Quallen in der Nordsee: Tipps & Infos


Die Nordsee bietet nicht nur schöne Strände und beste Erholung, sondern auch eine reichhaltige Fauna. Leider ist der Kontakt mit manchen dieser Tiere nicht immer wünschenswert. Quallen in der Nordsee können zum Beispiel ziemlich unangenehm werden. Wir sagen euch, welche Quallenarten es dort gibt, wie ihr euch schützen könnt und was ihr tun solltet, wenn ihr eine unangenehme Begegnung mit ihnen hattet.

Überblick

Quallen schweben förmlich durch die Weltmeere, die Nordsee eingeschlossen. Dort gibt es nicht so viele Arten, von denen wiederum nur ganz wenige überhaupt giftig für den Menschen sind. Meist treten bei Kontakt nur Schwellungen, Rötungen, Juckreiz und leichtes Brennen auf.

Seid ihr von einer Qualle berührt worden, sollte die Haut zunächst von den restlichen Nesselzellen gereinigt werden. Am besten geht dies mit Essig. Dann sollten die betroffenen Hautstellen mit einer Brandsalbe versorgt werden. Bei starken Beschwerden oder allergischen Reaktionen sucht ihr einen Arzt auf.

Ohrenqualle
Eine Ohrenqualle schwebt durch die Tiefe der Nordsee

Durch Aufmerksamkeit und vorheriges Informieren lässt sich das Risiko auf eine unangenehme Begegnung mit einer Qualle minimieren. Vor allem Kinder sollten gut aufgeklärt werden und am Strand möglichst Badeschuhe tragen. Tote Quallen oder einzelne Tentakel können noch Gift absondern.

Was sind Quallen eigentlich?

Quallen kennen wir als die gallertartigen Tiere, die mit ihrer charakteristischen Auftriebsbewegung durch die Meere schweben. Doch nur wenige wissen, dass sie eigentlich gar keine Tierart im engeren Sinne sind. Es handelt sich um ein spezielles Stadium der Nesseltiere.

Nesseltiere sitzen als Polypen an Felsen oder am Meeresboden fest und stoßen von Zeit zu Zeit einen Teil des Körpers ab, aus dem dann eine schwebende Qualle wird. Diese paart sich und produziert Larven, die wieder zu einem festsitzenden Polypen werden. Von diesen Nesseltieren gibt es Tausende Arten, doch nicht alle durchlaufen ein Quallenstadium.

Das Entscheidende an einer Qualle aus menschlicher Perspektive sind die sogenannten Nesselzellen. Sie sitzen vorrangig an den Tentakeln und verströmen bei Kontakt ein Gift, welches normalerweise Beute lähmen soll. Je nachdem, wie stark dieses Gift ist, wirkt es aber eben auch bei uns und verursacht Schmerzen, Brennen oder Schlimmeres.

Wo ihr Quallen in der Nordsee vorfinden könntet

Die gute Nachricht vorweg: Es gibt zwar Quallen in der Nord- und Ostsee, jedoch nicht solche Arten, die euch wirklich gefährlich werden können. Quallen, die potenziell sogar lebensbedrohlich werden können, gibt es zum Beispiel im Pazifik, etwa an den Küsten Australiens. Die Quallen der Nordsee sind dagegen größtenteils völlig harmlos.

Kompassqualle
Eine Kompassqualle in Begleitung kleiner Fische

Grundsätzlich existieren in der Nordsee nur wenige Arten von Quallen: Die Ohrenqualle, die Wurzelmundqualle und die Seestachelbeere. Diese Quallen nesseln nicht oder kaum und sind keine Gefahr für Badende. Anders sieht es bei der Gelben Nesselqualle aus, die man als Feuerqualle kennt. Hinzu kommen Blaue Nesselqualle und Kompassqualle als stark nesselnde Arten.

Ungefährliche Quallen in der Nordsee

Falls ihr an der Nordsee oder Ostsee schon einmal mit Quallen in Berührung gekommen seid, dann vermutlich mit der Ohrenqualle. Diese flachen und durchsichtigen Tiere gibt es an den Küsten der genannten Meere in großer Zahl. Sie sind aber absolut ungefährlich, da ihr Nesselgift sehr schwach ist.

Ebenfalls weit verbreitet ist die sogenannte Seestachelbeere. Dabei handelt es sich im engeren Sinne gar nicht um eine echte Qualle, denn bei dieser Art fehlen die Nesselzellen komplett. Folglich kann sie auch kein Gift absondern und ist daher völlig ungefährlich für uns Menschen.

Die Wurzelmundqualle – oder auch Blumenkohlqualle – kann eine beachtliche Größe erreichen und wirkt daher vielleicht auf den ersten Blick etwas einschüchternd. Doch ihr Gift ist schwach und verursacht, wenn überhaupt, nur eine ganz geringe Hautirritation.

Bei diesen Nordsee-Quallen Abstand halten

Leider ist auch die Gelbe Nesselqualle in der Nordsee recht häufig anzutreffen. Sie ist etwa tellergroß mit einem gelbbraunen Schirm, der unter Wasser häufig rötlich wirkt – daher der umgangssprachliche Name Feuerqualle. Lange Tentakel hängen von der Unterseite des Schirms herab und sondern ein Gift ab, das bei uns Menschen zu teils sehr starken Rötungen und Schmerzen führen kann.

Ähnliches gilt für die Blaue Nesselqualle. Sie ist ein enger Verwandter der Feuerqualle, jedoch deutlich kleiner. Ihr Schirm schimmert eher bläulich, manchmal sogar recht kräftig blau. Üblicherweise hat man aber kaum die Zeit, sich über Farben Gedanken zu machen, wenn man Quallen in der Nordsee begegnet.

Etwas auffälliger ist die sogenannte Kompassqualle. Sie trägt auf dem Schirm eine charakteristische Zeichnung, die an die Windrose eines Kompasses erinnert. Auch die Tentakel der Kompassqualle sind mit Nesselzellen durchzogen, die ein recht starkes Gift absondern, sodass es zu Rötungen und Schmerzen bei Kontakt mit ihnen kommen kann.

Das passiert bei Hautkontakt mit Quallen

Wird die Nesselzelle einer Qualle berührt, werden Nesselkapseln mit einem Gift abgesondert, welches wiederum bei Menschen eine Hautreaktion hervorruft. Das funktioniert so ähnlich wie etwa bei Brennnesseln. Es juckt und brennt auf der Haut und hinterlässt eine Rötung, die einige Zeit anhalten kann. Oft bilden sich auch Bläschen oder Schwellungen.

Der große Unterschied ist allerdings, dass diese Kapseln mit enormem Druck explodieren und dabei das Gift mit sehr hoher Beschleunigung in die Haut injizieren. Deshalb setzt die Wirkung des Giftes auch so schnell ein. Wer dann schwer darauf reagiert, kommt kaum noch aus dem Wasser, ehe es anfängt zu brennen und zu jucken.

Qualle-Haut
Hautrötung infolge eines Kontakts mit einer Qualle

In ganz ungünstigen Fällen können bleibende Narben entstehen oder es gibt sichtbare Pigmentveränderungen an den betroffenen Hautstellen. Wirklich starke, systemische Reaktionen wie Atemnot oder Kreislaufbeschwerden kommen jedoch beim Kontakt mit Quallen aus der Nordsee so gut wie nie vor.

Vorsicht bei Allergien

Menschen, die zu Allergien neigen sowie Personen mit Kreislaufstörungen oder anderen chronischen Erkrankungen, können auf das Nesselgift der Quallen mitunter stärker reagieren. Klärt am besten vorab mit eurem Arzt, ob besondere Vorsicht angebracht ist und packt eure Notfallmedikamente in die Reiseapotheke.

Erste Hilfe bei Kontakt mit Quallen

Ist es doch einmal passiert und ihr hattet eine unschöne Begegnung mit einer Qualle, deren Gift euch zu schaffen macht? Dann geratet nicht in Panik. In den allermeisten Fällen passiert kaum mehr als bei einem Sonnenbrand, einem Wespenstich oder einem Kontakt mit Brennnesseln. Berücksichtigt folgende Schritte.

Schritt 1: Entfernung der Tentakel

Die Tentakel, die ihr berührt habt, bleiben an eurer Haut kleben. Entfernt diese zunächst vorsichtig und notfalls mit etwas Meerwasser. Verwendet kein Süßwasser oder Alkohol, da sonst die Nesselzellen platzen und ihr es noch schlimmer macht. Auch das Abreiben mit einem Handtuch ist nicht ratsam, da so ebenfalls die giftigen Zellen geöffnet werden.

Es kann helfen, Sand auf die betroffene Stelle zu streuen und diesen leicht antrocknen zu lassen. Dann könnt ihr die Sandschicht mitsamt den Tentakeln abschaben, etwa mit einer Kreditkarte oder einem Messerrücken. Angetrockneter Rasierschaum hilft auch, aber wer hat so etwas schon am Strand dabei?

Qualle-Tentakel
Die Tentakel einer Qualle

Es ist ratsam, immer eine kleine Sprühflasche mit Essig am Strand dabeizuhaben. Der Essig entfernt die Nesseln von der Haut, ohne dass diese aufplatzen. Kauft einfach ein Fläschchen haushaltsüblichen Essig im Supermarkt, füllt ihn zuhause in eine Sprühflasche um und deponiert diese bei euren Badesachen.

Schritt 2: Salbe auftragen

Nach dem ersten Schreck sollte euer Weg direkt in die nächste Apotheke führen. Dort gibt es spezielle Salben für Verletzungen durch Quallen. Ansonsten hilft auch Brandsalbe oder Salbe gegen Juckreiz. Wichtig ist, die betroffenen Stellen nicht aufzukratzen.

Schritt 3: Gegebenenfalls Arzt aufsuchen

In einigen Fällen kann es sein, dass die Symptome schlimmer werden oder sehr lange anhalten. Dann solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen. Stellen sich die schweren Symptome direkt am Strand ein, verständigt am besten die Wasserwacht.

Vorsorge gegen Kontakt mit Quallen

Quallen gehören zur Nordsee dazu und sind wichtig für das Funktionieren des Ökosystems. Folglich müsst ihr euch einfach darauf einstellen, dass ihr möglicherweise in Kontakt mit ihnen kommt. Es gibt einige Dinge, die dazu beitragen, das Risiko auf einen ungewollten Kontakt mit Feuerquallen und Co. zu minimieren.

Quallen am Nordseestrand

Nicht selten werden Quallen am Strand angeschwemmt und liegen dann glibberig im Sand herum. Das ist natürlich ein interessanter Anblick für neugierige Kinder und natürlich auch Erwachsene. Auch gestrandete und sogar tote Quallen sowie abgetrennte Tentakel sondern noch Gift ab. Sprecht also mit eurem Nachwuchs und weist ihn auf die Gefahr hin. Auch Badeschuhe haben sich am Strand gegen die Nesselzellen bewährt.

Hund-Qualle-Nordseestrand
Können Mensch und Tier gefährlich werden: Quallen

Quallen beim Baden

Je nach Jahreszeit, Witterung und Strömung kann es an manchen Badestränden zu einem sichtbaren Massenvorkommen von Quallen kommen. Wenn ihr die Quallenschwärme schon vom Strand aus sehen könnt, solltet ihr das Schwimmen verschieben.

Seht ihr erst im Wasser eine Qualle, dann bleibt ruhig und entfernt euch mit langsamen Schwimmbewegungen. Hastige Züge erzeugen einen Sog und ihr zieht die Qualle an euch heran. Kommt der Qualle keinesfalls mit den Augen zu nahe. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, bleibt nahe dem Ufer, um bei Bedarf schnell aus dem Wasser zu kommen.

Quallen beim Wattwandern in der Nordsee

Oft kommt es vor, dass Quallen bei Ebbe am Strand zurückbleiben. Auch dann gilt natürlich, dass sie nach wie vor Gift absondern können. Ihr solltet es also beim Wandern im Watt vermeiden, Quallen oder Tentakel mit bloßen Händen anzufassen. Tragt deshalb aus diesem Grund am besten Schuhe.

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Wattwurm und Feuerqualle im Watt

Wo Quallen richtig wichtig sind

Am Strand oder beim Baden mögen Quallen störend wirken, doch in einigen Bereichen sind die geleeartigen Tierchen wichtig geworden. In der Biologie konnte die Erforschung der Zellen dieser Tiere schon so einige Erkenntnisse liefern. Zellen von Quallen werden heute zum Beispiel in der Medizin und bei der Kosmetikherstellung verwendet.

Vor allem in Asien spielen Quallen auch auf der Speisekarte eine Rolle. Viele Arten der Wurzelmundquallen sind essbar, allerdings aufgrund ihres hohen Wassergehaltes nicht sonderlich nahrhaft. Trotzdem werden pro Jahr mehr als 320.000 Tonnen Quallen für den Verzehr geerntet.

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