Top 10 aktive Vulkane für den Urlaub


Einmal in den Krater eines aktiven Vulkans schauen, den Geruch des Schwefels einatmen und die endlose Weite der vulkanischen Landschaft bewundern. Nirgendwo fühlt ihr euch einem Naturphänomen so nah, wie auf einem Vulkan. Als echte Abenteurer solltet ihr auf einer eurer Reisen unbedingt einmal einen Vulkan aus nächster Nähe gesehen haben.

Überblick

Der Anblick aktiver Vulkane begeistert die Menschen schon seit Jahrhunderten. Ob sie sich dabei die aufsteigenden Rauchschwaden von weitem ansehen oder den Aufstieg auf einen hohen Vulkan wagen, um die Lava zu sehen – die feuerspeienden Berge üben eine enorme Faszination aus. Vulkane entstehen an Störungszonen, welche aus dem Auseinanderdriften oder Kollidieren von zwei kontinentalen Platten reslutieren. So steigt heiße Magma tief aus dem Erdmantel auf. Vulkane können sich jedoch auch bilden, wenn sich eine ozeanische Platte unter eine Kontinentalplatte schiebt und der entstandene Druck das Gestein des Festlandes zum Schmelzen bringt. Nun steigt Magma nach oben und ein Vulkan entsteht.

Besuchergruppe am Kilauea auf Hawaii
Besuchergruppe am Kilauea auf Hawaii

Auf der Welt gibt es rund 1.500 Vulkane, die noch aktiv sind. Vulkane gelten als aktiv, wenn der letzte Ausbruch nicht länger als 10.000 Jahre zurückliegt. Aktuelle Ausbrüche sind jedoch recht selten, denn davon gibt es nur ungefähr 50 im Jahr. Diese kommen vor allem im Feuerring in Südostasien vor. Übrigens steigen sogar aus längst erloschenen Vulkanen noch Gase aus den Erdspalten auf, die sogenannten Fumarolen. Allerdings gibt es relativ häufig vulkanische Eruptionen. Bei diesen kommt es zu kurzen und explosionsartigen Erschütterungen, die über mehrere Stunden andauern können.

Dabei steigt ein starker Ascheregen auf, welcher bis zu 20 Kilometer in die Luft aufsteigen kann. Vulkanianische Eruptionen sind nach dem Vulcano auf den Liparischen Inseln benannt. Der Vulkan Stromboli, welcher sich ebenfalls auf dieser Inselgruppe in Italien befindet, zeigt dagegen eine andere Art der Eruption: die strombolianische Eruption. Bei dieser ist die Eruption für einen regelmäßigen Auswurf von Lava, Schlacken und Asche verantwortlich. Diese explosionsartigen Schübe kommen nicht nur manchmal vor, sondern sind andauernd. Trotz der Eruptionen lassen sich die Vulkane jedoch bei einer Tour besichtigen und machen den Anblick natürlich noch viel interessanter für euch.

Faszination der Vulkane

Aktive Vulkane sind längst zu begehrten Zielen für Reisende geworden. Inseln wie Island, das spanische Lanzarote und Hawaii verdanken ihre gesamte Existenz den feuerspeienden Bergen, die sich majestätisch aus der Umgebung erheben.

Habt auch ihr Lust bekommen, auf dem Ätna einen Lavastrom hautnah zu erleben, durch das antike Pompeji zu laufen, während ihr den Vesuv im Rücken habt oder sogar einen Ausbruch des Strombolis zu beobachten? Wir haben eine Liste mit zehn aktiven Vulkanen zusammengestellt, die ihr unbedingt einmal gesehen haben solltet.

1. Stromboli in Italien

Der Vulkan Stromboli gehört zu den Liparischen Inseln, welche sich nördlich von Sizilien befinden. Er liegt ganz klar auf dem ersten Platz im Ranking, da er als Namensgeber der strombolianischen Eruptionen rund um die Uhr glühende Lava in die Luft schleudert.

Vulkan Stromboli gehört zu den Liparischen Inseln
Vulkan Stromboli gehört zu den Liparischen Inseln

Unternehmt ihr eine selbstständige Stromboli-Tour, könnt ihr eine 400 Meter hohe Aussichtsplattform besteigen, von der ihr eine tolle Sicht auf das unvergessliche Naturspektakel habt. Wollt ihr den 925 Meter hohen Krater jedoch aus nächster Nähe bestaunen, braucht ihr unbedingt einen professionellen Guide, der mit euch die verbotene Zone des Strombolis durchquert. Der Anblick wird euch garantiert den Atmen rauben, denn die Lava im Inneren des Vulkans wird hier regelmäßig nach oben geschleudert und fällt mit einem lauten Knall wieder hinab – ein ganz besonderer Moment in eurem Leben, der bei Nacht eine noch größere Kraft entfaltet.

2. Ätna auf Sizilien

Ganz in der Nähe, nämlich auf Sizilien, befindet sich der Vulkan Ätna. Seit 2013 gilt dieser wieder als aktiver Vulkan, in diesem Jahr kam es zu besonders heftigen Eruptionen am Ätna. Dieser Vulkan ist unberechenbar und hat schon einige Male für Evakuierungen und Chaos auf Sizilien gesorgt. Außerdem handelt es sich bei dem Ätna um den größten aktiven Vulkan in Europa.

Vulkan Ätna auf Sizilien
Vulkan Ätna auf Sizilien

Trotzdem lässt er sich besteigen – oder besser gesagt: befahren. Mit einer Seilbahn, dem Jeep oder einem Bus erreicht ihr eine Höhe von fast 3.000 Metern. Die weitere Strecke müsst ihr zu Fuß zurücklegen, doch bloß nicht auf eigene Faust. Nun benötigt ihr einen erfahrenen Führer, denn sonst ist euch das Weiterlaufen nicht gestattet, da es zu gefährlich wird. Wandert gemeinsam durch mediterrane Pinienwälder und begegnet auf eurem Weg immer wieder heißen Strömen aus Lava. Auf über 3.300 Metern erreicht ihr die Spitze des Ätnas und könnt nun in das Innere des Hauptkraters schauen. Schwefeldämpfe vernebeln euch die Sicht und beunruhigendes Grollen ertönt aus dem Vulkankrater – ein unvergesslicher Moment, der den nötigen Nervenkitzel mit sich bringt. Hier trifft Gefahr auf Faszination.

3. Vulcano in Italien

Ebenfalls auf den Liparischen Inseln in Italien befindet sich der Vulcano. Das Besondere an der Vulcano-Tour: Ihr erreicht den Vulkan nur mit einem Boot und werdet schon auf dem Wasser den einzigartigen Schwefelgeruch wahrnehmen.

Isola di Vulcano
Isola di Vulcano

Habt ihr die Vulkaninsel erreicht und euch an den Geruch der Dämpfe gewöhnt, steht einer Wanderung auf den Feuerberg nichts mehr im Wege. Während des Aufstiegs habt ihr einen wundervollen Blick. Erreicht ihr schließlich die Spitze, könnt ihr einmal um den Krater spazieren und seht dabei die Gase, welche aus dem Vulcano entweichen und für den scharfen Geruch sogen. Weil der Dampf gesundheitsschädlich sein kann, solltet ihr euch auf dem Vulcano unbedingt ein Tuch vor Nase und Mund binden.

4. Solfatara in Italien

Dieser Vulkan befindet sich tatsächlich mitten in der Stadt Pozzuoli, 20 Kilometer vom italienischen Neapel entfernt. Die Wohnhäuser sind dabei direkt am Fuße des Vulkans gebaut. Im Inneren des Kraters befindet sich eine „natürliche Sauna“, welche durch die aufsteigende Wärme der Erde betrieben wird. Diese sorgt für einen warmen Erdboden in dieser Gegend, welcher sich durch Druckveränderungen sogar manchmal auf- und ab bewegt. Dies führte schon mehrmals zu Evakuierungen der Stadt.

Schwefeldampf am Vulkan Solfatara in Italien
Schwefeldampf am Vulkan Solfatara in Italien

Die heftig austretenden Gase des ständig aktiven Vulkans sorgen für einen schwefeligen „faulen Eier-Geruch“ in der ganzen Stadt. Nicht umsonst wurde die Stadt von den alten Römern auch Puteoli genannt, was soviel wie „die Stinkende“ bedeutet. Wandert ihr hinauf, könnt ihr tatsächlich am Rande des Kraters, auf einem Campingplatz übernachten. Auf einem Vulkan schlafen – ein Reiseerlebnis zum Weitererzählen!

5. Vesuv in Italien

Der Vesuv liegt direkt am Golf von Neapel. Tragische Berühmtheit erlangte er durch seinen katastrophalen Ausbruch im Jahr 79 n. Chr. Dabei wurden die antiken Städte Pompeji und Herculaneum unter einer sieben Meter dicken Schlacke- und Ascheschicht begraben. Steine und Asche prasselten auf die Stadt Pompeji nieder – und zwar drei Tage lang und ununterbrochen. 5.000 Einwohner kamen dabei ums Leben.

Neapel und der Vesuv in Italien
Neapel und der Vesuv in Italien

Die nachfolgenden Ausbrüche des Vulkans kamen zyklisch und äußerten sich in kleineren, aber sehr heftigen Ausbrüchen – bis zum Jahr 1631, in dem es erneut fast 3.000 Opfer gab. Seit 1944 blieb der Vesuv ruhig. Mittlerweile ist er eine als ungefährlich geltende Touristenattraktion. Im Schatten des Vulkans könnt ihr durch das antike Pompeji spazieren und euch in der zerstörten Stadt auf die tragischen Spuren der Vergangenheit begeben.

6. Pico del Teide auf Teneriffa

Er ist nicht nur ein faszinierender Vulkan, sondern mit seinen 3.718 Metern gleichzeitig der höchste Berg in Spanien: der Pico del Teide auf der kanarischen Insel Teneriffa. Ob ihr den Pico del Teide hinaufwandert oder mit Auto oder Bus an den Gipfel fahrt, ist ganz euch überlassen. Oben angekommen könnt ihr auf dem Lavakanal spazieren, damit den Rand des Kraters bezwingen und schließlich am höchsten Punkt Spaniens ankommen, an dem ihr einen tollen Blick auf fluffige Wolken habt.

Pico del Teide auf Teneriffa
Pico del Teide auf Teneriffa

Achtet jedoch darauf, dass die Luft hier oben sehr dünn ist und den Kreislauf stark beansprucht. Belohnt werdet ihr jedoch mit dem Blick auf eine eindrucksvolle Kraterlandschaft, die aus schwarzem Sand und vulkanischen Geröll besteht. Der Pico del Teide sorgt hin und wieder für Erdbeben und Erschütterungen. Der letzte Ausbruch fand jedoch im Jahr 1909 statt.

7. Kīlauea auf Hawaii

Der Kīlauea auf der Big Island von Hawaii ist ein Vulkan, wie aus dem Bilderbuch. Sein fortan sprudelnder Strom aus glühender Lava glüht in feurigem Tiefrot und ergießt sich in einem See aus Farben und Formen. Dabei erreicht der Lavastrom sogar den Ozean, wo er direkt erkaltet und verpuffende Dampfwolken ausstößt.

Direkt am Lavafluss des Kilauea
Direkt am Lavafluss des Kilauea

Außerdem bedeckt er häufig auch die Straßen und Landschaften der Trauminsel Hawaii. Seine Ausbrüche sind zwar stetig, aber nie besonders heftig, sodass es auf eurer Kīlauea-Tour nicht gefährlich für euch wird. Am südöstlichen Teil des Vulkans, der East Rift Zone, könnt ihr Lavaexplosionen beobachten, die rund 100 Meter in die Höhe schießen. Seine Umgebung ist dadurch einem ständigen Wandel unterzogen.

Der Kīlauea gilt als einer der aktivsten Vulkane unserer Erde und sein Krater, der Halema’uma’u ist mit 1.000 Metern Durchmesser einer der größten Krater.

8. Batur auf Bali

Der Batur ist der aktivste Vulkan auf der indonesischen Insel Bali und eignet sich perfekt für eine Tour zum Vulkankegel. Dabei wandert ihr durch den dichten Dschungel Indonesiens, bevor ihr den 1.717 Meter hohen Gipfel erreicht.

Vulkan Batur auf Bali
Vulkan Batur auf Bali

Die meisten geführten Touren finden dabei mitten in der Nacht statt, damit ihr euch pünktlich zum Sonnenaufgang an der Spitze des Mount Baturs befindet. Bewundert den Sonnenaufgang über den Wolken Balis und genießt diesen perfekten Augenblick. Beim Abstieg könnt ihr drei weitere Vulkane der Insel sehen und bewundern, wie die Sonnenstrahlen im See Batur reflektieren.

9. Eyjafjallajökull auf Island

Die Insel Island gilt als größte Vulkaninsel der Welt und machte im Jahr 2010 mit einer besonders heftigen Eruption des Eyjafjallajökuls auf sich aufmerksam. Was den Flugverkehr aufgrund des schwarzen Ascheregens für einige Zeit lahmlegte, war ein umso größerer Aufschwung für den Tourismus. Der für uns unaussprechliche Vulkan Eyjafjallajökul, ist nun mit Abstand der berühmteste auf Island. Er ist 1.650 Meter hoch und liegt an der Südküste von Island.

Stórasúla und Eyjafjallajökull in Island
Stórasúla und Eyjafjallajökull in Island

Das Besondere an ihm: Er ist ein Gletschervulkan und beeindruckt mit einer höchst bizarren Form, die durch mehrere Spitzen gekennzeichnet ist. Den Hauptkrater erreicht ihr nach einer etwa dreistündigen Wanderung. Achtet dabei jedoch auf die Gletscherspalten. Belohnt werdet ihr mit einem traumhaften Ausblick über die ganze Insel Island.

10. Arenal in Costa Rica

Seine Höhe von 1.630 Meter ist nicht von Dauer, denn der Arenal im wunderschönen Costa Rica wächst jedes Jahr um mehrere Meter, weil er als einer der aktivsten Vulkane der Welt gilt. Da seine Lavaströme den Berg hinabfließen und er manchmal ohne Vorankündigung sein Gestein kilometerhoch in die Luft schießt, ist ein Aufstieg zum Arenal nicht möglich. Doch auch von der Ferne ist sein Anblick imposant, denn sein Dampf steigt stetig in die Höhe.

Vulkan Arenal in Costa Rica
Vulkan Arenal in Costa Rica

Außerdem bietet dieser Vulkan ein ganz anderes Highlight für begeisterte Besucher: In den heißen Quellen, die er produziert, könnt ihr bei eurer Arenal-Tour ein warmes Bad nehmen und dabei den phänomenalen Ausblick auf euch wirken lassen.

FAQ zu eurer Vulkan-Tour

Ihr habt den Entschluss gefasst und wollt einen Vulkan aus nächster Nähe bestaunen? Hier möchten wir euch noch einige wichtige Fragen dazu beantworten.

Ist es gefährlich, einen Vulkan zu besteigen?

Die meisten Vulkane dieser Erde sind touristisch erschlossen und lassen sich auf dafür vorgesehenen und befestigten Wanderrouten besteigen. Somit ist die Besteigung eines aktiven Vulkans nicht gefährlicher als eine Bergtour durch die Alpen. Unfälle passieren sehr selten und wenn, dann handelt es sich meist um gewöhnliche Bergunfälle.

Zum Vulkangipfel klettern
Zum Vulkangipfel klettern

Beachtet dabei jedoch immer, dass Vulkane unberechenbare Naturgewalten sind. Es besteht immer ein Risiko für kleinere Eruptionen, die ihr aus sicherer Entfernung wunderbar beobachten könnt. Besteht die Gefahr heftiger Eruptionen oder sogar die eines Ausbruchs, wird euch der Zugang sowieso verwehrt. Achtet also vor eurer Tour auf tagesaktuelle Meldungen in eurer Region.

Kann man auch ohne Führer auf einen Vulkan?

Wollt ihr einen Vulkan auf eigene Faust erklimmen, tut ihr das unter eigener Verantwortung und solltet den Weg niemals ganz allein auf euch nehmen. Manche Vulkane lassen sich nur mit einem erfahrenen Guide besteigen. Dabei habt ihr den Vorteil, dass ihr allerlei Wissenswertes zu dem entsprechenden Vulkan erfahrt und sicher geleitet werdet.

Welche Ausrüstung braucht man auf dem Vulkan?

Grundsätzlich braucht ihr lediglich eine normale Ausrüstung wie beim Trekking, wenn ihr einen Vulkan besteigen wollt. Dazu gehört:

  • Festes Schuhwerk
  • Wetter- und regenfeste Kleidung
  • Sonnenbrille
  • UV-Schutz
  • Fotoausrüstung
  • Verpflegung
  • Steigeisen (für den Ätna oder auf Island)
  • Taschen- oder Stirnlampe

Eurem Aufstieg steht damit nichts mehr im Wege.

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