Tainan – die älteste Stadt Taiwans


Tainan liegt im Südwesten Taiwans und gilt als ältester urbaner Schauplatz des Landes. Über 1,8 Millionen Menschen wohnen hier zwischen historischen Tempeln, holländischen Festungsmauern und dampfenden Garküchen. Wer authentisches, inseltypisches Lebensgefühl sucht, ist in dieser ehemaligen Hauptstadt goldrichtig.

Überblick

Mit fast 400 Jahren bewegter Vergangenheit gilt Tainan als kulturelles Herz Taiwans. Der legendäre General Koxinga vertrieb 1662 die Niederländer von der Insel. An dieser Stelle entstand das erste Bildungszentrum des Landes, und in den engen Gassen findet ihr heute über 1.600 Sakralbauten – mehr als an jedem anderen Schauplatz. Damit zählt die Metropole zu den sechs regierungsunmittelbaren Großstädten und gilt als bedeutendster historischer Mittelpunkt.

Doch keine Sorge, hier erwartet euch keineswegs ein verstaubtes Freilichtmuseum. Tainan City pulsiert, duftet und schmeckt: Auf den legendären Nachtmärkten brutzeln Austernomeletts, in den Gassen rund um die Shennong Street klimpern Lampions im Wind, und die Küste lockt mit goldenen Sandstreifen, Mangrovenwäldern sowie spektakulären Sonnenuntergängen. Wer Geschichte, Genuss und Natur in einem einzigen Ziel vereinen möchte, findet hier das perfekte Gegenstück zum quirligen Taipeh – herzlich, entspannt und vielseitig.

Tainan Taiwan Stadt
Willkommen in Tainan in Taiwan!

Strände

Die Küste rund um die Stadt überrascht mit einer einzigartigen Vielfalt. Zwischen Salinen, Mangrovenkanälen und Fischerhäfen liegen in Tainan Buchten zum Schwimmen, Surfen und Sonnenuntergang-Bestaunen. Manche Abschnitte sind bei Einheimischen heiß geliebt, andere noch echte Geheimtipps.

Anping Beach (Qiaotou Beach Park)

Anping Beach, manchmal auch Qiaotou Park genannt, ist der Klassiker direkt vor den Toren von Tainan City. Mit Roller oder öffentlichem Bus erreicht ihr die Bucht in unter 20 Minuten vom Zentrum aus. Genau das macht den Spot so beliebt bei Locals: Nach Feierabend trifft sich hier die halbe Nachbarschaft zum Drachensteigen, Joggen oder einfach zum Quatschen am Wasser. Drumherum liegen Cafés, Eisstände sowie kleine Imbisse mit knusprigem Frittiergebäck.

Sportliche unter euch werden diesen Küstenabschnitt vor Tainan in Taiwan besonders mögen. Denn der konstante Wind macht das Areal zu einem Hotspot fürs Surfen. Auch Schwimmer kommen auf ihre Kosten. Achtet aber stets auf die Hinweisschilder, denn manche Bereiche sind nur zum Spazieren freigegeben. Direkt nebenan steht der charmante Anping Lighthouse, ein kleiner heller Leuchtturm, der besonders im Abendlicht hervorragend aussieht. Den Nachmittag könnt ihr danach mit einem Glas frisch gepresstem Zuckerrohrsaft ausklingen lassen, während ihr den Frachtschiffen am Horizont hinterherseht. Ein lockerer, urbaner Ausflug mitten in jahrhundertealter Geschichte – entspannter geht es kaum.

Yuguang Island Beach (Moon Bay)

Die sichelförmige Bucht auf der vorgelagerten Insel Yuguangdao vor Tainan zählt zu den schönsten Küstenabschnitten der Region. Über eine kleine Brücke nahe der Festung Eternal Golden Castle erreicht ihr in wenigen Minuten den dunklen, weichen Sand, der sich mondförmig um ruhiges Meerwasser legt. Daher auch der poetische Beiname. Ein erhöhter Holzsteg führt euch durch einen schattigen Pinienwald direkt ans Ufer – ideal, wenn ihr der Mittagshitze entkommen wollt.

Besonders abends wird es magisch: Die Sonne taucht den Horizont in glühende Orangetöne, Surfer paddeln noch ein letztes Mal hinaus, und Familien picknicken am Strand. Schwimmen ist möglich, wenn auch nicht überall offiziell erlaubt – Rettungsschwimmer patrouillieren die freigegebenen Bereiche. Bei guten Bedingungen könnt ihr zudem Stand-up-Paddling oder Wellenreiten ausprobieren. In der Nähe warten Foodtrucks mit kalten Getränken sowie kleinen Snacks. Tipp: Wer die berühmte Festung Anping bereits abgehakt hat, kann diesen Streifen wunderbar als entspannten Tagesabschluss dranhängen – beide Orte liegen quasi um die Ecke.

Tainan Taiwan Yuguang Island
Yuguang Island – Tainans Strandparadies

Golden Coast (Huangjin Haian)

Die sogenannte Golden Coast südlich der Metropole ist mit Abstand der größte zusammenhängende Sandbereich der Stadt. In der späten Nachmittagssonne leuchtet das Ufer tatsächlich golden, während die Wellen der Taiwanstraße in Tainan sanft auslaufen. Familien planen hier gerne ganze Wochenenden ein, denn das Areal ist gut ausgestattet, mit Duschen, Toiletten sowie reichlich Parkfläche.

Was euch zusätzlich erwartet, ist die unkomplizierte Atmosphäre. Kleine Fischlokale servieren fangfrische Meeresfrüchte zu fairen Preisen, Verleihstationen bieten Tretboote, und an manchen Wochenenden veranstalten Vereine Musikevents direkt am Wasser. Wer den Trubel von Tainan City für ein paar Stunden gegen Salzluft eintauschen möchte, kommt mit dem Stadtbus bis zur Haltestelle Sing-Gong Elementary School problemlos hierher. Lauft am Ende des Tages bis zum Auslauf des Sandstreifens. Dort findet ihr ein historisches Denkmal mit beeindruckender Aussicht. Schwimmen ist auf den ausgewiesenen Bereichen erlaubt – ein Vergnügen, das ihr euch in der südlichen Sonne nicht entgehen lassen solltet.

Dingtou'e Sandbar (Qigu Lagune)

Nördlich von Tainan liegt im Distrikt Cigu eine der eindrucksvollsten Naturlandschaften der Insel: die Dingtou’e Sandbar, ein mehrere Kilometer langer Küstenabschnitt zwischen der weitläufigen Qigu Lagune und der Taiwanstraße. Das gesamte Areal gehört zum Taijiang-Nationalpark. Austernzüchter holen hier ihre Bambusgestelle aus dem Wasser, kleine Fischerboote tuckern vorbei, und über euch kreisen seltene Wattvögel. Besonders in den Wintermonaten lohnt sich der Besuch, da zu dieser Zeit die schwarzgesichtigen Löffler aus Sibirien zur Überwinterung eintreffen.

Zum Baden eignet sich der Ort nur eingeschränkt, da das Wasser sehr flach abfällt und die Strömung wechseln kann. Dafür entschädigt das Gebiet mit einem weiten Panorama über die weißen Felder der Saline sowie farbenfrohen Sonnenuntergängen. Ihr könnt das Naturareal am bequemsten per Bootstour vom Anleger in Cigu aus erreichen – viele Anbieter servieren während der Fahrt frisch gegrillte Austern direkt an Bord. Tainan Sehenswürdigkeiten wie der nahe „Salzberg“ Cigu Salt Mountain lohnen ebenfalls. Der bizarre helle Gipfel aus verdichteten Meereskristallen lässt sich sogar erklimmen und bietet einen guten Rundumblick über die umliegenden Landschaften.

Tainan Taiwan Cigu
Weißes Wunder vor Tainans Küste

Sehenswürdigkeiten

In der Stadt findet ihr viele historische Highlights, die euch von der niederländischen Kolonialzeit über die Qing-Dynastie bis hin zur japanischen Ära mitnehmen. Die meisten Hotspots in Tainan liegen kompakt im West Central District und in Anping. Dadurch lassen sie sich wunderbar zu Fuß oder per Fahrrad miteinander kombinieren.

Konfuziustempel in Tainan

Der Tainan-Konfuziustempel von 1666 ist der älteste seiner Art in Taiwan und gilt als Geburtsort der akademischen Bildung in der gesamten Region. Hinter den ziegelroten Mauern erwartet euch eine Oase der Stille: weite Innenhöfe, jahrhundertealte Banyanbäume und kunstvoll geschnitzte Holzelemente, die im Lauf der Zeit eine warme Patina angenommen haben. Im Vergleich zu den knallbunten taoistischen Heiligtümern wirkt die Anlage zurückhaltend, fast meditativ.

Schlendert in Ruhe durch die einzelnen Hallen, in denen Inschriften und Kalligrafien aus mehreren Jahrhunderten zu bestaunen sind. Direkt gegenüber liegt das Große Südtor, eines der vier erhaltenen Stadttore aus der Qing-Zeit – perfekt für ein paar Erinnerungsfotos. Rund um das Areal reihen sich gemütliche Cafés sowie kleine Buchläden, in denen ihr nach der Besichtigung pausieren könnt. Wer die wichtigsten Tainan Sehenswürdigkeiten früh am Morgen besucht, hat den Innenhof fast für sich allein und genießt das einzigartige Lichtspiel zwischen den alten Säulengängen, bevor die ersten Schulklassen eintreffen.

Tainan Taiwan Confucius Tempel
350 Jahre Weisheit mitten in Tainan City

Chihkan Tower (Fort Provintia)

1653 errichteten die Niederländer hier eine Festung, um ihre Handelsinteressen zu schützen. Heute steht auf den ursprünglichen roten Backsteinmauern ein eleganter ostasiatischer Pavillon, der Chihkan Tower. Diese Mischung aus europäischer Kolonialarchitektur und chinesischer Tempelbaukunst ist einmalig und gehört zu den meistfotografierten Motiven Tainans.

Innen wartet eine kleine, aber feine Ausstellung über die wechselhafte Geschichte des Pavillons – von der niederländischen Phase über Koxingas Eroberung 1662 bis zur Restaurierung im 19. Jahrhundert. Im Innenhof stehen neun steinerne Schildkröten, die laut Überlieferung Stärke und Langlebigkeit symbolisieren. Vom obersten Stockwerk aus habt ihr einen schönen Rundumblick über die Dächer der Altstadt. Plant am besten 60 bis 90 Minuten ein, danach könnt ihr direkt nebenan in einem traditionellen Teehaus verweilen oder zum nahegelegenen Großen Mazu-Schrein weiterziehen, dessen Schnitzereien als die kunstvollsten des ganzen Landes gelten.

Tainan Taiwan Fort Provintia
Architektur-Highlight in Tainan

Shennong Street

Die rund 200 Meter kurze Shennong Street zählt zu den charmantesten Gassen der gesamten Insel. Niedrige Häuser im Stil der Qing-Dynastie, Holzfassaden, Galerien und Künstlerateliers reihen sich aneinander. Tagsüber wirkt das Viertel fast verschlafen – ein guter Moment, um in traditionellen Apotheken zu stöbern oder handgemachte Souvenirs aus Taiwan aufzuspüren.

Sobald die Dämmerung einsetzt, verwandelt sich das Bild: Hunderte orangefarbene Lampions flackern auf, kleine Bars öffnen ihre Türen, und der Duft von Sojasoße sowie Tee zieht durch die Luft. Tainan Nightlife beginnt genau hier – setzt euch in eines der winzigen Cafés, bestellt eine Kanne Oolong und beobachtet das bunte Treiben. Am Ende der Häuserzeile findet ihr den Tempel des Medizingottes, einen der drei spirituellen Höhepunkte rund um den Konfuzius- und Mazu-Schrein. Frühaufsteher sollten das Gässchen auch im Morgennebel erleben – dann hört ihr nur das Zwitschern der Vögel und das leise Klappern der ersten Frühstücksstände. Ein Ort, an dem ihr gleichzeitig Ruhe und Inspiration tankt, wie ihn nur diese alte Hauptstadt zu bieten hat.

Anping Tree House

Wenige Plätze in Tainan fühlen sich so verwunschen an wie das Anping Tree House. Was einst als Lagerhaus einer britischen Handelsfirma begann, wurde nach deren Abzug von gewaltigen Banyanbäumen erobert. Heute schlängeln sich mächtige Wurzeln durch zerborstene Mauern, ranken sich um Fensterhöhlen und bilden ein lebendiges Dach aus grünem Geflecht. Wer Indiana-Jones-Stimmung mag, ist hier richtig.

Tainan Taiwan Tree House
Top Sehenswürdigkeit in Tainan

Über erhöhte Holzpfade umrundet ihr das Gebäude bequem und spaziert sogar durch einige Räume hindurch. Direkt nebenan steht das ehemalige Kontorhaus, das mittlerweile als kleines Museum dient und euch Einblicke in den damaligen Handel der Region rund um Tainan City gibt. Auf dem Gelände findet ihr außerdem ein gemütliches Café, einen kuriosen Souvenirshop sowie eine Himmelbrücke mit hübscher Aussicht. Kombiniert den Besuch mit der Anping Old Street, wo Garküchen Garnelenrollen und Sargbrot servieren. Geht am späten Nachmittag hin, dann fällt das Sonnenlicht traumhaft zwischen den Wurzeln hindurch und sorgt für unvergessliche Aufnahmen.

Aktivitäten

Wer die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Tainan schon abgehakt hat, kann sich auf ein riesiges Angebot an Aktivitäten freuen. Die Metropole überrascht mit Unternehmungen, die weit über klassische Stadtbesichtigungen hinausgehen. Von Bootstouren bis zu Trommelvorführungen bekommt ihr ein einzigartiges Programm.

Mit dem Fahrrad durch Tainan

Die alte Hauptstadt ist relativ flach, kompakt und mit zahlreichen Velowegen ausgestattet – ideale Voraussetzungen, um die Sehenswürdigkeiten in Tainan auf zwei Reifen zu erkunden. Über das praktische öffentliche Leihsystem schnappt ihr euch an unzähligen Stationen ein Bike für wenig Geld und gebt es einfach an einem beliebigen anderen Punkt wieder ab. Viele Hotels in Taiwan stellen Gästen zudem kostenlose Leihräder zur Verfügung.

Eine entspannte Route führt euch vom Konfuzius-Heiligtum über die Shennong Street und den Chihkan Tower bis nach Anping, wo ihr zwischen historischen Gassen und der Küste entlangrollen könnt. Unterwegs entdeckt ihr immer wieder kleine Schreine, Cafés sowie Wandmalereien, die ihr beim klassischen Stadtrundgang vielleicht übersehen würdet. Auch das Chimei-Museum mit seinem riesigen Park lässt sich wunderbar per Pedal ansteuern – ein imposantes Gebäude, das stark an das Weiße Haus erinnert und mit westlicher Kunst, Geigen sowie Naturkundeobjekten überrascht. Stilvolles Shopping in Tainan findet ihr in den umliegenden Konzeptstores.

Bootstour durch den Sicao Green Tunnel

Der Sicao-Green-Tunnel im Taijiang-Nationalpark wird gerne das „Amazonas-Gebiet Taiwans“ genannt – tatsächlich gleitet ihr hier auf flachen Holzbooten durch enge Wasserläufe, über denen sich dichte Mangrovenwurzeln zu einem natürlichen Gewölbe verflechten. Das Sonnenlicht bricht in tanzenden Punkten durch die Blätter, und im Schlick zappeln Schlammspringer, Krabben sowie kleine Fische. Eine Fahrt dauert etwa 30 Minuten und ist auch für Kinder geeignet.

Die Tickets bekommt ihr direkt am Anleger; sobald genügend Gäste zusammengekommen sind, legt das Schiffchen ab. Vor und nach der Tour könnt ihr durch das angrenzende Sicao Dazhong Tempel-Areal schlendern und die berühmte „Walknochen-Brücke“ überqueren. Im Winter habt ihr außerdem die Chance, die seltenen schwarzgesichtigen Löffler zu beobachten, die hier überwintern. Wer den ganzen Park erkunden möchte, bucht stattdessen die längere Variante, die euch tiefer in die Wattenlandschaft führt. Plant für den Abstecher mindestens einen halben Vormittag ein und kombiniert ihn am besten mit einem Lunch in einem der lokalen Meeresfrüchte-Restaurants direkt am Wasser.

Tainan Taiwan Sicao Green Tunnel
Mit dem Boot durchs grüne Paradies

Nachtmarkt-Hopping

Tainan trägt nicht umsonst den Beinamen „Food Capital“, und nirgendwo erlebt ihr das so intensiv wie auf einem nächtlichen Bummel zwischen den Garküchen. Der Garden Night Market im Norden gilt als einer der größten Open-Air-Spots des Landes. Über 400 Stände breiten sich auf einem riesigen Parkplatz aus und bieten alles, was das Schlemmerherz begehrt – Austernomeletts, Bubble Tea, frittiertes Hähnchen, gebratene Tintenfische sowie süße Erdnusseis-Rolls.

Geöffnet hat er ausschließlich am Wochenende sowie am Donnerstag. Sonst lohnt sich ein Abstecher zum Dadong Night Market mit über 300 Buden oder zum kleineren, aber feinen Wusheng-Nachtmarkt. Letzterer ist besonders bei Locals beliebt, weil es dort entspannter zugeht und die Snack-Auswahl als noch authentischer gilt. Plant ruhig zwei Stunden ein und kommt mit Hunger! Wer Tainan Nightlife einmal richtig erleben möchte, sollte definitiv einen Abend dafür reservieren. Das ist Volkskultur pur und gleichzeitig die günstigste Art, sich quer durch die regionale Küche zu probieren.

Ten Drum Cultural Village

Das Ten Drum Cultural Village am Stadtrand von Tainan in Taiwan zählt zu den spannendsten Erlebniszentren des Landes. Auf dem Gelände einer ehemaligen Zuckerfabrik aus japanischer Zeit hat eine Grammy-nominierte Trommelgruppe ein Areal geschaffen, das Konzerthalle, Themenpark und Industriedenkmal zugleich ist. Zwischen rostigen Pipelines sowie alten Kesselhäusern erwarten euch Aufführungen, bei denen der Boden vibriert und die Luft zu pulsieren scheint.

Ein Highlight für Adrenalinfans ist die hauseigene Zipline-Strecke, die euch über das Gelände sausen lässt, sowie eine wagemutige Riesenrutsche durch einen der hohen Silos. Für ruhigere Gemüter gibt es Workshops, in denen ihr selbst zum Schlägel greifen dürft – ein Riesenspaß für Gruppen und Familien. Auch die fantasievolle Kunstgalerie und das hübsche Café im Sky Garden lohnen einen Stopp. Frühaufsteher erkunden den Park in Tainan City in aller Ruhe, bevor später die spektakulären Live-Shows beginnen. Da das Areal direkt neben dem berühmten Chimei-Museum liegt, lassen sich beide Spots an einem Tag verbinden, gerade wenn ihr mit dem Hochgeschwindigkeitszug ankommt.

Tainan Taiwan Ten Drum
Industrie trifft Kunst in Tainan

Reise-Infos

Eine Reise nach Taiwan gehört zu den unkompliziertesten Asien-Erlebnissen überhaupt – auch für Einsteiger. Das Land überzeugt mit einer der niedrigsten Kriminalitätsraten weltweit, einer beeindruckend pünktlichen Bahnverbindung und einer Servicekultur, die für ihre Herzlichkeit gegenüber internationalen Gästen bekannt ist.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Die angenehmsten Monate für einen Aufenthalt liegen zwischen Oktober und Mai. In diesem Zeitfenster fallen die Temperaturen auf milde 18 bis 25 Grad, die Luftfeuchtigkeit ist erträglich, und die Taifun-Saison ist vorbei. Besonders Ende Februar bis Mitte April sowie der Spätherbst gelten als ideal, da dann Kirschblüten und Bougainvillea die Häuserzeilen schmücken. Im Sommer (Juni bis September) wird es heiß und schwül. Zudem können gelegentliche Tropenstürme eure Reisevorhaben durcheinanderbringen.

Für Tainan in Taiwan selbst solltet ihr mindestens zwei volle Tage einplanen, besser drei bis vier. So bleibt genug Spielraum für Tempel, Anping, Nachtmärkte sowie einen Ausflug ins Umland, etwa zum Taijiang-Nationalpark oder zu den heißen Quellen von Guanziling. Wer die ganze Insel erkundet, kombiniert das Ziel ideal mit einem Stopp in Kaohsiung im Süden und Taichung im Zentrum. Insgesamt zwei Wochen reichen, um zusätzlich Taipeh, die Taroko-Schlucht und den Sun-Moon-Lake entspannt kennenzulernen.

Tainan Taiwan Anping
Hollands Spuren in Tainan in Taiwan

Reisevorbereitung

Wer aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz anreist, kann visafrei bis zu 90 Tage bleiben. Erforderlich ist lediglich ein Pass, der bei der Ankunft noch mindestens sechs Monate gültig sein muss, sowie ein bestätigtes Rück- oder Weiterflugticket. Seit Oktober 2025 wird auch die digitale Taiwan Arrival Card verlangt, die vor der Ankunft online ausgefüllt wird. Eine zusätzliche Krankenversicherung wird dringend empfohlen, da die gesetzliche Kasse aus der Heimat keine Behandlungen vor Ort übernimmt.

Pflichtimpfungen gibt es bei direkter Anreise aus Europa keine. Sinnvoll ist die Auffrischung der gängigen Schutzmaßnahmen nach STIKO-Empfehlung, ergänzt durch Hepatitis A und B – bei längeren Aufenthalten in Tainan oder Ausflügen in ländliche Gebiete zusätzlich Japanische Enzephalitis. Bei den Steckdosen kommt der amerikanische Typ A mit 110 Volt zum Einsatz – ein einfacher Adapter aus dem Elektronikfachhandel reicht völlig aus. Die Landeswährung ist der New Taiwan Dollar. Geld wechselt ihr am besten erst vor Ort, am Flughafen oder bei Banken, da die Kurse günstiger sind als zu Hause. Automaten und Kartenzahlung sind weitverbreitet.

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Aus Deutschland kommt ihr am bequemsten per Nonstop-Verbindung nach Taipeh. Verschiedene Fluggesellschaften bedienen die Strecke ab Frankfurt sowie ab München. Die Reisezeit beträgt rund 13 Stunden. Vom Airport Taoyuan bringt euch der Hochgeschwindigkeitszug bis nach Tainan in Taiwan. Der HSR-Bahnhof liegt etwas außerhalb. Mit Taxi oder Shuttle seid ihr in 15 Minuten im Zentrum.

In Tainan seid ihr am besten zu Fuß, mit dem Fahrrad oder per Bus unterwegs. Die Touristenlinien verbinden die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und sind teilweise kostenlos. Eine landesweit gültige Verkehrs-Prepaid-Karte erleichtert das Bezahlen in allen öffentlichen Transportmitteln und sogar in Convenience Stores. Wer mehr Flexibilität möchte, leiht sich einen Roller – allerdings braucht ihr dafür einen internationalen Führerschein. Taxis sind günstig und überall verfügbar. Schreibt euch das Ziel am besten in chinesischen Schriftzeichen auf, da Englischkenntnisse außerhalb der Hotels nicht selbstverständlich sind. Auch bekannte Mitfahr-Apps funktionieren problemlos und sind oft die unkomplizierteste Variante.

Essen und Spezialitäten

Tainan gilt als gastronomisches Zentrum der gesamten Insel – ein Status, den der Ort seit Jahrhunderten ausbaut. Charakteristisch ist die leicht süßliche Note vieler Gerichte, die sich aus der historischen Zuckerproduktion der Region erklärt. Probiert unbedingt Danzai-Nudeln, eine kleine Schüssel mit reichhaltiger Garnelenbrühe, Hackfleisch und einem Hauch Essig. Das Originalrezept stammt aus einem traditionsreichen Familienlokal nahe der Altstadt und wurde sogar von internationalen Restaurantführern ausgezeichnet.

Weitere kulinarische Pflichtstationen in Tainan sind das Austernomelett, salziger Reisbrei zum Frühstück sowie das berühmte Sargbrot („Coffin Bread“) – eine knusprige Toastscheibe, gefüllt mit cremiger Meeresfrüchte- oder Hühnchensoße. Auch der lokale Milchfisch landet in zahllosen Suppen und gegrillten Variationen auf den Tellern. Die besten Adressen für authentisches Streetfood liegen im West Central District. Süße Naschkatzen versuchen sich an Wheel Cakes, runden Pfannkuchen mit Füllungen aus roter Bohnenpaste oder Vanillecreme. Übrigens: Trinkgeld ist hier unüblich, dafür wird oft ein bisschen Smalltalk mit dem Garkoch erwartet – ein Lächeln und ein „xièxie“ kommen immer gut an.

Hotels und Unterkünfte

Die ehemalige Hauptstadt bietet für jeden Geldbeutel passende Schlafmöglichkeiten – vom günstigen Hostel über charmante Boutique-Häuser bis zu schicken 5-Sterne-Hotels. Besonders beliebt sind Quartiere im West Central District, weil ihr von hier aus die meisten Highlights bequem zu Fuß erreicht. Wer es ruhiger und maritimer mag, sucht sich eine Bleibe in Anping – dort wohnt ihr zwischen Festungsmauern und Salzluft. Auch rund um den HSR-Bahnhof gibt es moderne Unterkünfte, ideal für Kurzbesuche.

Im Mittelklasse-Segment punkten zahlreiche Boutique-Häuser in Tainan mit großzügigen Familienzimmern und vielfältigem Frühstück. Etwas gehobener wird es in einer Reihe moderner Vier-Sterne-Hotels rund um den See im Süden oder im Zentrum, viele davon mit Pool sowie Fitnessbereich. Backpacker freuen sich über die wachsende Auswahl an stilvollen Hostels und Gästezimmern im Altstadtkern, größtenteils mit fairen Preisen und herzlichen Gastgebern. Für längere Aufenthalte lohnt sich eine Ferienwohnung – so habt ihr eine kleine Küche und könnt euch wie zu Hause fühlen. Bucht in der Hauptsaison rund um die Mondneujahrsfeiertage frühzeitig, denn dann ist die Region besonders gefragt und gute Übernachtungsmöglichkeiten sind schnell ausverkauft.

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