Vanuatu: Inselstaat im Pazifik


Vanuatu belohnt Abenteurer mit Eindrücken für die Ewigkeit: glühende Krater, Badelöcher in unwirklichem Türkis und Menschen, deren Lachen heller strahlt als die Südseesonne. Der Staat im Pazifik mag am anderen Ende der Erde liegen, doch wer einmal dort war, trägt für immer ein Stück Melanesien im Herzen.

Überblick

Vanuatu ist eine der jüngsten Nationen Ozeaniens: Erst 1980 endete das Kondominium, in dem sich Frankreich und Großbritannien die Kolonialherrschaft über die Inseln teilten. Mit der errungenen Souveränität schufen die Bewohner ein selbstbestimmtes Paradies, das seine Geschichte kennt und die Freiheit feiert. Heute verfügt die Republik über eine demokratisch gewählte Regierung, eigene Gesetze und die Währung Vatu. Nach der aktuellen Auswertung von Worldometer leben rund 343.000 Menschen in dem unabhängigen Staat, dessen Hauptstadt Port Vila auf Efate auch das wirtschaftliche Herzstück ist.

Geografisch umfasst Vanuatu 83 Inseln östlich von Australien, von denen etwa 65 besiedelt sind. Angesichts der über 110 vertretenen Sprachen gehört der Archipel, gemessen an seiner Einwohnerzahl, zu den Regionen mit der weltweit höchsten linguistischen Dichte. Diese Vielfalt zeigt sich auch in den lebendigen Kastom-Bräuchen und traditionellen Zeremonien. Wenn ihr herkommt, erwartet euch ein einzigartiges Zusammenspiel aus melanesischer Kultur, aktiven Vulkanen und unberührten Riffen. Doch das Schönste an diesem abgelegenen Ort sind die Menschen selbst, die laut dem Happy Planet Index zu den glücklichsten der Erde gehören.

Vanuatu Willkommen
Willkommen im Paradies

Inseln

Wenn ihr das Land mit seinen vielen Facetten richtig kennenlernen wollt, solltet ihr mehrere der Inseln Vanuatus besuchen, denn jede von ihnen hat ihren eigenen Charakter. Vom belebten Zentrum der Republik bis zu entlegenen Vulkangebieten erwarten euch Eindrücke, die ihr sicher so schnell nicht vergessen werdet.

Efate

Efate ist das wirtschaftliche und politische Zentrum von Vanuatu und beherbergt mit Port Vila die einzige größere Stadt des Archipels. Zwischen belebten Märkten, kolonialen Bauten und modernen Restaurants spürt ihr die französischen, britischen und melanesischen Einflüsse hautnah, die diese besondere Kultur ausmachen. Neben dem urbanen Treiben entdeckt ihr auch stille Buchten, in denen sich Palmen über den Sand neigen. Das macht die Hauptinsel zum idealen Ausgangspunkt für eure Auszeit in Ozeanien.

Rund um Port Vila erwarten euch versteckte Wasserfälle, Korallengärten und kleine vorgelagerte Eilande, die ihr bequem mit dem Boot erreicht. Vom Hafen aus starten Tagesausflüge zu den benachbarten Riffen, wo ihr beim Schnorcheln auf bunte Fischschwärme trefft. Wenn ihr das traditionelle Vermächtnis ergründen möchtet, empfiehlt sich das Nationalmuseum oder eine Vorführung der traditionellen Sandmalerei, die zum immateriellen Weltkulturerbe gehört. Abends laden Kava-Bars zu geselligem Beisammensein, begleitet vom leisen Klang der Ukulele.

Vanuatu Port Vila
Entspannte Spaziergänge in Port Vila

Espiritu Santo

Espiritu Santo ist flächenmäßig die größte Insel von Vanuatu und zugleich das grüne Herz des Staates. Üppiger Regenwald bedeckt weite Teile des Inneren, gespeist von Flüssen, die so klar wie Glas schimmern. Bekannt ist das Naturparadies für die leuchtend türkisfarbenen Blue Holes und die schneeweißen Strände an der Küste. Im Zweiten Weltkrieg diente der Hauptort Luganvile als amerikanischer Militärstützpunkt, wovon heute noch versunkene Schiffswracks und rostige Relikte zeugen. Wenn ihr unberührte Wildnis liebt, ist dieses Eiland ein wahres Eldorado an Entdeckungen für euch.

Abseits der Küste könnt ihr euch in einem Netz aus Höhlen, Wasserlöchern und Wanderpfaden auf die Suche nach Abenteuern begeben. Geführte Trekkingtouren mit einem lokalen Guide bringen euch in Dörfer, in denen die Tradition noch lebendig ist. So gewinnt ihr Einblick in eine Welt, die vom Tourismus und der Moderne noch weitgehend unberührt ist. Das Gute: Selbst abgelegene Regionen sind dank Booten und Propellermaschinen gut zugänglich, sodass eurer Entdeckungsreise nichts im Weg steht.

Pentecost

Pentecost ist der Grund, warum Vanuatu auch weit über seine Grenzen bekannt ist. Denn hier wurde ein Brauch geboren, der euch den Atem stocken lässt: das waghalsige Nahgohl, auch Landtauchen genannt. Für den Urvater des Bungee-Jumpings errichten die jungen Männer der Dörfer zwischen April und Juni bis zu 30 Meter hohe Holztürme, von denen sie sich mit nur zwei Lianen an den Füßen in die Tiefe stürzen. Das uralte Ritual soll eine reiche Yamsernte gewährleisten, während es für die Burschen zugleich den Eintritt ins Erwachsenenalter bedeutet.

Auch wenn ihr außerhalb der Zeremoniensaison nach Pentecost kommt, entdeckt ihr das authentische Leben, das von Kopra-Anbau, handgefertigten Kanus und dem engen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften geprägt ist. Die wenigen Unterkünfte sind einfach gehalten, aber sie ermöglichen euch intensive Begegnungen jenseits der touristischen Reiserouten. Wanderungen durch die hügelige Landschaft führen euch an Yamsfeldern und kleinen Wasserfällen vorbei, die sich ideal für Pausen eignen. Besonders wenn ihr kulturinteressiert seid, werdet ihr die Ursprünglichkeit dieser Insel schätzen.

Vanuatu Naghol
Spannung pur: Das traditionelle Naghol-Ritual

Tanna

Im Süden des Archipels liegt das archaische Gesicht von Vanuatu. Besucher aus aller Welt kommen nach Tanna, um den Mount Yasur zu sehen, einen der zugänglichsten aktiven Vulkane der Erde. Sein Grollen hört ihr schon kilometerweit weg. Rund um den Feuerberg fühlt ihr euch wie in die Urzeit zurückversetzt: Aschefelder und dampfende Fumarolen lassen die Gegend wie eine Mondlandschaft wirken, die es auch schon zu den Anfängen unseres Planeten gegeben haben könnte. Erstaunlich ist, dass nur einen Katzensprung entfernt üppige Kaffeeplantagen und dichte Wälder gedeihen. Dieser Kontrast aus glühenden Schlunden und tropischer Fülle macht die Insel zu einem Ausflugsziel, das ihr euch nicht entgehen lassen solltet.

Abseits des Vulkans leben viele Bewohner Tannas noch nach jahrhundertealten Regeln in sogenannten Kastom-Dörfern, in denen weder Strom noch Geld eine Rolle spielen. Organisierte Führungen ermöglichen euch einen respektvollen Einblick in die Zeremonien, Tänze und Rituale, die Naturverbundenheit und Ahnenverehrung vereinen. In kleinen Unterkünften mit Sicht auf den feuerspeienden Berg seid ihr Zeugen eines Naturschauspiels, das seinesgleichen sucht. Wer einmal auf Vanuatu war, trägt die Kulisse aus Rauchschwaden und tropischer Vegetation als eindrückliche Erinnerung an das Südseeparadies oft noch lange im Herzen.

Sehenswürdigkeiten

Was gibt es in dem Inselstaat alles zu entdecken? Die Auswahl reicht von geologischen Wundern über maritime Kuriositäten bis zu Stränden, die jedes Postkartenmotiv verblassen lassen. Wir zeigen euch, welche vier Sehenswürdigkeiten auf eurer Reise nach Vanuatu nicht fehlen dürfen.

Mount Yasur

Mount Yasur auf Tanna ist einer der am leichtesten zugänglichen aktiven Vulkane der Erde. Jedes Jahr kommen Besucher aus aller Welt nach Vanuatu, um seinen rauchenden Krater zu bestaunen. Bereits von der Aussichtsplattform könnt ihr glühende Lavabrocken beobachten, die in regelmäßigen Abständen in den Nachthimmel geschleudert werden. Die Einheimischen betrachten den Feuerberg als spirituellen Ort, um den sich zahlreiche Legenden über Geister und Ahnen ranken. Zwischen Naturgewalt und Mythologie ist der Aufstieg eines der intensivsten Erlebnisse, die ihr im Pazifik haben könnt.

Geführte Touren starten meist am späten Nachmittag, sodass ihr den Kraterrand rechtzeitig zum Sonnenuntergang erreicht und das Farbenspiel zwischen Dämmerung und glühender Lava sehen könnt. Trotz der tropischen Temperaturen solltet ihr warme Kleidung bereithalten, da in der Höhe kräftiger Wind weht und Ascheregen niedergehen kann. Ranger überwachen die Aktivität des Vulkans ständig und erlauben den Zugang je nach Gefahrenstufe. So seid ihr sicher, während ihr die Urgewalt der Erde aus der Ferne auf euch wirken lasst.

Vanuatu Mount Yasur
Aschefelder am Mount Yasur

Unterwasser-Postamt auf Hideaway Island

Nur wenige Bootsminuten vor Efate liegt Hideaway Island, eine winzige Koralleninsel mit einer einmaligen Attraktion: einem Postamt drei Meter tief im Meer. Schnorchelnd oder tauchend gebt ihr dort wasserfeste Karten auf, die mit einem speziellen Stempel versehen und tatsächlich verschickt werden. Seit ihrer Eröffnung im Jahr 2003 haben Zehntausende Besucher diese kuriose Filiale genutzt.

Rund um die versunkene Station erstreckt sich ein Meeresschutzgebiet, in dem Papageifische, Anemonen und farbenfrohe Korallen gedeihen. Der Eintritt zur Insel schließt die Leihausrüstung häufig ein, sodass ihr den Ausflug mühelos mit einer entspannten Zeit am Riff verbinden könnt. Besonders Familien lieben den Tagestrip zu Hideaway Island, da die Badezonen seicht und die Wege kurz gehalten sind.

Blue Holes von Espiritu Santo

Tief im Landesinneren von Espiritu Santo verbergen sich die berühmten Blue Holes, kristallklare Süßwasserbecken, deren Farbe zwischen Türkis und Tiefblau changiert. Gespeist aus unterirdischen Quellen, ziehen diese Naturschwimmbäder Besucher aus aller Welt an. Umrahmt von dichtem Blattwerk und mächtigen Banyanbäumen entsteht eine Kulisse, die Fotografen gerne für die Ewigkeit festhalten. Ein Sprung von einem der überhängenden Äste oder eine gemächliche Runde im lauwarmen Nass macht euren Ausfluss zu einem sinnlichen Vergnügen.

Ihr erreicht die Blue Holes meist über Privatgrundstücke, deren Besitzer einen kleinen Eintritt zum Erhalt der empfindlichen Umgebung verlangen. Die Wassertemperaturen sind ganzjährig angenehm, sodass ein Bad selbst an bewölkten Tagen zum erfrischenden Erlebnis wird. Stege, Seile und Plattformen laden zum Sprung ins kühle Nass ein. Wenn ihr Ruhe sucht, solltet ihr in den frühen Morgenstunden kommen, bevor größere Besuchergruppen eintreffen und die Idylle stören.

Vanuatu Matevulu Blue Hole
Tiefblaues Wasser am Matevulu Blue Hole

Champagne Beach

Der Strand auf Espiritu Santo gilt vielen Kennern als einer der schönsten im gesamten Pazifik. Seinen Namen verdankt der Champagne Beach winzigen Gasbläschen, die bei Ebbe aus dem vulkanischen Sand aufsteigen und das Wasser prickeln lassen wie der edle Schaumwein. Rund um den Ort gibt es nur wenige Einrichtungen, die das Bild stören, sodass ihr die Natur in vollen Zügen genießen könnt.

Da Kreuzfahrtschiffe die halbmondförmige Bucht nur selten ansteuern, ist der Strand meist angenehm leer und nicht überlaufen. Unter den Bäumen und Kokospalmen am Rand findet ihr genug Schatten, um den ganzen Tag am Meer zu genießen. An den wenigen Verkaufsständen könnt ihr Kokosnüsse und andere Erfrischungen direkt von den Einheimischen kaufen. Vergesst alle Termine, denn hier kommt ihr zwischen Schwimmen, Dösen und Staunen so richtig zur Ruhe.

Aktivitäten

In dem Südseestaat könnt ihr weit mehr unternehmen, als Hängematten und Sonnenuntergänge vermuten lassen: Wasserfälle laden zum Baden, versunkene Militärwracks zum Tauchen und uralte Bräuche zum Staunen ein. Besonders die Traditionen der Insel eröffnen euch Perspektiven, die noch lange nachwirken.

Baden in den Mele Cascades

Unweit von Vanuatus Hauptstadt Port Vila stürzen die Mele Cascades über Kalksteinterrassen in Dutzende natürliche Becken. Auf einem gewundenen Pfad schlendert ihr durch den schattigen Regenwald, vorbei an moosbewachsenen Felsen und kleinen Quellen, in denen ihr ein erfrischendes Bad nehmen könnt. Kletterseile und natürliche Stufen erleichtern euch den Aufstieg zum obersten Absatz, von dem aus ihr bei der fantastischen Aussicht den Schweiß der Mühen rasch vergesst.

Am schönsten ist es bei den Wasserfällen am Vormittag, wenn Sonnenstrahlen durch das Blätterdach brechen und die Gischt zum Glitzern bringen. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist Pflicht, denn auf den feuchten Felsen kann es rutschig sein. Wenn ihr möchtet, könnt ihr den Ausflug auch mit einem Besuch des nahegelegenen Kulturdorfs kombinieren. Oder ihr genießt den Badetag mit einer Kokosnuss im Schatten.

Vanuatu Mele Cascades
Eine Erfrischung mitten im Dschungel

Wracktauchen am Million Dollar Point

Am Million Dollar Point vor Espiritu Santo erwartet euch ein Stück Geschichte unter der Wasseroberfläche. Nach dem Zweiten Weltkrieg versenkten die amerikanischen Truppen dort tonnenweise Militärgerät, nachdem Verkaufsverhandlungen mit der Kolonialverwaltung gescheitert waren. Heute liegen Bulldozer, Jeeps und Kräne verstreut am Meeresboden, überzogen von Korallen und bewohnt von tropischen Fischschwärmen. Für Schnorchler und Taucher ist dieses surreale Museum ein echter Geheimtipp.

Bereits wenige Meter unter der Wasseroberfläche seht ihr die ersten rostigen Teile. Als fortgeschrittene Taucher könnt ihr auch das Wrack der SS President Coolidge mit seinen verwinkelten Decks und Gängen erkunden. Erfahrene Guides begleiten euch sicher durch das Labyrinth aus Stahl und geben euch an Land Auskunft über die bewegte Vergangenheit des Ortes. Wenn ihr euch für Geschichte und das Meer interessiert, ist dieser Ausflug bestimmt etwas für euch.

Kultur hautnah im Custom-Village

Bei einem Besuch in einem sogenannten Custom Village könnt ihr die Traditionen Vanuatus respektvoll kennenlernen. Während der geführten Touren zeigen euch die Dorfgemeinschaften rituelle Tänze, Feuerzeremonien und kunstvolle Sandzeichnungen und erklären euch den Ursprung und die Bedeutung der Bräuche. Durch den festen Rahmen bekommt ihr einen Einblick in die kulturellen Zusammenhänge und könnt mehr als nur oberflächliche Eindrücke sammeln.

Wichtig ist, dass ihr achtsam und respektvoll bleibt, denn die Vorführungen dienen nicht nur der Unterhaltung, sondern bewahren auch das kostbare Vermächtnis der Insel. Fotografiert nur nach ausdrücklicher Erlaubnis und folgt den Hinweisen eurer Gastgeber. So zeigt ihr eure Wertschätzung für die Rituale und Traditionen von Vanuatu. Im Gegenzug öffnen sich euch die Türen zu einer Kultur, die Gemeinschaftssinn über Besitz stellt und deren Wertesystem euch nachhaltige Denkanstöße für daheim mitgibt.

Vanuatu Braeuche
Erlebt die traditionellen Bräuche Vanuatus

Dschungel-Trekking zur Millenium Cave

Die Millennium Cave im Hinterland von Espiritu Santo verlangt Einsatz, belohnt euch jedoch mit einem Abenteuer, das seinesgleichen sucht. Die begleitete Tagestour beginnt mit einem Marsch durch dichten Urwald und führt über Bambusbrücken und schlammige Pfade, ehe ihr endlich am Eingang der gewaltigen Höhle ankommt. Mit Taschenlampen ausgerüstet watet ihr anschließend durch einen unterirdischen Fluss, während Schwalben und Fledermäuse durch die Dunkelheit an euch vorbeiflattern.

Nach dem Durchqueren der Grotte wartet das große Finale: Mit Schwimmwesten treibt ihr durch eine Schlucht voller Stromschnellen und Felsenpools zurück zum Ausgangspunkt der Tour. Der Ausflug eignet sich besonders für Aktivurlauber, da er Canyoning, Höhlenwanderungen und Regenwald-Expeditionen eindrucksvoll kombiniert. Feste Schuhe, wasserdichte Taschen und ausreichend Getränke gehören zur Grundausstattung für diese Unternehmung. Ein Teil der Einnahmen fließt übrigens direkt in die Dörfer der Umgebung und sichert ihre Schulen und Infrastruktur.

Reise-Infos

Damit euer Urlaub auf Vanuatu reibungslos gelingt, lohnt sich ein Blick auf ein paar praktische Rahmenbedingungen. Von der Wahl der besten Saison über wichtige Dokumente bis zur Unterkunft: In den folgenden Abschnitten erfahrt ihr alles, was ihr für die Planung eures Abenteuers in Melanesien benötigt.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Das tropische Klima schenkt Vanuatu ganzjährig warme Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad. Die trockene und angenehmere Saison geht von Mai bis Oktober, wenn niedrige Luftfeuchtigkeit und seltener Niederschlag für behagliche Bedingungen sorgen. Zwischen November und April hingegen steigt die Schwüle spürbar und es kann gelegentlich Wirbelstürme geben. Für Wanderungen, Tauchgänge und Vulkanbesteigungen kommt ihr also am besten während der deutschen Sommermonate.

Plant eure Auszeit auf Vanuatu großzügig. Alleine die Anreise aus Europa dauert mit Zwischenstopps gut 48 Stunden pro Strecke. Wenn ihr zwei oder drei Wochen vor Ort bleibt, könnt ihr neben Efate auch andere Inseln ohne Hektik kennenlernen. Und wenn ihr nach den Mammutflügen schon einmal im Südpazifik seid, könnt ihr aus der langen Strecke auch eine Tugend machen und gleich noch Fidschi oder Neukaledonien besuchen.

Vanuatu Strandblick
Freut euch auf eine unvergessliche Zeit in der Südsee

Reisevorbereitungen

Als deutsche Staatsangehörige benötigt ihr für Aufenthalte bis zu 90 Tagen kein Visum. Euer Pass sollte bei der Einreise aber noch mindestens sechs Monate gültig sein. Außerdem solltet ihr ein Weiter- bzw. Rückflugticket vorlegen können. In Sachen Gesundheit sind für Vanuatu die Standardimpfungen und ein Schutz vor Hepatitis A empfohlen. Da einzelne Regionen als Risikogebiete gelten, solltet ihr euch vor eurem Urlaub zu einer Malariaprophylaxe beraten lassen. Packt ein gut sortiertes Erste-Hilfe-Set samt Mückenschutz ein, da Apotheken außerhalb von Port Vila rar sind. Auch eine Auslandskrankenversicherung für Rücktransporte nach Australien kann nicht schaden, denn die medizinische Versorgung außerhalb der Hauptstadt ist begrenzt.

Vor Ort solltet ihr stets ausreichend Bargeld in der Landeswährung Vatu dabeihaben, da es außerhalb von Port Vila und Luganvile nur wenige Automaten gibt und Kreditkarten abseits der Zentren seltener akzeptiert werden. Für eure elektronischen Geräte gehört ein Steckdosenadapter des australischen Typs I (220 Volt) ins Gepäck. Insgesamt ist ein Urlaub in Vanuatu vergleichsweise sicher. Kriminalität gegenüber Touristen kommt kaum vor, allerdings solltet ihr euch vorab beim Auswärtigen Amt über aktuelle Warnungen zu Naturgefahren wie Vulkanausbrüchen und Zyklonen informieren.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Nonstopverbindungen von Europa nach Vanuatu gibt es noch nicht, weshalb die Route üblicherweise über Drehkreuze wie Brisbane, Sydney, Auckland oder Nadi auf Fidschi verläuft. Von dort steigt ihr in eine Zubringermaschine, mit der ihr nach weiteren zwei bis drei Stunden auf dem internationalen Airport Bauerfield bei Port Vila landet. Innerhalb des Archipels verkehren kleine Propellerflugzeuge zwischen den bewohnten Inseln, ergänzt durch Fähren und Speedboote, mit denen ihr auch zu entlegenen Küstenabschnitten kommt.

Vanuatu ist bislang nur dezent touristisch erschlossen. Auf Efate und Espiritu Santo gibt es eine solide Infrastruktur mit Resorts, Tauchbasen und organisierten Ausflügen, aber insgesamt ist es ruhiger als an anderen Südseezielen. Mietwagen und Sammeltaxis stehen euch auf beiden Inseln zur Verfügung. Sie halten meist auf Zuruf oder bedienen feste Strecken. Wenn ihr abgelegenere Dörfer sehen wollt, solltet ihr eine geführte Tour oder einen ortskundigen Fahrer buchen, da viele Pisten unbefestigt sind. Freut euch auf das Abenteuer, denn gerade diese Ursprünglichkeit macht den besonderen Reiz des kleinen Landes in Ozeanien aus.

Essen und Verständigung

In der melanesischen Küche dreht sich alles um Wurzelgemüse wie Taro, Yams und Maniok, ergänzt durch Kokosnuss, tropische Früchte und fangfrischen Fisch. Probiert unbedingt das Nationalgericht Lalap, einen herzhaften Pudding aus verschiedenen Knollen, der in Bananenblättern eingewickelt und auf heißen Steinen gegart wird. Weitere Empfehlungen sind Tuluks, gefüllte Teigröllchen, und eine Schale Kava, das zeremonielle Getränk aus Pfeffernüssen.

Die Verständigung fällt auf Vanuatu erstaunlich leicht. Neben Englisch und Französisch wird das kreolische Bislama gesprochen, das den vertrauten europäischen Wortschatz mit melanesischer Grammatik verbindet. Mit etwas Fantasie merkt ihr schnell, was eure Gastgeber euch mitteilen möchten, und antwortet mit einem freundlichen „Tankyu“. Lernt ruhig ein paar Brocken des Dialekts, denn damit plaudert es sich viel flüssiger, wenn ihr auf den Märkten nach Souvenirs wie Flechtwaren, Schmuck und Tanna Coffee sucht oder im Restaurant euer Essen bestellt.

Vanuatu Souvenirs
Handgeflochtene Souvenirs für Daheim

Hotels und Unterkünfte

Die Auswahl an Übernachtungsmöglichkeiten spiegelt den Charakter Vanuatus wider: klein, persönlich und eng mit der Natur verbunden. Auf Efate und Espiritu Santo residiert ihr in charmanten Boutique-Resorts, deren Architektur nicht selten einheimische Materialien wie Bambus, Palmblätter und Korallenstein aufgreift. Wenn ihr kleinere Inseln besucht, erwarten euch familiäre Strandunterkünfte, die oft von Leuten aus den umliegenden Dörfern geführt werden.

Eines der Hotels auf Vanuatu, das ihr bestimmt nicht so schnell vergesst, sind die Baumhäuser Tannas, in denen ihr vom Bett aus den glühenden Vulkan beobachten könnt. Besonders reizvoll sind auch die Übernachtungen in Bungalows, die auf Pfählen über türkisfarbenem Wasser gebaut sind und euch einen unverstellten Blick aufs Meer bieten. Preislich ist zwischen einfachen Pensionen und luxuriösen Resorts für jedes Budget etwas dabei. Reserviert aber rechtzeitig, da die Kapazitäten begrenzt und die beliebtesten Unterkünfte schnell ausgebucht sind.

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