Riquewihr: Fachwerkjuwel im Elsass


Es gibt Orte, die sich anfühlen, als hätte jemand eine Schneekugel geschüttelt und das Bild darin für immer eingefroren. Riquewihr im Elsass gehört dazu. Das Weindorf zählt offiziell zu den „Les Plus Beaux Villages de France“, den schönsten Gemeinden Frankreichs. Und das ist mehr als nur ein leerer Titel.

Überblick

Das französische Dörfchen Riquewihr ist vor allem für seinen vorzüglichen Wein und seinen mittelalterlichen Ortskern bekannt, der auch heute noch nahezu unversehrt ist. Während viele andere Gemeinden im Elsass durch Kriege und Modernisierungen immer mehr ihr Gesicht verloren, blieb das Winzerstädtchen wie unter einer Glasglocke konserviert. Die meisten Fachwerkbauten stammen aus dem 15. bis 17. Jahrhundert, viele tragen das Errichtungsdatum sogar noch in den geschnitzten Balken. Wenn ihr an den herrschaftlichen Giebeln und steinernen Portalen vorbeischlendert, könnt ihr erahnen, dass der weiße Rebensaft den Bürgern schon früh beträchtlichen Wohlstand einbrachte.

In Riquewihr, das im Mittelalter unter württembergischer Herrschaft Reichenweier hieß, ist die Amtssprache heute Französisch. Im Alltag hört ihr aber fast ebenso oft noch den elsässischen Dialekt und im Gastgewerbe wegen der Grenznähe sogar Deutsch. Diese bunte Mischung zeigt, wie eng die Geschichte der beiden Länder miteinander verbunden ist, und macht den charmanten Ort in den Weinbergen zu so einem beliebten Ausflugsziel. Packt also am besten direkt eure Kamera und ein bisschen Hunger ein. Denn dieses Fachwerkjuwel wartet nur darauf, von euch bei einem gemütlichen Spaziergang entdeckt zu werden.

Riquewihr Frankreich Dorf
Willkommen im Elsass

Sehenswürdigkeiten

Attraktionen gibt es in und um Riquewihr reichlich. Das gesamte Dorf steht unter Denkmalschutz und in den Gassen gibt es viel zu entdecken. Zusammen mit den Burgen, Weinanlagen und Naturpfaden der Umgebung hält diese Fachwerkstadt die schönsten Sehenswürdigkeiten des Elsass für euch bereit.

Der Dolderturm

Mitten im historischen Zentrum von Riquewihr steht eines der am besten erhaltenen Gebäude der Region. Der Dolder wurde im Jahr 1291 zusammen mit der ersten Befestigung errichtet und diente als Wohn- und Arbeitsplatz des Stadtwächters. Mit seinen 25 Metern Höhe bot der schlanke, viergeschossige Turm aus rotem Vogesensandstein einen uneingeschränkten Blick über die verwinkelten Fachwerkhäuser und die Ebene des Elsass. Praktisch, denn bei Gefahr durch anrückende Feinde schlug der Wachmann gleich mit der Glocke Alarm.

Zum Glück gehören die Tage, in denen man mit Angriffen aus der Nachbarschaft rechnen musste, längst der Vergangenheit an. Wenn ihr heute auf den Dolder steigt, könnt ihr unbeschwert die Aussicht über die Dächer bis zu den Vogesen genießen. Im Turm ist außerdem ein kleines Museum untergebracht, das Waffen, Werkzeuge und Alltagsgegenstände aus der Blütezeit des Dorfes zeigt, darunter Weinpressen, Schlüssel und Töpferwaren aus dem 16. Jahrhundert.

Riquewihr Frankreich Dolder
Bestaunt den historischen Dolder

Das Schloss der Grafen von Württemberg

Am anderen Ende der Altstadt, kurz hinter dem Rathauseingang im Osten, steht das Renaissanceschloss der Grafen von Württemberg-Mömpelgard. Hier begegnet euch ein Stück Geschichte: Georg I. ließ um 1540 zunächst die Burg der Herren von Horburg abreißen, ehe er die heutige Anlage beauftragte. Das genaue Datum könnt ihr sogar noch über der Eingangstür entziffern. Obwohl das Bauwerk fürstlich anmutet, nutzten die Adeligen es eher als Verwaltungssitz denn zum Wohnen. Ein besonderer Blickfang ist der polygonale Treppenturm an der Rückseite und das Wappen im Giebel des Portals.

Nachdem das Gebäude im 19. Jahrhundert in den Besitz der Stadt überging, wurde es teilweise als Schule und als Museum genutzt. Heute sitzt dort die Société d’Histoire et d’Archéologie, ein Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, das architektonische Erbe von Riquewihr zu schützen. Wenn ihr mehr über die Geschichte der Grafen von Württemberg-Mömpelgard erfahren wollt, lohnt sich ein Ausflug ins etwa eine Autostunde entfernte Montbéliard, wo es im Musée du Château des ducs de Wurtemberg eine interessante Sammlung aus Möbeln, Silberwaren und Gemälden aus der Herrschaftszeit zu entdecken gibt.

Das Obertor und die Stadtbefestigung

Wenn ihr das Dorf von der Hauptstraße aus betretet, passiert ihr als Erstes die mittelalterliche Verteidigungsanlage. Das gut erhaltene Obertor aus dem 13. Jahrhundert ist der perfekte Übergang zur Rue du Général de Gaulle, der zentralen Flaniermeile von Riquewihr. Das Gebäude ist dem Dolderturm vorgelagert. Drohte Gefahr, konnte der Durchgang durch zwei hölzerne Flügel und ein Fallgatter verschlossen werden.

Auch wenn die Befestigung Riquewihr bereits vollständig umschloss, wurde mit der Entwicklung von Feuerwaffen eine Erweiterung erforderlich. Also errichteten die Bürger um 1500 von allen Seiten außer im Norden eine zweite Verteidigungsanlage, die Anfang des 17. Jahrhunderts um Schanzen und Türme ergänzt wurde. Das war möglich, weil die Stadt durch den Weinanbau zu einem gewissen Wohlstand gekommen war. Wenn ihr heute das Dorf besucht, könnt ihr zwischen den gut erhaltenen Mauern schlendern und von der Vergangenheit träumen.

Riquewihr Frankreich Obertor
Hereinspaziert durch das Obertor

Der Diebesturm

An der nordwestlichen Ecke der alten Befestigung trefft ihr auf einen weiteren Zeugen der Vergangenheit. Der achtzehn Meter hohe Diebesturm entstand 1291 und wurde im fünfzehnten Jahrhundert umgestaltet. Lange Zeit wurde das Gebäude als Gefängnis benutzt, was ihm auch seinen uncharmanten Beinamen einbrachte. Wenn ihr heute durch seine Tore tretet, könnt ihr das alte Verlies, die Folterkammer und sogar die Werkzeuge sehen, mit denen man damals die Geständnisse erzwang.

Nach dem schaurigen Strafraum geht es weiter zur Wohnung des einstigen Wärters. Anschließend gelangt ihr über einen kleinen Durchgang ins benachbarte Winzerhaus, in dem ihr mehr über das Leben und Handwerk früherer Generationen lernt. Zwischen Keltern, Fässern und altem Gerät erfahrt ihr, wie die Leute einst die edlen Tropfen herstellten. Diese ungewöhnliche Kombination aus Justizgeschichte und Bauerntum macht den Rundgang durch das Städtchen wirklich einzigartig.

Die Burg Haut-Koenigsbourg

In der Umgebung von Riquewihr wartet eine der beeindruckendsten Festungsanlagen Frankreichs auf euch. Die mächtige Haut-Koenigsbourg thront auf einem bewaldeten Sandsteinfelsen in rund 750 Metern Höhe über dem Rheintal. Nur knapp eine halbe Autostunde trennt euch von der Reise in die Vergangenheit. Die Burg wurde ursprünglich im zwölften Jahrhundert erbaut, verfiel aber mit der Zeit langsam zur Ruine. Erst der deutsche Kaiser Wilhelm II. gab ihr durch eine umfassende Wiederherstellung den alten Glanz zurück.

Der Aufstieg zur Anlage lohnt sich gleich doppelt. Von den Zinnen Haut-Koenigsbourgs reicht eure Sicht bei klarem Wetter über die Rheinebene bis zum Schwarzwald und mitunter sogar zu den Alpen. Zwischen wuchtigen Türmen, Zugbrücken und Waffensälen taucht ihr in die Epoche der Burgherren ein. Und wenn ihr euer Auto etwas entfernt abstellt, könnt ihr über den bewaldeten Pfad hochschlendern und den Panoramaausblick auf die Vogesen genießen. Ein kleiner Tipp: Plant den Besuch am besten in den frühen Morgenstunden oder an einem Wochentag außerhalb der Hauptsaison, um das Gelände ganz für euch zu haben.

Riquewihr Frankreich Haute Koenigsbourg
Ausblick über das Elsass

Die Burgruinen Reichenstein und Bilstein

In den Mischwäldern in Riquewihrs Nachbarschaft verbergen sich die Überreste zweier mittelalterlicher Festungen, die einst die Geschicke der Umgebung bestimmten. Die Burgen Reichenstein und Bilstein stammen beide aus dem 13. Jahrhundert. Von der ersten ist heute noch ein gut fünfzehn Meter hoher Bergfried übrig, während die zweite schon lange als unbewohnbar gilt. Tatsächlich dienten die verfallenen Mauern den Bewohnern der Region lange als Steinbruch, weshalb von ihrer einstigen Größe nur noch wenig übrig ist.

Ein Ausflug zu den Ruinen lohnt sich dennoch, denn der Weg dorthin schlängelt sich durch den kühlen Wald und bietet euch viele schöne Ausblicke auf das Elsass und die Vogesen. Wenn ihr euch für Geschichte begeistert, könnt ihr zwischen dem Moos und dem Stein der alten Burgen die wechselhafte Vergangenheit dieser umkämpften Gegend hautnah spüren und Aktivurlaub mit Kultur in wunderschöner Landschaft verbinden.

Aktivitäten

Riquewihr ist kein Ort, den man nur anschaut und bewundert. Das Winzerstädtchen und seine Umgebung laden zum Mitmachen, Verkosten und Entdecken ein. Von Weinproben über Wanderungen durch die Rebhänge bis hin zu familienfreundlichen Erlebnissen für Kinder: Das Programm füllt mühelos mehrere Urlaubstage.

Bahnfahrten und Stadtführungen

Wenn ihr Riquewihr und die Kultur des Elsass wirklich kennenlernen wollt, solltet ihr unbedingt einen der offiziellen Rundgänge buchen. Alteingesessene Bewohner oder Diplomführer zeigen euch die Gegend und erklären die Traditionen der Region. Gemeinsam schlendert ihr durch die Gassen, entdeckt die schönsten Orte und hört Legenden und Geschichten rund um die verwinkelten Straßen der Stadt. Manche Führungen schließen ein Willkommensgetränk oder das Probieren der Spezialitäten ein. Informiert euch vorher bei der Touristeninfo über die beste Führung für euch, denn einige finden nur auf Französisch statt.

Für alle, die es gerne gemütlich angehen lassen, bietet sich eine Fahrt mit der kleinen Bimmelbahn an, die in Riquewihr und einigen Dörfern der Umgebung durch die Weinberge tuckert. So schaukelt ihr gemütlich durch die Altstadt und die Hänge mit den Reben und hört über die Kopfhörer auch noch ein paar interessante Details zur Region. Anschließend bietet sich eine Besichtigung der Keltereien an, bei der ihr mehr über den Anbau der Früchte lernt und die edlen Tropfen auch probieren könnt.

Riquewihr Frankreich Weinberge
Mit der Bimmelbahn durch die Rebhänge

Die Elsässer Weinstraße

Die Route des Vins d’Alsace zählt zu den schönsten Genusspfaden Europas und führt über rund 170 Kilometer von Thann im Süden bis Marlenheim im Norden. Riquewihr liegt ziemlich genau im Zentrum der Weinstraße und ist damit einer der Höhepunkte, die ihr nicht verpassen solltet. Auch die Nachbargemeinden Ribeauvillé, Zellenberg und Hunawihr dürfen auf der Liste der Tipps nicht fehlen, denn sie sind schnell erreichbar und bieten ganz eigene Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten, die sich lohnen.

Wer gerne aktiv ist, erkundet die Weinstraße mit dem Fahrrad. Falls ihr kein eigenes dabei habt, könnt ihr in den meisten Orten auch eines leihen. Markierungen trennen den Weg für Drahtesel von der Spur für Autos, sodass ihr die Aussicht auf die Landschaft ungestört genießen könnt. Wenn ihr eure Tour mit einer Geschmacksprobe der Elsässer Tropfen verbinden möchtet, plant ihr besser eine Übernachtung in einem der Gästehäuser entlang der Strecke ein, um morgens frisch und ausgeruht die nächste Etappe zu starten.

Ausflüge in die Nachbardörfer

Die Umgebung von Riquewihr verwöhnt euch mit vielen wunderschönen Orten, die ihr bequem besichtigen könnt. Die Schwestergemeinde Ribeauvillé ist kaum fünf Kilometer entfernt und lockt mit urigen Burgruinen und einer Spezialität aus süßem Hefegebäck. Auch Kaysersberg mit seinen bunten Häuserzeilen und der steinernen Brücke sollte ganz oben auf eurer Entdeckungsliste stehen. Denn neben Mittelalterflair könnt ihr hier auch das Geburtshaus des Arztes und Philosophen Albert Schweitzer erleben.

Ein weiteres Highlight ist ohne Zweifel Colmar, die heimliche Metropole des Weinbaugebiets. Wegen ihrer von Kanälen durchzogenen Gassen trägt sie auch den Beinamen „Klein-Venedig“ und verzaubert mit Fachwerk, Blumen und stillem Wasser. Wenn ihr Lust auf urbanes Flair habt, könnt ihr dort auch durch Museen schlendern, in Boutiquen stöbern und euch in den Brasserien stärken. So erlebt ihr bei einem einzigen Ausflug Mittelalterromantik und städtischen Charme.

Riquewihr Frankreich Kaysersberg
Fachwerkhäuser und idyllischer Charme in Kaysersberg

Wandern zwischen Weinbergen und Vogesen

In Riquewihr zu wandern heißt, auf gut markierten Pfaden durch eines der schönsten Weingebiete Europas zu streifen. Der Sentier Viticole, ein speziell angelegter Lehrweg durch die Hänge rund um das Dorf, führt euch in knapp zwei Stunden durch die Reben. Auf Schautafeln erfahrt ihr mehr über die Traubensorten und die Anbaugeschichte im Elsass. Die Aussicht von oben auf das Städtchen ist so schön, dass ihr sie unbedingt auf einem Foto festhalten solltet.

Wenn ihr anspruchsvollere Wanderungen bevorzugt, könnt ihr dem Vogesenpfad hinauf zu den bewaldeten Kämmen westlich des Dorfes folgen. Von den Pässen der Bergkette schaut ihr vom Elsass bis zum Schwarzwald über das gesamte Rheintal. Eine besonders schöne Tour ist der Aufstieg zum Col de Fréland, der euch gleich mehrere Optionen bietet, um wieder ins Flachland zu gelangen. Das Wegenetz ist dank des Clubs Vosgien gut ausgeschildert, sodass ihr euch auch ohne Ortskenntnisse nicht verlauft.

Weihnachtsmarkt und die festliche Jahreszeit

In der Adventszeit verwandelt sich das ohnehin schon malerische Dorf in eine noch märchenhaftere Bilderbuchkulisse. Der Weihnachtsmarkt von Riquewihr gehört zu den ältesten und stimmungsvollsten im Elsass, und das will angesichts der legendären Budenzauber in Straßburg, Colmar und Kaysersberg etwas heißen. Zwischen den festlich beleuchteten Fachwerkhäusern und den oft verschneiten Türmen duftet es nach Vin Chaud, Lebkuchen und gebrannten Mandeln. An den Ständen gibt es neben Kunst und Keramik auch viele regionale Spezialitäten zu bestaunen.

Der Markt findet jedes Jahr von November bis Dezember statt und zieht Besucher aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz an. Wenn ihr die Atmosphäre in vollen Zügen genießen möchtet, kommt ihr am besten unter der Woche, wenn es leerer ist und ihr Zeit habt, die geschmückten Gassen in Ruhe zu bewundern. Eine Übernachtung lohnt sich im Advent besonders, denn so könnt ihr gleich mehrere Orte besuchen. Denkt daran, möglichst früh zu reservieren, denn die Hotels sind zu Weihnachten schnell ausgebucht.

Riquewihr Frankreich Weihnachten
Lichterzauber im festlich geschmückten Dorf

Erlebnisse für die ganze Familie

Riquewihr mit Kindern zu besuchen, ist auch immer eine schöne Idee. Im Ortszentrum könnt ihr als Familie entspannt und ohne Verkehrsstress schlendern und die mittelalterlichen Gassen mit den Kleinen entdecken. Das ganze Dorf ist eine Abenteuerkulisse, in der es viel zu sehen gibt. Für einen Ausflug in die Ritterzeit empfiehlt sich eine Tagestour zur Burg Haut-Koenigsbourg, die sogar spezielle Besichtigungen für die jungen Gäste anbietet.

Im benachbarten Hunawihr wartet der Natur- und Tierpark NaturOparC. Auf dem weitläufigen Gelände leben Weißstörche, Fischotter, Feldhamster und allerlei heimische Arten. Die Größe des Areals ist überschaubar, sodass die kleinen Beine nicht zu schnell müde werden, eure Kinder aber dennoch viel entdecken können. Anschließend bieten sich ein Bummel durch die Stadt oder ein Ausflug zum Märchenpark in Kintzheim an. Bei so einem spannenden Programm schläft euer Nachwuchs abends bestimmt wie von selbst und träumt von Rittern und Burgen.

Reise-Infos

Damit euer Urlaub in Frankreich rundum gelingt und ihr das Beste aus den Tagen im elsässischen Weindorf herausholt, haben wir die wichtigsten praktischen Hinweise für euch zusammengestellt. Von der besten Jahreszeit über die Anfahrt bis hin zu Essen und Unterkünften findet ihr alles für einen gelungenen Aufenthalt in Riquewihr.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

Ein Urlaub im Elsass lohnt sich in jeder Saison. Im Frühling und Sommer schmücken üppige Blumenkästen die Fassaden von Riquewihr, und die Rebhänge leuchten in sanftem Grün. Auch der Herbst ist wunderschön, wenn die Trauben geerntet werden, sich das Laub golden verfärbt und der Duft von jungem Most in den Gassen hängt. Wenn ihr es besonders festlich mögt, solltet ihr im Advent kommen, denn dann verwandelt sich der Ortskern in einen stimmungsvollen Weihnachtsmarkt mit Lichtern, Glühwein und Kunsthandwerk.

Für einen ersten Eindruck reicht ein Tagesausflug, aber wenn ihr Riquewihr und Umgebung gelassen erkunden wollt, solltet ihr lieber zwei bis drei Übernachtungen einplanen. So bleibt genug Zeit für Verkostungen, Wanderungen und Abstecher in die Nachbarschaft. Kommt am besten möglichst früh am Morgen oder bleibt bis zum Abend, denn zu anderen Zeiten sind auch viele andere Menschen unterwegs. Wichtig: Reserviert euer Hotel in Frankreich früh genug, denn die Unterkünfte sind in der Hochsaison und im Advent schnell ausgebucht.

Riquewihr Frankreich Fachwerk
Freut euch auf die farbenfrohen Gassen

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Von Deutschland aus ist die Anfahrt nach Riquewihr denkbar einfach. Mit dem Auto erreicht ihr den Ort über die A35, die das Rheintal von Norden nach Süden durchzieht, bevor ihr auf die Weinstraße wechselt. Auch die Route über Freiburg und Karlsruhe bietet sich an, da beide Städte nur eine gute Stunde entfernt liegen. Wenn ihr lieber mit der Bahn reist, solltet ihr den TGV bis Colmar nehmen und von dort für die letzten Kilometer in einen Bus oder ein Taxi steigen.

Die historische Altstadt ist mit Ausnahme von Servicefahrzeugen autofrei, aber rundherum gibt es ausreichend Parkmöglichkeiten. Durch das Dorf schlendert ihr ohnehin am besten zu Fuß, um den Charme der Fachwerkhäuser gebührend zu würdigen. Wenn ihr mit dem Zug kommt, solltet ihr euch für Ausflüge in die verstreuten Winzerorte einen Mietwagen besorgen. Oder ihr leiht euch ein Rad, mit dem ihr durch die Reben rollt und Pause macht, wann immer es euch passt. Solltet ihr nicht so fit sein, könnt ihr euch auch von der Bummelbahn durch die Anlagen kutschieren lassen und die Aussicht ohne Anstrengung genießen.

Essen und Spezialitäten

Das Essen im Elsass verbindet deutsche Deftigkeit mit französischer Finesse. Ganz oben auf der Liste der Köstlichkeiten steht der Flammkuchen, ein hauchdünner Teigfladen mit Crème fraîche, Zwiebeln und Speck, der knusperfrisch aus dem Holzofen kommt. Mindestens genauso beliebt ist die Choucroute, ein üppiger Eintopf aus mildem Weißkohl und verschiedenen Fleischsorten, der euch sicher für Stunden satt macht. Probiert unbedingt auch das grüne Sauerkraut mit feiner Kräutercreme, das nur in Riquewihr auf den Speisekarten steht.

Wenn ihr es herzhaft mögt, solltet ihr auch einen Baeckeoffe kosten, einen würzigen Schmortopf aus Kartoffeln, Zwiebeln und dreierlei Fleisch, der stundenlang im Ofen gart. Naschkatzen lieben den Kougelhopf, einen Napfkuchen mit Rosinen und Mandeln, der zum Kaffee ebenso gut passt wie zum Sekt. Selbstverständlich gehört im Elsass auch ein Glas Wein zu jeder Mahlzeit. Besonders empfehlenswert ist der trockene Riesling aus den umliegenden Hängen, den ihr in den urigen Lokalen probieren könnt.

Riquewihr Frankreich Flammkuchen
Leckerer Flammkuchen und elsässischer Weißwein

Hotels und Unterkünfte

Bei den Übernachtungsmöglichkeiten setzt das Winzerstädtchen auf Charme statt Beliebigkeit. In den engen Gassen erwarten euch familiengeführte Hotels, die oft in liebevoll restaurierten Fachwerkhäusern untergebracht sind. Hinter knarrenden Holztüren verbergen sich individuell gestaltete Zimmer mit Blick auf Giebel, Brunnen oder Rebhänge. Die Herzlichkeit der Inhaber, die ihre Besucher meist beim Namen kennen, macht jeden Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Wenn ihr ursprüngliches Flair sucht, findet ihr in den traditionsreichen Pensionen von Riquewihr und Umgebung sicher eine stimmige Wahl. Manche von ihnen residieren in alten Winzerhöfen, in deren Gewölbekellern edle Tropfen lagern. Umgeben von Reben und Hügeln servieren euch die Besitzer in den Stuben die leckersten Gerichte der Region. Reserviert eure Unterkunft in der Hauptsaison rechtzeitig, denn die schönsten Adressen sind rasch ausgebucht, vor allem zur Ernte und im Advent.

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