Quallen in der Ostsee


Sommerzeit ist Ostseezeit – zumindest für viele Familien mit Kindern, die ihre Ferien an der deutschen Küste verbringen. Doch was sind das für glibberige Meerestiere, die uns den Badespaß verleiden? Das Wichtigste zum Thema Quallen in der Ostsee!

Gefährliche Quallen in der Ostsee?

Quallen bestehen selbst fast ausschließlich aus Wasser, nicht verwunderlich, dass die Medusen sich auch in der Ostsee mehr als wohl fühlen. Wenn auch viele Quallen wärmere Gewässer als die vergleichsweise kühle Ostsee bevorzugen, gibt es doch einige Arten, die auch hier beheimatet sind. Vor allem die Gelbe Haarqualle, auch als Feuerqualle bekannt, die Blaue Nesselqualle und die Ohrenqualle kommen in der Ostsee vor.

Während Kinder oft mit den seltsam aussehenden Strandgästen spielen wollen, ekeln sich viele Erwachsene vor den Weichtieren. Hinzu kommt die Frage: Welche Qualle ist harmlos – und welche giftig?

Quallenplage am Ostseestrand
Quallenplage am Ostseestrand

Abstand halten solltet ihr bei den genannten Nessel- oder Feuerquallen: Wie der Name schon sagt, ist ein Kontakt mehr als unangenehm, denn diese Art ist giftig. Auch wenn der eigentliche Quallenkörper gar nicht zu erkennen ist, könnt ihr von von den bis zu ein Meter langen Fangarmen berührt werden! In der Ostsee kommen diese Tiere als Blaue Nesselquallen oder Gelbe Haarquallen vor.

Gelbe Haarquallen erkennt ihr daran, dass diese über rötlich-braune Tentakeln verfügen. Genau in diesen Tentakeln sitzen die Nesselzellen, die das Gift der Qualle speichern. Die Blaue Nesselqualle hingegen hat einen blau-violetten Körper. Tritt man auf die Tentakeln einer Nesselqualle, drohen schmerzhafte Verletzungen, die mit Brennen und Rötungen einhergehen. Wer von einer Feuerqualle gestochen wird, sollte folgende Maßnahmen zur Ersten Hilfe einleiten:

Erste Hilfe bei Quallenstichen

  • Rasierschaum auf die betroffenen Hautstellen auftragen, abwarten
  • Mit einem stumpfen Gegenstand abschaben
  • Alternativ noch anklebende Nesselzellen mit Salzwasser benetzen, Sand darauf streuen und abwarten
  • Anschließend abschaben
  • Rettungsschwimmer aufsuchen
  • Bei Bedarf mit Kühlakkus oder entsprechenden Salben und Gels behandeln

Bestehen Anzeichen eines allergischen Schocks, solltet ihr unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Blaue Nesselqualle
Vorsicht vor dieser Blauen Nesselqualle

Diese Quallen sind vollkommen harmlos

Die Ohrenqualle hingegen, auch als Aurelia aurita bekannt, ist für den Menschen vollkommen ungefährlich. Ohrenquallen kommen in der Nordsee und in der Ostsee vor, im Sommer besonders zahlreich. Das liegt darin begründet, dass in den warmen Monaten die Nahrungsquelle Plankton schneller wächst. So ist es nicht selten, dass im Juli und August kilometerlange Schwärme von Ohrenquallen an der Ostsee-Oberfläche treiben. Begünstigend kommt hinzu, dass im Sommer zu viel Stickstoff durch Dünger aus der Landwirtschaft ins Meer gelangt. Das massenhafte Auftreten der Quallen, die selbst nicht schwimmen können, sich aber mit der Strömung treiben lassen, ist für Urlauber auf den Ostsee-Inseln, aber auch auf dem Festland, im Falle von Aurelia aurita dann eher ein optisches Problem. Auch wenn die Tiere nicht giftig sind, wollen wohl die wenigsten Badenden in Kontakt mit den glibberigen Tieren kommen. Nur Kinder sind den Tieren meist aufgeschlossener und nehmen sie im Wasser oder am Strand sogar gerne in die Hand. Nicht nur deshalb sollten Eltern ihren Jüngsten den Unterschied zwischen Feuerqualle und Ohrenqualle erklären. Wer an der Ostsee Urlaub macht, muss einfach damit rechnen, dass zahlreiche Quallen vor Ort sein werden und sich damit arrangieren.

Qualle in der Hand
Qualle in der Hand

Kontakt mit den Glibbertieren ist im Sommer kaum zu vermeiden, wenn auch das Aufkommen von Jahr zu Jahr verschieden ist. Als Faustregel gilt: warmer Sommer = viele Quallen. Denn das Plankton, von dem sich die Weichtiere ernähren, vermehrt sich unter Einfluss der Sonne besonders gut. Kommt noch ein kräftiger auflandiger Ostwind hinzu, gelangen die Quallen schnell in Massen an den Strand.

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1 Kommentar zum Thema
  1. JS

    Auch in Safaga bei Hurghada in Ägypten sind sie zu finden.