Trinkgeld Knigge: Wie viel Trinkgeld gibt man im Urlaub?

Wieviel Trinkgeld sollte man im Urlaub geben?
Das Sprichwort „Andere Länder, andere Sitten“ gilt auch in punkto Trinkgeld. Vor allem die angemessene Höhe ist von Land zu Land unterschiedlich. Wer zu wenig gibt, wirkt geizig. Wer zu viel gibt, strapaziert die Urlaubskasse unnötig. Damit Touristen im Urlaub nicht unangenehm auffallen, gibt es hier konkrete Tipps, wie viel Trinkgeld man im Urlaub geben sollte.

Trinkgeld in Deutschland

Viele Deutsche verbringen ihren Urlaub hierzulande, wo Trinkgelder ein freiwilliges Dankeschön des Gastes für einen guten Service sind. Als Tendenz für die Höhe des Trinkgeldes gelten fünf bis zehn Prozent des Rechnungsbetrags. Wird mit Karte bezahlt, ist es üblich, das Trinkgeld auf dem Tisch liegen zu lassen. Für Bestellungen an der Bar und andere Dienstleistungen gibt es keine etablierte Faustregel – dies hängt allein vom Ermessen des Gastes ab. Viele Menschen geben aber gerne dem Taxifahrer oder auch beim Friseur ein Trinkgeld. Meistens hängt es davon ab, wie persönlich der Kontakt miteinander war. Im Hotel lassen viele am Tag der Abreise einige Münzen auf dem Kopfkissen zurück, um sich beim Zimmermädchen (oder -jungen) zu bedanken.

Angemessener Tip in Österreich und der Schweiz

Auch in Österreich sind, laut der Tourismusorganisation Österreich, zehn Prozent des Rechnungsbetrages als Trinkgeld angemessen. Der Betrag wird gleich beim Bezahlen aufgerundet. Tourguides sowie Taxifahrer erhalten Trinkgeld je nach Ermessen. In der Schweiz ist das Trinkgeld hingegen schon im Endbetrag eingerechnet. Sofern der Gast möchte, kann er zusätzlich noch ein Trinkgeld von fünf bis zehn Prozent geben. Für Zimmermädchen und Kofferträger seien zwei bis fünf Franken pro Übernachtung beziehungsweise Gepäckstück üblich, so Schweiz Tourismus.

So viel Trinkgeld gibt man in Spanien

In Spanien, dem zuletzt beliebtesten Urlaubsland der Deutschen, wird Trinkgeld ebenso als freundliche Geste verstanden. Die freiwillige Zugabe nennt man hier „propina“. Vor Augen halten sollte man sich, dass die Gehälter in Spanien nicht besonders sind und viele Menschen, die in der Dienstleistungsbranche arbeiten, auf Trinkgeld angewiesen sind. Die Spanier selber geben hingegen selten und wenig Trinkgeld: 5 Prozent im Restaurant sind bereits hohe Gefühle. In Bars oder beim Friseur findet man hingegen Schalen oder Töpfe, wie man sie bei uns von öffentlichen Toiletten kennt. Dort lässt man ein kleines Trinkgeld hineinfallen, damit das Klimpern den Gastgeber ehrt. Nicht aufs Glatteis führen lassen sollte man sich von Personen, die durch fragwürdige Services, die man nicht bestellt hat, Trinkgeld verlangen – etwa inoffizielle Parkplatzeinweiser in den Großstädten.

Das richtige Trinkgeld in Griechenland

Verbringen Sie einen Urlaub in Griechenland, sind beim Besuch im Restaurant zehn Prozent Trinkgeld üblich. Sind sie aber in einer urigen Taverne, hat man mit einem Euro Trinkgeld schon ein deutliches Kompliment gemacht. In der Regel lässt man so oder so einfach etwas vom Rückgeld am Tisch liegen. Ganz auf das Trinkgeld sollte man in Griechenland aber nicht verzichten. Ein kleiner Obolus wird erwartet. Da es einige Urlauber dennoch nicht für nötig halten, ihre Aufwartung zu machen, haben inzwischen viele Restaurants ein Trinkgeld in der Speisekarte festgeschrieben – vor allem in den Urlaubsorten. Bei Kartenzahlung händigt man das Trinkgeld in den Mittelmeerländern übrigens persönlich aus, während man es bei Barzahlung diskret am Platz zurücklässt.

Nicht zuviel in Ägypten geben

Die Frage nach dem richtigen Trinkgeld gehört zu den häufigsten Fragen zum Urlaub in Ägypten. Wir empfehlen, in Restaurants oder im Hotel ein durchschnittliches Trinkgeld von etwa zehn Prozent zu geben. Das dient auch als Orientierungswert für andere Urlaubsziele in Nordafrika, wie Tunesien oder Marokko. Viel mehr als zehn Prozent sollte man aber nicht geben, da diese Nationen eine Kultur der Bescheidenheit pflegen und ein zu großes Trinkgeld als unangemessen gilt. Die Ausnahme sind auch hier wieder bereits globalisierte Orte, in denen es international zugeht.

Wie viel Trinkgeld gibt man in Frankreich?

Wer den Urlaub in Frankreich verbringt, wird sich beim Trinkgeld vielleicht an den Kopf fassen: Es ist im Restaurant zwar vielerorts üblich, dass das Trinkgeld bereits in der Rechnung enthalten ist. Trotzdem lässt man beim Bezahlen nochmals wortlos einige Münzen zurück, die sogenannte „pourboire“. Diese Gepflogenheit mag nicht jedem einleuchten, ist aber in französischen Restaurants gängig. Weniger erwartet ist das Trinkgeld dafür im Hotel. Im Taxi wird lediglich der Fahrpreis etwas aufgerundet.

Gutes Trinkgeld in Großbritannien

Ein relativ hohes Trinkgeld gibt man in Großbritannien. In Lokalen, in denen man speist, ist ein Trinkgeld von etwa 15 Prozent üblich. In Irland ist es etwas weniger, etwa 10 Prozent. Weniger Trinkgeld gibt man, wenn auf der Rechnung bereits eine „service charge“ aufgeführt ist, die einem Aufpreis für die Bedienung entspricht. Anders verhält es sich aber in einem Pub: Hier gibt man eigentlich keinen „tip“, sondern gibt dem Barkeeper eher mal ein Getränk aus. Für andere Services in Großbritannien ist ein Pfund ein guter Richtwert – etwa für den Pagen im Hotel oder den Taxifahrer.

Wie hoch ist das Trinkgeld in Italien?

Im schönen Italien ist das Trinkgeld in der Gastronomie eigentlich unüblich. Auf der Rechnung steht das allseits bekannte „coperto“ für das Tischgedeck, Brot und Wasser. Da die kulturellen Grenzen aber auch hier verschwimmen, mag man in Rom hier und da inzwischen Trinkgeld erwarten, weil man es von Touristen gewohnt ist. Gängig ist jedoch, nicht dem Kellner das Geld zu geben, sondern ein bis zwei Euro auf dem Tisch liegen zu lassen, bevor man ihn verlässt. In kleinen Bars gibt es dafür auch Sparschweine oder Schälchen. Besonders ist zudem das Trinkgeld für das Zimmermädchen im Hotel. Pro Tag rechnet man am besten mit etwa einem Euro, sodass pro Woche 5,- Euro Trinkgeld durchaus angemessen sind.

So viel Trinkgeld gibt man in Skandinavien

In Nordeuropa – besonders in Norwegen, Dänemark und Finnland – ist das Trinkgeld für Kellner ebenfalls in der Rechnung enthalten, handelt es sich um ein gutes oder besseres Restaurant. Dennoch wird auch hier meist aufgerundet, um sich den Austausch kleiner Münzen zu ersparen. Bei gutem Service gibt man deshalb durchschnittlich fünf Prozent Tip. Etwas höher ist es im wohlsituierten Schweden, wo man nicht unter zehn Prozent geben sollte.

Wie viel Geld gibt man im Urlaub in der Türkei?

Wer schon einmal in der Türkei war, weiß was „Bakschisch“ ist. Die Bitte nach Trinkgeld hört man vereinzelt von Kindern auf der Straße; aber auch in der Gastronomie wird „Bakschisch“ erwartet. Üblich sind etwa zehn Prozent. Für kleinere Gefälligkeiten gehört es sich in der Türkei so, dass man beispielsweise eine Zigarette oder etwas Süßes als Dank und Zeichen des Respekts anbietet. Hat man nichts derart, rundet man Preise leicht auf. Eine Ausnahme ist, wenn man einen Preis ehrenvoll verhandelt hat. Dann nachträglich doch mehr Geld zu geben, als vereinbart, wird von ehrenhaften Händlern als Spott interpretiert. Sorgenfreier Urlaub machen da jene, die sich all inclusive an der Türkischen Riviera erholen. Hier gehört aber wenigstens etwas Trinkgeld für das Zimmermädchen auf den Nachttisch.

Respektvolles Trinkgeld beim Urlaub in Thailand

In Thailand und Malaysia ist die Kultur deutlich stärker von Gesten geprägt, als bei uns. Das zeigt sich auch beim Thema Trinkgeld. Wer in Tahiland oder Malaysia ein Restaurant besucht, der sollte unbedingt mehr als zehn Prozent Trinkgeld geben. Wer weniger Bath Trinkgeld gibt, gilt als geizig und die eigentlich gut gemeinte Mark extra wird als Beleidigung interpretiert. Da Thailand aber ein überaus günstiges Reiseziel ist, sollte es niemanden schmerzen etwa 15 Prozent Trinkgeld zu geben.

Wie viel Trinkgeld gibt man in China und Japan?

Die vielleicht kuriosesten Beispiele in unserer munteren Schau sind China und Japan. Hier gibt es nämlich gar keine Kultur zum Trinkgeld. Deswegen sind Urlauber, die nicht in internationalen Hotels nächtigen auch oft überrascht, wenn Gastgeber beleidigt reagieren. Trinkgeld zu geben gilt als Beleidigung. Man signalisiert scheinbar, dass der Gastgeber es nötig hätte oder es ihm schlecht ergehe. Gewandelt hat sich das bereits dort, wo der Tourismus kommerzialisiert ist: In den größeren Urlaubsorten Chinas erwarten Zimmermädchen etwa drei Yuan oder einen Dollar. In Japan wird etwas mehr gegeben, beispielsweise zwei Dollar.

Faustregeln zum Trinkgeld in den USA

In den USA genießt Service einen hohen Stellenwert, weswegen auch das Trinkgeld höher ausfällt, als im europäischen Raum. In der Regel liegt es zwischen 15 und 20 Prozent. Als Richtwert kann die Höhe der Tax verdoppelt werden und auf den Rechnungsbetrag draufgeschlagen werden. Bei einer Tax in New York von 8,8 Prozent sind demnach rund 18 Prozent als Trinkgeld angemessen. Barkeeper und Kofferträger bekommen meist etwa einen Dollar pro Drink beziehungsweise Gepäckstück. Für Zimmermädchen empfehlen wir fünf Dollar für drei Nächte. Berücksichtigen sollte man, dass die Löhne in den USA für Dienstleistungen wie Pizzalieferung oder Bedienung sehr niedrig sind und das Trinkgeld ein selbstverständlicher Teil des Gehalts ist.

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1 Kommentar zum Thema

  1. renate witterstein

    Ich habe festgestellt, dass man seit dem EURO ZUVIEL Trinkgeld gibt. …