Zwischen den Hügeln von Kos und den Buchten von Leros liegt ein Eiland, das mit seiner rauen Schönheit einen sofort in den Bann zieht. Kalymnos, eine der größeren Dodekanes-Inseln, ist ein Ort voller Kontraste. Schroffe Kalksteinfelsen treffen auf kristallklares Wasser, alte Traditionen auf eine lebendige Kletterszene, und in den Hafentavernen duftet es nach frisch gegrilltem Oktopus.
Überblick
Kalymnos vereint auf kleinstem Raum eine erstaunliche Bandbreite an Landschaften, Kulturgütern und Aktivitäten. Die rund 16.000 Einwohner pflegen eine herzliche Gastfreundschaft, die weit über das übliche Maß hinausgeht – und genau diese Wärme spürt ihr überall auf dem Eiland. Morgens könnt ihr durch die bunten Gassen von Pothia schlendern, mittags an einem einsamen Kieselstrand ins türkisfarbene Meer springen und abends bei einem Glas Raki den Sonnenuntergang hinter der vorgelagerten Insel Telendos genießen.
Das Eiland bietet weltberühmte Kletterrouten, faszinierende Tauchreviere, byzantinische Klöster und eine bodenständige Küche mit regionalen Spezialitäten. Dazu kommen malerische Strände, spannende Museen und ein Netz aus Wanderwegen durch die beeindruckende Bergwelt. Kurz gesagt: Die griechische Insel Kalymnos ist wunderschön und hat für jeden Geschmack das Passende – ob sportlich, kulturell oder einfach zum Erholen.

Städte
Auf Kalymnos liegen die Siedlungen über die ganze Insel verstreut und sind erstaunlich verschieden. Im Süden pulsiert die Hafenstadt, doch an West- und Nordküste wirken Fischerdörfer wie aus der Zeit gefallen. Über 90 Prozent der Bevölkerung wohnen in den drei zusammengewachsenen Gemeinden Pothia, Chorio und Panormos, die das lebendige urbane Herz bilden.
Myrties und Massouri
An der zerklüfteten Westseite liegen die beiden Nachbarorte, die als touristisches Zentrum von Kalymnos gelten. Hier konzentrieren sich zahlreiche Unterkünfte, Restaurants sowie Outdoor-Shops, die vor allem Kletterer aus aller Welt anziehen. Der Blick von der Küstenstraße auf die vorgelagerte Insel Telendos, die bei Sonnenuntergang in goldenes Licht getaucht wird, gehört zu den schönsten Panoramen der gesamten Dodekanes-Gruppe. Vom kleinen Hafen in Myrties starten regelmäßig Boote hinüber zu dem autofreien Eiland.
Neben dem spektakulären Ausblick bieten die beiden Orte auch wunderbare Strände für entspannte Badetage. Kleine Kiesbuchten mit glasklarem Wasser säumen den Küstenabschnitt, und in den Tavernen direkt am Meer bekommt ihr fangfrischen Fisch serviert. Abends erwacht die Uferpromenade zum Leben – dann mischen sich Einheimische mit internationalen Gästen, und aus den Bars erklingt entspannte Musik. Die Atmosphäre ist dabei herrlich ungezwungen, und die Umgebung versprüht einen charmanten Mix aus griechischer Tradition und kosmopolitischem Flair.
Pothia
Die lebhafte Stadt ist das pulsierende Herz von Kalymnos und gleichzeitig das Tor zur Insel. Mit rund 12.000 Einwohnern gilt sie als wirtschaftliches sowie gesellschaftliches Zentrum, an dem sämtliche Fäden zusammenlaufen. Am weitläufigen Hafen reihen sich bunte Fischerboote aneinander, während an der Uferpromenade Cafés, Tavernen und traditionelle Schwammläden zum Verweilen einladen. Wer tiefer in das Gassengewirr vordringt, entdeckt neoklassizistische Herrenhäuser, kleine Werkstätten und versteckte Plätze, an denen das alltägliche griechische Leben stattfindet.
Ein Spaziergang durch die Inselhauptstadt lohnt sich besonders am frühen Abend, wenn die Bewohner auf den Straßen flanieren. Das Archäologische Museum am nördlichen Ortsrand beherbergt spannende Exponate aus verschiedenen Epochen, während das Nautische an der Hafenpromenade die bewegte Geschichte der Schwammtaucherei dokumentiert. Hoch über den Dächern thront das berühmte Kloster Agios Savvas, von dem aus sich ein atemberaubender Blick über die gesamte Bucht und die umliegende Ägäis eröffnet – eine der schönsten Sehenswürdigkeiten auf Kalymnos.

Emporios
Ganz im Norden der Insel, am Ende einer kurvenreichen Küstenstraße, liegt dieses kleine Fischerdorf. Mit kaum mehr als 50 ständigen Bewohnern ist der Ort ein Refugium für alle, die absolute Ruhe suchen und dem Alltag komplett entfliehen möchten. Ein paar Tavernen am Wasser, ein schmaler Kieselstrand und dahinter eine karge, fast unwirklich erscheinende Felslandschaft – mehr braucht es hier nicht zum Glücklichsein. Die Abgeschiedenheit verleiht dem Weiler eine ganz besondere, fast meditative Stimmung.
Im Mittelalter war die Umgebung rund um Emporios strategisch bedeutsam, wovon die Überreste einer hellenistischen Festungsanlage in unmittelbarer Nähe zeugen. Die mächtige Burg Kastri gehört zu den ältesten Verteidigungsbauten auf Kalymnos und bietet einen fantastischen Panoramablick über die nördliche Ägäis bis hinüber nach Leros. Wer den Weg hierher auf sich nimmt, wird mit einer Landschaft belohnt, die rauer und wilder wirkt als alles andere auf der griechischen Insel.
Vathy
An der Ostküste erstreckt sich eine der überraschendsten Naturkulissen auf Kalymnos. Ein schmaler Meeresarm schneidet sich tief ins Landesinnere und erinnert dabei an einen skandinavischen Fjord – nur eben mit mediterranem Flair und strahlend blauem Wasser. Entlang der geschützten Bucht reihen sich Zitrus- und Mandarinenbäume aneinander, deren Duft die gesamte Umgebung erfüllt. Am Ende des Tals liegt der winzige Hafen von Rina, wo Fischer ihre Netze flicken und kleine Tavernen lokale Köstlichkeiten anbieten. Dieser Ort zählt zweifellos zu den Geheimtipps der griechischen Insel.
Die Gegend rund um das Tal eignet sich hervorragend für ausgedehnte Spaziergänge durch Orangenhaine und vorbei an alten Steinhäusern. Vom Hafen aus starten zudem Bootstouren zu abgelegenen Stränden und verborgenen Höhlen an der Küste. Die landwirtschaftlich genutzte Ebene gilt als fruchtbarste Zone der gesamten Insel – hier wachsen auf rund 1.500 Hektar Zitrusfrüchte, die weit über die Region hinaus bekannt sind. Ein Besuch in diesem grünen Paradies fühlt sich an wie ein Ausflug in eine andere Welt und gehört zu den Dingen, die man auf Kalymnos unbedingt gesehen haben muss.

Sehenswürdigkeiten
Auf der Insel Kalymnos gibt es eine Menge kulturelle und historische Schätze. Von byzantinischen Klöstern über antike Festungsanlagen bis hin zu faszinierenden Museen reicht das Spektrum an Sehenswürdigkeiten. Besonders spannend ist die enge Verbindung zwischen den geschichtsträchtigen Stätten und den Traditionen des Insellebens.
Das Archäologische Museum von Kalymnos
Am nördlichen Rand von Pothia befindet sich eine Sammlung, die Fundstücke von der Antike bis in die byzantinische Epoche präsentiert. Sie umfasst Keramiken, Skulpturen, Münzen und Alltagsgegenstände, die bei Ausgrabungen auf der Insel sowie auf dem benachbarten Eiland Telendos zutage gefördert wurden. Besonders bemerkenswert ist eine bronzene Frauenfigur aus hellenistischer Zeit, die zu den bedeutendsten Exponaten zählt.
Was dieses Museum von vielen anderen archäologischen Sammlungen in Griechenland unterscheidet, ist sein lokaler Fokus. Anstatt mit monumentalen Großexponaten zu beeindrucken, erzählt es die Geschichte einer Inselgemeinschaft durch alltägliche Gegenstände und regionale Funde. Dadurch bekommt ihr einen authentischen Einblick in das Leben vergangener Jahrhunderte auf Kalymnos.
Das Kloster Agios Savvas
Hoch über den Dächern von Pothia thront das wohl bekannteste Wahrzeichen der gesamten Insel Kalymnos. Die Anlage ist dem Heiligen Savvas gewidmet, der im 20. Jahrhundert hier predigte und als Schutzpatron verehrt wird. Sechs einzelne Kirchen gehören zum heutigen Frauenkloster, und im Innenhof steht ein knorriger Baum, der mit seinen verwunschenen Ästen ein äußerst beliebtes Fotomotiv darstellt.
Der Aufstieg zum Kloster auf Kalymnos lohnt sich besonders in den späten Nachmittagsstunden, wenn die Sonne tiefer sinkt und die gesamte Bucht von Pothia in warmes Licht getaucht wird. Von der Terrasse aus überblickt ihr die Hafenstadt, das tiefblaue Meer und bei klarer Sicht sogar die Küste von Kos im Süden. Trotz seiner Bekanntheit hat der Ort eine ruhige, spirituelle Atmosphäre bewahrt. Besucher sind jederzeit willkommen, sollten jedoch auf angemessene Kleidung achten und die Stille des Areals respektieren.

Die Tropfsteinhöhle von Kefalas
Im Westen der Insel, oberhalb des Ortes Skalia, verbirgt sich diese beeindruckende Sehenswürdigkeit. Sie gehört zu den größten natürlichen Hohlräumen im Dodekanes und fasziniert mit spektakulären Stalaktiten und Stalagmiten, die über Jahrtausende hinweg gewachsen sind. In der Antike diente die Grotte vermutlich als Kultstätte, worauf archäologische Funde im Inneren hindeuten. Der Zugang erfolgt über einen markierten Pfad, der selbst schon wunderbare Ausblicke auf die Küste und das offene Meer freigibt.
Neben Kefalas gibt es auf Kalymnos noch weitere begehbare Höhlen, darunter die Grotte der sieben Jungfrauen unweit von Pothia, die mit einer tragischen Legende verbunden ist. Die vulkanisch und tektonisch geprägte Geologie der Region hat über Millionen von Jahren ein unterirdisches Labyrinth geschaffen, das Geologen und Abenteuerlustige gleichermaßen fasziniert. Für den Besuch empfiehlt es sich, festes Schuhwerk und eine Taschenlampe mitzunehmen, da nicht alle Abschnitte beleuchtet sind. Die Kombination aus Naturwunder und mythologischem Hintergrund macht diesen Ausflug zu einem sehenswerten Erlebnis.
Die Burgen von Kalymnos
Zwischen Pothia und Panormos erheben sich zwei mittelalterliche Festungsanlagen, die zu den eindrucksvollsten historischen Sehenswürdigkeiten der gesamten Insel zählen. Die größere der beiden, das Kastro von Chora, thront auf einem steilen Felsrücken und wurde im 11. Jahrhundert von den Byzantinern errichtet. Ihre endgültige Form erhielt die Anlage 1495 unter den Johanniterrittern, die den gesamten Dodekanes von Rhodos aus kontrollierten. Bis 1812 wohnten Menschen hinter den mächtigen Mauern – erst als die Gefahr durch Piratenüberfälle nachließ, verlagerte sich das tägliche Leben in die Ebene direkt unterhalb der Befestigung im Tal.

Auf halbem Weg zwischen Chora und dem Hafen erhebt sich die zweite Befestigung, weithin als Chrysocheria bekannt. Der alternative Name Pera Kastro (die gegenüberliegende Burg) verweist auf ihre strategische Sichtachse zur großen Anlage oberhalb von Chora. Erbaut im 15. Jahrhundert unter dem Gouverneur Fantino Querini, diente sie als Residenz und Beobachtungsposten zugleich. Unterhalb der Mauern stehen drei kegelförmige Windmühlen aus Stein, die inzwischen zu einem der bekanntesten Wahrzeichen von Kalymnos geworden sind.
Aktivitäten
Die Geografie von Kalymnos bietet ideale Voraussetzungen für Unternehmungen aller Art – von sportlichen Höchstleistungen am Fels für Aktivurlauber bis hin zu entspannten Bootsausflügen entlang der Küste. Gleichzeitig kommt der Badespaß nicht zu kurz, denn die vielen kleinen Buchten versprechen ungestörte Stunden am Meer. Die griechische Insel ist ein Paradies für alle.
Klettern an weltberühmten Felswänden
In den letzten Jahrzehnten hat sich Kalymnos zu einem der renommiertesten Ziele weltweit für diesen Sport entwickelt. Hunderte von Routen in allen Schwierigkeitsgraden schlängeln sich durch die Kalksteinwände, begleitet von atemberaubenden Panoramen über die Ägäis. Die meisten Gebiete konzentrieren sich rund um Massouri an der Westküste, wo Kletterer aus Europa, Nordamerika und Asien aufeinandertreffen. Besonders im Frühjahr und Herbst herrscht Hochsaison – dann findet auch das alljährliche Festival statt.
Für Einsteiger bieten mehrere Schulen vor Ort Anfängerkurse an, bei denen erfahrene Guides die Grundlagen vermitteln und sichere Routen auswählen. Die Outdoor-Shops in Myrties und Massouri verleihen zudem sämtliche Ausrüstung, sodass ihr nichts Schweres im Gepäck mitschleppen müsst. Das Besondere am Klettern auf dieser griechischen Insel ist die Kombination aus erstklassigem Fels und mediterraner Lebensart. Nach einem intensiven Tag an der Wand sitzt ihr abends mit einem kühlen Getränk in der Taverne und tauscht Geschichten mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt aus.

Tauchen und Schnorcheln
Die Unterwasserwelt rund um Kalymnos gehört zu den vielfältigsten in der gesamten Ägäis. Griechenlands erster Tauchpark wurde hier gegründet, und entlang der Südküste warten zahlreiche Spots darauf, erkundet zu werden. Zwischen farbenprächtigen Schwämmen, Seeanemonen und bizarren Felsformationen tummeln sich Meerbrassen, Skorpionsfische und Oktopusse. An manchen Stellen stoßt ihr sogar auf jahrhundertealte Schiffswracks, die in 15 bis 25 Metern Tiefe auf dem Grund ruhen und von Korallen besiedelt wurden.
Mehrere zertifizierte Tauchbasen auf der Insel organisieren Ausfahrten für Anfänger und Fortgeschrittene gleichermaßen. Auch Schnorchler kommen in den flachen Buchten voll auf ihre Kosten, denn die außergewöhnliche Sichtweite von oft über 30 Metern ermöglicht faszinierende Einblicke bereits direkt unter der Wasseroberfläche. Empfehlenswert sind die geschützten Gewässer rund um Telendos und die Ostküste bei Vathy.
Wandern durch Berglandschaften
Die gebirgige Topografie bietet Interessierten ein abwechslungsreiches Terrain, das von gemütlichen Küstenpfaden bis hin zu anspruchsvollen Gipfeltouren reicht. Der höchste Berg auf Kalymnos ist der Profitis Ilias mit seinen 676 Metern. Er belohnt trittsichere Aufsteiger mit einem grandiosen 360-Grad-Rundblick über die Ägäis und die umliegenden Dodekanes-Inseln. Besonders reizvoll sind auch die Wanderwege entlang der Westküste zwischen Massouri und Arginonda, wo im Frühling wilde Oleander in voller Pracht blühen.
Abseits der bekannteren Pfade führen markierte Routen durch das Eiland, vorbei an verlassenen Kapellen, alten Zisternen und über steinige Hochebenen mit weitreichender Fernsicht. Auf Kalymnos habt ihr beim Wandern die Naturkulisse meistens ganz für euch allein. Wichtig ist ausreichend Trinkwasser, da unterwegs kaum Einkehrmöglichkeiten bestehen. Am besten startet ihr in den kühleren Morgenstunden und plant genug Muße ein, um zwischendurch die Aussicht in aller Ruhe zu genießen. Auf einer Reise durch die griechischen Inseln gehört diese Aktivität ganz klar zu den Highlights.

Ausflüge zu den Nachbarinseln
Von Kalymnos aus lassen sich wunderbare Tagestouren per Boot zu den umliegenden Eilanden unternehmen. Neben Telendos direkt vor der Haustür ist vor allem die kleine Insel Pserimos ein beliebtes Ziel, die sich auf halbem Weg nach Kos befindet. Der einzige Ort Avlakia empfängt Besucher mit einer Handvoll Tavernen, einem schönen Sandstrand und absoluter Gelassenheit. Fischer bieten morgens ihren frischen Fang an, und in den wenigen Geschäften findet ihr regionalen Honig sowie aromatische Kapern – perfekt als Mitbringsel aus Griechenland.
Wer das Hopping noch weiter ausdehnen möchte, erreicht per Fähre auch Leros, Lipsi und das geschichtsträchtige Patmos innerhalb weniger Stunden. Die Verbindungen im Dodekanes sind dicht geknüpft und die Tickets sind vergleichsweise günstig, sodass sich mehrere griechische Inseln von Kalymnos aus mühelos miteinander verbinden lassen. Bereits die Strecken auf dem Meer sind ein Erlebnis – der Wind weht euch um die Nase, das Wasser schimmert in unzähligen Blautönen, und am Horizont taucht langsam die nächste Felsensilhouette auf. So sieht mediterranes Glück in Reinform aus.
Reise-Infos
Damit eure Reise reibungslos verläuft, lohnt sich etwas Planung im Vorfeld. Kalymnos im Dodekanes ist unkompliziert erreichbar und verfügt über eine solide Infrastruktur, auch wenn das Eiland abseits der klassischen Mainstream-Routen liegt. Mit den folgenden praktischen Tipps seid ihr bestens für euren Urlaub auf den griechischen Inseln vorbereitet.
Ideale Reisezeit und Reisedauer
Wann ihr Kalymnos am besten besucht, hängt davon ab, welche Aktivitäten im Vordergrund stehen. Badeurlauber sind zwischen Juni und September bestens aufgehoben, wenn das Thermometer 28 bis 35 Grad zeigt und das Meer Badetemperaturen um die Mitte der Zwanziger erreicht. Für Kletterer und Wanderer eignen sich die Monate April bis Mai oder der Herbst, wenn mildere Luft ausgedehnte Touren deutlich angenehmer macht. In dieser Zeitspanne finden auch das jährliche Kletterfestival und weitere lokale Veranstaltungen statt.
Für einen umfassenden Eindruck von der Insel solltet ihr mindestens vier bis fünf Tage einplanen. In diesem Zeitraum könnt ihr die wichtigsten Orte erkunden, einen Ausflug nach Telendos oder Pserimos unternehmen und trotzdem genug Muße für entspannte Strandbesuche behalten. Wer Kalymnos mit Leros, Lipsi oder Patmos verbinden möchte, ist bis zu zwei Wochen hervorragend beraten. Das Eiland eignet sich außerdem perfekt als ergänzendes Reiseziel zu einem Aufenthalt auf dem benachbarten Kos.

Anreise und Fortbewegung vor Ort
Der einfachste Weg nach Kalymnos führt über Kos, das von vielen europäischen Airports direkt angesteuert wird. Von Mastichari verkehren täglich mehrere Fähren, die euch in rund 45 Minuten nach Pothia bringen. Alternativ besitzt die Insel seit 2006 einen eigenen kleinen Flughafen mit Verbindungen nach Athen. Wer auf dem Seeweg von Piräus anreist, sollte eine Fahrzeit von etwa zehn Stunden einkalkulieren – dafür gleitet ihr durch die malerische Ägäis.
Vor Ort empfiehlt sich ein Mietwagen oder Motorroller, da das öffentliche Busnetz nur die Hauptrouten abdeckt und nicht sonderlich häufig verkehrt. Die Straßen sind größtenteils gut ausgebaut, auch wenn einzelne Abschnitte im Norden etwas abenteuerlich werden können. Taxis stehen ebenfalls zur Verfügung, sollten aber gerade in der Hochsaison rechtzeitig bestellt werden. Für kürzere Strecken zwischen Pothia und der Westküste genügt oft ein Fahrrad – so seid ihr flexibel und erlebt die beeindruckende Landschaft der Insel Kalymnos aus nächster Nähe.
Essen und Spezialitäten
Die Küche auf Kalymnos ist bodenständig, aromatisch und eng mit dem Meer verbunden. In den Tavernen entlang der Häfen kommt täglich fangfrischer Fisch auf den Teller – gegrillter Oktopus, gefüllter Tintenfisch und Garnelen in Soße gehören zu den Klassikern, die ihr unbedingt probieren solltet. Eine echte Inseltradition ist der Myrmizelli-Salat, der aus eingeweichten Gerstenbrötchen, gehackten Tomaten, Olivenöl, Oliven, Weichkäse und Oregano zubereitet wird. Dazu passt ein Glas des lokalen Raki, der hier auch Suma genannt wird.
Neben den Meeresfrüchten hat Kalymnos noch weitere kulinarische Besonderheiten zu bieten. Arvitsa, ein würziger Kichererbseneintopf mit Rosmarin und Tomaten, gehört ebenso zum traditionellen Speiseplan wie Dolmades in Pfeffersauce oder geschmortes Lamm aus dem Holzofen. In den Bäckereien findet ihr neben herzhaften Pitas süße Galaktoboureko und knusprige Baklava. Zudem solltet ihr unbedingt ein Glas des Inselhonigs mitnehmen, der als einer der besten in der gesamten Ägäis gilt. Die Mahlzeiten werden hier übrigens gerne in geselliger Runde geteilt – bestellt einfach mehrere kleine Meze-Gerichte und lasst euch gemeinsam durch die Aromenvielfalt treiben.
Hotels und Unterkünfte
Auf Kalymnos erwartet euch eine überschaubare, aber charmante Auswahl an Unterkünften. In Pothia findet ihr gemütliche Boutique-Hotels direkt am Hafen, die oft familiengeführt sind und mit persönlichem Service punkten. An der Westküste rund um Myrties und Massouri konzentrieren sich weitere Häuser verschiedener Kategorien, von denen viele einen fantastischen Meerblick auf Telendos bieten. Da die Nachfrage insbesondere in den Monaten September und Oktober hoch ist, empfiehlt sich eine frühzeitige Buchung.
Wer es etwas abgeschiedener mag, wird in den ruhigeren Gegenden rund um Vathy oder Emporios fündig. Kleine Pensionen und stilvolle Gästehäuser schmiegen sich dort in die Landschaft und bieten den perfekten Rückzugsort nach einem erlebnisreichen Tag. Generell bewegen sich die Preise auf Kalymnos deutlich unter dem Niveau bekannterer Eilande wie Santorini oder Mykonos, was sie für budgetbewusste Reisende attraktiv macht.









