Das idyllische Städtchen Begur liegt in Spanien in der malerischen Region Baix Empordà im Herzen der Costa Brava. Zwischen grünen Hängen und dem Mittelmeer verbindet dieser Ort katalanisches Erbe, koloniale Architektur und Naturschönheit.
Überblick
Die schöne Stadt Begur, auf Spanisch auch Bagur genannt, empfängt euch mit spannender Geschichte. Hier wandelt ihr auf den Spuren der „Indianos“, jener Auswanderer, die einst in Kuba ihr Glück fanden und mit Reichtum in ihre Heimat zurückkehrten. Im mittelalterlichen Ortszentrum entdeckt ihr derweil historische Highlights wie die Burg und verschiedene Wehrtürme. Mehrere zauberhafte Buchten und Strände laden zum Baden, Schnorcheln und Tauchen ein. Genießt frische Meeresfrüchte direkt am Wasser, wandert auf dem legendären Camí de Ronda entlang der zerklüfteten Küste oder unternehmt einen Ausflug, um noch mehr von dieser faszinierenden Region zu entdecken.

Strände
Freut euch auf viel Badespaß! Begur ist dank der diversen Strände und Buchten in der Nähe ein sehr gutes Urlaubsziel für Entspannung am Meer. Vor Ort und in näherer Umgebung findet jeder seinen Lieblingsplatz.
Cala Sa Tuna
Zu diesem Strand könnt ihr von Begur direkt laufen. Die Cala Sa Tuna zählt zu den stimmungsvollsten Buchten im gesamten Gemeindegebiet. Bunte Fischerboote schaukeln im türkisfarbenen Naturhafen und alte Steinhäuser säumen das Ufer. Das Meer ist klar und macht Lust darauf, die Taucherbrille auszupacken.
Dieser Abschnitt ist klein und geschützt, was das Wasser ruhig und flach hält. Dank dieser Beschaffenheit eignet sich in Begur dieser Strand hervorragend für Familien mit Kindern und alle, die einen entspannten Badetag genießen möchten. Wer nach dem Schwimmen Hunger bekommt, findet direkt am Ufer Restaurants, die frisch gefangene Speisen servieren.

Platja de Fornells
Im südlichen Teil des Gemeindegebiets von Begur gehört dieser Abschnitt zu den größeren und zugänglicheren Buchten der Region. Der breite Sandstrand geht hier in ruhiges, seichtes Wasser über. Ihr findet Sonnenschirme und Liegen zum Verleih vor. Alternativ bieten die Pinienwälder Schatten.
Der Strand besitzt historische Bedeutung: Laut Überlieferung erhielt die Küste hier vor etwa hundert Jahren erstmals den legendären Namen „Costa Brava“, der ihre raue, wilde Schönheit treffend beschreibt. In der Umgebung erstrecken sich mehrere kleinere Felseneinbuchtungen wie die Cala n’Estasia oder der Port des Orats, die über kurze Abzweigungen des Wegs erreichbar sind und Schnorchler wie auch Naturliebhaber zu begeistern wissen.
Platja de l'Illa Roja
Die Illa Roja gehört zu den ikonischsten Buchten der gesamten Costa Brava und verdankt ihren Namen einer markanten roten Felsinsel, die je nach Gezeiten mitten im Trockenen zu stehen scheint oder wie ein kleines Eiland im Meer schwimmt. Zusammen mit dem Farbenspiel des weißen Sands sowie dem intensiven Blaugrün des Wassers gilt der Abschnitt als einer der fotogensten Orte in ganz Katalonien.
Zwar ist die Platja de l’Illa Roja als FKK-Strand bekannt, doch die meisten Besucher kommen schlicht wegen der außergewöhnlichen Schönheit der Umgebung. Das Wasser ist hier äußerst tief und klar, ideal zum Schnorcheln oder auch Tauchen. Da die Zufahrt nur über einen schmalen Waldpfad möglich ist, hält sich das Aufkommen an Touristen in Grenzen, selbst im Hochsommer.

Platja Fonda
Falls ihr auf der Suche nach einem wirklich ursprünglichen Ort seid, werdet ihr an der Platja Fonda fündig. Dieser Strand liegt etwa drei Kilometer von Begur entfernt. Er versteckt sich hinter steilen Klippen und ist nur über rund hundert Stufen erreichbar. Touristische Infrastruktur gibt es kaum, doch dafür viel schöne Aussicht.
Dunkler Sandstrand trifft hier auf Wasser, das in satten Smaragdtönen schimmert. Die Steilwände rund um die Bucht sind mit dichtem Maquis-Gebüsch bewachsen und bieten Schatten. Neben Naturliebhabern wissen auch Urlauber, die gerne klettern, dieses abgeschiedene Paradies zu schätzen.
Sehenswürdigkeiten
In Begur gibt es einige historische Sehenswürdigkeiten. Das Ortsbild steckt voller faszinierender Zeugnisse aus Mittelalter, Kolonialperiode und früher Neuzeit. Bei einem ausgiebigen Spaziergang entdeckt ihr zahlreiche Spuren dieser bunten und bewegten Vergangenheit.
Castell de Begur
Hoch oben auf dem Hügel, der das Ortszentrum überragt, thronen die Ruinen des Castel (oder auch Castillo) de Begur. Es gilt als eines der eindrucksvollsten Wahrzeichen der Costa Brava. Schon im elften Jahrhundert war dieser strategische Aussichtspunkt befestigt, im 15. entstand dann eine mächtige Ritterburg, die später im Spanisch-Französischen Krieg und während der Napoleonischen Feldzüge beschädigt wurde.
Vom einstigen Festungsbau sind heute vor allem die Grundmauern und Teile des zylindrischen Turms erhalten. Was die Burgruine an Substanz eingebüßt hat, macht sie durch ihre atemberaubende Aussicht wett: Vom höchsten Punkt des Castillo blickt ihr über das gesamte Panorama der Costa Brava, an klaren Tagen bis zu den Medes-Inseln und dem Golf von Roses.

Casas de Indianos
Keine andere Sehenswürdigkeit verkörpert die besondere Geschichte Begurs so treffend wie die sogenannten Casas de Indianos, jene prächtigen Kolonialhäuser, die wohlhabende Auswanderer im 19. Jahrhundert bei ihrer Rückkehr aus Kuba im Zentrum errichten ließen.
Diese „Indianos“, wie sie genannt wurden, hatten in der Neuen Welt mit dem Handel von Tabak, Kork und Mehl Vermögen angehäuft und brachten architektonische Inspiration aus der Karibik mit. Ein Spaziergang durch die Gassen des historischen Zentrums verwandelt sich so in eine kleine Zeitreise zwischen Mittelmeer und Havanna. Im Casino Cultural informiert eine Ausstellung über diese außergewöhnliche Migrationsgeschichte.
Wehrtürme von Begur
Wer durch die Stadt schlendert, entdeckt dabei immer wieder eindrucksvolle Wehrtürme aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die von einer Zeit erzählen, in der Piraten die Küste der Costa Brava unsicher machten. Von den ursprünglich fünf sind mehrere noch heute in bemerkenswertem Zustand erhalten, darunter der Torre de Sant Ramon und der Can Pella i Forgas.
Heute in Begur als faszinierende Sehenswürdigkeiten bekannt, dienten die massiven, direkt auf den Felsen errichteten Steinbauten einst der Bevölkerung als Zufluchtsorte bei Überfällen vom Meer aus. Schautafeln an den Türmen erklären ihre Geschichte auf Katalanisch, Spanisch sowie auch Englisch.

Plaça de la Vila
Besucht ihr in Begur die Altstadt, findet ihr im Herzen die Plaça de la Vila, ein lebhafter Dorfplatz, auf dem sich das Rathaus, Cafés und Restaurants rund um die Kirche Sant Pere gruppieren. Das sakrale Bauwerk, im 17. Jahrhundert im spätgotischen Stil errichtet und dem Schutzpatron des Ortes gewidmet, fällt durch seine Fassade mit einem reich verzierten Portal und dem markanten Glockenturm auf.
Vor allem am Morgen ist der Platz ein lohnenswertes Ziel, wenn auf dem wöchentlichen Markt jeden Mittwoch frische Produkte aus der Region angeboten werden. Im Sommer weitet sich das Angebot auf Kunsthandwerk und Malerei aus – genau richtig für alle, die nach authentischen spanischen Souvenirs suchen.
Aktivitäten
Neben Sightseeing und Baden könnt ihr in Begur noch mehr machen. Ob Wassersportler, Wanderbegeisterte oder Kulturliebhaber, rund um die Stadt erwartet euch eine Fülle an Unternehmungen und Erlebnissen.
Wandern auf dem Camí de Ronda
Der Camí de Ronda ist ein historischer Küstenweg, der einst von Grenzwächtern und Zöllnern genutzt wurde, um Schmuggler entlang der Ufer zu kontrollieren. Heute zählt er zu den schönsten Wanderpfaden der Costa Brava. Das Teilstück rund um Begur führt vorbei an allen wichtigen Buchten des Gemeindegebiets und über Klippen mit spektakulären Ausblicken.
Falls ihr die gesamte Strecke von Sa Riera bis nach Calella de Palafrugell in Angriff nehmt, braucht ihr etwa vier Stunden. Der Weg ist in Etappen eingeteilt und mit Schildern gut ausgezeichnet, sodass er auch für weniger geübte Wanderer gut zu bewältigen ist. Besonders der Abschnitt rund um das Kap von Begur beeindruckt mit dramatischen Felsformationen, die senkrecht ins Meer fallen.

Tauchen und Schnorcheln
Bagur an der Costa Brava gilt als eine der besten Tauchdestinationen des Mittelmeerraums. Dank der relativen Abgeschiedenheit ist das Wasser hier außergewöhnlich klar und reich an Leben: Oktopusse, Muränen und farbenprächtige Felsenbarsche tummeln sich zwischen Posidonia-Seegraswiesen und alten Ankern.
Lokale Tauchschulen am Abschnitt von Aiguablava bieten Einsteigerkurse und geführte Touren für alle Erfahrungsstufen an. Für alle, die lieber nahe der Oberfläche bleiben, ist Schnorcheln eine tolle Alternative. Viele der flachen Buchten wie etwa Sa Tuna oder auch Aiguafreda bieten dabei ideale Bedingungen für Unterwassererkundungen direkt vom Strand aus.
Ausflug nach Girona
Begur liegt in Girona, einer nordöstlichen Provinz in Katalonien. Etwa 45 Kilometer entfernt findet ihr die gleichnamige historische Hauptstadt, die wir für einen Tagesausflug nur empfehlen können. Ihr mittelalterliches Zentrum gehört zu den am besten erhaltenen in ganz Europa. Unter anderem thront hier eine mächtige Kathedrale, die aus dem 14. Jahrhundert stammt.
Auch die gut erhaltenen römischen Mauern sowie die bunten Häuserzeilen entlang des Flusses Onyar wissen zu verzaubern. Wer mit der Serie Game of Thrones vertraut ist, wird einige Drehorte wiedererkennen, denn mehrere Szenen wurden in den Gassen der Altstadt gedreht. Neben dem kulturellen Reichtum überzeugt Girona kulinarisch. Sie gilt als eine der Gastronomiemetropolen Kataloniens und beherbergt mehrere mit Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurants.

Festivals besuchen
Findet eure Reise an die Costa Brava zur rechten Zeit statt, entdeckt ihr Begurs kulturelles Leben von seiner schönsten Seite. Das Habanera-Festival findet jedes Jahr im August an zwei Abenden statt, einmal auf dem Dorfplatz und einmal direkt am Strand Sa Riera. Es ist den melodischen Seemannsliedern gewidmet, die katalanische Matrosen einst aus Kuba mitbrachten. Bei Kerzen- und Fackelschein, begleitet von Rum und Kaffee, erklingen diese einzigartigen Klänge unter freiem Himmel.
Anfang September lädt die Fira d’Indians zu einem eintägigen farbenfrohen Fest ein, das Begurs besondere Verbindung zur Karibik feiert. Die Straßen des Zentrums füllen sich dann mit Kunsthandwerksständen, Kostümträgern in historischer Kleidung und kulinarischen Genüssen. Konzerte, Tanzvorführungen und Ausstellungen ergänzen das Programm.
Reise-Infos
Ein Besuch im schönen Begur lässt sich mit wenig Aufwand planen. Mit unseren nachfolgenden Tipps im Gepäck seid ihr bestens auf einen rundum gelungenen Urlaub an der Costa Brava vorbereitet.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Ein Besuch in Begur in Katalonien lohnt sich vor allem von Juni bis September, wenn die Stadt besonders sonnig ist. Juli und August sind die wärmsten und lebhaftesten Monate. Die Temperaturen klettern auf durchschnittlich 26 bis 28 Grad Celsius und das Meerwasser lädt zum Baden ein. Auch Oktober hat seinen Reiz, wenn Wandertouren auf dem Camí de Ronda ohne Sommerhitze genossen werden können.
Für einen ersten Besuch in Begur in Katalonien in Spanien empfehlen wir rund fünf Tage, um das Ortszentrum, mehrere Strände und die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Ruhe zu erleben. Kombiniert man den Aufenthalt mit Ausflügen in Nachbarstädte wie Pals, Girona oder auch auf die Medes-Inseln, bietet sich an, eine oder gar zwei Wochen zu bleiben.

Anreise und Fortbewegung vor Ort
Der nächstgelegene internationale Flughafen ist in Girona, der sich rund 55 Kilometer von Begur entfernt befindet und zahlreiche europäische Verbindungen besitzt. Alternativ steuert ihr zunächst die katalanische Hauptstadt Barcelona an und erreicht dann die Küste mit dem Mietwagen in etwa anderthalb Stunden.
In Begur ist ein Auto praktisch, um die einzelnen Buchten und Sehenswürdigkeiten zu besuchen, die teils ein Stück voneinander entfernt liegen. Öffentliche Verbindungen gibt es zwar, allerdings sind diese in der Nebensaison eingeschränkt. Im Ort selbst bewegt ihr euch am besten zu Fuß, da die engen Gassen der Altstadt für den PKW ohnehin nicht zugänglich sind.
Essen und Spezialitäten
Meeresfrüchte stehen im Mittelpunkt: Frisch gefangene Garnelen, Oktopus und Miesmuscheln werden in der Gemeinde Begur und der Stadt selbst in hervorragender Qualität serviert. Ein absolutes Muss ist die köstliche Suquet de Peix, ein rustikaler katalanischer Fischeintopf mit Kartoffeln, Safran und einer reichhaltigen Picada (Sauce) aus Nüssen und Knoblauch.
Wer Reisgerichte liebt, sollte unbedingt den Arròs Negre probieren – schwarzen Reis, der Farbe und Geschmack der Tintenfischtinte verdankt, dazu Aioli und frische Schalentiere. Ebenfalls typisch für die Region ist Pa amb Tomàquet: geröstetes Brot, das mit Tomate eingerieben und mit hochwertigem Olivenöl beträufelt wird. Als süßer Abschluss ist die Crema Catalana Pflicht.
Hotels und Unterkünfte
Im historischen Ortskern findet ihr charmante Boutiquehotels in sorgfältig restaurierten Kolonialhäusern aus dem 19. Jahrhundert. In Begur bedeutet Nachtleben Genuss und Entspannung und genau das findet ihr an dieser Stelle. Wer den direkten Zugang zum blauen Mittelmeer sucht, entdeckt in den Fischervierteln der einzelnen Buchten verschiedene Unterkünfte.
Wer lieber in grüner Ruhe residiert, wird in den Landhäusern und Masías der Umgebung fündig – traditionelle regionale Bauernhöfe mit Charme und Swimmingpool, von denen aus ihr in die wilde Natur des Hinterlandes gelangt. In Begur spricht man Katalanisch und Spanisch, doch in den Hotels und touristischen Plätzen sind auch Englisch, Französisch und manchmal Deutsch verbreitet.









