Quallen in der Ostsee: So gefährlich werden Ihnen die Glibbertiere

Sommerzeit ist Ostseezeit – zumindest für viele Familien mit Kindern, die ihre Ferien an der deutschen Küste verbringen. Doch was sind das für glibberige Meerestiere, die uns den Badespaß verleiden? Das Wichtigste zum Thema Quallen in der Ostsee!

Bild Ohrenquallen im Wasser

Gefährliche Quallen in der Ostsee?

Quallen bestehen selbst fast ausschließlich aus Wasser, nicht verwunderlich, dass die Medusen sich auch in der Ostsee mehr als wohl fühlen. Wenn auch viele Quallen wärmere Gewässer als die vergleichsweise kühle Ostsee bevorzugen, gibt es doch einige Arten, die auch hier beheimatet sind. Vor allem die gelbe Nesselqualle, auch als Feuerqualle bekannt, und die Ohrenqualle kommen in der Ostsee vor. Nesselquallen erkennen Sie daran, dass diese über rötlich-braune Tentakeln verfügen. Genau in diesen Tentakeln sitzen die Nesselzellen, die das Gift der Qualle speichern. Tritt man auf die Tentakeln einer Nesselqualle, drohen schmerzhafte Verletzungen, die mit brennen und Rötungen einhergehen. Wer von einer Feuerqualle gestochen wird, sollte folgende Maßnahmen zur Ersten Hilfe einleiten:

• Rasierschaum auf die betroffenen Hautstellen auftragen, abwarten und dann mit einem stumpfen Gegenstand abschaben
• Alternativ noch anklebende Nesselzellen mit Salzwasser benetzen, Sand darauf streuen und abwarten, anschließend abschaben
• Rettungsschwimmer aufsuchen
• Bei Bedarf mit Kühlakkus oder entsprechenden Salben und Gels kühlen

Bestehen Anzeichen eines allergischen Schocks, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen!

Bild Ohrenqualle am Strand

Diese Quallen sind vollkommen harmlos

Die Ohrenqualle hingegen, auch als Aurelia aurita bekannt, ist hingegen für den Menschen vollkommen ungefährlich. Ohrenquallen kommen an der Nordsee und an der Ostsee vor, im Sommer besonders zahlreich. Das liegt darin begründet, dass in den warmen Monaten die Nahrungsquelle Plankton schneller wächst. So ist es nicht selten, dass im Juli und August kilometerlange Schwärme von Ohrenquallen an der Ostsee-Oberfläche treiben. Begünstigend kommt hinzu, dass im Sommer zu viel Stickstoff durch Dünger aus der Landwirtschaft ins Meer gelangt. Das massenhafte Auftreten der Quallen, die selbst nicht schwimmen können, sich aber mit der Strömung treiben lassen, ist für Urlauber im Falle von Aurelia aurita dann eher ein optisches Problem. Auch wenn die Tiere nicht giftig sind, wollen wohl die wenigsten Badenden in Kontakt mit den glibberigen Tieren kommen. Nur Kinder sind den Tieren meist aufgeschlossener und nehmen sie im Wasser oder am Strand sogar gerne in die Hand. Nicht nur deshalb sollten Eltern ihren Jüngsten den Unterschied zwischen Feuerqualle und Ohrenqualle erklären. Wer an der Ostsee Urlaub macht, muss einfach damit rechnen, dass zahlreiche Quallen vor Ort sein werden und sich damit arrangieren.

Bild Qualle in der Hand

Kontakt mit den Glibbertieren wird auch 2018 nicht zu vermeiden sein, denn auch für dieses Jahr ist nicht mit einem geringeren Aufkommen zu rechnen. Weil der Sommer 2018 bisher eher zu warm als zu kalt war, dürfte sich auch das Plankton kräftig vermehrt haben. Kommt noch ein kräftiger auflandiger Ostwind hinzu, dürften die Quallen schnell wieder in Massen an den Strand gelangen.

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