Regenbogen Berge in China & Peru


Sie sehen aus, als hätte jemand sie bemalt: Die Regenbogen Berge. Doch es handelt sich hierbei um ein geologisches Phänomen, das sich bereits vor Millionen Jahren entwickelte. Hier erfahrt ihr, an welchen Orten in Peru und China ihr die Berge findet, wie ihr sie am besten erreichen könnt und was ihr sonst noch für Informationen braucht.

Entstehung der Naturphänomene

Sie erinnern an einen geschichteten Kuchen: Die Rainbow Mountains. Ihr findet sie weit voneinander entfernt: in Südamerika (Peru) und Asien (China). Doch wie konnten sich diese atemberaubenden Naturschönheiten entwickeln? Löst mit uns das Rätsel der Regenbogen Berge.

Regenbogen Berge in Peru
Regenbogen Berge in Peru

Die Regenbogen Berge entstanden bereits vor Millionen von Jahren. Steinschichten mit unterschiedlichen Mineralien lagerten sich hierbei ab. Ursprünglich waren diese Sedimente horizontal gelegen. Durch plattentektonische Vorgänge – also eine Verschiebung der Erdplatten – wurden die Sedimente gestapelt und fast in die Senkrechte gedrückt, wodurch Berge entstanden. Aber warum sind sie in diesen Fällen so bunt gestreift?

Durch Wind und Regen werden diese Schichten ungleichmäßig abgetragen. Durch eine Reaktion mit Wasser und Sauerstoff kommen die verschiedenen Farben zustande. Zusammen mit der Auffaltung entstehen so diese besonderen Phänomene. Jede einzelne dieser Schichten brauchte Tausende Jahre, um sich zu formen!

Wusstet ihr schon, welche Stoffe für welche Farben verantwortlich sind?

  • Eisen: rot
  • Magnesium: helles Pink
  • Eisensulfid: gelb
  • Kupfer: blau/grün
  • Granit: schwarz

Regenbogen Berge in Peru

Majestätisch ragt er inmitten der südperuanischen Anden auf: der Vinicunca. In der Nähe der Stadt Cusco in der Provinz Quispicanchi gelegen, ist dieser Regenbogen Berg ein wahrer Touristenmagnet. Erst vor wenigen Jahren wurde damit begonnen, die Touren als Attraktion anzubieten. Früher war der Berg von einer riesigen Masse Schnee bedeckt und dementsprechend war vielen Menschen gar nicht bewusst, welche Schönheit sich darunter verbarg.

Der anstrengende Weg zum Vinicunca lohnt sich
Der anstrengende Weg zum Vinicunca lohnt sich

In 5200 Metern Höhe befindet sich der Gipfel – und liegt damit mehr als 2000 Meter höher als die Zugspitze! Der Weg auf den Berg ist nicht ganz einfach und stellt eine Herausforderung dar, die es für euch zu meistern gilt.

Viele der Touren starten in Cusco (3400 m Höhe) bereits um 3 Uhr morgens. Von hier aus fahrt ihr in ein Dorf namens Quechuyno. Die Fahrt durch die Gebirgslandschaft könnte etwas holprig werden. Nach rund drei Stunden kommt ihr an und legt den Rest des Weges zu Fuß zurück. Von hier aus könnt ihr den Vinicunca innerhalb einer Tagestour erwandern. Es liegt ein ca. 7 km langer Marsch vor euch, der durchaus anstrengend ist. Sogar erfahrene Wanderer benutzen aufgrund der Höhe Sauerstoffgeräte.

Wenn ihr dann angekommen seid, wird euch spätestens die Schönheit des Berges den Atem rauben. Die Berglandschaft erstrahlt in den schönsten Rot-, Grün- und Orangetönen. Die Peruaner nennen den Vinicunca auch den „Montaña de Colores“ – den Berg der Farben. Für die Einheimischen hat dieser Berg generell eine ganz besondere Bedeutung: Er ist heilig. So begegnet ihr Peruanern, die hier beten oder Opfergaben bringen.

Die atemberaubende Landschaft um den Vinicunca
Die atemberaubende Landschaft um den Vinicunca

Die Aussicht ist wirklich gigantisch. Der Berg der 7 Farben ist nicht das einzige Highlight eures Ausblickes über die umliegende Landschaft. Ihr könnt sogar Gletscher zwischen den Bergen sehen! Außerdem könnt ihr hier den Ausangate bestaunen, den fünftgrößten Berg Perus.

Wenn ihr euch an den bunten Farben sattgesehen habt, gibt es noch mehr zu entdecken. Hinter dem Berg wartet das Red Valley auf euren Besuch. Das Tal bekam seinen Namen durch die fast ausschließlich roten Felsen. Hier begegnet ihr zum Beispiel vielen niedlichen Alpakas!

Alpakas versüßen euch den Tag
Alpakas versüßen euch den Tag

Tipp: Auch der Stadt Cusco solltet ihr einen näheren Besuch während eures Urlaubs in Peru abstatten! Sie zeichnet sich durch ihre archäologischen Stätten aus und war früher die Hauptstadt des Inkareichs. Mittlerweile ist die in den südlichen Sierras gelegene Stadt eine der bedeutendsten Touristenattraktionen in Peru. Bekannt ist die kulturell sehr interessante Stadt auch für ihre spanische Kolonialarchitektur. An vielen Orten in der Stadt könnt ihr Überreste von Inkagebäuden entdecken. Auch das berühmte Machu Picchu ist nicht weit entfernt und definitiv einen Besuch wert!

Da Cusco so erhöht liegt, kann es sein, dass euch die Höhenkrankheit trifft. Ab 2000 Metern Höhe wird die Luft viel dünner, durch einen Druckverlust kann es dazu kommen, dass weniger Luft in die Lungen gelangt. Um euch gut vor Symptomen wie Schwindel, Kopfschmerken, Unwohlsein und Übelkeit zu schützen, ist es empfehlenswert, einen Coca-Tee zu trinken. Bei uns in Deutschland fällt dieser unter das Betäubungsmittelgesetz, aber in Peru könnt ihr damit versuchen, das Leiden in der Höhe zu vermeiden! Alternativ hilft auch das Kauen von Coca-Blättern. Die Pflanze hilft bei der Sauerstoffaufnahme. Achtung: Sollten die Symptome verstärkt auftreten, empfehlen wir euch dringend einen Arztbesuch.

Traumhafter Blick über Cusco
Traumhafter Blick über Cusco

Es gibt aber auch außer dem bekannten Vinicunca noch weitere Berge, beispielsweise den Palccoyo, der bisher noch nicht so umfangreich touristisch in Beschlag genommen wurde. Wenn ihr also gerne in Ruhe die postkartenähnlichen Motive bestaunen wollt, empfehlen wir euch, vor Ort nach Touren für die anderen Regenbogen Berge zu schauen. Solltet ihr einen längeren Aufenthalt in Südamerika planen, lest hier mehr über Perus Nachbarland Kolumbien.

Regenbogen Berge in China

Fast 20.000 Kilometer entfernt und mit ähnlichem Anlitz wartet der Zhangye Danxia Berg auf euch. Selbst innerhalb der spektakulären Landschaften Chinas stellt er ein besonderes Highlight dar!

Landschaft im Zhangye Danxia Nationalpark
Landschaft im Zhangye Danxia Nationalpark

Hier begann die heutige Struktur bereits vor 24 Millionen Jahren, sich zu entwickeln.Ein perfekter Grund für eure Reise nach China! Doch was unterscheidet diesen Berg vom Vinicunca in Peru? Der Zhangye Danxia ist noch farbintensiver! Die Regenbogen Berge werden hier „Danxia-Landschaften“ genannt und zeichnen sich durch ihren roten Sandstein aus, wodurch sich die Tonlage von den Bergen in Peru unterscheidet. Das Wort danxia bedeutet übersetzt „rote Wolken“. Es gibt noch weitere Danxia-Landschaften in China, doch der Zhangye Danxia ist der strahlendste Berg von allen!

Wichtig: Ihr müsst die Sightseeingbusse nutzen, da hier keine privaten Autos oder Busse erlaubt sind. Die Fahrt von Zhangye aus dauert ca. eine halbe Stunde zu den Regenbogen Bergen.

Regenbogen Berge im Zhangye Danxia Geopark in China
Regenbogen Berge im Zhangye Danxia Geopark in China

Der Berg befindet sich mitten im Zhangye-Danxia-Geopark. Ihr findet den Nationalpark unweit von Zhangye, gelegen in der chinesischen Provinz Gansu, nahe der Grenze zur Inneren Mongolei. Das Gebiet liegt an den nördlichen Ausläufern vom Quilian Gebirge (übersetzt: Himmelsgebirge), was für seine spektakulären Gebirgslandschaften berühmt ist.

Regenbogen Berge in China
Regenbogen Berge in China

Die Regenbogen Berge erstrecken sich hier auf ganze 50 km²! Hier gibt es einen wunderschönen Farbverlauf: viele Spitzen sind rot und bilden damit einen spannenden Kontrast zu den grünen oder grauen Ebenen drum herum. Es gibt verschiedene Plattformen, von denen aus ihr die Berge in aller Ruhe betrachten könnt. Außerdem findet ihr im Geopark gut ausgebaute Wanderwege vor, auf denen ihr die Aussichtspunkte gut erreichen könnt.

Zwischen den vier verschiedenen Plattformen fahren euch Sightseeingbusse von einer zur nächsten. Die komplette Tour dauert zwischen 2-3 Stunden, wenn ihr allen Plattformen einen Besuch abstatten wollt. In welcher Reihenfolge ihr die Plattformen besichtigen wollt, bleibt euch überlassen. Die erste der Plattformen, die auch gleichzeitig die größte ist, findet ihr bereits nach einem zehnminütigen Spaziergang vom Parkeingang aus. Besonders empfehlen wir euch aber die vierte Plattform (Colorful Clouds Platform), da diese den beeindrucksten Ausblick bietet.

Der Zhangye Danxia Geopark hat seit 2011 den Status eines Nationalparks. Der Park erstreckt sich auf über 500 km² und erreicht hierbei Höhen zwischen 2000 und 3800 Metern über dem Meeresspiegel.

Natürliche Skulpturen im Geopark
Natürliche Skulpturen im Geopark

Wenn ihr euren Aufenthalt in Zhangye plant, vergesst nicht, euch auch Gedanken zur Beantragung eines Visums in China zu machen.

Tipps für ein gelungenes Erlebnis

Abschließend möchten wir euch noch ein paar Tipps mit auf den Weg geben, mit denen ihr das Beste aus eurem Trip zu den Rainbow Mountains herausholt.

Die Regenbogen Berge warten auf euren Besuch
Die Regenbogen Berge warten auf euren Besuch
  • Am besten besichtigt ihr die Berge mit einer geführten Tour. Somit ist eure Sicherheit gewährleistet. Die Verantwortlichen kennen sich hier bestens aus und können euch die besten Aussichtspunkte empfehlen!
  • Bucht die Touren am besten vor Ort, da sind sie meist günstiger.
  • Die beste Zeit, die Berge zu besichtigen ist zwischen Juni und September.
  • Zum Sonnenaufgang ist es besonders schön auf den Rainbow Mountains. Besonders kräftige Farben erlebt ihr, wenn es vor eurem Aufstieg geregnet hat! Der natürliche Staub auf den Felsen wurde dann vom Regenwasser abgewaschen.
  • Informiert euch am besten vorher über die Temperaturen, damit ihr nicht von der Kälte überrascht werdet. Es kann so früh am morgen je nach Jahreszeit ziemlich eisig werden! Zieht euch also warm und im Zwiebellook an, bevor ihr den Aufstieg wagt. Um die Mittagszeit wird es dann wieder warm.
  • Nehmt eine Kamera mit, um die schönsten Momente einzufangen!

Wir wünschen euch viel Spaß bei der Erkundung dieser Meisterwerke der Natur.

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