Collioure: Kunststadt an der Küste


Zwischen den Pyrenäen und dem Mittelmeer, im äußersten Süden Frankreichs, liegt das Fischerdorf Collioure. Schon der Maler Henri Matisse schwärmte von der Farbenpracht des Ortes. In den Gassen, am Hafen und in jedem Glas Wein spürt ihr die katalanische Seele und das mediterrane Lebensgefühl. Freut euch auf diese kleine Küstenstadt, sie wird euch verzaubern!

Überblick

Collioure blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück, die ihr an jeder Ecke spürt. Schon die Griechen und Römer legten hier einst an. Im Mittelalter kämpften die Könige von Mallorca und die spanische Krone um die strategische Bucht. Als Frankreich den Ort 1659 übernahm, ließ der berühmte Baumeister Vauban die Festungsanlagen so massiv erweitern, dass sogar Teile der Oberstadt dafür weichen mussten. Noch heute stehen das wuchtige Château Royal und das Fort Saint-Elme als steinerne Zeugen dieser Epoche hoch über dem Wasser. Wenn ihr bei eurem Besuch durch die Wehrgänge schlendert, fühlt ihr euch gleich in die Geschichte Europas zurückversetzt.

Mindestens genauso prägend war der Sommer 1905, als Henri Matisse und André Derain neun Wochen lang in Collioure malten. Das besondere Licht an Frankreichs einziger nach Osten ausgerichteter Küste inspirierte die beiden zu gewagten Farbexperimenten. Was sie damals nicht ahnten: Ihre Arbeiten würden als Fauvismus in die Kunstgeschichte eingehen. Wenn ihr heute eine der vielen Galerien besucht oder den Spuren der beiden auf dem Rundweg durch die Gassen der Altstadt folgt, versteht ihr schnell, warum sich die Gemeinde selbstbewusst „Cité des Peintres“ nennt.

Collioure Frankreich Gasse
Willkommen in den farbenfrohen Gassen von Collioure!

Strände

Vergesst endlose Sandstreifen, wie ihr sie von der französischen Mittelmeerküste kennt. In Collioure erwarten euch kleine Buchten zwischen Felsen und Klippen, mit Blick auf historische Gemäuer und die grünen Hänge der Pyrenäen. Das Wasser schimmert in Türkis- und Smaragdtönen wie an der kroatischen Adria. Packt eure Badesachen ein, denn hier bleibt niemand trocken.

Plage de Boramar

Eingebettet zwischen dem Château Royal und der Kirche Notre-Dame-des-Anges liegt Collioures bekannteste Bucht. Mit knapp 150 Metern wirkt sie auf den ersten Blick zwar überschaubar, doch genau hier spielt sich im Sommer das Leben ab. Am Ufer mischen sich Kiesel, Sand und Schiefer. Kleine Wellenbrecher halten das Wasser ruhig. Gerade wenn ihr mit Kindern unterwegs seid, werdet ihr diesen geschützten Badebereich lieben.

Unter den Platanen des Boulevard de Boramar reihen sich viele Cafés, Restaurants und Eisdielen aneinander. So könnt ihr ganz einfach vom Handtuch aus zum Mittagessen gehen, ohne dass ihr eure Schuhe anziehen müsst. Morgens kehren die Fischerboote in den angrenzenden Hafen zurück, abends tauchen warme Laternen die Fassaden in goldenes Licht. In der Nebensaison habt ihr gute Chancen, das traumhafte Panorama fast für euch allein zu genießen.

Collioure Frankreich Plage de Boramar
Sonne tanken mit Blick auf Notres-Dames-des-Anges

Plage Saint-Vincent

Gleich um die Ecke vom Plage de Boramar erreicht ihr diesen Strand mit seiner vorgelagerten Kapelle. Der Untergrund aus Kieselsteinen und grobem Sand fällt etwas steiler ab als in den Nachbarbuchten. Badeschuhe sind daher eine gute Idee. Dafür werdet ihr mit einem der schönsten Ausblicke belohnt: einem Panorama aus Festung, Glockenturm und offener See. Nicht umsonst haben Matisse und Derain diese Aussicht immer wieder auf Leinwand gebannt.

Besonders zum Sonnenuntergang lohnt sich ein Besuch, wenn das Abendlicht die Felsen in warme Rottöne taucht und sich die Silhouette des Fort Saint-Elme scharf gegen den Himmel abzeichnet. Eine kleine Bar am Saint-Vincent-Strand versorgt euch mit Getränken und einfachen Gerichten. Wenn ihr es im Urlaub aktiver mögt, könnt ihr euch ein Kajak oder Stand-up-Paddle ausleihen und die Küste vom Wasser aus erkunden. An windstillen Tagen ist das Meer so klar, dass ihr beim Paddeln bis auf den Grund schauen könnt.

Plage du Port d'Avall

Südöstlich des Château Royal findet ihr den einzigen Sandstrand im Ort. Am Port d’Avall bleibt das Wasser lange flach, was besonders Familien mit kleinen Kindern freut. Außerdem schirmt die geschützte Lage den oft kräftigen Tramontane-Wind ab. Während es an anderen Buchten schon mal ungemütlich werden kann, genießt ihr hier in Ruhe die Sonne.

Direkt am Château Royal könnt ihr euch Tretboote und Liegen ausleihen. Nach dem Baden lohnt sich ein Abstecher ins angrenzende Le Mouré, das alte Fischer- und Winzerviertel mit seinen schmalen Kopfsteinpflastergassen und blumengeschmückten Fassaden. Zwischen pastellfarbenen Häusern mit Bougainvillea-Ranken entdeckt ihr kleine Ateliers und Galerien. Hier bekommt ihr einen Eindruck von Collioure abseits der Hauptpromenade.

Collioure Frankreich Plage du Port d'Arvall
Freut euch auf Badespaß mit der ganzen Familie!

Plage de l'Ouille

Wenn ihr einen kurzen Fußmarsch auf dem Küstenpfad Richtung Le Racou nicht scheut, werdet ihr mit einer versteckten Bucht belohnt. Unterhalb steiler Klippen erwartet euch der Plage de l’Ouille, an dem sich feiner Sand mit Kieseln mischt. Das Meer wechselt von Türkis über Smaragd bis Tiefblau. Hier seid ihr weit weg vom lebhaften Treiben im Ortskern und könnt die wilde Seite der Côte Vermeille auf euch wirken lassen.

Ab dem Frühjahr öffnet ein kleines Restaurant direkt am Meer, das euch mit frischem Fisch versorgt. Durch die abgeschiedene Lage bleibt es hier auch in der Hochsaison merklich ruhiger als an den Stränden im Ort. Nehmt die Schnorchelausrüstung mit, denn die Unterwasserwelt entlang der Felsen ist artenreich. Auf dem Rückweg schlängelt sich der Sentier du Littoral an Klippen und Weinbergen entlang und überrascht euch hinter jeder Biegung mit einem neuen Panorama.

Sehenswürdigkeiten

Auf engstem Raum findet ihr in Collioure architektonisches und kulturelles Erbe aus über tausend Jahren. Wachtürme aus dem Mittelalter stehen nur wenige Gehminuten von modernen Galerien entfernt. Nehmt euch Zeit für einen ausgedehnten Rundgang, denn hinter jeder Ecke wartet eine neue Entdeckung.

Château Royal

Schon von weitem seht ihr die mächtige Burg, die seit dem 7. Jahrhundert hoch über der Bucht thront. Ursprünglich als Sommerresidenz der Könige von Mallorca errichtet, nutzten es später wechselnde Herrscher als Festung und Garnison. Während der Retirada 1939, als Tausende spanische Republikaner vor dem Franco-Regime über die Grenze flüchteten, diente es sogar als Internierungslager. Wenn ihr durch die Räume wandert, spürt ihr die bewegte Vergangenheit des alten Gemäuers in jedem Stein.

Heute könnt ihr im Château wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Kunst besuchen und euch in einer ständigen Sammlung über die Ortsgeschichte informieren. Besonders lohnt sich ein Rundgang über die Festungsmauern, von denen aus ihr den Hafen, die rosafarbene Kirchenkuppel und die Weinberge sehen könnt. Plant euren Besuch am besten für den späten Nachmittag, wenn das Licht flach über die Zinnen fällt und die Schatten lang werden. Bei dieser Stimmung gelingen euch Fotos, die jedes Postkartenmotiv übertreffen.

Collioure Frankreich Château Royal
Auf den Spuren der Vergangenheit im Château Royal

Notre-Dame-des-Anges

Wenn ihr durch Collioure schlendert, werdet ihr ein Wahrzeichen immer wieder sehen: den runden Glockenturm mit der rosafarbenen Kuppel. Er steht direkt am Wasser auf einem Felsvorsprung und diente ursprünglich als Leuchtfeuer. Als Vauban 1673 die alte Kirche in der Oberstadt abreißen ließ und der Hafen zugunsten von Port-Vendres an Bedeutung verlor, errichteten die Einwohner kurzerhand ein neues Gotteshaus um das überflüssig gewordene Seezeichen. So entstand Notre-Dame-des-Anges, heute das meistfotografierte Denkmal der gesamten Côte Vermeille.

Von außen wirkt die Kirche eher schlicht, doch im Inneren erwartet euch eine Überraschung. Neun vergoldete Altäre schmücken die Nischen, allen voran das prachtvolle Hauptwerk von Joseph Sunyer mit seinen detailreichen Figuren und Reliefs. Der Kontrast zum rauen Stein der Fassade ist beeindruckend. Geht danach unbedingt auf den Steg zur Saint-Vincent-Kapelle. Von dort habt ihr genau die Aussicht, die schon Matisse so oft gemalt hat.

Musée d'Art Moderne

Nur wenige Gehminuten vom Hafen entfernt liegt das Museum für Moderne Kunst in einem eleganten Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert. Der russischstämmige Maler Jean Peské gründete es 1930 im ehemaligen Wohnsitz des Senators Jules Pams. Heute beherbergt es Werke von Picasso und Chagall sowie eine wachsende Kollektion zeitgenössischer Arbeiten. Durch ein Residenzprogramm kommen regelmäßig junge Kreative aus ganz Europa nach Collioure und erweitern die Sammlung.

Wenn ihr das Museum gesehen habt, solltet ihr unbedingt den Freiluft-Rundweg zu den Originalschauplätzen erkunden. An zwanzig Stationen im Ortskern stehen Reproduktionen der Gemälde von Matisse und Derain genau da, wo sie 1905 entstanden. Vergleicht das Original vor euren Augen mit dem Bild auf der Tafel, und ihr werdet sehen, dass der Unterschied verblüffend gering ist. Geführte Touren durch die Altstadt starten in der Maison du Fauvisme und bringen euch die revolutionäre Malerei dieser Epoche auf eine Weise nahe, die kein Lehrbuch ersetzen kann.

Collioure Frankreich Musée d'Art Moderne
Im Museum entdeckt ihr die Werke berühmter Künstler

Das Grab von Antonio Machado

Eingebettet zwischen Zypressen und alten Mauern findet ihr auf dem Friedhof von Collioure eine der meistbesuchten Gedenkstätten Südfrankreichs. Der spanische Dichter und Humanist Antonio Machado entkam 1939 dem Franco-Regime und suchte jenseits der Grenze in dem kleinen Ort Zuflucht. Nur wenige Wochen nach seiner Ankunft starb er am 22. Februar. In seinem Mantel fand man seinen letzten Vers, ein Fragment über blaue Tage und die Sonne der Kindheit („estos días azules y este sol de la infancia“ ).

Seit den 1970ern veranstaltet das Dorf jedes Jahr ein Festival zur Erinnerung an Antonio Machado mit Lesungen, Konzerten und Gedenkveranstaltungen. Die schlichte Ruhestätte ist immer mit frischen Blumen geschmückt, dazu legen Besucher aus aller Welt Briefe und Gedichte nieder. Wenn ihr vor dem Grab des Dichters steht, werdet ihr einen Moment innehalten und verstehen, warum dieser stille Ort für so viele Menschen bis heute von tiefer Bedeutung ist.

Aktivitäten

Neben Küste und Kultur hat Collioure noch einiges mehr für euch zu bieten. Die katalanische Lebensart entdeckt ihr nicht nur in Museen und Restaurants, sondern auch auf dem Wasser, in den steilen Weinbergen und in den Ateliers der Handwerker. Freut euch auf den Sommer in Südfrankreich, denn hier kommen Aktivurlauber und Genießer gleichermaßen auf ihre Kosten.

Weinverkostung in den Domänen

Die Berge rund um Collioure und Banyuls gehören zu den steilsten und ältesten Anbaugebieten Europas. Seit der Antike in Terrassen angelegt, trotzen die Reben dem kräftigen Tramontane und der intensiven Sonne. Das Ergebnis sind äußerst aromatische Trauben. Wenn ihr die AOC-Weine von Collioure probiert, vor allem die Roten und Rosés, werdet ihr sofort schmecken, wie sie sich von den Tropfen benachbarter Regionen unterscheiden.

Ein guter Start für eure Tour ist der Cellier des Dominicains im ehemaligen Kloster am südlichen Ortsrand. Dort könnt ihr in historischem Ambiente verschiedene Jahrgänge probieren. Wer tiefer eintauchen möchte, fährt zum Domaine Les Clos de Paulilles, einem ökologisch bewirtschafteten Weingut in der gleichnamigen Bucht mit beeindruckendem Meerblick. Bei geführten Verkostungen erfahrt ihr alles über Rebsorten, Böden und die Besonderheiten des Terroirs. Spätestens nach dem dritten Glas versteht ihr, warum diese Region unter Kennern längst kein Geheimtipp mehr ist.

Collioure Frankreich Wein
Probiert die edlen Tropfen aus Collioure!

Seekajak entlang der Côte Vermeille

Vom Wasser aus zeigt euch die Küste ihr Gesicht, so wie ihr es an Land nie zu sehen bekommt. Am Saint-Vincent-Strand könnt ihr Kajaks und Paddelboards ausleihen und entlang der Klippen Richtung Port-Vendres gleiten. Dabei entdeckt ihr verborgene Grotten, winzige Buchten ohne Zugang vom Ufer und schimmernde Riffe knapp unter der Meeresoberfläche. Wenn ihr den Blick gen Himmel schweifen lasst, seht ihr, wie sich die Pyrenäen direkt über den Dächern von Collioure erheben.

Geführte Touren dauern zwei bis drei Stunden und sind auch für Anfänger geeignet. Am besten startet ihr früh am Morgen, wenn die See ruhig und das Licht besonders weich ist. Nachmittags kann der kräftige Tramontane-Wind auffrischen und das Paddeln anspruchsvoller machen. Einige Anbieter kombinieren den Ausflug mit einem Schnorchelstopp in einer der abgelegenen Buchten zwischen Collioure und Banyuls-sur-Mer.

Der Küstenpfad nach Port-Vendres

Auf dem Sentier du Littoral wandert ihr von Collioure ins Nachbardorf und erlebt auf rund fünf Kilometern ein ständig wechselndes Panorama aus Steilklippen, Weinbergen und verborgenen Stränden. Der Pfad beginnt südlich des Château Royal, führt an der Plage de l’Ouille vorbei und windet sich durch duftende Macchia-Vegetation, bevor euch am Ende der Hafen von Port-Vendres empfängt.

Ohne Pause seid ihr in etwa anderthalb Stunden am Ziel. Wenn ihr euch zwischendurch Zeit für Fotostopps und ein Bad nehmt, wird daraus schnell ein halber Tag. Festes Schuhwerk ist empfehlenswert, da einige Passagen über Fels und Geröll führen und bei Nässe rutschig werden können. Zurück könnt ihr bequem mit dem Regionalzug fahren, der die beiden Orte in wenigen Minuten verbindet. Freut euch auf diesen Ausflug, denn die Strecke zählt zweifellos zu den schönsten an der Côte Vermeille.

Collioure Frankreich Port Vendres
Am Ziel: Der bunte Hafen von Port-Vendres

Sardellenmanufakturen besichtigen

Collioure trägt das Gütesiegel „Site Remarquable du Goût“, und das verdankt der Ort vor allem seinen berühmten kleinen Fischen. Seit dem Mittelalter werden die Sardellen hier von Hand zubereitet. Zwei Familienbetriebe halten diese Tradition aufrecht: die Maisons Roque und Desclaux, gegründet 1870 und 1903. Beide öffnen ihre Werkstätten für Gäste und zeigen euch den gesamten Prozess vom Salzen über das Reifen bis zum Filetieren.

In den Fabrikstätten von Roque könnt ihr den Arbeiterinnen über die Schulter schauen, die die Sardellen mit erstaunlicher Geschwindigkeit und Präzision entgräten. Dieses Handwerk wird seit fünf Generationen weitergegeben. Anschließend dürft ihr euch durch gesalzene Filets, marinierte Varianten, Anchoïade und gefüllte Oliven probieren. Bei Desclaux ergänzt ein Kurzfilm mit historischen Aufnahmen aus dem 19. Jahrhundert die Vorführung. In den Verkaufsläden beider Häuser im Ortskern findet ihr nach der Besichtigung hervorragende Mitbringsel für eure Liebsten.

Reise-Infos

Damit euer Urlaub in Frankreich reibungslos verläuft, gibt es hier alle wichtigen Informationen rund um euren Aufenthalt. Von der besten Saison über Anreise und Fortbewegung bis hin zu kulinarischen Empfehlungen und Unterkünften ist alles dabei, was ihr für die Planung braucht. Lehnt euch zurück und freut euch auf entspannte Ferien in Collioure.

Ideale Reisezeit und Reisedauer

An der Côte Vermeille erwartet euch mediterranes Klima mit heißen Sommern und milden Wintern. Von Mai bis Oktober klettert das Thermometer regelmäßig über 20 Grad Celsius, im Juli und August oft sogar über 30. Typisch für die Region ist der Tramontane, ein kräftiger Nordwestwind, der im Frühling und Herbst für klare Sicht, aber auch für frische Böen sorgt.

Wenn ihr die Sommerhitze und die Besucherströme der Ferienzeit umgehen wollt, kommt im Mai, Juni oder September. Das Meer ist warm genug zum Baden, die Gassen sind belebt, ohne überfüllt zu sein, und das Licht hat genau jene Qualität, die schon die Fauvisten faszinierte. Plant für euren Urlaub in Frankreich mindestens drei volle Tage ein, um Küste, Kultur und Umgebung in Ruhe zu entdecken. Wer auch Ausflüge nach Céret, Perpignan oder über die nahe spanische Grenze machen möchte, sollte fünf bis sieben Nächte bleiben.

Collioure Frankreich Bunte Strasse
Lasst euch vom mediterranen Charme verzaubern!

Anreise und Fortbewegung vor Ort

Der nächste Flughafen liegt in Perpignan-Rivesaltes, etwa 40 Minuten entfernt. Von dort bringt euch die Regionalbahn TER in rund einer halben Stunde nach Collioure. Ihr könnt auch von Barcelona oder Toulouse mit dem Zug kommen, allerdings mit Umstieg. Mit dem Auto nehmt ihr die D914, die malerisch entlang der Küste führt, im Sommer aber stark befahren ist. Die spanische Grenze erreicht ihr in nur 30 Kilometern, perfekt für spontane Abstecher nach Portbou oder Cadaqués.

Im Ort selbst wird das Auto schnell zur Last. Die Altstadt besteht überwiegend aus Fußgängerzonen und engen Gassen, Stellplätze sind sogar in der Nebensaison knapp. In den Sommermonaten gibt es einen Park-and-Ride am Dorfeingang mit einem Shuttlebus ins Zentrum. Zum Glück ist Collioure so übersichtlich, dass Laufen kein Problem ist. Für Ausflüge entlang der Côte Vermeille nehmt ihr am besten die Regionalbahn, die die Nachbargemeinden Argelès-sur-Mer, Port-Vendres und Banyuls-sur-Mer miteinander verbindet.

Essen und Spezialitäten

Die Küche von Collioure ist unverkennbar katalanisch mit mediterranem Einschlag. Prägend für die Region sind die Sardellen, die seit Jahrhunderten von Hand gesalzen und gereift werden. Ihr bekommt sie in zahlreichen Varianten: als Filets in Öl, mariniert in Essig, als Anchoïade oder gefüllt in Oliven. Die Maisons Roque und Desclaux sind die letzten beiden Familienbetriebe, die diese Kunst am Leben erhalten. Ihre Produkte gehören zu den kulinarischen Wahrzeichen der Côte Vermeille.

Auf den Speisekarten am Hafen findet ihr Fischgerichte wie Zarzuela, einen reichhaltigen Eintopf aus Meeresfrüchten, Parillades vom Grill und Paella. Typisch sind Cargolada, gegrillte Schnecken mit Aioli, oder Lammfleisch nach Art des Roussillon. Zum Nachtisch empfiehlt sich die Crema Catalana, eine Verwandte der Crème brûlée mit Zitrusaroma. Probiert unbedingt auch die Weine aus Collioure und Banyuls. Von der Vorspeise bis zum Dessert begleiten sie jede Mahlzeit hervorragend. Auf den Wochenmärkten mittwochs und sonntags am Place du Maréchal Leclerc kauft ihr frisches Obst, Käse, Honig und handgefertigte Stoffe, perfekt als Souvenirs für daheim.

Collioure Frankreich Souvenirs
Freut euch auf viele farbenfrohe Andenken

Hotels und Unterkünfte

In Collioure gibt es alles, von gehobenen Boutique-Häusern in historischen Gebäuden über familiäre Pensionen bis zu Ferienwohnungen mit Meerespanorama. Die begehrtesten Adressen liegen im Quartier du Mouré, dem alten Fischerviertel mit verwinkelten Gassen und Ausblick auf Hafen und Château. Hier übernachtet ihr in unmittelbarer Nähe zu den Restaurants und Galerien, solltet aber gerade an lauen Sommerabenden auf eine lebhaftere Geräuschkulisse gefasst sein.

Wer Ruhe sucht, findet in den Hügeln oberhalb des Ortes sowie an der Route des Crêtes ruhigere Unterkünfte, oft mit Pool und Garten, dafür etwas weiter von der Küste entfernt. Die Mieten variieren erheblich je nach Saison. Juli und August sind oft deutlich teurer, während ihr im Mai, Juni und September ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis bekommt. Reserviert so früh wie möglich, denn die Kapazität ist begrenzt und beliebte Hotels und Ferienhäuser sind schnell ausgebucht.

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