Hunsrück: Mittelgebirge in der Pfalz


Ihr wollt wandern, klettern, euren Kindern die Natur näherbringen und dafür in Deutschland bleiben? Dann ist ein Urlaub im Mittelgebirge Hunsrück perfekt. Euch erwarten die berühmte Hängeseilbrücke Geierlay und noch ganz viel mehr!

Überblick

Eine Reise ins Hunsrück bedeutet Urlaub in einem Naturparadies. Es handelt sich hier um ein Mittelgebirge in Rheinland-Pfalz, das noch in vielen Teilen unberührt ist und zu den ältesten Gebirgen Deutschlands zählt. Der höchste Berg erreicht stolze 816 Meter, besitzt einen Aussichtsturm und trägt den Namen Erbeskopf. Große Teile des Mittelgebirges bewegen sich jedoch etwas tiefer auf circa 500 Metern Höhe. Im Osten fließt der Rhein, im Nordwesten ist es die Mosel, die das Gebiet begrenzt.

Hunsrück hat ein vielseitiges Landschaftsbild zu bieten. Dazu gehören Wälder wie der Soonwald, Idarwald und Hochwald, aber auch weite Wiesenlandschaften, sanfte Bachläufe und größere Wasser wie der Simmerbach. Immer wieder mischen sich Weiden und Ackerflächen in das Gesamtbild. Mit steigenden Höhenmetern kommen steile Hänge hinzu. Für Tierbeobachtungen ist das Gebiet bestens geeignet, denn hier leben Sing- und Greifvögel, Störche und Spechte ebenso wie Schwarz- und Rotwild. Sogar Wildkatzen, Füchse und Dachse sind hier heimisch.

Hunsrueck Erbeskopf
Ausblick vom Erbeskopf

Orte

Hunsrück lockt mit vielen abwechslungsreichen Orten, von denen wir euch diese kleine Auswahl besonders ans Herz legen wollen. Es erwarten euch wunderschöne alte Burgen, erholsame Luftkurorte und interessante Museen.

Thalfang am Erbeskopf

Die Verbandsgemeinde gehört zum Landkreis Bernkastel-Wittlich und liegt passend zum Namen direkt am höchsten Berg des Mittelgebirges. Die Luft ist besonders sauber und für Freunde der Natur empfiehlt sich ein Besuch im Nationalpark Hunsrück-Hochwald. Er wurde 2015 geöffnet und lädt zum Wandern durch Wälder ein. Empfehlenswert sind außerdem die Sommerrodelbahn und der Hochseilgarten HighLive.

Simmern-Rheinböllen

Simmern-Rheinböllen liegt im Herzen des Hunsrücks und bietet Kultur und Natur in perfekter Mischung. Besucht in der Stadt Simmern die Stadtmauer samt Pulverturm. Er war einst ein Kerker und wurde berühmt, als 1799 dem Räuberhauptmann Schinderhannes die Flucht gelang. Führungen rund um den Räuber beginnen hier und führen euch durch die Stadt. Hübsch sind aber auch die umliegenden Dörfer, die dank der hübschen Fachwerkhäuser beschaulich und idyllisch in der Landschaft eingebettet sind. Der Weg kann euch bis zum Hunsrückdom in Ravengiersburg und tief hinein in den Soonwald führen.

Kell am See

Die Ortsgemeinde Kell am See ist ein Hochwald-Ferienland und liegt rund um einen 14 Hektar großen Stausee. Erkundet auf dem 2,2 Kilometer langen Rundwanderweg die Uferregion. Dabei trefft ihr auf gemütlichen Stellen zum Angeln und Möglichkeiten zum Ausleihen von Tretbooten und Kanus. Sehr beliebt ist der regionale Kletterpark, der auf fünf Stationen Kletterspaß in bis zu acht Metern Höhe bietet. Mit beiden Füßen wieder auf dem Boden könnt ihr einen Barfußpfad erkunden, eine hübsche Pfarrkirche besichtigen und später noch entspannt eine Runde Mini-Soccer spielen.

Hunsrueck Pfarrkirche Kell am See
Die Pfarrkirche von Kell am See

Morbach

Die Gemeinde Morbach ist ein Luftkurort mit beheiztem Freibad und lockt mit dem Archäologiepark Belginum und zwei Burgruinen. Lernt das Leben der Kelten und Römer der Region kennen und wechselt danach die Jahrtausende beim Besuch im Telefon-Museum. Die Sammlung in Morbach ist derart groß, dass es für den Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde reichte. Faszinierend ist zudem das Holzmuseum. Es zeigt die Wichtigkeit des Rohstoffes für die Region und ist modern und interaktiv. Für Kinder zwischen sieben und 13 gibt es eine Museumsrallye, bei der junge Abenteurer mit „Hanni Holzwurm“ auf Entdeckungsreise gehen.

Sehenswürdigkeiten

Bei einer Entdeckungstour durch das Mittelgebirge Hunsrück werden euch viele Sehenswürdigkeiten dazu einladen, aus dem Auto oder Zug auszusteigen und genauer hinzusehen.

Hängeseilbrücke Geierlay

Sie gilt als die Sehenswürdigkeit im Hunsrück schlechthin und ist für Schwindelfreie das perfekte Reiseziel. Die Hängeseilbrücke befindet sich zwischen Sosberg und Mörsdorf und überspannt eine Länge von 360 Metern. Selbst bei 200 km/h Windgeschwindigkeit bleibt sie stabil und kann 50 Tonnen Last tragen. Aus Sicherheitsgründen steht sie Besuchern aber nur bei guten Wetterbedingungen offen. Beim Gang über die Brücke blickt ihr mutig 100 Meter hinab ins Mörsdorfer Bachtal. Damit gehört die 2015 eröffnete Geierlay-Hängeseilbrücke zu den Top 10 Hängebrücken in Europa. Wer die gesamte Region bewundern möchte, nimmt nicht nur den Weg über die Hängeseilbrücke, sondern wandert die 5,5 Kilometer lange Geierlayschleife entlang.

Hunsrueck Geierlay
Hängeseilbrücke Geierlay im Hunsrück

Naturparks

Die Schönheit der Natur umgibt euch im gesamten Mittelgebirge, doch besonders empfehlenswert ist der Naturpark Saar-Hunsrück. Er ist beeindruckende 2.055 Quadratkilometer groß und wird seit 1980 geschützt und gepflegt. Der bereits erwähnte Nationalpark Hunsrück-Hochwald bei Thalfang am Erbeskopf ist Teil des Naturparks Saar-Hunsrück. Er ist mit 101 Quadratkilometern zwar ein kleiner Teil, aber dennoch sehr sehenswert.

Ein zweiter Tipp ist der Naturpark Soonwald-Nahe. Er ist mit seiner Gründung 2005 vergleichsweise jung und besteht zu 60 Prozent aus Landschaftsschutzgebieten. Mehrere Aussichtstürme erlauben einen Blick von oben herab und kleine Pfade führen euch mitten durch die Natur. Drei Bäche setzen ihre Akzente in die Landschaft und die Nahe, ein Nebenfluss des Rheins, schlängelt sich hier von Süden nach Norden.

Hunsrueck Nationalpark
Unberührte Natur im Naturpark Saar-Hunsrück

Burgen im Hunsrück

Zu den Ausflugszielen im Hunsrück zählen gleich mehrere Burganlagen. Die Burg Kastellaun aus dem 13. Jahrhundert begrüßt die ganze Familie mit einer Dauerausstellung zur Burggeschichte, wechselnden Sonderausstellung und besondere Veranstaltungen für Groß und Klein.

Ein kleiner Abstecher ist zwischen den Ortschaften Buch und Masterhausen möglich: Hier steht die Burgruine Balduinseck. Die Überreste aus dem 14. Jahrhundert können jederzeit beim Wandern besichtigt werden und führen euch auf eine Zeitreise.

Die einzige Wasserburg im Hunsrück ist die Wasserburg Baldenau. Heute ist sie nur noch eine Burgruine, die jedoch frei besichtigt werden darf und passend zum historischen Kontext eine Station auf der Traumschleife „LandZeitTour“ ist.

Hunsrueck Burg Balduinseck
Die Burgruine Balduinseck

Schlösser im Hunsrück

Neben den Burgen gibt es auch mehrere Schlösser in der Region. Recht bekannt ist Schloss Gemünden. Es befindet sich allerdings in Privatbesitz und kann daher nicht von innen besichtigt werden. Es schmiegt sich jedoch wunderbar in die Landschaft und bietet vom nahen Soonwald-Radweg einen schönen Anblick.

Ein Schloss zum Anfassen hingegen befindet sich in Simmern. Das Neue Schloss wurde im 15. Jahrhundert errichtet, nachdem die frühere mittelalterliche Burg in Simmern im damaligen Krieg zerstört wurde. Heute darf jeder das Schloss besichtigen und Besucher finden im Innern eine Kunstsammlung sowie ein Hunsrück-Museum vor.

Hunsrueck Schloss Gemuenden
Schloss Gemünden im Hunsrück

Feuerwehr-Erlebnis-Museum Hermeskeil

Das Feuerwehrmuseum ist ein echter Publikumsmagnet im Hunsrück. Mehr als 1.000 Quadratmeter sind ganz dem Thema Feuerwehr gewidmet. Es werden nicht einfach nur Ausstellungsstücke und Infotafeln gezeigt, sondern ihr werdet in eine interaktive Ausstellung mitgenommen. Das verspricht vor allem für Kinder Spannung pur und auch für die Erwachsenen vergeht die Zeit im Nu.

Aktivitäten

Der Hunsrück bietet im Sommer und im Winter viele Möglichkeiten, im Urlaub aktiv zu werden und zahlreiche Erinnerungen zu kreieren. Wir stellen euch im Folgenden die spannendsten Aktivitäten in der Urlaubsregion vor.

Fahrt mit der Hunsrückbahn

Ohne Übertreibung findet sich eine der schönsten Bahnstrecken Deutschlands im Hunsrück. Vor mehr als 100 Jahren fuhr die erste Hunsrückbahn zwischen den Bahnhöfen Boppard und Emmelshausen. Als die Linie 1908 eröffnet wurde, war sie eine pragmatische Fortbewegungsart, heute ist sie das Urlaubshighlight der Eisenbahnromantik. Die Hunsrückbahn wurde 2008 saniert, wobei moderne Fahrzeuge für mehr Komfort und Sicherheit sorgen. Die Romantik der Strecke wurde selbstverständlich erhalten und so könnt ihr auf 8,5 Kilometern die Gebirgslandschaft an den Fenstern vorbeifliegen sehen. Bringt etwas Zeit am Bahnhof Emmelshausen mit, dann könnt ihr im kleinen Museum am Gleis eine liebevolle Ausstellung zur Hunsrückbahn ansehen.

Hunsrueck Ueberblick
Romantische Touren mit der Hunsrückbahn

Tierparks besuchen

Die Region bietet viel Natur, die vor allen Dingen die Tierwelt begeistern dürfte. Wer Wildtieren besonders nah kommen möchte, findet mehrere Tierparks, die sich für die gesamte Familie lohnen. Eindrucksvoll ist der Wildpark Rheinböllen, der 100 Hektar umfasst und neben Rehen, Ziegen und Rindern auch Braunbären, Bisons und Wölfe beherbergt. Inmitten der Anlage gibt es einen kleinen See und ein Falkner zeigt euch Greifvögel aus nächster Nähe.

Eine zweite Empfehlung ist der Tiererlebnispark Bell. In großen Gehegen leben hier sogar Tiger, Pumas und Huskys. Die Tierpfleger laden regelmäßig alle Gäste zum Blick über ihre Schulter ein, sodass ihr einen aufregenden Einblick in die tägliche Arbeit mit den Tieren bekommen könnt. Kindern und Erwachsenen wird im Tierpark auf spannende Weise der Reichtum und die Vielfalt der Natur gezeigt und erklärt.

Auf den Traumschleifen wandern

Unter dem Namen Traumschleifen werden Rundwanderwege zusammengefasst, die euch traumhafte Landschaften zeigen und am Ende der Tour wieder an den Startpunkt bringen. Die längsten Rundwanderwege erstrecken sich dabei über eine Strecke von rund 18 Kilometern. Insgesamt sind 111 dieser Premiumwege zwischen Nahe, Saar, Rhein und Moseltal zu finden. Eine leichte Strecke ist beispielsweise die Traumschleife „Rund um die Kama“. Sie ist nur 6,2 Kilometer lang, in zwei Stunden gemütlich machbar und verläuft durch ein hübsches Naturschutzgebiet.

Einen zweiten Rundwanderweg möchten wir euch ebenfalls ans Herz legen: die Traumschleife „Baybachklamm“. Sie ist mit 10,5 Kilometer Länge etwas anspruchsvoller und führt teils über steile Pfade. Etwa vier Stunden benötigt ihr für den Weg, doch belohnt werdet ihr mit dem herrlichen Gefühl, im Herzen der Natur zu sein.

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Wanderungen durch das Baybachtal

Barfußpark in Grenderich erkunden

Klassisches Wandern sollte zur Sicherheit immer mit festem Schuhwerk erfolgen. Doch von Zeit zu Zeit wollen die Füße frei über den Boden gleiten und dabei die Untergründe der Natur spüren. Genau das geht auf dem Barfußpfad Grenderich. Auf 1,5 Kilometern lauft ihr über zwölf Untergründe und könnt vom Waldboden über Rindenmulch bis hin zu Sand die unterschiedlichen Strukturen fühlen. Das Areal bietet für Kinder ein echtes Abenteuer und für ältere Menschen ein gutes Training der Sinne.

Radfahren

Im Hunsrück findet ihr ein ausgeprägtes Radwegenetz. Gut 40 Kilometer stehen euch hier für Radtouren zur Verfügung. Ein lohnenswerter Tipp ist der Schinderhannes-Radweg, der nach dem alten Räuberhauptmann aus Simmern benannt ist. Er beginnt entsprechend in der Stadt Simmern und führt über 38 Kilometer bis nach Emmelshausen. Trotz der Länge der Strecke gilt sie als leicht, da ihr vor allem ebene Wege ohne Steigung zurücklegt.

Klettern in einer Kletterhalle

Beim Wandern durch das Mittelgebirge bekommen viele Lust auf eine Kletterpartie. Während das Klettern unter freiem Himmel nur bei guter Witterung möglich ist, begegnet euch in Kirchberg die höchste Kletterhalle in Rheinland-Pfalz: der Fitnesspark Kirchberg. Insgesamt 860 Quadratmeter erwarten Kletterfans auf mehr als 60 Routen. Der höchste Kletterpunkt befindet sich auf 23 Metern Höhe. Wer beim Klettern reinschnuppern möchte, bucht vorab einen Kurs mit Anleitung – erfahrene Gäste dürfen auch ohne Aufsichtsperson hoch hinaus.

Wintersport

Wer sich in den Wintermonaten in das Mittelgebirge begibt, kann sich auf viele Möglichkeiten des Wintersports freuen. Die beste Adresse gibt es im Wintersportzentrum Erbeskopf. Der höchste Berg im Hunsrück bietet drei Abfahrtspisten für Erfahrene und einen Übungshang. Hinzu kommen Loipen für Langlauf und zwei Bahnen fürs Rodeln. Zwei Lifte bringen euch hinauf zu den Abfahrten und dank Flutlichtanlage macht der Wintersport auch nach der Dämmerung noch viel Spaß. Einen Skiverleih gibt es direkt vor Ort im Wintersportzentrum, sodass ihr auch ohne eigenes Equipment sofort loslegen könnt. Eine Skischule bringt Anfängern die ersten Schritte bei und aufgewärmt wird sich nach der Abfahrt in den gemütlichen Pistenhütten.

Hunsrueck Wintersport
Wintersport im Hunsrück

Eine zweite Adresse für Wintersport, die sich vor allem an Familien richtet, ist das kleine Skigebiet Dollberg-Züsch/Neuhütten. Ein Lift trägt euch hinauf auf 610 Meter und erlaubt ein kindgerechtes Rodeln und ruhiges Üben für Skianfänger. Auch Snowboarden ist hier möglich und eine Strecke für Langlauf ist ebenfalls vorhanden. Zwei Skihütten wärmen euch nach euren winterlichen Outdoor-Aktivitäten wieder auf.

Reise-Infos

Für euren Urlaub in Rheinland-Pfalz müsst ihr nur wenige Vorbereitungen treffen. Die Koffer sind schnell gepackt, die Anreise kurz und schon steht der Erholung im Mittelgebirge nichts mehr im Wege.

Anreise

Die PKW-Anbindung ist über die A1 und die A61 möglich. Zugverbindungen gibt es viele, beispielsweise über Koblenz.

Reisezeit

Für Wanderungen lohnen sich der Frühling und Herbst am besten. Vor allem die Laubfärbung im September macht dann besonders Freude. In den Sommermonaten kann es teils sehr heiß werden, selbst wenn die bewaldeten Gebiete angenehmen Schatten spenden. Hinzu kann es bei steigender Waldbrandgefahr dazu kommen, dass Wanderwege nicht genutzt werden sollen. Für euren Wintersport legt ihr den Besuch natürlich am besten an den Anfang des Jahres oder kombiniert den Urlaub im Dezember mit Besuchen auf regionalen Weihnachtsmärkten.

Essen & Spezialitäten

Die Küche im Hunsrück ist bewusst bodenständig. Die beliebteste Beilage sind mit Abstand Kartoffeln. Sie werden seit Jahrhunderten in der Region angebaut, erstmals schriftlich erwähnt wird dies 1723. Daher haben sich über die Jahrhunderte unzählige Speisen mit Kartoffeln und kreative Kartoffelgerichte entwickelt. Das prägte die vegetarische Küche: Beispielsweise gibt es einen Kartoffel-Gemüseauflauf mit regionalen Gemüsesorten. In fast jedem Restaurant werdet ihr „Gefillte Klees“ (gefüllte Klöße) und „Dibbelabbes“ (Kartoffelpfannkuchen mit Speck) finden. Auch Speisen mit deftigem Braten und Wildgerichte stehen hoch im Kurs. Die Getränkekarten halten oft Tropfen aus den Weinbaugebieten der Mosel oder vom Mittelrhein bereit.

Hotels & Unterkünfte

Die Urlaubsregion Hunsrück bietet von Pensionen bis hin zu Sternehotels viele Möglichkeiten für eure Übernachtungen. Nutzt den Wellnessbereich in einem ausgewählten Hotel, genießt die freundlichen Gästezimmer in kleinen Familienhotels oder entscheidet euch für einen erholsamen Urlaub auf einem urigen Bauernhof.

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