stimmt natürlich. Zahlreiche Weinanbaugebiete lassen euch im Urlaub die Wahl zwischen unterschiedlichen Rebsorten. Wein wird zum Essen genossen – oder zum Ausklang eines schönen Tages. Rotwein, Weißwein oder Rosé? Das liegt ebenso an euch wie die Entscheidung zwischen einem trockenen und einem lieblichen Wein. Bei besonderen Anlässen könnt ihr natürlich auf Champagner zurückgreifen.

Champagner ist der Schaumwein schlechthin
Champagner ist der Schaumwein schlechthin

Ein anderes Liebhabergetränk in Frankreich ist der Kaffee. Aufpassen: Der Begriff „Café“ meint dabei aber lediglich einen Espresso, während ihr den klassischen Kaffee mit Milch unter dem Namen „Café Crème“ findet.  Ein paar Französischvokabeln vor dem Urlaub können auch bei der Kaffeebestellung also nicht schaden! Übrigens: Vorzugsweise wird Kaffee in Frankreich am Morgen oder während der Arbeitspausen am Tag konsumiert. Auch zur in Deutschland üblichen Kaffee- und Kuchenzeit könnt ihr natürlich einen leckeren Kaffee genießen.

Vegetarische & vegane französische Speisen

Vegetarier sind dank der Möglichkeit, Speisen wie Galettes oder Crêpes mit unterschiedlichen Belägen zu versehen, in Frankreich recht flexibel. Auch das typische Baguette oder ein süßes Croissant darf natürlich nach Herzenslust konsumiert werden; dasselbe gilt für die üblichen Nachspeisen.

Crepes mit Karamellsoße für Schleckermaeuler
Crêpes mit Karamellsoße für Schleckermäuler

Ratatouille als Gemüsepfanne, vegane Bratlinge, Tofu-Varianten von berühmten Hauptgerichten oder ein frischer Salat ohne Fleisch, Käse und Eier – diese Gerichte eignen sich auch für Urlauber, die komplett auf tierische Produkte verzichten möchten und vegan leben. In Supermärkten großer Städte ist zudem ein reichhaltiges Angebot für vegane Selbstversorger vorhanden, die sich während ihres Urlaubs in Frankreich zum Beispiel im Ferienhaus allein verköstigen möchten.

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