Tipps für Badeurlauber: Alles über Quallen

Jeden Sommer überschlagen sich die Meldungen und Warnungen vor Quallen. Besonders im Mittelmeer wird alljährlich von invasionsartigen Quallen-Plagen berichtet. Doch nicht alle Glibbertiere sind gefährlich.

Kein Grund für Verzicht auf Badurlaub

Experten raten davon ab, lediglich aufgrund von Quallen-Vorkommen auf einen Badeurlaub zu verzichten. Denn zum einen gibt es im Mittelmeer immer Quallen, zum anderen werden Strände mit gehäuftem Quallen-Befall gesperrt, um die Badeurlauber zu schützen. Eine Panikmache ist daher vollkommen unangebracht. Trotzdessen gibt es keine Garantie, dass Urlaubern ein Kontakt mit der Nesselqualle erspart bleibt.Genauso falsch wie die Panikmache ist die Annahme, Quallen würden lediglich in verschmutzen Meeresgewässern auftreten. Quallen sind kein Indiz für Meeresverschmutzung oder andere Umweltprobleme. Ein gehäuftes Quallen-Vorkommen ist vor allem durch den Rückgang ihrer Fressfeinde, wie beispielsweise Thunfische oder Schildkröten, sowie durch die hohen Temperaturen im Mittelmeer bedingt. Eine Vorhersage von Quallen-Aufkommen ist unmöglich, denn zumeist werden diese durch Meeresströmungen in die Badebuchten getrieben. Zudem tauchen sie lediglich kurz in derselben Bucht auf. Deswegen ist auch die Berichterstattung über betroffene Küstenabschnitte wenig hilfreich.

Qualle ist nicht gleich Qualle

Quallen werden ebenfalls als Medusen bezeichnet und gehören zu der Gruppe der Nesseltiere. Die Körper der Tiere ähneln einem flachen beziehungsweise glockenförmigen Schirmchen, der aus einer Gallertmasse besteht. Die Körperoberfläche ist bei den meisten Quallen mit zahlreichen Tentakeln versehen. Berührt ein Beutetier oder ein Feind die Nesselkapseln, die sich an den Tentakeln befinden, wird ein Mechanismus ausgelöst, der winzige harpunenartige Fortsätze herausschießt. Diese bohren sich in die Haut des Feindes und setzen dort ein Gift frei. Beutetiere werden mit diesem Gift gelähmt.

Qualle am Strand

Vorsicht, nicht drauf treten!

Nicht nur im Mittelmeer, sondern auch in Ost- und Nordsee gibt es Quallen. Doch nicht jede Qualle ist automatisch gefährlich. Die „Aurelia aurita“, die weiße Ohrenqualle, kann zwar enorme Ausmaße annehmen, ihre Nesselkapseln sind jedoch nicht stark genug, um die menschliche Haut zu durchdringen. Diese völlig ungefährliche Qualle ist an ihren vier durchscheinenden weißen Ringen auf dem Schirm zu erkennen.

Achtung gefährlich

Im Gegensatz zur Ohrenqualle ist die gelb-rötlich gefärbte Haarqualle „Cyanea capillata“ durchaus gefährlich für den Menschen. Die bis zu zehn Meter langen Tentakel können zu Vernesselungen führen, die Verbrennungswunden ähneln. Auch die Leuchtqualle „Pelagia noctiluca“ sowie die „Carybdea marsupialis“, die besser als Würfelqualle bekannt ist, können Badeurlaubern gefährlich werden und bei Kontakt zu unangenehmen Vernesselungen führen.

Ratschläge befolgen

Werden im Meer nesselnde Quallen gesichtet, sollten sich Urlauber strikt an das Badeverbot halten. Falls sich Badeurlauber nicht sicher sind, ob sich Quallen im Wasser befinden, können sie sich an die örtliche Badeaufsicht wenden. Werden Badegäste verletzt, sollten sie ebenfalls die Strandaufsicht aufsuchen. Handelsüblicher Essig, der über die betroffenen Hautpartien gegossen wird, hilft das Quallengift zu zerstören. Die Badeaufsicht hält zudem schmerzlindernde Salben bereit.

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